Stellungnahme des Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer e.V. (BDB) zur Diskussion "Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken"

dm Die vom Bund Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) verlegte Fachzeitschrift "philatelie", berichtet in den Ausgaben 12/2007, 1/2008 und 2/2008 über Beobachtungen und Untersuchungen hinsichtlich der Entstehung von Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken nach einer längerfristigen Aufbewahrung unter Kunststoff-Folien. Das Problem betrifft hauptsächlich Briefmarken bis ca. 1880, aber auch die halbamtlichen Flugmarken Deutsches Reich Mi.-Nr. I bis VI. Eine Aufstellung der betroffenen Marken ist abgedruckt in philatelie 367 (Januar 2008) auf Seite 50.

Der Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer e.V. (BDB) verfolgt die Diskussion mit großer Aufmerksamkeit und nimmt auf der Basis des derzeitigen Kenntnisstandes über mögliche "Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken" wie folgt Stellung:

Die Bildung von Bleisulfid, das die Marken schwarz färbt, erfolgt durch eine chemische Reaktion von Blei- und Schwefelverbindungen. Es ist bekannt, dass Druckfarben zur Herstellung von Briefmarken in einzelnen Fällen Bleiverbindungen enthielten, insbesondere bei klassischen Markenausgaben, bis ca. 1880.

Kunststoff-Folien bestehen aus verschiedenen Grundstoffen (PE, PP, Polyester, PVC). Durch die Zugabe von Zusatzstoffen erhalten die Kunststoff-Folien ihre gewünschten Eigenschaften im Hinblick auf Elastizität und Verformbarkeit (Weichmacher) sowie Haltbarkeit (Stabilisatoren).

Bei PVC-Folien zur Aufbewahrung von Briefmarken sind in der Vergangenheit Stabilisatoren auf der Basis von Schwefelverbindungen nachgewiesen worden. In wie weit diese Schwefelverbindungen unter bestimmten Voraussetzungen mit der Markenfarbe bei klassischen Marken bis ca. 1880 reagieren, ist wissenschaftlich - trotz einer Vielzahl in durchgeführter Gutachten - nicht geklärt. Beobachtungen und Erfahrungen bei Sammlern und Mitgliedsunternehmen des BDB lassen jedoch darauf schließen, dass unter bestimmten Bedingungen chemische Reaktionen zwischen Bleibestandteilen der Markenfarbe und den Schwefelverbindungen des Stabilisators in der Kunststoff-Folie zur Bildung von Bleisulfid an der Markenoberfläche bei klassischen Briefmarken bis 1880 führen können. Um den chemischen Vorgang der Bildung von Bleisulfid aus Blei- und Schwefelverbindungen zu verhindern erscheint es aus der Sicht des BDB angebracht, die Bleibestandteile der Markenfarbe so wirksam wie möglich vor dem Kontakt mit Schwefel bzw. Schwefelverbindungen zu schützen.

Der BDB empfiehlt daher bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts eine Aufbewahrung von Briefmarken unter Folien mit Stabilisatoren auf der Basis von Schwefelverbindungen zu vermeiden. Anregungen für eine Aufbewahrung bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts finden sich in den o.g. Ausgaben der philatelie.

Von verschiedenen Auktionsunternehmen werden Briefmarken vor und während der Versteigerung zum Schutz vor physischen Beschädigungen kurzzeitig in Folien eingesiegelt. Der BDB verweist in diesem Zusammenhang auf die Hinweise in den Versteigerungskatalogen der Mitgliedsunternehmen, dass diese Folien nicht zur längerfristigen Aufbewahrung von Briefmarken bestimmt sind.

Bei einer längerfristigen Lagerung von Briefmarken unter Folien sollten zur Vermeidung von Bleisulfidschäden schwefelverbindungsfreie Kunststoff-Folien verwendet werden. Welche Kunststoff-Folien "100% schwefelverbindungsfrei" sind, sollte der Sammler bei dem jeweiligen Hersteller bzw. bei seinem Lieferanten verbindlich erfragen. Alle Hersteller und Vertreiber von Bedarfsartikeln für Briefmarken arbeiten natürlich intensiv mit den Herstellern von Folien an einer Lösung des Sachverhalts.

Gleichzeitig hat der BDB im Hinblick auf die derzeitige Diskussion jedem BDB-Mitgliedsunternehmen empfohlen, eine individuelle Klärung der Beschaffenheit und Eignung der verwendeten Schutzfolien mit dem jeweiligen Lieferanten vorzunehmen.

Der Inhalt dieser Stellungnahme orientiert sich an den Ergebnissen gemeinsamer Konsultationen mit anderen Verbänden in der Philatelie. Der BDB wird im Rahmen seiner Möglichkeiten die Bemühungen aller Beteiligten in der Philatelie zur endgültigen Klärung der "Bleisulfidschäden" bei klassischen Briefmarken bestmöglich unterstützen.

 
Der Vorstand

41. Aixphila-Auktion in Aachen (30.11.-1.12.2007)

wm Einmal mehr präsentiert das bekannte Aachener Auktionshaus im Dreiländereck (www.aixphila.de) ein qualitativ hochwertiges Angebot deutscher und internationaler Philatelie. Dieses Mal hatte Inhaber Hinrich Osterloh allerdings ein Problem, denn er musste zusätzliche Räumlichkeiten anmieten, um die große Menge an eingeliefertem Material bewältigen zu können. Ein Problem, das sich lösen ließ und für Käufer vielversprechend klingt.

Denn ist es keineswegs die schiere Masse, die dem Aachener Auktionshaus Aix-Phila (dies ist auch Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer - siehe www.bdb.net) zum überwiegenden Teil aus privater Hand anvertraut worden ist, sondern in erster Linie handelt es sich um gut ausgebaute und unberührte Sammlungen sowie teils sehr umfangreiche oft mehrere Regale fassende Nachlässe.

Da die Schätzpreise wie gewohnt sehr verhalten angesetzt sein dürften, sind - wie in der Vergangenheit auch, Kenner des Auktionshauses wissen dies - heiße Bieterkämpfe und spektakuläre Steigerungen zu erwarten.

Der Einzellosteil bietet breit gefächerte Philatelie in außergewöhnlich guter Erhaltung, angefangen bei Schätzpreisen ab 10 Euro bis hin zu 12.000 Euro mit einem großen Teil geprüfter bzw. attestierter Marken. Münzen sind mit mehr als 300 Positionen ebenfalls gut vertreten.

Clou der 41. Auktion ist aber der komplett neu gestaltete Versteigerungskatalog, welcher die Losbeschreibung direkt - je nach Größe - über oder neben die farbige Abbildung platziert. Dieser Service, welcher lästiges Suchen oder auch nur Hin- und Herblättern Vergangenheit werden lässt, ist für den Benutzer von Auktionskatalogen in Deutschland noch eher die Ausnahme. Ein weiterer, Aachener Auktionsbesuchern schon seit längerem vertrauter Service liegt in der völligen Transparenz des Auktionsablaufes: Lose werden jeweils einzeln ausgerufen, das Ergebnis wird unmittelbar nach dem Zuschlag - ganz gleich, ob dieser im Saal oder an einen schriftlichen Bieter erfolgt - mit Nennung der Bieternummer auf einer Großbildleinwand angezeigt. Eine komplette Datenvernetzung ermöglicht übrigens auch den Ausdruck der Kundenrechnung Sekunden nach Erfolgen des Zuschlages.

Die Kunden des Hauses wissen diesen Service zu schätzen und so bleibt es nicht aus, dass häufig nicht nur alle Reihen im Auktionssaal besetzt sind, sondern auch das entsteht, was man weder im Internet noch zu Hause so richtig erleben kann: die richtige Auktionsstimmung einer Live-Auktion.

Service ist für BDB-Auktionatoren alles!

wm Das Kürzel "BDB" ist in Deutschland eine Qualitätsmarke. Es steht für den Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer, dem rund 45 namhafte Auktionshäuser angeschlossen sind. Den vielfach strapazierten Begriff "Service" kennt ebenfalls jeder, auch nicht wenige wissen, dass allein die Benutzung des Begriffes selten das widerspiegelt, was eigentlich damit gemeint sein sollte.

Dass es anders geht, belegen jüngst zwei Mitglieder des Verbandes. So z.B. Hettinger-Auktionen (www.hettinger-auktionen.de). Das Haus bietet dem Einlieferer nicht nur die üblichen Kontaktmöglichkeiten bei Rundreisen des Auktionators, nein, dieser war auch mit einem Stand (Nr. 18) in Sindelfingen vertreten, wo man direkt den persönlichen Kontakt suchen konnte. Dort waren natürlich - wie auch an zahlreichen anderen Ständen der Mitglieder des BDB - Einlieferungen möglich. Das galt auch für das Düsseldorfer Auktionshaus von Ulrich Felzmann, der gerade seine 119. Auktion erfolgreich abgeschlossen hat. Er bot einen ganz besonderen Service, nämlich zum Nachverkauf. Wer aus dem Angebot der Auktion ein noch nicht versteigertes Einzellos (keine größere Kartonlose) haben wollte, konnte es sich einfach machen, denn Ulrich Felzmann brachte es mit zur Börse nach Sindelfingen. Zwei Beispiele, die zeigen, dass "Service" mehr als eine Worthülse sein kann.

130. Friebel-Auktion (17. November 2007)

wm Franz-Josef Stegers Auktionen in Linnich - dies liegt zwischen Mönchengladbach und Aachen - ist eine gute Adresse speziell für kleinere Sammler, die das ausgefallene postgeschichtliche Stück zu bezahlbaren Preisen suchen. Deshalb sind seine nahezu 25.000 Lose häufig im zweistelligen Eurobereich und für Stempelsammler, auch für Preußen-Spezialisten, sehr interessant. Dieses Mal sind gar 2.000 Lose unlimitiert, so dass besonders günstige Einkaufmöglichkeiten denkbar sind. Natürlich gibt's auch drei- und vierstellig angesetzte Lose, zusätzlich einen großen Bereich Heimatphilatelie, Ansichtskarten und Literatur. Stegers, er ist ebenfalls Mitglied im renommierten Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer, bietet mit der Fülle und im Detail eben genau das, was so manche andere Auktion nicht bietet: eine Vielfalt des besonderen Beleges, zumal der deutschen Philatelie.

24. Harlos-Auktion für Postgeschichte (17. November 2007)

wm Zeitgleich mit der Briefmarken-Messe in Hannover führt die Peter F. Harlos KG in Wunstdorf ihre nächste Auktion durch, die einmal mehr für postgeschichtlich interessierte Philatelisten ein Anziehungspunkt sein wird. Über 5.700 Lose, davon allein über 5.000 zu nahezu allen deutschen Sammelgebieten, präsentieren all das, was Postgeschichtlern Freude macht: dies mit sorgfältig und fachlich hervorragend beschrieben, vielfach auch in Farbe abgebildeten Objekten, die überwiegend zu günstigen zweistelligen Ausrufpreisen angesetzt sind.

Käufer sind bei Harlos auf der sicheren Seite, denn der Versteigerer garantiert die Echtheit aller von ihm versteigerten Einzellose für die Dauer von drei Jahren. Ansichtssendungen sind - aus Zeitgründen - nicht möglich, wohl aber hat man immer die Möglichkeit der Vorbesichtigung. Und wer näheren Kontakt sucht, findet die Firma Harlos auch bei namhaften internationalen Messen vertreten, so z.B. auf den Messen in Sindelfingen, 2008 auch bei der Messe in München (13.-15. März) und bei der WIPA in Wien (18. - 21.9.2008).

Dr. Reinhard Fischer-Auktion in Bonn (17. November 2007)

wm Der Katalog zur 96. Auktion mit der Auflösung der erstklassigen Sammlung "Ernst Merk" am 17.11.2007 ist online. Ernst Merk hat über 40 Jahre eine äußerst umfangreiche Sammlung zusammengetragen, die nun zur Versteigerung kommt. Im Angebot finden sich zahlreiche Raritäten, die fast alle neu attestiert wurden. Für diese Sammlungsauflösung ist ein Sonderkatalog für die mehr als 180 Lose erschienen.

Für sämtliche Einzellose der Hauptauktion (ca. 7000 !) stehen Bilder in drei Größen und in sehr hoher Qualität im Netz, weiterhin werden sämtliche (ca. 750) Atteste und Befunde abgebildet! Der Interessent kann die leistungsstarke Suchmaschine und das komfortable Online-Bietsystem nutzen. Außerdem sind 91 Sammellose mit fast 5000 Bildern (!!) komplett abgebildet, die auch gegen 3 EUR in Briefmarken auf einer CD mit noch höher aufgelösten Bildern erhältlich sind. Sämtliche Auktionslose dieser Auktion - Dr. Reinhard Fischer ist mit seiner Firma ebenfalls Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer - sind auf der Webseite www.reinhardfischerauktionen.de einzusehen.

Highlights der Auktion sind

Sehr interessant dürften aber auch die anderen Sammlungsauflösungen "Fulda", "Wiesbaden", "Paderborn" (ein Riesenbestand SBZ) oder die Auflösung eines riesigen Bündellagers mit etwa drei Millionen Briefmarken sein. Die Nachlaßabteilung bietet 50 meist vollkommen unberührte Nachlässe im Ausruf von "Gebot" bis 6000,-- EUR, wobei für den Abtransport mancher dieser Bestände ein größerer Kombi schon sinnvoll wäre. Im der darauf folgenden Abteilung Ländersammlungen findet sich ebenfalls manch schöne Ländersammlung, z.B. zwei hochwertige Sammlungen VR China.

Schwanke-Specials und mehr am 30.11 bis 1.12.2007 in Hamburg

wm Der diesjähriges Sonderkatalog der Auktionsfirma Schwanke in Hamburg hat es ins sich, denn zwei Schwerpunkte werden von sich reden machen: ein breites Altösterreichangebot, auch mit großen Seltenheiten (z.B. gleich drei Belege mit MiNr. 3 X C, Tokayer Durchstich), aber auch ein ausgesuchtes Angebot von historisch namhaften Fälschungen ex Fournier (u.a. mit komplettem Fournier-Album), Oneglia, Sperati und Peter Winter. Dazu die fast schon legendären "Specials", d.h. seltene Marken und Belege aus aller Welt, teils verblüffend preiswert ausgerufen, wobei man sicher sein darf, dass es wohl bei vielen Losen nicht beim Startpreis bleibt.

Der Hauptkatalog präsentiert weitere 4.500 Lose, darunter mehr als 1.600 Sammlungslose, weltweit wie stets gut durchmischt in nahezu allen Preisklassen. Dies alles optimal in farbigem Layout, so dass man auf den Geschmack kommen kann. Der Auktionator Hans-Joachim Schwanke, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net) bietet auf seiner Internetseite www.schwanke-auktionen.de hierzu weitere Vorabinformationen.

109. Rauhut-Auktion (24.11.2007) in Mülheim an der Ruhr

wm Erneut warten rund 8.500 Lose - mit Schwerpunkt Altdeutschland - auf interessierte Käufer, von denen zahlreiche in Farbe im großformatigen Katalog abgebildet sind. Natürlich bietet Rauhut, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net) nicht nur Altdeutschland, sondern auch andere meist europäische Klassikgebiete und Deutschland bis zur Gegenwartsphilatelie.

186. Karl Pfankuch-Auktion vom 21. bis 22.11.2007 in Braunschweig

wm Über 4.000 Lose von Marken und Belegen aus aller Welt sind für eine Auktion an sich nichts Besonderes. Das Angebot des Versteigerers Peter Sieberath, Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net) kennzeichnet sich aber besonders dadurch aus, dass auch zahlreiches kleinpreisige Material enthalten ist, das Beachtung verdient. Deshalb sind diese Auktionen auch beim Sammler beliebt und geschätzt.

Schwerpunkte liegen bei Deutschland mit allen Gebieten, zusätzlich bietet die Auktion auch zahlreiche Lose von Europa. Eine genauere Durchsicht zeigt Besonderes auf, selbst für Thematiker. So sind gut 100 Angebotslose zum Sammelgebiet "Philatelistentage" auch nicht häufig auf Auktionen zu finden! Mehr zum Auktionshaus findet sich auf www.karl-pfankuch.de.

Weitere vier Bände der Edition d'Or in Sindelfingen vorgestellt

wm Dieter Michelson, Geschäftsführer von Heinrich Köhler-Auktionen und Karl Louis, Geschäftsführer von Corinphila-Auktionen lüfteten am 26. Oktober 2007 in Sindelfingen das bis dahin gut gehütete Geheimnis der nächsten vier namhaften Philatelisten, deren philatelistisches Lebenswerk mit einem Band in der vor einem Jahr in Monako erstmals vorgestellten Buchreihe Edition d'Or Dokumentation findet. Dieses Mal waren es Dr. Heinz Jaeger (Großherzogtum Baden - Band 5), Hillard Geuther (Freie Hansestadt Bremen - Band 6), Dr. Leo Wojnke (Thurn- und Taxis-Frankaturen in das Ausland - Band 7) und Klaus Eitner (Peru - Band 8).

In großformatigen Farbbänden sind die genannten international hoch prämierten Exponate in aufwändiger Gestaltung festgehalten und stehen Interessenten je Band für 69 Euro zur Verfügung. Karl Louis stellte bei seiner Ansprache die Zielsetzung der Buchreihe deutlich heraus: Lebenswerke für die künftige Forschung sichern, den Zugang dauerhaft zu erleichtern und bei Versteigerung dieses Materials häufig nicht mehr mögliche Recherchen so eben künftig machbar werden zu lassen.

Michelson stellte die vier derartig mit ihrem Buch geehrten Sammlungsurheber dem zahlreich versammelten Publikum vor und ermöglichte damit den Blick auf die "Macher", die Menschen und die namhaften Philatelisten, denen diese ausgezeichneten Sammlungen, teils seit Jahrzehnten in ihrem Besitz, zu verdanken sind. Rolf-Dieter Jaretzky, selbst einer der "Buchautoren" der ersten Bände der Edition d'Or, steuerte seine guten Erfahrungen mit dieser Buchreihe bei und Wolfgang Maassen, Präsident des Weltverbandes der Autoren und Journalisten in der AIJP, gleichzeitig Moderator dieser Buchpräsentation, betonte bei seiner Begrüßungsansprache, den Wert solcher Buchprojekte, die die forschende Philatelie nur bereichern können.

Nach einem kleinen Empfang konnte Maassen dies bei einem Köhler-Corinphila-Abend für geladene Gäste noch eindeutiger mit den "besonderen Glückwünschen und der hohen Anerkennung" der Literaturjury der nationalen Literaturausstellung LIPSIA Leipzig 2007 für die Edition d'Or belegen. Da die verschiedenen Klassen der Ausstellungsordnung keine eindeutige Zuordnung solcher Exponate zulässt, diese aber als wünschenswert betrachtet wurde, kann es gar sein, dass künftig eine Klassenerweiterung erfolgt, um solche vorbildlichen Dokumentationen auch einen noch höheren Stellenwert einzuräumen, den sie allemal verdienen.

Edition d'Or mit "Glückwünschen der Jury" ausgezeichnet!

wm Bei der Ende September in Leipzig erfolgreich durchgeführten Nationalen Literaturausstellung LIPSIA 2007, bei der sich insgesamt über 280 Literaturexponate um die von einer namhaften Jury verliehenen Auszeichnungen bewarben, wurde ein Exponat eines deutschen Auktionshauses besonders positiv bewertet. Es handelt sich um die bisher vierbändige Reihe "Edition d'Or" des Auktionshauses Heinrich Köhler (in Kooperation mit dem Schweizer Auktionshaus Corinphila produziert), mit der weltbekannte Gold- oder gar Grand Prix-Sammlungen in aufwändiger Reproduktionsgestaltung im Sammlungsoriginal dokumentiert werden.

Die Jury konnte zwar diese Bücher von der Art und dem bestehenden Reglement her keiner der üblichen Ausstellungsklassen zuordnen, sprach aber - so wörtlich - "dem Auktionshaus Heinrich Köhler für die Edition d'Or höchste Anerkennung und ihren Glückwunsch aus". Damit kennzeichnete sie ihre Wertschätzung für diese in ihrer Art einmalige Dokumentation beispielhafter Sammlungen, die dem forschenden Philatelisten so auch für die Zukunft zur Recherche und Auswertung zur Verfügung stehen.

Köhler- und Corinphila-Auktionen stellen am 26. Oktober vier weitere neu gestaltete Bände dieser prachtvollen Reihe in Sindelfingen im Hotel Mercure Bristol, Wilhelm-Haspel-Str. 101, um 17 Uhr vor (Raum: "Ragman"). Zu dieser vom Präsidenten der AIJP, dem Weltverband der Autoren und Journalisten in der Philatelie, Wolfgang Maassen, moderierten Präsentation ist jeder interessierte Sammler herzlich eingeladen.

200. Mohrmann-Auktion in Hamburg: Mehr als ein Jubiläum!

wm Vor knapp 80 Jahren, 1928, gründete Edgar Mohrmann - unterstützt von seinem damaligen Partner Hans Grobe - sein Auktionshaus. Die erste Auktion fand vom 18. bis 20. März 1929 im Saal "Zum Patzenhofer" im Hause Glockengießerwall 12 in Hamburg statt. Seitdem gab es in der Hansestadt viele weitere Auktionen, das Haus Mohrmann kam zu Weltruhm, erst unter Edgar Mohrmann selbst, später auch mit der Leitung von Wolfgang Jakubek. Am 8.-10. November 2007 steht die 200. Auktion an, wahrlich eine Generationenleistung, die in Deutschland nicht viel Vergleichbares kennt.

Die 200. Auktion

Es ist der Ehrgeiz eines jeden Auktionators, zu einer Auktion mit runder, jubiläumsverdächtiger Zahl ein ganz besonders exquisites Angebot potentiellen Interessenten zu offerieren. Dies ist Hans-Peter Bahr gelungen. Das Haus Mohrmann ist bekannt für Angebote weltweiter Philatelie, alle bedeutendes Sammelgebiete sind dabei vertreten, sowohl bei den Einzellosen wie bei Sammlungen. Neben vielen durchaus kleinpreisigen Losen ab 50 Euro finden sich natürlich auch Spitzenlose mit fünf- oder gar sechsstelliger Ausrufzahl. Ebenso bekannt und der Tradition geschuldet ist der außergewöhnliche große Teil an teils hochwertigen Sammlungen, die sich besonders für Berufsphilatelisten eignen, die die Ware anschließend detaillieren.

Natürlich gibt es auch Einzelraritäten, z.B. einen postfrischen (!) 15er-Block 1-Kreuzer Bayern (MiNr. 1 Ia), der mit 15.000 Euro ins Rennen geht, ebenfalls von Bayern die 1 Mark violett, ungebraucht/postfrisch, von 1874 (MiNr. 30a) in gleicher Blockgröße für 14.000 Euro, von Mecklenburg-Schwerin die 4/4 Schilling graurot im waagerechten Paar auf Brief (MiNr. 4) für 6.000 Euro oder von den Deutschen Kolonien/Kamerun das Valdivia-Provisorium. Diese 20 Pf.-Halbierung (MiNr. 4 H) wird dann allerdings gleich zweimal angeboten, beide zusammenpassenden Hälften, je auf einer echt gelaufenen Karte, für je 8000 Euro.

Die Raritätenliste wird mit nicht ausgegebenen Marken der Deutschen Besetzung Zweiter Weltkrieg/Kotor (MiNr. I/IX) fortgesetzt, diese gleich im kompletten Kleinbogen. Dabei handelt es sich um Probedrucke einer Ausgabe der Reichsdruckerei Wien 1944, die aufgrund des Kriegsverlaufes nicht mehr zur Fertigstellung gelangte (Ausruf: 7.000 Euro). Für das Sammelgebiet DDR führt der nicht herausgegebene Block zu den Olympischen Sommerspielen 1984 in postfrischer Erhaltung für 7.500 Euro die Hitliste an.

Auffällig stark ist das Auktionsangebot für Großbritannien, Schweiz und Österreich, wobei gerade die Schweizer Kantonalausgaben hervorstechen. Ein "Basler Täubchen" von 1847 in der seltenen b-Farbe auf Brief startet bei 10.000 Euro, die 5c "Waadt" gibt es als 19er-Block, ungebraucht für 28.000 Euro. Diese Einheit ist bestens bekannt, ex Burrus, und neben den zwei bekannten 23er- und 25er-Bogenteilen, die sich im Berner Postmuseum befinden, die größte frei erhältliche Einheit der MiNr. 2 überhaupt.

Das Haus Mohrmann pflegt traditionell auch Übersee. Zwei besondere Belege mögen dies verdeutlichen. Unter Guyana finden sich die MiNr. 6 und 10, die 4c von 1852 im sauber gestempelten Paar, die 3c von 1856 als farbfrisches einwandfreies Einzelstück. Wahrlich seltene Marken, die einem Ausrufpreis von 5.000 und 2.500 Euro entsprechen. Mauritius-Fans wird vielleicht ein Brief von 1849 mit zwei breitrandigen Exemplaren der 2d., sog. "early impression", begeistern, der bei 8.000 Euro startet.

Deutlich kleinpreisiger, dafür aber noch wesentlich vielfältiger sind knapp hundert Zeppelin-Einzellose, zu denen es allerdings im Sammlungsteil auch Besonderes gibt. Zum Beispiel eine Sammlung von 129 teils bisher in Katalogen nicht registrierten Belegen zum Thema "Die Polarfahrt des LZ 127". Diese Sammlung startet bei 20.000 Euro. Einen Zehnfachen Ausruf hat eine 12bändige Großbritanniensammlung, die die guten Jahren von 1840 bis 1948 umfasst. Darin ist wohl alles, was gut und selten ist, und beileibe nicht nur allein 308 Exemplare der MiNr. 1 mit allen Platten, jeweils einzeln und auf Brief. Selbst sieben "Archer-Versuche" sind dokumentiert!

Knapp 90 Münzen-Lose erfreuen die Numismatiker, ein letztes Los sei aus dem Bereich Ansichtskarten hervorgehoben: eine Sammlung von 3.000 Berliner Ansichtskarten von 1892 bis 1910, die einen vortrefflichen Einblick in das kaiserliche Berlin zur Jahrhundertwenden-Zeit bieten. In solcher Fülle - der Ausruf beträgt 7.500 Euro - bekommt man solche alten Karten, darunter viele Lithokarten, heute nicht mehr häufig angeboten.

Und genau das ist es, was Hans-Peter Bahr auch künftig will: Ein breit gestreutes Angebot zu sensibel angesetzten Ausrufpreisen, die das Interesse bei Sammlern und Händlern finden. Eben dem Traditionsnamen des Hauses Edgar Mohrmann in Hamburg entsprechen. Dass man dennoch mit der Zeit gehen kann, das zeigt nicht nur das inhaltliche Angebot des Kataloges, sondern auch dessen neu gestaltetes Layout: modern, leicht und grafisch sehr ansprechend, Textteile mit zugeordneten Bildteilen jeweils informativ abwechselnd unterbrochen, so dass die Orientierung leichter fällt, last but not least: eine gut lesbare Schrift. Wie hieß es vor Jahren in der Werbung? "So klappt'st auch mit dem Nachbarn!" Was in diesem Fall übertragen heißen dürfte: So haben auch Kunden ihre Freude. Weitere Informationen: vgl. www.edgar-mohrmann.de

79. Lenz-Briefmarkenauktion in Hilzingen bei Singen

wm Axel Lenz - ebenfalls Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer - kann mit seinem familiär geführten Haus ebenfalls schon auf eine Reihe von Auktionsjahren zurückblicken. Jährlich finden zwei Auktionen statt, so dass man an diesen Zahlen schon die in Jahrzehnten gewachsene Kompetenz des Hauses ablesen kann. In dem neu erschienenen Katalog zur Auktion vom 2. und 3. November 2007 bietet er auf rund 350 Seiten im B5-Format fast 12.000 Lose an, die besonders durch niedrigere und günstige Startpreise auffallen. Also das eher kleinpreisige Material ab 30 Euro, bei denen viele Sammler gerne mitsteigern. Natürlich gibt es auch Lose im drei- und einige im vierstelligen Ausrufbereich - eben der jeweiligen Rarität entsprechend -, aber der Schwerpunkt liegt im kleineren Bereich.

Dafür bietet Lenz ein weltweites Angebot und dies im erwähnten respektablen Umfang von über 10.000 Losen und einem Gesamtaufruf von über 1 Million Euro. Der Leser ahnt, welche Fülle sich da zu einem derart hohen Preis addiert. Einen Blick auf die Seite www.briefmarken.com könnte also lohnen.

SCHWANKE / Hamburg Auktion Nr. 311 vom 30.11.2007 - 1.12.2007

js/wm Österreich Ausgabe 1850: die Auflösung einer Qualitätssammlung der ersten österreichischen Markenemission eröffnet die diesjährigen "Schwanke Specials" , mit denen die 311.Auktion des Hamburger Traditionshauses am 30. November 2007 beginnt. Dabei sorgen die Spitzenstücke aus der Sammlung von Julius Steindler für die absoluten Highlights. Drei Briefe mit den berühmten "Tokayer Durchstich" gab es noch nie auf einer Auktion, zudem in den drei verschiedenen Wertstufen zu 3, 6 und 9 Kreuzern. Der 3-Kreuzer-Wert auf einem Brief nach Kaschau startet mit 3.500 Euro. Der Brief mit dem 6-Kreuzer-Wert nach Eperjes wurde in "Tarczal" geschrieben und in Tokay zur Post gegeben; Kenner wissen, dass aus Tarczal die edelsten Tokayer Weine für den kaiserlichen Hof in Wien kamen. Startgebot für diese Kostbarkeit ist Euro 7.500. Der Dritte im Bunde ist ein Beleg mit dem 9-Kreuzer-Wert, nach Pesth adressiert; ebenso vorzüglich in der Erhaltung wie die beiden vorgenannten Stücke, startet dieser Brief mit Euro 6.000.

Weitere Spitzenstücke "ex Julius Steindler"

Ein Brief mit der Stempelmarke "1 Kr. C.M." als Marke verwendet (MiNr.1) auf einer Einladung des "Österreichischen Thier-Schutz-Central-Vereins" vom Mai 1857 (Startpreis Euro 2.500), eine VERONESER POSTFÄLSCHUNG der 15 centesimi auf vorzüglichem Brief vom 20.9.1853 (5.000 Euro), gleich zwei Exemplare der seltenen Papiervariante "Gestreiftes Papier" (Mi.Nr. 3 X S) zu Euro 2.500/Euro 2.000. Briefe vom 2., 3. und 4. Tag der Markenausgabe in Lombardei-Venetien zählen zu den großen Raritäten; Schwanke startet mit Euro 3.000, bzw. Euro 1.000 und Euro 600. Erwähnung verdienen ebenso traumhafte Bogenecken, dabei ein Eckrandstück (14 x 8 mm!) des 45 centesimi-Wertes auf Luxusbrief von Milano (3.000 Euro). Eine umfangreiche Stempelabteilung der Entwertungen der Lombardei und Venetiens ergänzt den reinen Markenteil. Auf ausnahmslos ausgesuchten Luxusbriefstücken offenbart sich die Stempelvielfalt der meist kleinen Orte, von "Almenno" bis "Villafranca", daneben auch Schiffspost und Feldpoststempel.

Herausragend ein Paar der 15 centesimi mit rotem Stempel von VENEZIA (Euro 1500) oder attraktive Schiffspoststempel vom Gardasee und vom Lago Maggiore. Die meisten Stücke wurden von Steindler in den 1950er und 1960er Jahren erworben, waren mithin seit 50 Jahren nicht mehr auf dem Markt erhältlich. Rechtzeitig zur WIPA 2008 bieten sich hier dem ambitionierten Sammler Gelegenheiten, "Goldmedaillen"-Stücke zu erwerben!

Die "Schwanke Specials" bieten darüber hinaus wie immer Kurioses, Außergewöhnliches und Seltenes. Aus dem Nachlass von Wolfgang Diesner, dem bekannten Postgeschichtler, finden sich Raritäten wie der "Telegraph"-Brief von Bremen aus dem Jahre 1843 (Euro 500), der "Ganzfrey"-Stempel des Hamburger Stadtpostamtes aus dem Jahre 1820 (Euro 500), eine Stempel-Neuentdeckung von BERGEDORF auf 1/2 Groschen NDP (Euro 2.500), ein Zeppelin-Brief von der "Hindenburg"-Katastophe 1937 (Euro 2000), des weiteren von FRANKREICH ein Brief aus den Tagen der Pariser Kommune 1871, mit der Privatpost von LORIN-MAURY aus Paris heraus befördert (Euro 4.500) oder ein Brief mit Japans Nr. 3 in Luxusqualität (Euro 1.500). Ein rarer Mexico-Brief mit zusätzlicher Seepostmarke 10 c.

"Porte de Mar" nach Bordeaux soll wenigstens 1.200 Euro einspielen und hochinteressant zum Schluss eine kleine Studie von 14 Losen "Transit Panama", in der die verschiedenen Möglichkeiten des Posttransits über das Britische Postamt in Panama City in den Jahren 1845-1880 gezeigt werden (Schätzpreise zwischen 120 und 900 Euro).

Die Abteilung "Seltenheiten" zeigt Altdeutschland-Klassik in höchster Vollendung, dabei z.B. OLDENBURG Nr. 6c "indigo" (Euro 1.000), SACHSEN Nr. 1a (Euro 2.500) oder die vielleicht schönste SCHLESWIG-HOLSTEIN Nr.1 auf Luxusbriefstück (Euro 3.000). Auch modernere Seltenheiten sind im Angebot, nennen wir SAARGEBIET Nr. 178 F (Euro 1,800) oder DT.BESETZUNG MONTENEGRO Mi. Nr. 19 - eins von nur vier bekannt gewordenen echt gebrauchten Exemplaren (Euro 10.000), beim Ausland u.a. eine 5 c.-Bärenmarke der amerikanischen Postmeisterausgabe von ST. LOUIS (Euro 1.500).

Schließlich "Kurioses":

Der Teekessel vom Deutschen Postamt in MOGADOR/Marokko (Euro 150) ist ebenso dabei wie eine Porzellan-Medaille der KPM zur IPOSTA 1930 mit persönlicher Widmung (Euro 100) oder der "Adler ohne Kopf" - eine amerikanische 30c.-Marke der Ausgabe 1869, bei der durch mangelhaften Druck das amerikanische Wappentier "kopflos" blieb! Der Erlös dieser mit 500 Euro angebotenen Loses geht sinnigerweise an den Tierschutz!

Die "Schwanke Specials" beinhalten auch ein mutiges kleines Angebot von Fälschungen und Nachdrucken; eine kleine Werkschau bekannter Fälscher von "Sperati" über Fournier, Oneglia etc bis hin zu Winter - aber keine Sorge: alle Falsifikate sind entsprechend gekennzeichnet. Eigentlich nicht besonders zu erwähnen: Es gibt wieder viele der beliebten "100 Euro-Starter", die für Stimmung im Auktionssaal sorgen werden, darunter gute Einzelmarken und kleine Lots, die mit diesem Startpreis eigentlich eine gewisse "Bietfreudigkeit" auslösen sollten.

Erfolge in einem globalisierten Markt

wm Mag das Internet dem einen Schrecken, dem anderen Verheißung sein, so führt kein Weg an der Tatsache vorbei, dass zunehmend mehr auch deutsche Auktionen die Welt für sich digital entdeckt haben. Da bieten manche die Möglichkeit der Online-LIVE-Gebote als ob man selbst im Saale wäre, teils gar mit Videoschau, andere stellen ihre kompletten Katalogen auf ihre Webseite, teils gar mit Übersetzungsmöglichkeit in fremde Sprachen. "Komplett" ist hier eigentlich noch untertrieben, denn bei nicht wenigen Auktionshäusern, die in ihrem gedruckten Katalog schon aus Umfangs- und Kostengründen nicht alle Lose abbilden, sind diese aber im Internet zu sehen.

Dieter Michelson, Geschäftsführer von Heinrich Köhler-Auktionen, hat mit seinem Hause mittlerweile Erfahrung mit "online live" bieten. Bei der letzten Septemberauktion wurde schon mehr als 13 Prozent der Gesamtzuschläge auf diese Art und Weise erzielt. Michelson meinte dazu: "Diese Art der Beteiligung an Briefmarken-Auktionen wird künftig mehr und mehr zunehmen. Sie bietet Käufern die Gelegenheit, die Nachfrage im Saal zeitgleich und unabhängig vom Standort zu verfolgen, um Kaufentscheidungen sofort anzupassen."

Dass Globalisierung auch Erfolge mit sich bringen kann, stellen seit geraumer Zeit namhafte deutsche Auktionshäuser unter Beweis. Das augenfälligste Beispiel ist das Auktionshaus Christopf Gärtner, das 12.000 Kataloge in mehr als 80 Länder verschickt, dessen Inhaber allerdings auch ständig auf Achse ist. Ob in Dubai oder Bangkok, New York, London, Paris oder bei deutschen Messen: eine jahrelange Pflege internationaler Kundschaft zahlt sich aus. Vergleichbares gilt für deutsche Traditionshäusser wie Heinrich Köhler-Auktionen in Wiesbaden, Hans-Joachim Schwanke in Hamburg, selbst Ulrich Felzmann in Düsseldorf und andere, die in den letzten Jahren viel an internationaler Präsenz getan haben.

Für den deutschen Philateliemarkt kann dies nur gut sein, denn diese Berufsphilatelisten ziehen damit auch eine Fülle von Material zu in Deutschland stattfindenden Versteigerungen, das man sonst nie hierzulande, wohl eher in Hongkong, New York oder London antreffen würde. Dabei sind der Begehrlichkeit offenbar keine Grenzen gesetzt, denn Gärtner erzielte erst unlängst für ein Lager Motivbelege 450.000 Euro und für ein weiteres Händlerlager 600.000 Euro. Dass Sammler und Liebhaber wirklich zu jeder Verrücktheit gut sind, konnte ein Indienlos mit Tibetstempel unter Beweis stellen: Ausgerufen für 100 Euro brachte es den stolzen Zuschlag von 4.800 Euro!

Rekordergebnisse am laufenden Band

wm Der Euro ist stark, es lebe der Euro! Ob nun schon Anleger der ab 2009 kommenden Abgeltungssteuer entrinnen wollen oder nicht - wertvolle Briefmarken sind hier eine gute Alternative! -, Tatsache ist, nach Joachim Ehrhardt können zwei weitere Auktionshäuser Spitzenumsätze melden. So, der bereits erwähnte Christopf Gärtner, der für seine 16.000 Angebote stolze 5,15 Millionen Euro (ohne Steuern, vor Nachverkauf) erzielte, aber auch die Heinrich Köhler-Auktion vom gleichen Monat September 2007 war nicht von schlechten Eltern: 3,9 Mio Gesamtzuschlag, mit Aufgeldern also rund 4,5 Millionen Euro Umsatz können sich sehen lassen. Es war eine der wertmäßig größten Auktionsumsätze in der 90jährigen Geschichte des Hauses. Allein die letzten vier Auktionen im Jahreszeitraum 2006/2007 haben insgesamt 13,7 Mill. Rechnungsumsatz inkl. Aufgeld eingespielt.

Trendgebiete

wm Klassisches und semiklassisches Material, zumal Ausgefallenes aller Gebiete, ist nach wie vor stark gefragt. Aufwind gibt es für Südeuropa, Russland lief auf Auktionen gut, überraschend große Nachfrage war selbst bei Kuwait und Irak zu vermelden.

Fischer-Auktion mit Sonderkatalog

wm Das Bonner Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer ist ein bekannter Spezialist für Kriegs- und Besatzungsausgaben. Natürlich werden auch alle anderen deutschen und beliebten ausländischen Gebiete gepflegt. Das Überformat der Kataloge ist zwar gewöhnungsbedürftig (und nicht gerade passend für normale Standardregale), aber auch diese werden im eigenen Hause liebvoll gefertigt.

Mit der kommenden Auktion vom 17. November 2007 kommt eine in Jahrzehnten aufgebaute Sammlung des Unternehmers Ernst Merk zum Ausruf, die eine Reihe großer wie kleiner Raritäten enthält, die in einem Sonderkatalog präsentiert werden. Wertmäßige Schwerpunkte der Sammlung sind Bayern und Deutsche Besetzung im II. Weltkrieg/Feldpost, wobei auch alle anderen deutschen Sammelgebiete sowie Europa und USA intensiv gesammelt wurden. Werthaltige Einzellose, aber auch ein umfangreicher Bestand an Sammlungen und Nachlässen ergänzen das Angebot. Ein besonderer Service des Hauses ist die Präsenz im Internet (www.reinhardfischerauktionen.de), wo nicht nur sämtliche Einzellose, sondern auch deren vorhandenen Atteste einzusehen sind. Selbst höherwertige Sammlungen wurden vollständig fotografiert und ins Web gestellt! Wer will, kann aber auch eine CD mit den Abbildungen bestellen.

25. Sem-Auktion in Bamberg

wm Auch der renommierte Bamberger Auktionator - seine Spezialkataloge zu Baden und Bayern sind längst legendär - feiert ein rundes Jubiläum: am 17. November 2007 findet in Bamberg seine 25. Auktion statt, bei der Bayern und Thurn und Taxis im Mittelpunkt stehen. Gerade die Bayernfreunde werden mehrere Spezialsammlungen erfreuen, die seltenes Material, preiswert angesetzt, bieten, das nur mit Schwierigkeiten zu beschaffen ist. Auch diverse Ausstellungssammlungen, deren Gehalt teils seit 30 Jahren nicht mehr auf dem Markt war, werden aufgelöst.

Natürlich präsentiert Sem auch "Modernes" und Semiklassisches: Deutsches Reich, Drittes Reich, zwei Spitzensammlungen SBZ, selbst auch Europa und Übersee. Eine vollständige Österreichsammlung in sechs Bänden sieht man auch nicht alle Tage. Was sein Auktionshaus auszeichnet, ist die exzellente postgeschichtliche Fachkenntnis, die sich auch im Angebot widerspiegelt.

37. Hadersbeck-Auktion

wm 6.800 Positionen warten am 25. bis 27. Oktober 2007 auf neue Besitzer. Dabei - dies ist ein traditioneller Schwerpunkt des Hauses - sind wieder mehr als 1000 Angebote DDR, über 250 Lose Bezirkshandstempel, die Auflösung von zwei verschiedenen Ausstellungs-Sammlungen Dienst/ZKD und viele andere Nachkriegs-Spezialitäten, wi z.B. eine Sammlung von 3500 verschiedenen SbPÄ-Zetteln. 2.000 Sammlungen und Posten gibt es am letzten Tag, außerdem ein reichhaltiges Angebot von Ansichtskarten, Literatur und Sammelbilderalben, zudem 250 Positionen der numismatischen Abteilung. Thomas Wickboldt teilte dem Autor mit, dass es das größte Angebot des Jahres ist, dass er und Wolfgang Hadersbeck offerieren: man sieht, der Berliner Bär brummt!

Mehr Farbe, mehr Information

wm Moderne Technologien ermöglichen es Auktionshäusern, ihre Kataloge in immer ansprechender Form zu gestalten. Luxus-Sonderkataloge, durchgehend farbige Abbildungen, mehr Informationen bei den Abbildungen selbst (z.B. über den Ausrufpreis) werden bei großen deutschen Auktionen zunehmend mehr zum Standard. Auch das CI (Corporate Identity Design) wird beachtet. Ein Beispiel für viele war der Katalogauftritt des ältesten Briefmarken-Auktionshauses Heinrich Köhler zur 331. Versteigerung Ende September 2007: Die Begrüßungs- und die im mittleren Teil des umfangreichen Hauptkataloges angeordneten Informationsseiten waren im neuen Layout auffällig und ansprechend gestaltet. Informationen zur Umsatzsteuer sind gut lesbar aufgeführt, auch bei den Informationen zur Auktion braucht man eine Lupe nicht zu bemühen. Das neue Design stimmt mit dem Auftritt im Internet überein (siehe: www.heinrich-koehler.de), selbst mit der Werbung. So erkennt man eben eine Firma immer wieder!

"Es muss nicht immer teuer sein, in einem Auktionshaus zu kaufen!"

wm Dies schrieb Rudolf Lutz, ein promovierter Volkswirt, der einen Testkauf bei dem Auktionshaus Herbert Geier in Bad Staffelstein gemacht hatte. Er war von seinem Erstversuch begeistert, hatte er doch auf eine mehr als 100 Jahre alte Helicolorkarte "Gruß vom Oktoberfest", die für 20 Euro ausgerufen wurde, 45 Euro geboten - und bekam sie für 23 Euro zugeschlagen!

Seine Erfahrung mit dem Auktionshaus, dieses ist wie knapp 45 in Deutschland auch Mitglied des bekannten Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer, dokumentierte er mit den Worten: "Ihr Katalog war in seiner Gestaltung übersichtlich. Die Beschreibung: nicht reißerisch. Die gewünschten Fotokopien zu den einzelnen Losen waren in wenigen Tagen auf meinem Schreibtisch." Rudolf Lutz war begeistert, dass der Auktionator seine Interessen bestens wahrgenommen hatte. Seriosität zahlt sich eben aus!

Die Zahl "100" brachte Glück!

wm Joachim Ehrhardt, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer mit seinem Württembergischen Auktionshaus, freute sich: Er hatte Anfang September 2007 die erfolgreichste Auktion seiner Firmengeschichte durchgeführt. Mit einer Zuschlagsumme von über 3.1 Mio. Euro ergab sich ein Gesamtergebnis von rund 4 Mio. Euro. Dies war die mit Abstand bisher größte deutsche Briefmarkenauktion des Jahres. Dank des nochmals gesteigerten Interesse ausländischer Bieter erfuhren vor allem die Spitzenlose einen enormen Zulauf. Insgesamt 30 Zuschläge für Einzellose (ohne Sammlungen etc.) von mehr als 10.000 Euro konnten verbucht werden.

Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass vor allem die Raritäten aus der Dr.-Helmut-Schmidt-Sammlung die Renner dieser Auktion werden würden. Das Titelbild des Hauptkataloges, die berühmte "Gscheidle-Postkarte" mit der unverausgabten BRD-Marke zur Olympiade 1980 stieg von Schätzung 30.000 durch mehrere Telefonbieter auf 67.000 Euro, womit sie ihren Einstandspreis aus den achtziger Jahren nahezu verdoppelt hat.

Ein Sonderkatalog war der Großherzogtum-Baden-Sammlung "Zähringen" gewidmet. Rund 1800 Lose badischer Abstempelungen fanden reges Interesse. Ein weiterer kleiner Sonderkatalog enthielt zwei Sammlungen von Dr. Helmut Schmidt mit insgesamt 700 Probedrucken des Deutschen Reiches 1936/45 und des Generalgouvernements 1940/44. Die erste erzielte 64.500, die zweite 84.000 Euro (Schätzpreis je 60.000).

Der dritte Sonderkatalog - vom Umfang her ähnlich dick wie der Hauptkatalog - beinhaltete die Deutschen Kolonien und Auslandspostämter. Das Spezialgebiet des Württ. Auktionshauses. Das Angebot entsprach dem Anlass der 100. Auktion. Die Ergebnisse auch. Unberührte Sammlungen und komplett belassene Nachlässe waren wie immer stark gefragt. Den Höchstpreis markierte ein Bestand an Übersee-Marken, welcher im immer viel beachteten Auktions-Nachtrag des Hauses angeboten wurde. Er war ausgerufen mit 10.000 Euro und wurde nach heftigem Bieterkampf mit 58.000 Euro einem englischen Händler zugeschlagen.

Verrückte Welten? Trotz starken Euros? Nein, eher ein Beweis, dass bei gutem seltenen und vernünftig angesetzten Angebot auch die entsprechende Käuferklientel da ist. Deutsche Auktionen mit solch einem Angebot sind gefragt wie selten zuvor.

Bekannte Sammler - berühmte Sammlungen

wm Nichts währt ewig, alles fließt! So ist es für Philatelisten sicherlich immer eine Freude, wenn unberührte, zuweilen fast schon legendäre Exponate auf den Markt kommen, dies teils mit Stücken, die seit Jahrzehnten nicht mehr erhältlich, zuweilen gar nicht mehr bekannt waren. Die vom Württembergischen Auktionshaus angebotene Dr. Helmut Schmidt-Sammlung ist ein solches Beispiel. Ulrich Felzmann, Inhaber des gleichnamigen bekannten Düsseldorfer Auktionshauses (www.felzmann.de), konnte in seiner 119. Auktion Mitte Oktober 2007 die Goldmedaillen-Sammlungen des Berliners Reiner Hofmann anbieten, der mit anderen namhaften Berliner Philatelisten einen Katalog der "Berlin-Stempel" auf der Basis seiner und anderer Sammlungen erstellt hatte. Ein Lebenswerk, wie Felzmann schrieb, aber auch eine einmalige Gelegenheit, aus solchen Beständen Wertvolles zu erwerben.

Bei Heinrich Köhler (www.Heinrich-Koehler.de) sind weitere Sammlungen dieser Art sogar schon für die Märzauktion 2008 angekündigt. Zum Beispiel eine Persiensammlung der Löwenausgaben, die bedeutende Alt-Mexiko-Sammlung und der erste Teil der ebenso herausragenden Großherzogtum-Baden-Sammlung von Dr. Heinz Jaeger. Dieser erste Teil präsentiert nur allein die Ganzsachen, der zweite Teil wird dann die Marken und Einheiten offerieren. All diese Sammlungen wurden über 40, 50 Jahre und mehr mit Kennerblick, auch mit entsprechendem finanziellem Engagement angelegt und bieten teils Einmaliges. Dazu zählt dann auch eine weitere Kollektion des genannten Auktionshauses, die nur ungebrauchte Marken, viele Einheiten, Probedrucke und große Raritäten bereithält.

Edler Auftritt im neuen "Outfit"

wm Bei der ersten Auktion der in Köln alt eingesessenen Auktionsfirma Dr. Derichs im "neuen" historischen Zentrum von Berlin-Mitte, in Nachbarschaft der Nicolaikirche, des Roten Rathauses, von Alexanderplatz und "Unter den Linden", präsentierte Inhaber Roland Meiners sein Angebot stilecht und passend in einem völlig neu gestalteten Katalog. Schon der Golddruck des Umschlages - natürlich auch das Titelbild eines Briefes mit einem Dreierstreifen der ersten deutschen Briefmarke - ließen ahnen, dass Inhalt und Angebot neue Maßstäbe setzen sollten. Mit einem lange nicht mehr gesehenen Angebot von preußischen Oktogonen und Speratifälschungen setzte Meiners in einem durchgehend werthaltigen Angebot besondere Akzente. Für Auktionskunden war dieser Katalog ein Genuss, präsentierte er doch Abbildungen und Losbeschreibungen integriert, so dass mühseliges Umschlagen und Auffinden der Abbildungen entfiel. Zugegeben: das kostet mehr Platz, damit auch mehr Geld für die Katalogproduktion, ist aber auch ein Zugewinn für den Interessenten. Roland Meiners geht damit seinen Weg, mit seinen Auktions-Kooperationspartnern, dem Kölner Kunsthaus Lempertz und der Osnabrücker Münzenhandlung Fritz Rudolf Künkler - beide die Nummer 1 auf ihren Gebieten in Deutschland -, Berlin zu einem neuen deutschen Auktionszentrum auszubauen.

Auktionshäuser und Literatur

wm (BDB/wm) Die Auktionsfirma Pumpenmeier in Kirchlengern (www.pumpenmeier.de), Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer, genießt bei Sammlern wegen ihrer postgeschichtlichen Schwerpunkte einen guten Ruf. Auch zur 135. Auktion Ende September 2007 legte sie einen rund 500 Seiten starken Auktionskatalog vor, der es in sich hatte. Inhaber Bernd Jurkewitz pflegt allerdings auch Gebiete, die manch andere als wenig gewinnbringend ansehen mögen. Eines davon st die philatelistische Literatur. Auf zwölf Seiten wurden über 200 Lose angeboten, darunter auch sehr selten angebotene große Bestände und Spezialwerke. So zum Beispiel eine Sammlung von 86 Wiener "Postbüchel" aus den Jahren 1875 bis 1899 oder das Archiv für Post und Telegraphie von 1873-1944 in 70 Bänden.

Einen völlig anderen Weg geht das Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden, das zwar auch Literatur, selbst hochwertige neue Titel, in jedem Katalog anbietet, aber auch - zusammen mit dem Kooperationspartner Corinphila-Auktionen in Zürich, Verleger einer Literaturreihe ist, der Edition d'Or. Vor einem Jahr stellten beide Firmen die ersten vier großformatigen Bände der Reihe vor, in der in höchster Qualität Originalreproduktionen vollständiger weltbekannter Exponate gezeigt werden. Damals war es die Sammlungen Niederlande 1852 (Dr. Albert Louis), Mexiko (Rolf-Dieter Jaretzky), Kaiserreich Österreich (Silvain Wyler) und Transatlantikpost via Bremen (Georg D. Mehrtens). In diesem Jahr werden Ende Oktober anlässlich der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen vier neue Bände der Reihe vorgestellt, damit vier weitere Sammlungen für die Forschung erhalten, auch wenn sie in absehbarer Zeit ihre Besitzer wechseln werden. Wer nun diese vier so gewürdigten Philatelisten sind, ist noch nicht bekannt. Es sollen dieses Mal allein drei deutsche Philatelisten und ihre Exponate derart mit "Gold" geadelt werden.

Das 239 Seiten umfassende Buch mit der Sammlung von Georg D. Mehrtens ist übrigens schon seit Monaten vergriffen. Für 69 Euro war es auch sehr preiswert. Es heißt also auch dieses Mal, schnell zugreifen!

Verrückt oder nur ausgefallen? Alternativ sammeln!

wm Bundesrepublik sammelt fast jeder, Deutsches Reich, Berlin oder DDR viele. Das postgeschichtlich orientierte Sammeln ist ebenso in Mode wie die Thematik, die unzählige Themen bietet. Wie aber wäre es mit etwas völlig anderem? Mit etwas, das die ersten Sammelmotive für Briefmarken, das "Tapeten-Muster", in neuer Form aufgreift. Das muss sich wohl Gabor Freiherr von Kékkö, gesagt haben, als er vor Jahren mit einer Ansammlung von Briefen mit Mehrfach- und Massenfrankaturen begann. Dies sammelte in dieser Form wohl keiner, wobei jeder einzelne Brief äußerst wertvoll und viele sehr sehr selten sind.

Bei Infla kennt man diese "Tapeten-Frankaturen", aber diese einmal weltweit zu beachten, hat besonderen Reiz. "Postalische Collagen" nannte der Besitzer seine Schätze, die er als ausgefallene Kollektion im September 2007 bei dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden (www.Heinrich-Koehler-Auktionen.de) versteigern ließ. Da paarte sich Klassisches mit Modernem, ein Brief schöner als der andere.

Ob nun solch eine Sammlung in den "Mainstream" passt, Nachahmer findet, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Dem genannten Auktionshaus war diese einen Sonderkatalog wert. Viele Sammler werden sich wohl glücklich schätzen, den ein oder anderen Brief überhaupt erwerben zu kennen. Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Leidenschaft, eben das zu sammeln, was nicht jeder hat?

Einladung zur Treibjagd!

wm Wer sich von Fürst Fugger - bildlich gesprochen - zu einer Treibjagd in Wellenburg einladen lassen will, hat dazu die Gelegenheit bei der 40. DEIDER-Auktion, die vom 19./20. Oktober 2007 in München stattfindet (siehe: www.Deider.de). Der fast 500 Seiten starke Katalog liegt vor und er beinhaltet - wie gewohnt - ein überaus starkes Angebot bayerischer "Spezialitäten" bis hin zu Bogen und Marken mit Zwischensteg, aber auch Altdeutschland generell und Österreich, besonders Alt-Österreich. Das Titelfoto ist die erwähnte Einladung zur Treibjagd aus dem Jahr 1871, eine Luxus-Zierkarte, die als seltener Ansichtskarten-Vorläufer gilt. Wunderschön anzusehen und wirklich eine Augenweide.

Die Katalogrückseite ziert ein weiteres "Schmankerl", diese wiederum aus Österreich aus dem Jahre 1850, die vom Auktionator als "enorm rare Neuentdeckung " bezeichnet wird. Für solche Neuentdeckung sind Siegfried Deider und Claus Heitmann nahezu bei jeder Auktion gut, denn stets wissen sie unter Beweis zu stellen, dass es auch heute noch in der Philatelie neue Schätze zu heben gilt. Das Auktionshaus ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net ) und seit vielen Jahren bestens weit über die Grenzen Münchens eingeführt.