Der Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer e.V. (BDB) verfolgt die Diskussion mit großer Aufmerksamkeit und nimmt auf der Basis des derzeitigen Kenntnisstandes über mögliche "Bleisulfidschäden bei klassischen Briefmarken" wie folgt Stellung:
Die Bildung von Bleisulfid, das die Marken schwarz färbt, erfolgt durch eine chemische Reaktion von Blei- und Schwefelverbindungen. Es ist bekannt, dass Druckfarben zur Herstellung von Briefmarken in einzelnen Fällen Bleiverbindungen enthielten, insbesondere bei klassischen Markenausgaben, bis ca. 1880.
Kunststoff-Folien bestehen aus verschiedenen Grundstoffen (PE, PP, Polyester, PVC). Durch die Zugabe von Zusatzstoffen erhalten die Kunststoff-Folien ihre gewünschten Eigenschaften im Hinblick auf Elastizität und Verformbarkeit (Weichmacher) sowie Haltbarkeit (Stabilisatoren).
Bei PVC-Folien zur Aufbewahrung von Briefmarken sind in der Vergangenheit Stabilisatoren auf der Basis von Schwefelverbindungen nachgewiesen worden. In wie weit diese Schwefelverbindungen unter bestimmten Voraussetzungen mit der Markenfarbe bei klassischen Marken bis ca. 1880 reagieren, ist wissenschaftlich - trotz einer Vielzahl in durchgeführter Gutachten - nicht geklärt. Beobachtungen und Erfahrungen bei Sammlern und Mitgliedsunternehmen des BDB lassen jedoch darauf schließen, dass unter bestimmten Bedingungen chemische Reaktionen zwischen Bleibestandteilen der Markenfarbe und den Schwefelverbindungen des Stabilisators in der Kunststoff-Folie zur Bildung von Bleisulfid an der Markenoberfläche bei klassischen Briefmarken bis 1880 führen können. Um den chemischen Vorgang der Bildung von Bleisulfid aus Blei- und Schwefelverbindungen zu verhindern erscheint es aus der Sicht des BDB angebracht, die Bleibestandteile der Markenfarbe so wirksam wie möglich vor dem Kontakt mit Schwefel bzw. Schwefelverbindungen zu schützen.
Der BDB empfiehlt daher bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts eine Aufbewahrung von Briefmarken unter Folien mit Stabilisatoren auf der Basis von Schwefelverbindungen zu vermeiden. Anregungen für eine Aufbewahrung bis zur endgültigen Klärung des Sachverhalts finden sich in den o.g. Ausgaben der philatelie.
Von verschiedenen Auktionsunternehmen werden Briefmarken vor und während der Versteigerung zum Schutz vor physischen Beschädigungen kurzzeitig in Folien eingesiegelt. Der BDB verweist in diesem Zusammenhang auf die Hinweise in den Versteigerungskatalogen der Mitgliedsunternehmen, dass diese Folien nicht zur längerfristigen Aufbewahrung von Briefmarken bestimmt sind.
Bei einer längerfristigen Lagerung von Briefmarken unter Folien sollten zur Vermeidung von Bleisulfidschäden schwefelverbindungsfreie Kunststoff-Folien verwendet werden. Welche Kunststoff-Folien "100% schwefelverbindungsfrei" sind, sollte der Sammler bei dem jeweiligen Hersteller bzw. bei seinem Lieferanten verbindlich erfragen. Alle Hersteller und Vertreiber von Bedarfsartikeln für Briefmarken arbeiten natürlich intensiv mit den Herstellern von Folien an einer Lösung des Sachverhalts.
Gleichzeitig hat der BDB im Hinblick auf die derzeitige Diskussion jedem BDB-Mitgliedsunternehmen empfohlen, eine individuelle Klärung der Beschaffenheit und Eignung der verwendeten Schutzfolien mit dem jeweiligen Lieferanten vorzunehmen.
Der Inhalt dieser Stellungnahme orientiert sich an den Ergebnissen gemeinsamer Konsultationen mit anderen Verbänden in der Philatelie. Der BDB wird im Rahmen seiner Möglichkeiten die Bemühungen aller Beteiligten in der Philatelie zur endgültigen Klärung der "Bleisulfidschäden" bei klassischen Briefmarken bestmöglich unterstützen.
Der Vorstand
Denn ist es keineswegs die schiere Masse, die dem Aachener Auktionshaus Aix-Phila (dies ist auch Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer - siehe www.bdb.net) zum überwiegenden Teil aus privater Hand anvertraut worden ist, sondern in erster Linie handelt es sich um gut ausgebaute und unberührte Sammlungen sowie teils sehr umfangreiche oft mehrere Regale fassende Nachlässe.
Da die Schätzpreise wie gewohnt sehr verhalten angesetzt sein dürften, sind - wie in der Vergangenheit auch, Kenner des Auktionshauses wissen dies - heiße Bieterkämpfe und spektakuläre Steigerungen zu erwarten.
Der Einzellosteil bietet breit gefächerte Philatelie in außergewöhnlich guter Erhaltung, angefangen bei Schätzpreisen ab 10 Euro bis hin zu 12.000 Euro mit einem großen Teil geprüfter bzw. attestierter Marken. Münzen sind mit mehr als 300 Positionen ebenfalls gut vertreten.
Clou der 41. Auktion ist aber der komplett neu gestaltete Versteigerungskatalog, welcher die Losbeschreibung direkt - je nach Größe - über oder neben die farbige Abbildung platziert. Dieser Service, welcher lästiges Suchen oder auch nur Hin- und Herblättern Vergangenheit werden lässt, ist für den Benutzer von Auktionskatalogen in Deutschland noch eher die Ausnahme. Ein weiterer, Aachener Auktionsbesuchern schon seit längerem vertrauter Service liegt in der völligen Transparenz des Auktionsablaufes: Lose werden jeweils einzeln ausgerufen, das Ergebnis wird unmittelbar nach dem Zuschlag - ganz gleich, ob dieser im Saal oder an einen schriftlichen Bieter erfolgt - mit Nennung der Bieternummer auf einer Großbildleinwand angezeigt. Eine komplette Datenvernetzung ermöglicht übrigens auch den Ausdruck der Kundenrechnung Sekunden nach Erfolgen des Zuschlages.
Die Kunden des Hauses wissen diesen Service zu schätzen und so bleibt es nicht aus, dass häufig nicht nur alle Reihen im Auktionssaal besetzt sind, sondern auch das entsteht, was man weder im Internet noch zu Hause so richtig erleben kann: die richtige Auktionsstimmung einer Live-Auktion.
Dass es anders geht, belegen jüngst zwei Mitglieder des Verbandes. So z.B. Hettinger-Auktionen (www.hettinger-auktionen.de). Das Haus bietet dem Einlieferer nicht nur die üblichen Kontaktmöglichkeiten bei Rundreisen des Auktionators, nein, dieser war auch mit einem Stand (Nr. 18) in Sindelfingen vertreten, wo man direkt den persönlichen Kontakt suchen konnte. Dort waren natürlich - wie auch an zahlreichen anderen Ständen der Mitglieder des BDB - Einlieferungen möglich. Das galt auch für das Düsseldorfer Auktionshaus von Ulrich Felzmann, der gerade seine 119. Auktion erfolgreich abgeschlossen hat. Er bot einen ganz besonderen Service, nämlich zum Nachverkauf. Wer aus dem Angebot der Auktion ein noch nicht versteigertes Einzellos (keine größere Kartonlose) haben wollte, konnte es sich einfach machen, denn Ulrich Felzmann brachte es mit zur Börse nach Sindelfingen. Zwei Beispiele, die zeigen, dass "Service" mehr als eine Worthülse sein kann.
Käufer sind bei Harlos auf der sicheren Seite, denn der Versteigerer garantiert die Echtheit aller von ihm versteigerten Einzellose für die Dauer von drei Jahren. Ansichtssendungen sind - aus Zeitgründen - nicht möglich, wohl aber hat man immer die Möglichkeit der Vorbesichtigung. Und wer näheren Kontakt sucht, findet die Firma Harlos auch bei namhaften internationalen Messen vertreten, so z.B. auf den Messen in Sindelfingen, 2008 auch bei der Messe in München (13.-15. März) und bei der WIPA in Wien (18. - 21.9.2008).
Für sämtliche Einzellose der Hauptauktion (ca. 7000 !) stehen Bilder in drei Größen und in sehr hoher Qualität im Netz, weiterhin werden sämtliche (ca. 750) Atteste und Befunde abgebildet! Der Interessent kann die leistungsstarke Suchmaschine und das komfortable Online-Bietsystem nutzen. Außerdem sind 91 Sammellose mit fast 5000 Bildern (!!) komplett abgebildet, die auch gegen 3 EUR in Briefmarken auf einer CD mit noch höher aufgelösten Bildern erhältlich sind. Sämtliche Auktionslose dieser Auktion - Dr. Reinhard Fischer ist mit seiner Firma ebenfalls Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer - sind auf der Webseite www.reinhardfischerauktionen.de einzusehen.
Highlights der Auktion sind
Der Hauptkatalog präsentiert weitere 4.500 Lose, darunter mehr als 1.600 Sammlungslose, weltweit wie stets gut durchmischt in nahezu allen Preisklassen. Dies alles optimal in farbigem Layout, so dass man auf den Geschmack kommen kann. Der Auktionator Hans-Joachim Schwanke, Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net) bietet auf seiner Internetseite www.schwanke-auktionen.de hierzu weitere Vorabinformationen.
Schwerpunkte liegen bei Deutschland mit allen Gebieten, zusätzlich bietet die Auktion auch zahlreiche Lose von Europa. Eine genauere Durchsicht zeigt Besonderes auf, selbst für Thematiker. So sind gut 100 Angebotslose zum Sammelgebiet "Philatelistentage" auch nicht häufig auf Auktionen zu finden! Mehr zum Auktionshaus findet sich auf www.karl-pfankuch.de.
In großformatigen Farbbänden sind die genannten international hoch prämierten Exponate in aufwändiger Gestaltung festgehalten und stehen Interessenten je Band für 69 Euro zur Verfügung. Karl Louis stellte bei seiner Ansprache die Zielsetzung der Buchreihe deutlich heraus: Lebenswerke für die künftige Forschung sichern, den Zugang dauerhaft zu erleichtern und bei Versteigerung dieses Materials häufig nicht mehr mögliche Recherchen so eben künftig machbar werden zu lassen.
Michelson stellte die vier derartig mit ihrem Buch geehrten Sammlungsurheber dem zahlreich versammelten Publikum vor und ermöglichte damit den Blick auf die "Macher", die Menschen und die namhaften Philatelisten, denen diese ausgezeichneten Sammlungen, teils seit Jahrzehnten in ihrem Besitz, zu verdanken sind. Rolf-Dieter Jaretzky, selbst einer der "Buchautoren" der ersten Bände der Edition d'Or, steuerte seine guten Erfahrungen mit dieser Buchreihe bei und Wolfgang Maassen, Präsident des Weltverbandes der Autoren und Journalisten in der AIJP, gleichzeitig Moderator dieser Buchpräsentation, betonte bei seiner Begrüßungsansprache, den Wert solcher Buchprojekte, die die forschende Philatelie nur bereichern können.
Nach einem kleinen Empfang konnte Maassen dies bei einem Köhler-Corinphila-Abend für geladene Gäste noch eindeutiger mit den "besonderen Glückwünschen und der hohen Anerkennung" der Literaturjury der nationalen Literaturausstellung LIPSIA Leipzig 2007 für die Edition d'Or belegen. Da die verschiedenen Klassen der Ausstellungsordnung keine eindeutige Zuordnung solcher Exponate zulässt, diese aber als wünschenswert betrachtet wurde, kann es gar sein, dass künftig eine Klassenerweiterung erfolgt, um solche vorbildlichen Dokumentationen auch einen noch höheren Stellenwert einzuräumen, den sie allemal verdienen.
Die Jury konnte zwar diese Bücher von der Art und dem bestehenden Reglement her keiner der üblichen Ausstellungsklassen zuordnen, sprach aber - so wörtlich - "dem Auktionshaus Heinrich Köhler für die Edition d'Or höchste Anerkennung und ihren Glückwunsch aus". Damit kennzeichnete sie ihre Wertschätzung für diese in ihrer Art einmalige Dokumentation beispielhafter Sammlungen, die dem forschenden Philatelisten so auch für die Zukunft zur Recherche und Auswertung zur Verfügung stehen.
Köhler- und Corinphila-Auktionen stellen am 26. Oktober vier weitere neu gestaltete Bände dieser prachtvollen Reihe in Sindelfingen im Hotel Mercure Bristol, Wilhelm-Haspel-Str. 101, um 17 Uhr vor (Raum: "Ragman"). Zu dieser vom Präsidenten der AIJP, dem Weltverband der Autoren und Journalisten in der Philatelie, Wolfgang Maassen, moderierten Präsentation ist jeder interessierte Sammler herzlich eingeladen.
Die 200. Auktion
Es ist der Ehrgeiz eines jeden Auktionators, zu einer Auktion mit runder, jubiläumsverdächtiger Zahl ein ganz besonders exquisites Angebot potentiellen Interessenten zu offerieren. Dies ist Hans-Peter Bahr gelungen. Das Haus Mohrmann ist bekannt für Angebote weltweiter Philatelie, alle bedeutendes Sammelgebiete sind dabei vertreten, sowohl bei den Einzellosen wie bei Sammlungen. Neben vielen durchaus kleinpreisigen Losen ab 50 Euro finden sich natürlich auch Spitzenlose mit fünf- oder gar sechsstelliger Ausrufzahl. Ebenso bekannt und der Tradition geschuldet ist der außergewöhnliche große Teil an teils hochwertigen Sammlungen, die sich besonders für Berufsphilatelisten eignen, die die Ware anschließend detaillieren.
Natürlich gibt es auch Einzelraritäten, z.B. einen postfrischen (!) 15er-Block 1-Kreuzer Bayern (MiNr. 1 Ia), der mit 15.000 Euro ins Rennen geht, ebenfalls von Bayern die 1 Mark violett, ungebraucht/postfrisch, von 1874 (MiNr. 30a) in gleicher Blockgröße für 14.000 Euro, von Mecklenburg-Schwerin die 4/4 Schilling graurot im waagerechten Paar auf Brief (MiNr. 4) für 6.000 Euro oder von den Deutschen Kolonien/Kamerun das Valdivia-Provisorium. Diese 20 Pf.-Halbierung (MiNr. 4 H) wird dann allerdings gleich zweimal angeboten, beide zusammenpassenden Hälften, je auf einer echt gelaufenen Karte, für je 8000 Euro.
Die Raritätenliste wird mit nicht ausgegebenen Marken der Deutschen Besetzung Zweiter Weltkrieg/Kotor (MiNr. I/IX) fortgesetzt, diese gleich im kompletten Kleinbogen. Dabei handelt es sich um Probedrucke einer Ausgabe der Reichsdruckerei Wien 1944, die aufgrund des Kriegsverlaufes nicht mehr zur Fertigstellung gelangte (Ausruf: 7.000 Euro). Für das Sammelgebiet DDR führt der nicht herausgegebene Block zu den Olympischen Sommerspielen 1984 in postfrischer Erhaltung für 7.500 Euro die Hitliste an.
Auffällig stark ist das Auktionsangebot für Großbritannien, Schweiz und Österreich, wobei gerade die Schweizer Kantonalausgaben hervorstechen. Ein "Basler Täubchen" von 1847 in der seltenen b-Farbe auf Brief startet bei 10.000 Euro, die 5c "Waadt" gibt es als 19er-Block, ungebraucht für 28.000 Euro. Diese Einheit ist bestens bekannt, ex Burrus, und neben den zwei bekannten 23er- und 25er-Bogenteilen, die sich im Berner Postmuseum befinden, die größte frei erhältliche Einheit der MiNr. 2 überhaupt.
Das Haus Mohrmann pflegt traditionell auch Übersee. Zwei besondere Belege mögen dies verdeutlichen. Unter Guyana finden sich die MiNr. 6 und 10, die 4c von 1852 im sauber gestempelten Paar, die 3c von 1856 als farbfrisches einwandfreies Einzelstück. Wahrlich seltene Marken, die einem Ausrufpreis von 5.000 und 2.500 Euro entsprechen. Mauritius-Fans wird vielleicht ein Brief von 1849 mit zwei breitrandigen Exemplaren der 2d., sog. "early impression", begeistern, der bei 8.000 Euro startet.
Deutlich kleinpreisiger, dafür aber noch wesentlich vielfältiger sind knapp hundert Zeppelin-Einzellose, zu denen es allerdings im Sammlungsteil auch Besonderes gibt. Zum Beispiel eine Sammlung von 129 teils bisher in Katalogen nicht registrierten Belegen zum Thema "Die Polarfahrt des LZ 127". Diese Sammlung startet bei 20.000 Euro. Einen Zehnfachen Ausruf hat eine 12bändige Großbritanniensammlung, die die guten Jahren von 1840 bis 1948 umfasst. Darin ist wohl alles, was gut und selten ist, und beileibe nicht nur allein 308 Exemplare der MiNr. 1 mit allen Platten, jeweils einzeln und auf Brief. Selbst sieben "Archer-Versuche" sind dokumentiert!
Knapp 90 Münzen-Lose erfreuen die Numismatiker, ein letztes Los sei aus dem Bereich Ansichtskarten hervorgehoben: eine Sammlung von 3.000 Berliner Ansichtskarten von 1892 bis 1910, die einen vortrefflichen Einblick in das kaiserliche Berlin zur Jahrhundertwenden-Zeit bieten. In solcher Fülle - der Ausruf beträgt 7.500 Euro - bekommt man solche alten Karten, darunter viele Lithokarten, heute nicht mehr häufig angeboten.
Und genau das ist es, was Hans-Peter Bahr auch künftig will: Ein breit gestreutes Angebot zu sensibel angesetzten Ausrufpreisen, die das Interesse bei Sammlern und Händlern finden. Eben dem Traditionsnamen des Hauses Edgar Mohrmann in Hamburg entsprechen. Dass man dennoch mit der Zeit gehen kann, das zeigt nicht nur das inhaltliche Angebot des Kataloges, sondern auch dessen neu gestaltetes Layout: modern, leicht und grafisch sehr ansprechend, Textteile mit zugeordneten Bildteilen jeweils informativ abwechselnd unterbrochen, so dass die Orientierung leichter fällt, last but not least: eine gut lesbare Schrift. Wie hieß es vor Jahren in der Werbung? "So klappt'st auch mit dem Nachbarn!" Was in diesem Fall übertragen heißen dürfte: So haben auch Kunden ihre Freude. Weitere Informationen: vgl. www.edgar-mohrmann.de
Dafür bietet Lenz ein weltweites Angebot und dies im erwähnten respektablen Umfang von über 10.000 Losen und einem Gesamtaufruf von über 1 Million Euro. Der Leser ahnt, welche Fülle sich da zu einem derart hohen Preis addiert. Einen Blick auf die Seite www.briefmarken.com könnte also lohnen.
Weitere Spitzenstücke "ex Julius Steindler"
Ein Brief mit der Stempelmarke "1 Kr. C.M." als Marke verwendet (MiNr.1) auf einer Einladung des "Österreichischen Thier-Schutz-Central-Vereins" vom Mai 1857 (Startpreis Euro 2.500), eine VERONESER POSTFÄLSCHUNG der 15 centesimi auf vorzüglichem Brief vom 20.9.1853 (5.000 Euro), gleich zwei Exemplare der seltenen Papiervariante "Gestreiftes Papier" (Mi.Nr. 3 X S) zu Euro 2.500/Euro 2.000. Briefe vom 2., 3. und 4. Tag der Markenausgabe in Lombardei-Venetien zählen zu den großen Raritäten; Schwanke startet mit Euro 3.000, bzw. Euro 1.000 und Euro 600. Erwähnung verdienen ebenso traumhafte Bogenecken, dabei ein Eckrandstück (14 x 8 mm!) des 45 centesimi-Wertes auf Luxusbrief von Milano (3.000 Euro). Eine umfangreiche Stempelabteilung der Entwertungen der Lombardei und Venetiens ergänzt den reinen Markenteil. Auf ausnahmslos ausgesuchten Luxusbriefstücken offenbart sich die Stempelvielfalt der meist kleinen Orte, von "Almenno" bis "Villafranca", daneben auch Schiffspost und Feldpoststempel.
Herausragend ein Paar der 15 centesimi mit rotem Stempel von VENEZIA (Euro 1500) oder attraktive Schiffspoststempel vom Gardasee und vom Lago Maggiore. Die meisten Stücke wurden von Steindler in den 1950er und 1960er Jahren erworben, waren mithin seit 50 Jahren nicht mehr auf dem Markt erhältlich. Rechtzeitig zur WIPA 2008 bieten sich hier dem ambitionierten Sammler Gelegenheiten, "Goldmedaillen"-Stücke zu erwerben!
Die "Schwanke Specials" bieten darüber hinaus wie immer Kurioses, Außergewöhnliches und Seltenes. Aus dem Nachlass von Wolfgang Diesner, dem bekannten Postgeschichtler, finden sich Raritäten wie der "Telegraph"-Brief von Bremen aus dem Jahre 1843 (Euro 500), der "Ganzfrey"-Stempel des Hamburger Stadtpostamtes aus dem Jahre 1820 (Euro 500), eine Stempel-Neuentdeckung von BERGEDORF auf 1/2 Groschen NDP (Euro 2.500), ein Zeppelin-Brief von der "Hindenburg"-Katastophe 1937 (Euro 2000), des weiteren von FRANKREICH ein Brief aus den Tagen der Pariser Kommune 1871, mit der Privatpost von LORIN-MAURY aus Paris heraus befördert (Euro 4.500) oder ein Brief mit Japans Nr. 3 in Luxusqualität (Euro 1.500). Ein rarer Mexico-Brief mit zusätzlicher Seepostmarke 10 c.
"Porte de Mar" nach Bordeaux soll wenigstens 1.200 Euro einspielen und hochinteressant zum Schluss eine kleine Studie von 14 Losen "Transit Panama", in der die verschiedenen Möglichkeiten des Posttransits über das Britische Postamt in Panama City in den Jahren 1845-1880 gezeigt werden (Schätzpreise zwischen 120 und 900 Euro).
Die Abteilung "Seltenheiten" zeigt Altdeutschland-Klassik in höchster Vollendung, dabei z.B. OLDENBURG Nr. 6c "indigo" (Euro 1.000), SACHSEN Nr. 1a (Euro 2.500) oder die vielleicht schönste SCHLESWIG-HOLSTEIN Nr.1 auf Luxusbriefstück (Euro 3.000). Auch modernere Seltenheiten sind im Angebot, nennen wir SAARGEBIET Nr. 178 F (Euro 1,800) oder DT.BESETZUNG MONTENEGRO Mi. Nr. 19 - eins von nur vier bekannt gewordenen echt gebrauchten Exemplaren (Euro 10.000), beim Ausland u.a. eine 5 c.-Bärenmarke der amerikanischen Postmeisterausgabe von ST. LOUIS (Euro 1.500).
Schließlich "Kurioses":
Der Teekessel vom Deutschen Postamt in MOGADOR/Marokko (Euro 150) ist ebenso dabei wie eine Porzellan-Medaille der KPM zur IPOSTA 1930 mit persönlicher Widmung (Euro 100) oder der "Adler ohne Kopf" - eine amerikanische 30c.-Marke der Ausgabe 1869, bei der durch mangelhaften Druck das amerikanische Wappentier "kopflos" blieb! Der Erlös dieser mit 500 Euro angebotenen Loses geht sinnigerweise an den Tierschutz!
Die "Schwanke Specials" beinhalten auch ein mutiges kleines Angebot von Fälschungen und Nachdrucken; eine kleine Werkschau bekannter Fälscher von "Sperati" über Fournier, Oneglia etc bis hin zu Winter - aber keine Sorge: alle Falsifikate sind entsprechend gekennzeichnet. Eigentlich nicht besonders zu erwähnen: Es gibt wieder viele der beliebten "100 Euro-Starter", die für Stimmung im Auktionssaal sorgen werden, darunter gute Einzelmarken und kleine Lots, die mit diesem Startpreis eigentlich eine gewisse "Bietfreudigkeit" auslösen sollten.
Dieter Michelson, Geschäftsführer von Heinrich Köhler-Auktionen, hat mit seinem Hause mittlerweile Erfahrung mit "online live" bieten. Bei der letzten Septemberauktion wurde schon mehr als 13 Prozent der Gesamtzuschläge auf diese Art und Weise erzielt. Michelson meinte dazu: "Diese Art der Beteiligung an Briefmarken-Auktionen wird künftig mehr und mehr zunehmen. Sie bietet Käufern die Gelegenheit, die Nachfrage im Saal zeitgleich und unabhängig vom Standort zu verfolgen, um Kaufentscheidungen sofort anzupassen."
Dass Globalisierung auch Erfolge mit sich bringen kann, stellen seit geraumer Zeit namhafte deutsche Auktionshäuser unter Beweis. Das augenfälligste Beispiel ist das Auktionshaus Christopf Gärtner, das 12.000 Kataloge in mehr als 80 Länder verschickt, dessen Inhaber allerdings auch ständig auf Achse ist. Ob in Dubai oder Bangkok, New York, London, Paris oder bei deutschen Messen: eine jahrelange Pflege internationaler Kundschaft zahlt sich aus. Vergleichbares gilt für deutsche Traditionshäusser wie Heinrich Köhler-Auktionen in Wiesbaden, Hans-Joachim Schwanke in Hamburg, selbst Ulrich Felzmann in Düsseldorf und andere, die in den letzten Jahren viel an internationaler Präsenz getan haben.
Für den deutschen Philateliemarkt kann dies nur gut sein, denn diese Berufsphilatelisten ziehen damit auch eine Fülle von Material zu in Deutschland stattfindenden Versteigerungen, das man sonst nie hierzulande, wohl eher in Hongkong, New York oder London antreffen würde. Dabei sind der Begehrlichkeit offenbar keine Grenzen gesetzt, denn Gärtner erzielte erst unlängst für ein Lager Motivbelege 450.000 Euro und für ein weiteres Händlerlager 600.000 Euro. Dass Sammler und Liebhaber wirklich zu jeder Verrücktheit gut sind, konnte ein Indienlos mit Tibetstempel unter Beweis stellen: Ausgerufen für 100 Euro brachte es den stolzen Zuschlag von 4.800 Euro!
Natürlich präsentiert Sem auch "Modernes" und Semiklassisches: Deutsches Reich, Drittes Reich, zwei Spitzensammlungen SBZ, selbst auch Europa und Übersee. Eine vollständige Österreichsammlung in sechs Bänden sieht man auch nicht alle Tage. Was sein Auktionshaus auszeichnet, ist die exzellente postgeschichtliche Fachkenntnis, die sich auch im Angebot widerspiegelt.
Seine Erfahrung mit dem Auktionshaus, dieses ist wie knapp 45 in Deutschland auch Mitglied des bekannten Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer, dokumentierte er mit den Worten: "Ihr Katalog war in seiner Gestaltung übersichtlich. Die Beschreibung: nicht reißerisch. Die gewünschten Fotokopien zu den einzelnen Losen waren in wenigen Tagen auf meinem Schreibtisch." Rudolf Lutz war begeistert, dass der Auktionator seine Interessen bestens wahrgenommen hatte. Seriosität zahlt sich eben aus!
Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass vor allem die Raritäten aus der Dr.-Helmut-Schmidt-Sammlung die Renner dieser Auktion werden würden. Das Titelbild des Hauptkataloges, die berühmte "Gscheidle-Postkarte" mit der unverausgabten BRD-Marke zur Olympiade 1980 stieg von Schätzung 30.000 durch mehrere Telefonbieter auf 67.000 Euro, womit sie ihren Einstandspreis aus den achtziger Jahren nahezu verdoppelt hat.
Ein Sonderkatalog war der Großherzogtum-Baden-Sammlung "Zähringen" gewidmet. Rund 1800 Lose badischer Abstempelungen fanden reges Interesse. Ein weiterer kleiner Sonderkatalog enthielt zwei Sammlungen von Dr. Helmut Schmidt mit insgesamt 700 Probedrucken des Deutschen Reiches 1936/45 und des Generalgouvernements 1940/44. Die erste erzielte 64.500, die zweite 84.000 Euro (Schätzpreis je 60.000).
Der dritte Sonderkatalog - vom Umfang her ähnlich dick wie der Hauptkatalog - beinhaltete die Deutschen Kolonien und Auslandspostämter. Das Spezialgebiet des Württ. Auktionshauses. Das Angebot entsprach dem Anlass der 100. Auktion. Die Ergebnisse auch. Unberührte Sammlungen und komplett belassene Nachlässe waren wie immer stark gefragt. Den Höchstpreis markierte ein Bestand an Übersee-Marken, welcher im immer viel beachteten Auktions-Nachtrag des Hauses angeboten wurde. Er war ausgerufen mit 10.000 Euro und wurde nach heftigem Bieterkampf mit 58.000 Euro einem englischen Händler zugeschlagen.
Verrückte Welten? Trotz starken Euros? Nein, eher ein Beweis, dass bei gutem seltenen und vernünftig angesetzten Angebot auch die entsprechende Käuferklientel da ist. Deutsche Auktionen mit solch einem Angebot sind gefragt wie selten zuvor.
Bei Heinrich Köhler (www.Heinrich-Koehler.de) sind weitere Sammlungen dieser Art sogar schon für die Märzauktion 2008 angekündigt. Zum Beispiel eine Persiensammlung der Löwenausgaben, die bedeutende Alt-Mexiko-Sammlung und der erste Teil der ebenso herausragenden Großherzogtum-Baden-Sammlung von Dr. Heinz Jaeger. Dieser erste Teil präsentiert nur allein die Ganzsachen, der zweite Teil wird dann die Marken und Einheiten offerieren. All diese Sammlungen wurden über 40, 50 Jahre und mehr mit Kennerblick, auch mit entsprechendem finanziellem Engagement angelegt und bieten teils Einmaliges. Dazu zählt dann auch eine weitere Kollektion des genannten Auktionshauses, die nur ungebrauchte Marken, viele Einheiten, Probedrucke und große Raritäten bereithält.
Das 239 Seiten umfassende Buch mit der Sammlung von Georg D. Mehrtens ist übrigens schon seit Monaten vergriffen. Für 69 Euro war es auch sehr preiswert. Es heißt also auch dieses Mal, schnell zugreifen!
Bei Infla kennt man diese "Tapeten-Frankaturen", aber diese einmal weltweit zu beachten, hat besonderen Reiz. "Postalische Collagen" nannte der Besitzer seine Schätze, die er als ausgefallene Kollektion im September 2007 bei dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden (www.Heinrich-Koehler-Auktionen.de) versteigern ließ. Da paarte sich Klassisches mit Modernem, ein Brief schöner als der andere.
Ob nun solch eine Sammlung in den "Mainstream" passt, Nachahmer findet, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Dem genannten Auktionshaus war diese einen Sonderkatalog wert. Viele Sammler werden sich wohl glücklich schätzen, den ein oder anderen Brief überhaupt erwerben zu kennen. Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Leidenschaft, eben das zu sammeln, was nicht jeder hat?
Die Katalogrückseite ziert ein weiteres "Schmankerl", diese wiederum aus Österreich aus dem Jahre 1850, die vom Auktionator als "enorm rare Neuentdeckung " bezeichnet wird. Für solche Neuentdeckung sind Siegfried Deider und Claus Heitmann nahezu bei jeder Auktion gut, denn stets wissen sie unter Beweis zu stellen, dass es auch heute noch in der Philatelie neue Schätze zu heben gilt. Das Auktionshaus ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer (www.bdb.net ) und seit vielen Jahren bestens weit über die Grenzen Münchens eingeführt.