Auktionsberichte:
Alle Berichte mit freundlicher Genehmigung der © Deutsche Briefmarken-Revue
Berliner Postgeschichte 1948-1955:
Briefe waren vor 30 Jahren noch nicht im Trend!
Ein Beitrag von Jan Billion
Vielen wird der Berliner Auktionator Peter Koegel noch ein Begriff sein.
Von 1985 bis 2007 führte er postgeschichtliche Spezialauktionen durch - überwiegend mit deutschem Material und auf Nachkriegsdeutschland fokussiert.
Ein gutes Auge für interessante, gut erhaltene Belege und der Blick für den "kleinen" Sammler zeichneten ihn aus. Da er immer wieder tolle Stücke an Land
ziehen konnte, war die Spannung vor einer Versteigerung jedesmal groß. Was der Sammler Peter Koegel an Berliner Postgeschichte zu bieten hatte, konnten die Leser
dieser Zeitschrift immer wieder durch seine Bildvorlagen für Serien oder Artikel erahnen. Nun wird sein Lebenswerk durch das Auktionshaus
Heinrich Köhler am 18. September in Berlin versteigert.
"Krönung jeder Sammlung"

"Angefangen hat alles vor knapp 40 Jahren, auf der IBRA in München Anfang der 70er Jahre", erinnert sich Peter Koegel. "Für die Markensammlung
Berlin (West) fehlten noch der Währungsgeschädigtenblock und der Satz. Bei einem ausländischen Händler war noch ein Brief mit eben diesen Marken
zu haben, dazu noch eine 10 Pf Bauten verklebt. Und das am letzten Tag dieser großen Ausstellung. Nach finanziellen Klimmzügen war das Geld zusammen,
und der Brief wanderte nach Berlin. Nun gingen die Fragen los: Warum diese Frankatur, warum diese Höhe? Fragen konnte man niemanden, Briefe lagen noch nicht im Trend. Die Marken
der Sammlung verschwanden, und die Beschäftigung mit Briefen und Postbelegen wurde die Hauptaufgabe." Diese Umstände machten Koegel zu einem Pionier der Berliner
Postgeschichte, der sein über Jahrzehnte angewachsenes Wissen bereitwillig mit Kunden und Sammlerfreunden teilte und teilt.
Im Laufe der Zeit kamen neue Bereiche hinzu: Währungsreform, Schwarz- und Rotaufdrucke, die Berliner Bautenserie, Sondermarken, Post-, Münz- und Absenderfreistempel,
Barfreimachung und Postkrieg, dazu die Ganzsachen der Westsektoren. Dabei beschränkte er sich immer auf die ersten zehn Jahre. Er bevorzugte die
portogerechte Bedarfsverwendung, die oft erst entdeckt werden musste. Die Sammlung der Berliner Westsektoren aus den ersten zehn Jahren wuchs auf fast 60 Bände mit
rund 4400 Belegen aller Art an. Koegel ließ andere daran teilhaben, in dem er häufig ausstellte, in Teilbereichen bis Rang 1 national, international auf der
London 2000. "Briefe sind in allen Bereichen der Philatelie die Krönung jeder Sammlung", beschreibt er seine Philosophie. "Nur auf Briefen und Postbelegen lässt sich
die postgeschichtliche Entwicklung eines Gebietes aufzeigen. Und das Sammelgebiet Berlin (West) gehört ab 1948 zu den spannendsten Teilbereichen der deutschen
Postgeschichte!"
Ausruf ab 60 Euro
Im ersten, 450 Lose umfassenden Teil der Koegel-Sammlung kann man sich ein gutes Bild von seinen Sammlervorlieben machen, wobei der Rahmen weit über normale Karten oder Briefe
hinaus geht. Das Angebot startet mit Zehnfachfrankaturen, in West-Berlin verwendeten SBZ-Marken (z. B. MiNr. 224 als Einzelfrankatur, 500 Euro) oder "Freistempelschätzen". Im Mittelpunkt
stehen natürlich die Verwendungen der Berliner Dauer- und Sondermarken. Und dort entdeckt man bei bestimmten Frankaturen, Verwendungen wie frankierten Einlieferungsscheinen,
Quittungen, Wertbriefteilen, Zahlkarten oder Formblättern den "typischen Koegel". Ziemlich ausgiebig ist auch die Abteilung mit den Ganzsachen inklusive Sonderganzsachen und Funklotterie.
Ein umfangreiches Kapitel ist auch der Postkrieg in all seinen Variationen.

Liebhaber der Berliner Postgeschichte sollten sich die Sonderauktion in Berlin am 18. September (im Rahmen der 341./342. Köhler-Auktion vom 18. bis 25. September 2010) vormerken.
Lobend hervorzuheben ist, dass das Auktionshaus Köhler den 1. Teil der Koegel-Sammlung sehr weitreichend detailliert hat. Dadurch gibt es viele Kaufgelegenheiten im
zweistelligen Bereich (auch wenn man angesichts der Güte befürchten muss, dass das kaum die Endpreise sein werden), und im Katalog ist fast jedes Los farbig abgebildet.
Eine gute Dokumentation für den engagierten Berlin-Sammler!
Internet: www.heinrich-koehler.de
Möglicherweise einmalig:
Offiziell nicht verkaufter Kehrdruck des Deutschen Reiches
Ein Beitrag von Jan Billion
Nach der sehr erfolgreichen Rekordauktion im Juni 2010 präsentieren Christoph Gärtner und sein Team auch in ihrer 15. Auktion vom 7. bis 10. September wieder ein
riesiges Angebot an Marken, Briefen und Spitzensammlungen aus aller Welt. Die rund 17 000 Lose, die von über 500 Einlieferern stammen, sorgen für eine bemerkenswerte Vielfalt und
Bandbreite. Unter den Spitzenstücken ist ein deutsches Kehrdruckpaar von 1924 - das zurzeit einzig greifbare Stück!
Viertelbogen des Schwarzen Einsers

Das Riesenangebot verteilt sich auf 11500 Einzellose und mehr als 4500 Sammlungen. Die vier Katalogbände nehmen folgende Einteilung vor:
Band 1 enthält über 4500 Einzellose Übersee und Thematik, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen Naher, Mittlerer und Ferner Osten liegen. Dazu gehören etliche seltene Stücke aus
Libyen oder Saudi-Arabien, wie überhaupt der Nahe Osten eine Fülle seltener Einzelstücke und Belege aufweist. Sehr gut besetzt ist Ceylon ab der MiNr. 1 ungebraucht oder mit
großartigen Lots und Sammlungen der Klassik. Indien weist rare Belegen auf wie zwei Briefe aus 1855 nach Tasmanien oder zwei weitere, während des Krimkrieges beförderte Belege
nach Kairo.
Im Band 2 zeigen etwa 3200 Einzellose die Bandbreite der europäischen Philatelie.
Aus Dänemark stammen herrliche Briefe (z.B. mit Vier-Farben-Frankatur der ersten Ausgaben), ebensolche findet man aus Schweden (z.B. drei aus einer
Korrespondenz 1885 nach Peru). Beachtung verdienen auch Mischfrankaturen wie ein Levante-Brief mit Soldi- und Kreuzer-Frankatur. Bemerkenswert ist das
sehr gute Angebot Schweizer Kantonals mit Doppelgenf, mehreren Basler Tauben oder Waadt 4 auf Brief. Auch Russland brilliert mit Topstücken, von frühen,
seltenen Briefen über un- oder teilgezähnte Abarten bis zu den Dienstmarken. Auch sonst findet man reichlich Besonderheiten, z.B. Tête-bêche-Paare oder die guten Flugpostmarken
aus Frankreich, herrliche Briefe oder PfundWerte aus Großbritannien, Altitalien von der "Trinacria" oder der 60 Cr. Toscana (beide ungebraucht) bis zu bedeutenden Sammlungen sowie
Öster reichs "Gelber Merkur" ungebraucht. Die Türkei glänzt u.a. mit der Auflösung einer Schiffspostsammlung.

3500 Einzellose auf hohem Niveau umfasst Deutschland, das in Band 3 untergebracht ist. Außergewöhnlich viele Seltenheiten und Unikate sind aus dem Zeitraum bis
1945 zu haben, u.a. ein "Vineta"-Provisorium auf Karte oder der eingangs erwähnte Kehrdruck von 1924. Das Kehrdruckpaar Reichsadler 10+10 orangerot in postfrischer
Erhaltung stammt aus einem MH-Bogen, der nicht offiziell verkauft wurde. Dennoch sind zwei Kehrdrucke bekannt geworden, wovon dieser der qualitativ hochwertigere ist.
Der Startpreis beträgt 20.000 Euro (siehe Foto oben). Der Verbleib des zweiten Kehrdruckes ist zurzeit unbekannt. Schwerpunkte bilden Bayern (u.a. Viertelbogen des Schwarzen
Einsers oder das einzigartige Briefpaar mit Fünf-Farben-Frankatur der Quadratausgabe), Sachsen (ab Sachsen Dreier auf Brief oder im Paar auf Briefstück) und
Schleswig-Holstein mit einzigartigen Belegen. Diverse Raritäten aus den Bereichen der Deutschen Kolonien und der Besetzungsausgaben runden die Spitzenphilatelie ab.
Band 4 schließlich enthält über 4500 Sammlungen, Posten und komplette Nachlässen aus aller Welt. Dazu gehören die mit Gold prämierte Ausstellungssammlung "Internationale
Schiffspost", herrliche Kollektionen Asiens und der Britischen Kolonien sowie eine Spezialsammlung "Marken und Plattennummern der USA". Etwas ganz Außergewöhnliches ist die
ausführlich dokumentierte Sammlung "Blockade Leningrads 1941 - 1944", die in ihrer Bedeutung auch über die Philatelie hinaus wirkt.
FOTO:
18 Kr. kleiner Schild, zwei Werte in Kombination mit zwei Werten zu 10 Pfennigen mit K1 "Frankfurt a.M." am 31. Oktober 1875 nach Barranquilla in Kolumbien mit Leitweg über England, vorderseitig roter Durchgangsstempel von "London", geleitet. Die nach Aussage von Verbandsprüfer Hansmichael Krug "sensationelle Mischfrankatur" Kreuzer/Pfennige startet mit 20 000 Euro.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Sammlung Fritz Kirchner:
Auktion der verpassten Gelegenheiten!
Wiesbaden
Im November 2008 kündigten Heinrich Köhler und Corinphila Auktionen die grenzüberschreitende Kooperation zur Versteigerung der Sammlung Fritz Kirchner
an. Zuversichtlich versprachen Dieter Michelson und Karl Louis, die Geschäftsführer der beiden Unternehmen: "Die Geschichte der Philatelie wird in den nächsten zwei
Jahren um ein neues Kapitel ergänzt. In der Reihe bedeutender Generalsammler der deutschsprachigen Länder mit Alfred Caspary, Maurice Burrus und John R. Boker Jr.
wird ein weiterer Name unvergesslich werden: Fritz Kirchner."
Zwischen März 2009 und März 2010 wurde die Sammlung Fritz Kirchner auf insgesamt fünf Auktionen in Wiesbaden (3) und Zürich (2) angeboten: 1358 Auktionslose. Es
wurden 95% der Lose verkauft, und der Gesamtzuschlag lag bei fast 150% vom ursprünglichen Ausruf! Das Ergebnis bestätigt die konstant hohe Nachfrage nach seltenen
Briefmarken auch in schwierigen Zeiten wie der internationalen Finanzkrise seit 2008 und die Richtigkeit des von Köhler und Corinphila gemeinsam entwickelten
ganzheitlichen Vermarktungskonzeptes, insbesondere die Versteigerung der Sammlungsteile "Deutschland" und "Schweiz" in den jeweiligen Heimatländern.
In den Auktionen haben sich die Bieter teilweise auf bestimmte Auktionslose konzentriert. Dabei blieb manchmal das eine oder andere Stück im Schatten der anderen
unbeachtet. Zu Unrecht, wie die kleine Auswahl der wenigen "Unverkauften" zeigt. Aus dem Schatten heraus ins Licht der Philatelie gerückt, präsentiert sich ein
vielseitiges und interessantes Angebot der "verpassten Gelegenheiten".
Heinrich Köhler Auktionen bietet diese 67 unverkauft gebliebenen Lose ,ex Fritz Kirchner' ohne Limit und gegen Gebot in einem Sonderkatalog im Rahmen der September-
Auktion an. Nahezu alle Lose sind von kompetenten und angesehenen Prüfern bestätigt. Diese "Auktion der verpassten Gelegenheiten" bietet allen Philatelisten die
Möglichkeit, einzigartige Stücke der Deutschland-Philatelie in ihren Besitz zu bringen. Insofern dürfte der 25. September 2010 im Wiesbadener "Nassauer Hof" spannend
werden.
Im Dezember 2010 werden die "verpassten Gelegenheiten" der beiden Corinphila-Auktionen in Zürich ebenfalls gegen Gebot und ohne Limit offeriert.
Internet: www.heinrich-koehler.de
Die Post aus Saloniki kam nicht immer vom Meer!
Hamburg
Es war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wunsch der habsburgischen Regierung, eine Verbindung vom Reichsgebiet zum Ägäischen Meer zu bekommen.
Dies führte zum Bau einer Eisenbahnlinie vom Hafen Saloniki durch damals türkisches Territorium in das Gebiet von Bosnien-Herzegowina.
Einerseits ließ die ständige Zunahme von Warenströmen und der Bedarf an schneller Kommunikation den Wunsch aufkommen, entlang der Strecke neue österreichische
Postämter einzurichten, andererseits war nach dem Berliner Kongress von 1878 die politische Situation eher auf ein "Zurücknehmen" europäischer Einflussnahme im
Osmanischen Reich eingestellt.
Da es also keine neuen Levantepostämter geben durfte, kam man auf die Idee, "Zweigpostämter" einzurichten - eine "Schwejkiade" aus der kuk-Zeit, die für
Philatelisten bemerkenswerte Spuren hinterließ.
Das österreichische Postamt in Saloniki am Ägäischen Meer bekam im Zuge dieser postalischen Schlitzohrigkeit vier Zweigpostämter, die zum Teil ein paar hundert
Kilometer vom Hauptpostamt entfernt waren, nämlich in den Orten "Monastir", "Üsküb", "Prizren" und "Mitrowitz".
Die verwendeten Poststempel unterscheiden sich durch den jeweiligen Anfangsbuchstaben der genannten vier Orte, die der Bezeichnung SALONICH nachgesetzt
wurden, und weil es mit "Monastir" und "Mitrowitz" zwei Orte mit dem Anfangsbuchstaben "M" gab, hießen die Abkürzungen SALONICH M, SALONICH MI,
SALONICH Ü und SALONICH P.
Die Dokumentation dieser postgeschichtlichen Delikatesse ist ein Highlight in der Sammlung Bailev "Die Poststempel der österreichischen Levantepostämter",
die angeboten in über 100 Positionen - auf der 326. Schwanke-Auktion vom 2. bis 4. September 2010 zur Versteigerung gelangt.

Neben diesem Los (Schätzpreis 2500 Euro) fallen besonders schöne und klare Entwertungen auf den verschiedenen Ausgaben der österreichischen Levantepost ins Auge.
Genannt seien der Lloyd-Stempel BERUTTI auf Brief von 1855 (850 Euro, Abbildung Seite 56) und der Stempel von CESME auf Brief 1905 (750 Euro). Etliche Entwertungen, die
in der "Bailev"-Sammlung enthalten sind, stammen aus berühmten Sammlungen wie "Steindler" oder "Jerger" und sind oft nur in wenigen Stücken überhaupt belegt.
Internationale Beachtung verdient im weiteren Verlauf der Auktion auch die Auflösung der Jürgen-Zahn-Sammlung "Äthiopien". Angeboten in 167 Losen entfaltet sich die
Postgeschichte des Landes von Belegen der Napier-Expedition aus den Jahren 1867-68 bis hin zur Neuzeit. FIELD FORCE POST OFFICE ABYSSINIA 11 JA 68 lautet der
Stempelabschlag auf einem Brief des Afrika reisenden Gotthard Rohlfs nach Gotha. Rohlfs hatte im Auftrage des preußischen Königs an der Napier-Expedition teilgenommen,
wohl auch, um koloniale Möglichkeiten Preußens auszuloten. (750 Euro).
Selten und dekorativ ist frühe Post aus dem Land nach Europa. Beispielhaft angeführt seien die MiNr. 1 und 2 auf Brief aus 1898 von "Entotto" in die Schweiz (500 Euro).
Das Angebot enthält auch den "Vier-Provinzen-Block" aus dem Jahre 1894, der - mit einer Auflage von nur 200 Stück - nur an hochgestellte Persönlichkeiten verteilt
wurde. Dieser Block, der von der äthiopischen Postverwaltung als offizielle Ausgabe gelistet wird, wird von vielen Sammlern gern als erster Markenblock der Welt
bezeichnet (200 Euro). Die Zahn-Sammlung enthält neben dem "normalen" Markenmaterial auch sehr viele
Probedrucke, Vorlagebogen und Studienmaterial zu den verschiedenen Aufdruckserien. In 16 Positionen gelangt zudem die Literatur zum Sammelgebiet zur Versteigerung.
Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf der Webseite des Auktionshauses.
Ein weiterer Schwerpunkt im Übersee-Bereich sind ca. 500 Lose der Britischen Kolonien, die ein sehr ausgewogenes Angebot der Ausgaben von "Victoria" bis "Georg V" darstellen.
Viele hohe Pfund-Werte ,wie z.B. 5 Pfund von Sierra Leone (600 Euro), sind sowohl in ungebrauchter als auch in gestempelter Erhaltung im Auktionskatalog zu finden.
Gut 230 Lose philatelistischer Literatur, darunter große Teile der Jürgen-Zahn-Bibliothek, insbesondere zu überseeischen Gebieten, komplettieren das Einzellos-Angebot
ausländischer Sammelgebiete.
Die Deutschland-Abteilung mit gut 1700 Einzellosen dürfte kaum Wünsche offen lassen. Von vorzüglichen Exemplaren der Markenklassik bis hin modernen Raritäten aus
der Produktion der Bundesdruckerei reicht die breite Palette.
Im Altdeutschland-Teil finden sich Bayern MiNr. 1 II a auf Luxusbriefstück (1300 Euro), ein um fangreiches Angebot "Hamburg-Stempel" (50 Lose), Hannover mit fast 100
Positionen (dabei wundervoll klare Stempel, oft auf Luxusbriefen oder -briefstücken) oder von THURN & TAXIS der wohl schönste Neujahrs-Zierbrief aus "Weimar" (1100 Euro).
Deutsches Reich (insgesamt 450 Lose) glänzt u.a. mit seltenen Markenheftchen, darunter MH MiNr. 16 (2800 Euro) und MH MiNr. 22.2 (3800 Euro) jeweils postfrisch und in
taufrischer, überdurchschnittlicher Erhaltung mit neuesten Fotoattesten. Die Nebengebiete sind wie gewohnt gut vertreten, es seien eine "50 Pfennig Handstempel" der
Deutschen Post in China (3000 Euro) und von Deutsch-Neuguinea die kaum angebotene 5 Mark mit Wasserzeichen in guter Type (MiNr. 23 II B II) in postfrischer Luxusqualität (1000 Euro)
erwähnt.
Deutschland nach 1945 beginnt mit einer Überraschung: Auch für die Schwanke-Experten war das Auftauchen eines Poststückes vom 28. Juni 1945 aus Schlesien (Eulengebirge) eine
kleine Sensation. Im Glatzer Bergland, das noch nicht komplett von Polen übernommen war, wurde der Postdienst noch bis zum August 1945 von deutschen Beamten versehen.
Das angebotene Stück aus "Heidersdorf" ist der bisher einzig bekannt gewordene Beleg aus diesem kleinen Gebiet - Post aus dem "Stettiner Zipfel" ist dagegen fast Massenware!
Der Startpreis beträgt 1000 Euro.
Erwähnenswert sind von der SBZ seltene Wasserzeichen-Varianten, so z.B. MiNr. 68 Y, "5 Pfg. WZ steigend" als postfrisches Bogenrandstück (5000 Euro). In gut 65 Positionen gelangt
eine Spezialsammlung Bezirkshandstempelaufdrucke des Gebietes "38" zur Auflösung, darunter seltene Stempel und hohe Werte bis 5 Mark Taube, z.B. "38 Greifswald", fremdverwendet
in "Garz auf Rügen" (1000 Euro). Selten ist auch eine Ziffern-Ganzsache 45 Pf "37 Wismar", die als Not-Paketkarte Verwendung fand (1000 Euro).
Das Sammelgebiet Bund lockt mit vielen modernen Abarten und Besonderheiten. Aber was sind diese im Ver gleich zu ungezähnten Posthornwerten, z.B. ei ner 80 Pf
mit zudem noch Wasserzeichenabart und vom Bogenrand in postfrischer Luxuserhaltung (Mi.Nr. 137 Y U, 1000 Euro)?
Knapp 1400 Lose umfasst das Sammlungsangebot. Appetit macht eine Generalsammlung aus dem Jahre 1914 aus prominentem Hamburger Familienbesitz. Beginnend mit einem
Altdeutschland-Teil in ganz überdurchschnittlich guter Qualität finden sich die Ausgaben des Deutschen Reiches, der Kolonien sowie einige sehr gut besetzte
europäische und überseeische Länder in einem alten Schwaneberger-Album (5000 Euro). Viele weitere komplette Nachlassposten sowie eine ganze Reihe gut ausgebauter
Länder- und Spezialsammlungen folgen, bei Übersee mit Schwer punkt bei den Britischen Kolonien. Motivsammlungen, Ansichts karten, Mün zen und Banknoten beschließen
das insgesamt 5332 Lose umfassende Angebot mit einem Schätzwert von rund 1,2 Millionen Euro.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Seltene Bezirkshandstempel
Leipzig

4000 Lose aus fast allen Sammelgebieten enthält die 152. Briefmarkenauktion der Firma Fortagne & Lipfert am 17. und 18. September. Den Auftakt machen
150 Zeppelinlose, darunter ein Brief aus den Niederlanden von der Unglücksfahrt des LZ 129. Es folgen gut besetzte Bereiche wie Schiffspost,
Heimatphilatelie oder Ansichtskarten. Das Topstück beim Deutschen Reich ist eine MiNr. 9 H der Marshall-Inseln auf portogerechter Ansichtskarte (1500 Euro).
Reichhaltig zeigt sich mit 400 Losen Deutschland nach 1945, u. a. mit Lokal- und OPD-Ausgaben. Bei den Bezirkshandstempeln findet man einige "kleine Raritäten" wie
die unten ab gebildete Postkarte. Viele bessere Ausgaben und Besonderheiten zeigt die DDR. Dem Europa- und Übersee-Teil schließen sich rund 970 Lots, Engrosposten und
Sammlungen überwiegend aus Privathand an.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de
Postgeschichte ab Vorphilatelie
Kirchlengern

Wie im mer viele postgeschichtlich interessante Stücke umfasst die 144. Pumpenmeier-Auktion am 18. Septem ber. Das beginnt schon weit in der Vorphilatelie mit dem sehr seltenen
Receiver-Kreisstempel "1/Off" vom 3. Januar 1670 rückseitig auf komplettem Brief von Whitehall nach Longwood (1200 Euro). Weitere Beispiele sind eine nicht verausgabte finnische
Ganzsachenkarte von 1911, dreisprachig mit russischem, schwedischem und finnischem Text, bedarfsgebraucht aus Helsingfors nach Tammerfors (1200 Euro) und eine Rot-Kreuz- Karte an
italienische Internierte in Bhuket/Thailand 1943 (nur drei Italiener "saßen" dort - 1000 Euro). Neben einem abwechslungsreichen Altdeutschland-Angebot ist Deutsches Reich gut
besetzt, wobei es auch hier interessante Frankaturen und Verwendungen sind, die ins Auge fallen. Als Beispiel mag die MiNr. 260 als sehr seltene portogerechte Einzelfrankatur
auf Ortsbrief Berlin vom 23. Februar 1923 dienen (580 Euro). Auch Nachkriegsdeutschland bietet ein breites Spektrum. Den Abschluss bilden ein um fangreicher Sammlungs-Teil
und Sonder gebiete wie Flug-, Feld- und Lagerpost.
Internet: www.pumpenmeier.de
Berühmter "Hawaii-Missionar" bei Harald Rauhut
Ein Beitrag von Jan Billion
Sie gehören zu den berühmtesten klassischen Marken-Raritäten: die "Hawaii-Missionare". Die 2-Cents-Marke der ersten Freimarkenausgabe von Hawaii wird in einem Atemzug mit der "Roten Mauritius" genannt. Kein Wunder, dass man schon im vorletzten Jahrhundert hinter den "Missionaren" her war. 1892 wurde in Paris sogar ein Besitzer ermordet, weil ein anderer Sammler nach seinem "Missionar" gierte.
Angebote der ungezähnten Welt-Raritäten sind selten, und so verdient es besondere Aufmerksamkeit, dass Harald Rauhut auf seiner 129. Auktion am 27. und 28. August ein Exemplar der 13 Cents ausrufen kann, dass sich auch noch durch eine ungewöhnlich gute Erhaltung auszeichnet!
Der Sammler war der Mörder

Um den 1. Oktober 1851 herum gab der Postmeister von Hawaii, Henry M. Whitney, in Honolulu drei Marken zu 2, 5 und 13 Cents heraus, die im November 1852 um einen etwas umgestalteten 13-Cents-Wert ergänzt wurden (MiNr. 1-4). Es waren die ersten Freimarken des Königreichs Hawaii, die fünf Jahre in Gebrauch blieben und bei denen sich jeweils zwei Typen, erkennbar an der Stellung des "P" von "Postage", unterscheiden lassen. Der 2-Cents-Wert war für Post auf Hawaii und die sogenannte Kapitäns-Gebühr für die Beförderung auf Schiffen gedacht, die 5 Cents für den Portoanteil Hawaiis auf Post in und aus anderen Ländern. Der Portostufe zu 13 Cent ergab sich aus der Kombination von Kapitäns-Gebühr (2 Cents), dem hawaiischen Portoanteil (5 Cents) und dem transkontinentalen Briefporto in die USA (6 Cents). Diese Zusammensetzung brachte die geänderte Inschrift auf dem zweiten 13-Cents-Wert (MiNr. 4) auch zum Ausdruck: statt "Hawaiian Postage" ist dort "H.I. & U.S. Postage" zu lesen.
Ihre Bezeichnung "Missionare" verdanken die ersten Marken von Hawaii dem Umstand, dass sie vorwiegend von auf den Inseln von Hawaii lebenden Missionaren auf Briefen verwendet wurden. Die Sammler erfuhren von den recht primitiv aussehenden, blauen Marken in den 60er Jahren des vorletzten Jahrhunderts. Schon bald zeichnete sich ab, dass die 2 Cents die seltenste der vier Marken war. Einer der wenigen Glücklichen, die diese Marke zuerst besaßen, war der bekannte französische Sammler und Geschäftsmann Gaston Leroux, der im Sommer 1892 ermordet in seiner Pariser Wohnung aufgefunden wurde. Einen Raubmord konnte die Polizei schnell ausschließen, da die Leiche inmitten von Kostbarkeiten lag. Im Laufe der Untersuchungen machten die Kriminalisten eine genaue Bestandsaufnahme von den Vermögensgegenständen. Ein Polizeibeamter, der über philatelistische Kenntnisse verfügte, sah sich dabei die Briefmarkensammlung des Ermordeten genauer an. Dabei entdeckte er, dass bei den vielen Seltenheiten von Hawaii ein Feld frei war. Die Spuren deuteten daraufhin, dass von diesem Feld eine Marke entfernt worden war. Die Polizei stellte nun Nachforschungen bei Pariser Briefmarkenhändlern an und erfuhr dabei, dass Leroux eine 2 Cents von Hawaii besessen hatte. Und genau diese Marke fehlte in der Sammlung! Weitere Untersuchungen führten auf die Spur des Sammler Hector Giroux, der, wie sich nach seiner Verhaftung herausstellte, vergeblich versucht hatte, die 2-Cents-Marke von Leroux zu kaufen oder zu tauschen. Am Schluss sah er nur noch die Möglichkeit, durch einen Mord in den Besitz der philatelistischen Kostbarkeit zu kommen. Viel Freude hatte Giroux daran nicht. Nach seinem Geständnis wurde er zum Tode verurteilt, später zu lebenslanger Haft begnadigt.
Qualitätsstück der 13 Cents
15 Exemplare der 2 Cents, davon nur jeweils eins auf Brief und Briefstück, sind bis heute registriert. Die drei anderen Marken sind etwas häufiger, wenn man das bei 50 oder 60 erhaltenen Stücken überhaupt so sagen kann. Die meisten der berühmten "Hawaii-Missionare" sind allerdings stark beschädigt oder repariert. Eine Folge des dünnen, brüchigen Papiers (Zuckerrohrpapier), auf dem sie hergestellt wurden. Qualitativ gute "Missionare", egal welcher Wertstufe, sind also die Ausnahme, und genau ein solches Ausnahmestück kann Harald Rauhut im August für 25 000 Euro ausrufen: eine MiNr. 4 der Type I. In der Losbeschreibung heißt es: "Frisches und dreiseitig gut gerandetes Exemplar mit Sieben-Strich-Grid-Stempel. Links leicht berührt und winzige Unebenheiten, wie sie für diese Ausgabe typisch sind. Von den 52 registrierten Exemplaren dieser Marke ist keine einwandfrei. Das vorliegende Stück stammt aus der 1995 bei Siegel versteigerten 'Honolulu Advertiser Collection' und erzielte 35 000 US Dollar sowie bei seinem erneuten Angebot bei Siegel 2007 100 000 Dollar plus Aufgelder. In der Advertiser-Aufstellung aller damals nur 51 registrierten Stücke sind fast alle mit Mängeln oder meist stärkeren Reparaturen klassifiziert. Lediglich zwei Exemplare werden in höchster Qualitäts-Kategorie 'Sound' eingeordnet, und das vorliegende Stück ist eines von beiden."
Man darf gespannt sein, zu welchem Preis die klassische Übersee-Rarität - sicher mit internationaler Beachtung - den Besitzer wechselt. Bei dem Ansatz von 25 000 Euro scheint noch Luft nach oben zu sein.
Harald Rauhut kann auf seiner 129. Versteigerung, die am 27. und 28. August in Mülheim an der Ruhr stattfindet, auch noch andere klassische Pretiosen ausrufen, beispielsweise ein großartiges Sachsen-Angebot. Von Preußen gibt es bisher unbekannte, meist postfrische Einheiten der ersten Ausgabe. Darüber hinaus locken schöne Briefstücke mit Lokalausgaben von Mährisch-Ostrau 1938 und eine breite Palette deutscher Feldpostmarken aus dem Zweiten Weltkrieg.
Internet: www.rauhut-auktion.de
Heiße Sommerpreise für klassisches Bayern!
Bamberg
Bei schönstem Sommerwetter begann die 30. Sem-Auktion am 12. Juni, die trotz hoher Saaltemperaturen erfreuliche Zuschläge brachte. Die zu Beginn aufgerufenen Posten und Sammlungen erfreuten sich teils reger Nachfrage. So stieg ein Münzposten von 2000 auf 2500 Euro, ein Bayern-Lagerbestand von 2000 auf 3050 Euro. Eine Altdeutschland-Kollektion brachte 6600 (6000) Euro. Eine hübsche Danzig-Sammlung wurde von 1000 auf 1650 Euro gesteigert, eine Österreich-Sammlung erzielte 2000 Euro. Weniger gefragt waren auch diesmal Posten und Sammlungen der Ausgaben ab 1945.

Bei den Einzellosen waren Stücke in guter Qualität sowie außergewöhnliche Frankaturen begehrt. Bayern glänzte - wie üblich - mit 3600 (2500) Euro für eine Drucksache mit der Sem-Nr. 1 Ia. Eine Kreuzband-Drucksache erlöste 8000 (7000) Euro. Auch der frische Viererblock der Sem-Nr. 2 Ia fand mit 8700 (8000) Euro einen neuen Besitzer. Vielfach beboten wurde der Streifen mit Steg der Sem-Nr. 2 IV, der von 7000 auf 8500 Euro stieg. Für Los 149, eine hübsche Dreifarbenfrankatur aus den Sem-Nr. 3 Ia, 4 II2 und 5 d an die seltene Destination Dänemark, fiel der Hammer mit 1600 Euro beim doppelten Ansatz. Bayerns Sem-Nr. 5 aA ging mit 1000 (500) Euro über den Auktionstisch, der Dreierstreifen der Sem-Nr. 7 auf Brief für 3600 (3000) Euro. Das Titellos der Versteigerung, eine interessante Mischfrankatur der Sem-Nr. 13 a und der Nr. 20 nach Neapel (siehe Abbildung oben), wurde für 4600 (4000) Euro zugeschlagen. Ein Doppeldruck der Sem-Nr. 15 kostete 3600 (3000) Euro. Auch der Schalterbogen der Sem-Nr. 16 erzielte mit 6600 (6000) Euro einen guten Preis.
Teils hektisch ging es im Stempel-Teil zu. Der seltene offene Mühlradstempel "917" von Kirchheim kletterte von 5000 auf 6800 Euro, die Nummer "918" von Frammersbach von 2500 auf 2900 Euro. Zur Taxe von 7000 Euro wurde die Nummer "920" von Dirnstein auf Luxusstück der Sem-Nr. 21 a mitgenommen.
Internet: www.peter-sem.de
Vielseitiges Angebot von der Klassik bis zur Moderne
Ettlingen Die 64. Müller-Auktion findet vom 19. bis 21. August statt und bietet das umfangreichste und wertvollste Angebot der Firmengeschichte. Dabei sind über 5500 Einzellose mit zahlreichen Raritäten und außergewöhnlichen Besonderheiten, beispielsweise Thailand mit seltensten Aufdrucken, USA, Frankreich ab der Klassik mit 1 Franc Vermillon, umfangreiches Spezialangebot Liechtenstein, Österreich mit Rotem Merkur oder Schweiz sehr stark mit Klassik-Raritäten.

Deutschland ist von der Klassik bis in die Moderne bestens besetzt: Baden lockt mit seltenen Frankaturen, Bayern mit zahlreichen Schwarzen Einsern und großartigen Briefen, Deutsches Reich mit Vineta-Provisorium und Internationales Arbeitsamt 1927 als postfrischem Bogensatz (Original-Aborechnung liegt bei), Zeppelinpost, Raketenpost mit zahlreichen Belegen der russischen Raumstation MIR, Französische Zone mit Spezialitäten. Einen Sonderkatalog gibt es für die SBZ-Bezirkshandstempel von Lutz Maigatter. Auch die hochwertige Standardware ist gut vertreten - der Berliner Währungsgeschädigten-Block ist zwölfmal gestempelt und dreimal als FDC zu haben!
Außerdem werden über 4300 Sammlungen, Partien und Nachlässe offeriert, oft zu sehr niedrigen Startpreisen, die heiße Bieterkämpfe erwarten lassen. Zu den Highlights zählen der Karlsruhe-Nachlass in 300 Alben, Eppingen-Sammlungen (insgesamt zwei Zimmer voll) mit umfangreichen Spezialsammlungen Deutsches Reich sowie die Graf-Sammlungen Deutsches Reich Spezial 1872/1932 in 93 Bänden. Diese stammen von dem Sohn des bekannten Baden-Sammlers Ewald Graf. Außerdem werden zahlreiche weitere Nachlässe aufgeteilt. Insgesamt ein ausgesprochen vielseitiges Angebot für Sammler, Händler und Investoren.
Internet: www.gert-mueller-auktion.de
Karpinski-Sammlung erfolgreich versteigert
Düsseldorf
Fritz Karpinski, der am 26. April 2010 im Alter von 90 Jahren verstarb, war ein Olympia-Sammler der ersten Stunde. Noch zu Lebzeiten vertraute er seine Sammlung dem Düsseldorfer Auktionshaus Ulrich Felzmann an und hat sie selbst zur Versteigerung vorbereitet. Auf der 130. Internationalen Auktion vom 17. bis 19. Juni kam die Karpinski-Sammlung, aufgeteilt in 237 Lose, unter den Hammer.
Das Spitzenstück und gleichzeitig Katalogtitel war eine Einschreiben-Karte, die am 29. Juli 1936 in Oslo aufgegeben und nach Frankfurt geschickt wurde, um von dort ihre Reise mit dem Zeppelin LZ 129 Hindenburg bei der legendären Olympiafahrt am 1. August 1936, dem Eröffnungstag der Olympischen Spiele, nach Berlin fortzusetzen. Die Zeppelin- und Olympia-Rarität kletterte von 2500 auf 7000 Euro. Das Objekt bot ein breites philatelistisches Spektrum, so auch Vorlagekartons mit Foto-Essays der deutschen Olympiamarken. Fotoessays der 25 Rpf "Ruderer" und der 40 Rpf "Springreiter" stiegen von jeweils 200 auf 1650 bzw. 1550 Euro. Der Karpinski-Kollektion folgte, wie man das von Felzmann seit Jahren gewohnt ist, ein großes Angebot Flug- und Zeppelinpost. Hier schoss eine in Liechtenstein aufgegebene Karte zur Polarfahrt 1931 von 5000 auf 9200 Euro.
Im Europa-Teil brachten Russlands MiNr. 149-150 U in postfrischer Erhaltung 2300 (1000) Euro. Ein optisch sehr ansprechender Brief mit vier Exemplaren der Baden MiNr. 7 nach Padua steigerte von 300 auf 1450 Euro. Württembergs MiNr. 15 im waagerechten gestempelten Paar mit rechts anhängendem großem Teil der Nachbarmarke wurde für 2700 (2000) Euro mitgenommen. Von 2600 auf 3600 Euro sprang ein ungebrauchtes Unterrandstück der MiNr. 14 der Deutschen Post in China. Kiautschous MiNr. 2 in ungebrauchter Kabinett-Erhaltung kostete 2100 (1500) Euro. Erfreuliche Resultate gab es auch bei Nachkriegsdeutschland. Nur drei Exemplare sind von der SBZ MiNr. 31 yc bekannt. Eines davon erlöste bei Felzmann 7200 (6000) Euro. Für 9700 (8000) Euro wurde die Abart eines Thüringen-Blocks (MiNr. 3 A X DG KI) zugeschlagen. Bemerkenswerte 3400 (2200) Euro brachte der Stephan-Satz von Berlin (MiNr. 35-41) komplett auf sogenanntem Holthöfer-Ersttagsbrief. Auch den Berliner Grün-Aufdruck (MiNr. 64-67) gab es auf Ersttagsbrief, der 3200 (2000) Euro erzielte. Für 3200 (2500) Euro ging ein Mehrjahresministeralbum mit deutschen Marken aus dem Zeitraum 1945 bis 1957 in neue Hände.
Insgesamt wurden an den drei Tagen 2,6 Millionen Euro umgesetzt.
Internet: www.felzmann.de
DDR-Bogenecken mit Druckereizeichen gefragt
Berlin

Eine ganz bemerkenswerte Entwicklung durchlebte auf der 43. Hadersbeck-Auktion vom 10. bis 12. Juni die erste Postkarte des Deutschen Reiches mit einer 1-Groschen-Marke als Zusatzfrankatur. Die insgesamt 1 1/2 Groschen deckten das Porto für eine Einschreiben-Karte innerhalb Berlins. Eine sicherlich nicht häufige Verwendung. Das erkannten auch einige Bieter, denn nur so lässt sich der Sprung von 40 auf 370 Euro erklären!
Beim Deutschen Reich war außerdem Standardmaterial gefragt. So kletterte ein postfrischer Polarfahrt-Satz von 850 auf 1200 Euro. Danzigs "Kleiner Innendienst" postfrisch stieg von 500 auf 800 Euro. Mit 940 (450) Euro konnten die MiNr. 83/88 U des Generalgouvernements in postfrischer Erhaltung ihren Ansatz mehr als verdoppeln. Deutschland nach 1945 verbuchte ebenfalls gute Steigerungen. Die Lokalausgabe Großräschen MiNr. VA22 auf Briefausschnitt ging für 490 (330) Euro in neue Hände. Das Hochwasser-Blockpaar der Saar gestempelt kletterte trotz kleiner Mängel von 500 auf 860 Euro. Bemerkenswert waren auch 900 (600) Euro für die Berliner Schwarzaufdrucke je einzeln auf Briefstück mit zentrischem Stempel. Eine Barfrankatur aus dem Stettiner Zipfel - ein Brief aus Stettin-Pölitz vom 8. März 1946 - wurde für 820 (700) Euro zugeschlagen. Ganz besondere Aufmerksamkeit fanden postfrische DDR-Bogenecken mit Druckereizeichen. Die MiNr. 252 c DZ2, im MICHEL bisher nicht gelistet, wechselte für 1660 (1400) Euro den Besitzer. Für 1150 (1000) Euro wurde die MiNr. 253 bb mit Druckereizeichen zugeschlagen. Eine gestempelte MiNr. 425 YI sprang von 800 auf 1660 Euro. Gefragt waren auch Laufkontrollzettel.
Eine Superstimmung herrschte am 3. Versteigerungstag, an dem viele Objekte ein Vielfaches des Ansatzpreises erreichten. Fast komplett verkauft wurden Auflösungsposten.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.com
Tolle Preise für Briefmarken und Münzen!
Aachen Ob es die Angst vor dem schwachen Euro war oder pure Einkaufslust: Auf der 46. AIX-PHILA-Auktion Mitte Mai wurden in Serie bemerkenswerte bis sensationelle Preise erzielt.
Dass Goldmünzen gut verkauft werden würden, war beim augenblicklichen Hype ums Edelmetall keine Überraschung, dass aber z. B. eine Sammlung russischer Münzen den Schätzpreis von 6000 Euro mit 14 000 Euro mehr als verdoppeln würde, war schon außergewöhnlich. Ein Stanislaus-Orden aus St. Petersburg von 1865, mit 100 Euro ins Rennen geschickt, schoss auf 7000 Euro, eine Ordensspange aus Polen von 200 auf 5600 Euro. Die anwesende Besitzerin, eine Urerbin dieser Stücke, war fassungslos!

Bei den Briefmarken zeigte sich kein anderes Bild: ein Sachsendreier verdoppelte sich von 2000 auf 4000 Euro, Marken der deutschen Gebiete - vor allem solche aus der Zeit vor 1945 - waren immer wieder heiß umkämpft.
Waren es am ersten Auktionstag eher die Fernbieter, die mit den anwesenden Kommissionären um das reichhaltige Briefmarken- und Münzangebot konkurrierten, so sorgte am zweiten Tag ein voll besetzter Auktionssaal für die nötige Stimmung und damit verbunden die entsprechenden Resultate. Kaum eine der ca. 1800 angebotenen Positionen konnte den Startpreis nicht wenigsten verdoppeln. Eine Kollektion Niederlande z. B. stieg von 1500 auf 5600 Euro. Den Vogel schossen zwei Sammlungen Deutsches Reich ab, die nach heftigen Bieterkämpfen sagenhafte 24 000 bzw. 16 000 (5000 bzw. 4000) Euro erreichten. Aber auch Sammler mit kleinerem Budget kamen voll auf ihre Kosten, wurden doch etliche Sammlungen im zwei- und dreistelligen Bereich mit ähnlichen und teils sogar noch drastischeren Steigerungen zugeschlagen.
1803 Euro konnte das Auktionshaus übrigens der Haiti-Hilfe überweisen, für die einige Einlieferer Teile ihrer Sammlung gespendet hatten!
Internet: www.aixphila.de
Mehrfach mit Gold prämiert:
Felzmann versteigert die Olympia-Sammlung von Fritz Karpinski!
Fritz Karpinski, der am 26. April 2010 im Alter von 90 Jahren verstarb (siehe Rubrik "Panorama", Seite 74), war ein Olympia-Sammler der ersten Stunde. Schon in den 1950er Jahren baute er ein Objekt zu den
Olympischen Spielen 1936 in Deutschland auf, für das er später höchste Auszeichnungen erhielt. Noch zu Lebzeiten vertraute er seine Sammlung dem Düsseldorfer Auktionshaus Ulrich Felzmann an und hat sie selbst
zur Versteigerung vorbereitet. Auf der 130. Internationalen Auktion vom 16. bis 19. Juni gehört die Karpinski-Sammlung zu den Schwerpunkten.
"Entdecker" der Freistempel

Auktionator Ulrich Felzmann versteigert am 17. Juni die renommierte Olympia-Spezialsammlung "Deutsche Reichspost und die XI. Olympiade 1936". Der in Fachkreisen bekannte Olympia-Sammler Fritz Karpinski hat
mit dieser Sammlung, die mehrfach mit Gold ausgezeichnet wurde, den philatelistischen Olymp erklommen. Angesteckt vom olympischen Geist, war der passionierte Philatelist Mitte der 1950er Jahre einer der ersten, die
sich philatelistisch mit den Olympischen Spielen in Berlin 1936 befassten. Vor den anderen entdeckte er die heute so begehrten Freistempel zu diesem Anlass, spezialisierte sich dann auf die tarifgerechte
Verwendung der Olympia-Markenausgabe, des Blockpaares, der Zusammendrucke und der beiden Markenheftchen. Das umfassende Angebot dieser Sammlung beginnt mit Belegen vom Olympischen Kongress Berlin 1930, beinhaltet Essays
der später verausgabten Olympia-Marken, behandelt ausgefallene Olympia-Frankaturen und Portostufen wie Wertbriefe und Rohrpost. Die Vielfalt der angebotenen Freistempler zu den Olympischen Spielen 1936 besticht in
diesem Angebot nebst drei Freistemplern aus dem Ausland. Sonderstempel und Werbestempel runden die Palette ab. Hinzu kommt eine Vielzahl von Zeppelin-Briefen und Zuleitungen zur Olympiafahrt 1936,
die genau 14 Stunden dauerte.

Das Spitzenstück aus der Karpinski-Sammlung ist Auktionslos Nr. 233. Die Einschreiben-Karte wurde am 29. Juli 1936 in Oslo aufgegeben und nach Frankfurt geschickt, um von dort ihre Reise mit dem Zeppelin LZ 129
Hindenburg bei der legendären Olympiafahrt am 1. August 1936, dem Eröffnungstag der Olympischen Spiele, nach Berlin fortzusetzen. Hierbei handelt es sich um eine große Zeppelin-Rarität, weil bei dieser Fahrt
Zuleitungspost aus Norwegen äußerst selten vorkommt. Die eingeschriebene Karte startet mit 2500 Euro.
Internet: www.felzmann.de
Bogenecken mit Nummern fast restlos verkauft!
Oberkirch Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurde am 4. und 5. Mai im badischen Oberkirch bei Götz der Hammer geschwungen. Olaf und Jürgen Götz können
erneut von einer guten Versteigerung berichten.
Gleich mit einem Paukenschlag begann die Auktion. Los 1, ein Nachlass, steigerte von 1000 auf 9400 Euro. Los 2 kletterte von 2000 auf 5000 Euro. Los 2 A, der Germersheim-Bestand,
erzielte 61.000 (50.000) Euro.
Auch im Einzellosteil wurden teils bemerkenswerte Zuschläge erzielt. Einige wenige Beispiele: Los 2925/Luxemburg Dienst MiNr. 9 II mit Falzspur brachte 310 (150)
Euro, Los 3686/Deutsches Reich MiNr. 80 Ab gestempelt 540 (350) Euro und Los 4014/Deutsches Reich Chicagofahrt postfrisch 1320 (800) Euro. Der auf der Titelseite
abgebildete Brief der Deutschen Kolonien Kamerun mit der MiNr. 25 erlöste 4200 (3000) Euro.
Fast restlos verkauft wurden die in großer Zahl angebotenen modernen Bogenecken mit Nummern.
Internet: www.goetz-auktion.de
Weltrekordpreis für Kolonialabstempelung!
Stuttgart Einen sehr erfolgreichen Verlauf nahm die 109. Versteigerung des Württembergischen Auktionshauses am 16. und
17. April, deren Angebot mit dem Stücken aus der Sammlung von Dr. Helmut Schmidt angereichert war. Vor allem deutsche Abarten und Besonderheiten aus eben dieser
Kollektion, Deutsche Auslandspostämter und Kolonien, Russland sowie Sammlungen und Posten verbuchten kräftige Steigerungen. Bei Sammlungen und Posten war
diesmal eine besonders starke Vorbesichtigung zu verzeichnen. Interessenten aus ganz Deutschland, der Schweiz, England und Skandinavien, Russland sowie den USA
waren angereist. Entsprechend hektisch verlief die Versteigerung. Viele Bieter gingen weit über ihre Schmerzgrenze hinaus, um wenigstens noch das eine oder andere Los
zu bekommen.
Russland wurde fast komplett verkauft, wobei ein ungebrauchtes Exemplar der MiNr. 202 BI von 800 auf 3500 Euro stieg (MICHEL-Wert 2000 Euro). Beim Deutschen
Reich waren gleich ungezähnte Olympia-Blocks von 1936 in ungebrauchter Erhaltung im Angebot. Der Block MiNr. 6 U kletterte von 5000 auf 9000 Euro. Spitzenpreise
erzielten Abarten der Bundesrepublik Deutschland. Eine ungezähnte Stephan-Marke (MiNr. 116) aus der rechten oberen Ecke konnte mit 3000 Euro ihren Ansatz verdoppeln. 3500 (2000) Euro brachten die beiden
Werte der Marienkirche-Serie in ungezähnter Erhaltung (MiNr. 139-140 U). Ein ungezähnter Widerstandskämpfer-Block von 1964 (MiNr. 3 U) wurde für 5400 (5000) Euro mitgenommen.

Die Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, deren über 2600 Positionen in einem gesonderten Katalog gelistet waren, eröffneten mit 2600 (2000) Euro für eine Verleihungsurkunde für
den Pius-Orden an den Afrika-Pionier Hermann von Wissmann. Besonders gefragt waren wieder die Gebiete Deutsche Post in China/Kiautschou. 30.000 (20.000) Euro er reichte hier eine, während
des Boxeraufstandes aufgegebene eingeschriebene Postkarte mit zwei sogenannten Petschili-Werten und glasklaren Abschlägen der K.D. Feldpost-Poststation No. 6 vom 19. Mai 1901 (Abbildung oben).
Dies war zugleich ein Weltrekordpreis für eine Abstempelung der Deutschen Auslandspostämter. Zwei bemerkenswerte Zuschläge aus der Abteilung "Literatur" seien abschließend
genannt: Die Jahrgänge 1884 bis 1914 der "Deutschen Kolonialzeitung", je einzeln gebunden, stiegen von 5000 auf 6600 Euro, das Buch "Zum Rudolph-See und Stephanie-See" von Ludwig Ritter von Höhnel
erlöste 1600 (1500) Euro.
Internet: www.briefmarkenauktion.de
Polen über MICHEL!
Hamburg
Gleich sechs persönlich anwesende Bieter aus Polen sorgten neben ein paar hundert schriftlichen Einzelaufträgen aus dem Heimatland für ein gutes Preisniveau bei dem auf hochwertige
Postgeschichte ausgelegten Polen-Angebot der 324. Schwanke-Auktion am 23. und 24. April. So erzielten zwei Stücke der MiNr. 1 auf Briefen Zuschläge von 1050 bzw. 820
(200 bzw. 100) Euro. Das Titellos des Kataloges, die 10 Kr.-Überdruckmarke von 1919 (MiNr. 47), zog bei einem Startpreis von 6000 auf 6400 Euro und erreichte damit - rechnet man die Auktionsaufgelder
noch dazu - das Anderthalbfache der derzeitigen MICHEL-Notierung. Die sogenannte "Frank"-Marke, eine für Polen im Zweiten Weltkrieg von den Engländern verausgabte Spionage-Marke, erlöste 1900 (750) Euro.
An der Versteigerung des kleinen, aber feinen China-Angebotes beteiligten sich neben etlichen Saalbietern gleich fünf Telefonbieter aus Asien. Eine Einschreibkarte aus KASHING aus dem Jahre 1909 zog von
100 auf stolze 4300 Euro, die beliebten "roten" Kleinformate MiNr. 29 I und 31 gingen von 100 auf 1200 Euro, und bei den Ausgaben der Volksrepublik scheint die derzeitige Preisspekulation noch längst den
Höhepunkt nicht erreicht zu haben. Als Beispiel sei der "Jugendblock" zum Jahr des Kindes (Block MiNr. 19) genannt, der bei einer Katalognotierung von 1400 Euro einen Zuschlag von 1250 Euro erreichte, mit
Aufgeldern also ebenfalls weit über "vollen MICHEL" kostete.

Weitere interessante Stücke in den postgeschichtlichen Bereichen waren u. a. ein Brief der ersten Ausgabe von Westaustralien (eine Mischfrankatur aus einem Paar der MiNr. 1 und 3), der von 1500 auf 3600 gesteigert
wurde, und zwei frühe Belege der Deutschen Südpolar-Expedition 1902-1903, die von je 200 auf 1000 bzw. 1200 Euro sprangen. Frühe Briefe aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden in diversen Bereichen angeboten.
Recht bemerkenswert das Ergebnis eines Dockwra-Briefes aus England aus dem Jahre 1683 mit einem Zuschlag von 1350 (150) Euro oder 620 (250) Euro für einen Galgenbrief - die Androhung des Galgen sollte dem
Kurier Beine machen - aus dem 30-jährigen Krieg.
Umkämpft waren zwei Brieflose der Korbdeckel-Ausgabe 1924, also der ersten Ausgabe des Deutschen Reiches nach Beendigung der Inflation. Bei Schätzpreisen von 500 bzw. 300 Euro kletterten diese
Partien auf jeweils 1600 Euro. Gute Einzelmarken aus deutschen Sammelgebieten lagen ebenfalls im Trend und bestätigen einmal mehr die Zuwendung zu Sachwerten. Als Beispiel sei ein Briefstück
mit zwei Vorläufermarken der Deutschen Post in der Türkei (MiNr. V25-V26) erwähnt, das von 2000 auf 4800 Euro sprang. Die augenblicklich vorzügliche Käuferstimmung für gute Philatelie und Numismatik zeigte
sich auch bei den Sammlungen und Posten.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Unbekannte Randbesonderheit der Pieck-Dauerserieder DDR
Berlin

Auf der 43. Hadersbeck-Auktion vom 10. bis 12. Juni 2010 kommen über 5000 Lose zum Ausruf. Sie beginnt mit über 300 Einzellosen Europa und Übersee, mit dabei Polen Block MiNr. A11 Groszy-Aufdruck postfrisch und
Sowjetunion MiNr. 200 x auf Flugpostbrief (500 bzw. 1200 Euro). 400 Positionen umfasst Altdeutschland. Bayern bietet zweimal die MiNr. 1 a gestempelt (950 bzw. 800 Euro), Schleswig-Holstein die MiNr. 5 II gestempelt (700
Euro). Ein Schwerpunkt ist das Deutsche Reich mit rund 1000 Losen. Das Spektrum reicht von einem Ersttagsbrief mit der MiNr. 2 a (800 Euro) über Infla-Besonderheiten wie MiNr. 319 AWP im senkrechten gestempelten Paar
und MiNr. 334 B im Viererblock auf Brief (600 bzw. 500 Euro) bis hin zu den guten Standardwerten der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. Topstück bei den Deutschen Kolonien ist die Kamerun MiNr. 4 H
auf Postkarte (11.000 Euro). Nur rund zehn Exemplare wurden von der Sudetenland Rumburg MiNr. 14 I produziert. Hadersbeck ruft die Variante im postfrischen Eckrandviererblock (siehe Foto oben, Marke links unten) aus.
Die Tunis-Feldpostpäckchenmarke MiNr. 5 a auf kompletter Päckchenadresse und die Hela-Feldpostzulassungsmarke MiNr. 13 b auf Briefstück (1400 bzw. 500 Euro) runden das Angebot ab.
Rund 1500 Lose entfallen auf den modernen Deutschland-Teil, der mit einem Hingucker beginnt, nämlich einem von nur drei bekannten Paaren des Gebührenzettels MiNr. 3 a von Altdöbern. Neben den Lokalausgaben 1945
stehen vor allem SBZ und DDR im Blickpunkt. Bei der SBZ fallen ein frankierter Beleg aus dem sogenannten Stettiner Zipfel vom 14. September 1945 (900 Euro) und ein Paar der Provinz Sachsen MiNr. 79 Yb in
zwei Nuancen auf Briefstück auf (1800 Euro). Die DDR lockt mit Randbesonderheiten der Pieck-Dauerserie: MiNr. 252 c DZ 2 postfrisch (MICHEL unbekannt, 1400 Euro) und MiNr. 253 bb DZ (nur zwei
Exemplare bekannt, 1000 Euro).
Der dritte Versteigerungstag beginnt mit über 200 Positionen Münzen/Medaillen, da bei Auflösung einer umfangreichen Sammlung DDR mit vielen polierten Platten, Proben und Besonderheiten. Im weiteren Verlauf
kommen weit über 1000 Sammlungen und Posten zum Ausruf, u. a. alte Händlerbestände, Motivsammlungen, Ländersammlungen, Auflösung einer Prüfersammlung Deutsche Inflation usw.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.de
Viele Spitzenwerte im Angebot
Dresden Leider nicht mehr rechtzeitig zum Redaktionsschluss der Mai-Ausgabe erreichte uns das Manuskript der Dresdner Briefmarken-Auktion am 1. und 2. Juni. Für Schnellentschlossene geben wir einen kurzen Überblick.
Die 161. Versteigerung der Firmengeschichte enthält 2663 Einzellose und 660 Sammlungen. Im Angebot sind viele Pfundwerte von Großbritannien, bessere Ausgaben von Liechtenstein, Schweiz
und Österreich sowie alleine 33 Lose Volksrepublik China. Altdeutschland begeistert mit je drei Exemplaren des Schwarzen Einsers und des Sachsen Dreiers. Vom Deutschen Reich gibt es viele Spitzenwerte, z. B.
MiNr. 97 AIM (3), 196 DD, 331 a, 390 HAN (bisher unbekannt), 427 X und D 97 Y. Hinzu kommt ein Spezialangebot Markenheftchen. Die Karlsbad MiNr. 3 B (3) und 51 aZfw sowie sechs Pleskau-Blocks komplettieren
diesen Abschnitt.
Deutschland nach 1945 bietet aus einer Spezialsammlung Blocks der Französischen Zone, von Berlin und SBZ. Hier finden sich auch seltene Postmeisterzähnungen von Ostsachsen und die MiNr. 66 Y, 67 Y, 68 Y
und 70 Y der Provinz Sachsen. Beachtung verdienen die Detaillierung einer Kollektion mit Bezirkshandstempelaufdrucken und DDR.
Internet: www.dresdner-briefmarkenauktion.de
Authentische Sammlungen gesucht
Düsseldorf
Auch auf der 129. Felzmann -Auktion vom 25. bis 27. Februar 2010 zeigte sich wieder einmal,
dass eine klug aufgebaute Sammlung immer „ihren“ Preis bringt. Los 5553, ein fast durchweg postfrisches Objekt der Deutschen Besetzung im
Zweiten Weltkrieg, war so ein typischer Fall: Ausruf 2000 Euro, Zuschlag 5200 Euro. Wichtig ist, dass die Sammlung authentisch ist, also wirklich
gesammelt wurde. Damit unterscheidet sich eine solche Kollektion von Abo-Sammlungen und Hortungsposten, welche die in sie gesetzten
Erwartungen in den seltensten Fällen erfüllen können. Im Fokus des aktuellen Käufer-Interesses liegen ganz klar die über lange
Jahre mit Herzblut und Sachverstand angelegten Sammlungen!

Auch im Einzellos-Teil ließ Felzmann aufhorchen. Bei der Zeppelinpost stieg eine kurz vor der Landung in Konstanz abgeworfene
Fotokarte von der Weltrundfahrt 1929 von 2500 auf 4600 Euro. 3100 (2000) Euro kostete eine Mauritius MiNr. 3 III gestempelt.
Für beide Papiervarianten der 4/4 Gutegroschen von Braunschweig mit kopfstehendem Wasserzeichen (MiNr. 9 aZ und 9
bZ) in gestempelter Erhaltung wurden 9000 (8000) Euro geboten. Eine MiNr. 88 IIa postfrisch des Deuschen Reiches fand für
2400 (2000) Euro einen neuen Liebhaber. Von 3000 auf 4500 Euro stieg einer von nur zwei bekannten Luftpostbriefen mit der
MiNr. 126 des Saargebietes, der beide Stempelfarben – Rot und Schwarz – trägt. Bemerkenswert waren auch 6200 (5000)
Euro für Herzstücke der SBZ MiNr. 6-9 postfrisch mit amtlicher Versuchszähnung.
Internet: www.felzmann.de
Hochkarätige Deutschland-Sammlungen im Angebot!

Aachen
Mehrere hochkarätige Deutschlandsammlungen, die teils aufgelöst, teils aber auch komplett belassen wurden, bilden den Schwerpunkt der 46. AIX-PHILA-
Auktion in Aachen am 14. und 15. Mai. Altdeutschland beginnt mit zwei tadellosen Bayern Einsern (700 bzw. 800 Euro); eine MiNr. 1
von Sachsen in Top-Erhaltung wird mit 2000 Euro ins Rennen geschickt.
Die wohl seltenste Germania-Farbe, 10 Pf Rotkarmin (MiNr. 56 b), postfrisch mit neuestem Attest wird sicher nicht auf dem
moderaten Startpreis von 1500 Euro sitzen bleiben, ebenso wenig die Ministerausgabe MiNr. 97 M, die mit 800 Euro startet.

Raritäten gibt es auch aus der Inflationszeit: Der Erfurter Fehldruck (MiNr. 289 F) mit 800 Euro Ausruf oder das „Hitlerprovisorium“
gestempelt mit 1000 Euro seien hierfür als prominente Beispiele genannt.
Die immer rare 2 RM Lilienthal (MiNr. 538 y –siehe Foto unten) postfrisch
führt das gute Standardmaterial aus dem Dritten Reich an.
Zusammendrucke, Heftchen und Heftchenbogen bilden einen weiteren Schwerpunkt dieser Versteigerung.
Dazu gehören z.B. die Germania-Zusammendrucke mit diversen Reklamen, das Heftchen MiNr. 16 (1000 Euro) oder die kompletten MHB 29/31 (500 Euro).
Internet: www.aixphila.de
Spitzenstücke bei Gärtner:
Von Trinacria über Roter Merkur, Doppelgenf und Vermillon bis zu seltenen Togo-Aufdrucken
Ein Bericht von Jan Billion
Die 14. Gärtner-Auktion, die vom 8. bis 12. Juni in Bietigheim-Bissingen stattfindet, wird die umfangreichste Versteigerung, die der
Firmeninhaber zusammen mit seinem Auktionsteam bislang auf die Beine gestellt hat. Geplant ist ein Umfang von ca. 20 000 Losen, die sich auf vier
Kataloge verteilen. An die 500 Einlieferungen, vom kompletten Nachlass und dekorierten Ausstellungssammlungen bis hin zu hochkarätigen
Einzelstücken mit Weltraritäten, versprechen ein weltumspannendes Angebot aus allen Bereichen der Philatelie. Alle Einzellose, ausgewählte
Sammlungen, die Kataloge und einiges mehr präsentiert Gärtner einige Wochen vorher auf der Weltausstellung in London (Festival of Stamps)
an seinem Stand Nr. 119.
Viele Top-Stücke in der Deutschland-Abteilung

Neben hochkarätigen Altdeutschland-Briefen mit seltenen Frankaturen und Destinationen (z. B. fünf Exemplare der
Württemberg 18 Kreuzer auf Brief in die USA) zählen in der kommenden Auktion auch die Marken der anderen
deutschen Sammelabschnitte zu den Schwerpunkten. Nicht nur „Dreier“ von Sachsen oder ein „Vineta-Provisorium“ sind im Angebot, sondern vor
allem die Deutschen Kolonien warten mit Seltenheiten auf. So finden sich – mit dem Status von Weltraritäten – die
Markwerte Togos 1915 mit fettem Aufdruck der Mission Lome in vorzüglicher, gestempelter Erhaltung und eine 50 Pf von Deutsch-Südwest-Afrika
1897 auf Brief (MiNr. II). Sicherlich zählt auch ein „Heydrich-Block“ aus Böhmen & Mähren mit Ersttagsstempel zu den besonderen
Stücken des Deutschland-Teils. Nicht unerwähnt bleiben sollen die über 500 Einzellose aus der „Bergland“-Sammlung mit Markenheftchen,
Zusammendrucken, Heftchen-Blättern etc. vom Deutschen Reich.
Starkes internationales Angebot
Gewohnt stark und umfangreich zeigt sich die internationale Ausrichtung des Auktionshauses Gärtner. Nicht nur die Britischen Gebiete und Kolonien
oder Asien sind mit herausragenden Einzelstücken und Sammlungen breit vertreten: Man stößt in allen Bereichen auf bemerkenswerte Marken,
Briefe und Kollektionen. Sicher ein Highlight dürfte die Versteigerung eines gut erhaltenen ungebrauchten Exemplars der „TRI-NACRIA“ aus
Neapel 1860 werden, die von vielen weiteren Luxus- und Kabinettstücken der altitalienischen Staaten begleitet wird.
Wer gerade einen „Roten Merkur“ aus Österreich in ungebrauchter Erhaltung oder eine „Vermillon“ aus Frankreich als ungebrauchtes Luxusstück sucht,
wird ebenfalls fündig. Auch ein vorzügliches gebrauchtes Exemplar einer „Doppelgenf“ schaut sich, ebenso wie eine Zürich 4 mit senkrechten
Unterdrucklinien, nach einem neuen Liebhaber um.
Wie nicht anders zu erwarten, begeistert die Übersee-Sektion der 14. Gärtner-Auktion mit ganz besonderen Stücken. Erwähnt seien beispielsweise eine
30c auf 24 Cds aus China 1897 ungebraucht mit Abart oder auch das außerordentlich starke Angebot Einzelmarken der USA mit vielen Raritäten.
Weitere Spitzenstücke sind eine ungebrauchte 2 p. von 1857 aus Neubraunschweig mit Abart, eine ungebrauchte 1 C. von Britisch Guyana von 1878
(Dienstmarke zum Postgebrauch überdruckt), von der nur drei Exemplare bekannt sind, oder vom Kap der Guten Hoffnung/Vryburg 1900 eine 1 p.
ungebraucht. Auch der Thematik-Teil ist diesmal sehr umfangreich, dank zahlreicher Einzellose aus den prämierten Sammlungen „Lavy Blau“ aus Israel.
Hochwertige Sammlungen

Der Bereich „Nachlässe und Kollektionen“ wartet mit etlichen Objekten der Spitzenklasse auf. Eine Sammlung mit Abarten, deren Schwerpunkt auf
Quetschfalten aus aller Welt liegt, besticht durch Umfang und Qualität. Hier finden sich viele spektakuläre Stücke mit deutlichen Quetschfalten,
kopfstehenden und Teildrucken oder anderen markanten Abarten, angefangen von einer „Penny Black“ und einem Mulready-Umschlag (beide gebraucht)
über diverse Altdeutschlandmarken und -belege bis hin zu modernen Gandhi-Ausgaben, Blocks und ganzen Bogen. Des Weiteren sind herausragende
Ausstellungssammlungen hervorzuheben:
- eine vorzügliche Goldmedaillensammlung „Drucksachen Europa“ mit Basler Taube auf Drucksache und großartigen Altdeutschland-Belegen;
- eine umfassende Württemberg-Kollektion mit Marken und Briefen;
- drei große Ganzsachensammlungen Deutschland, die geschlossen, nach Gebieten aufgeteilt, unter den Hammer kommen werden.

Dabei ist u. a. die „Metz“-Sammlung „Fouré“. Auch eine Aden Sammlung, die die ganze Fülle und Bandbreite der Postgeschichte des Staates auf
der Arabischen Halbinsel dokumentiert, eine Spezialsammlung China 1944-50 oder auch eine sehr gehaltvolle Kollektion Großbritannien werden
sicher auf großes Interesse stoßen. Aus den USA fanden zwei große Nachlässe („Davis“ und „Peters“) den Weg nach Bietigheim. Der
Schwerpunkt liegt hier bei Briefen, die länderweise angeboten werden, so dass in der kommenden Auktion weit über 350.000 Belege unter den Hammer
kommen. Wer Interesse an Skandinavien hat, sollte den umfangreichen Nachlass „Island“ in mehreren Kartons beachten.
Breites Angebot deutschsprachiger Gebiete
Singen
Die 84. Lenz-Auktion findet am 23. und 24. April 2010 in Hilzingen bei Singen. Die geographische Nähe zu Schweiz und
Österreich spiegelt sich somit auch im Auktionsangebot wider. Der Katalog zur Auktion umfasst ca. 9000 Lose aus dem Bereich
Philatelie (dabei über 2000 Sammlungen, Posten und Nachlässe) und rund 500 Lose mit Münzen (Gold und Silber). Zu den
Stärken zählen neben dem Markenteil auch das breite Angebot an Briefen mit Verwendungen, Frankaturen, Postgeschich te etc.
Wegen der großen Anzahl an Losen und der meist großen Anzahl der anwesenden Saalbietern ist die Auktion auf zwei Tage angesetzt.
Am Freitag wird begonnen mit Einzellosen von Übersee, Europa von A-Z, wobei die deutschsprachigen Gebiete (ab Vorphila)
wie Österreich, Schweiz und Liechtenstein den Schwerpunkt bilden, und Deutschland bis 1945. Ein kleiner Auszug der angebotenen Auktionslose:
Frankreich MiNr. 17 a im waagrechten gestempelten Paar (550 Euro), Liechtenstein Mi-Nr. 211-13 U postfrisch, alle Werte mit
Unterrand (1000 Euro), Monaco MiNr. 22-33 komplett gestempelt und ungebraucht (je 600 Euro), Österreich MiNr. 2, 4 und 5 y
als Drei-Farben-Frankatur (400 Euro), Schweiz MiNr. 8, 9 und 12 als dreifarbige Rayonfrankatur (620 Euro), Schweiz MiNr.
101-110 x im postfrischen Viererblock (1200 Euro), Schweiz MiNr. I-III im postfrischen Viererblock (1200 Euro), Schweiz
MiNr. 121 im postfrischen Viererblock (2000 Euro), Schweiz MiNr. 301 yI DPI gestempelt, Doppelprägung im unteren Markenrand (1800 Euro),
Schweiz MiNr. 447-59 im gestempelten Viererblock (1400 Euro) und Schweiz MiNr. 1862 U im kompletten Markenheftchen postfrisch (es sollen nur drei
Heftchen bekannt sein, 9000 Euro).

Bei Altdeutschland verdienen Erwähnung: Baden MiNr. 22 a mit seltenem Zackenkranzstempel „24“ (1200 Euro), Baden Nummernstempel „137“ Steisslingen auf
Brief (800 Euro), Bayern MiNr. 1 Ia aus Bogenecke auf Ortsbriefhülle (Abbildung oben, 2500 Euro), Bayern MiNr. 6 als seltene rechte Bogenecke rechts oben
auf Brief (1500 Euro) und Sachsen MiNr. 1 b, Platte II, Type 4, auf kompletter Drucksache mit Ankunftsstempel (10 000 Euro). Das Deutsche Reich ist mit
allein ca. 1000 Losen sehr stark vertreten, davon 150 aus dem Brustschildbereich. Mit dabei ist auch eine MiNr. 27 c IV gestempelt (800 Euro). Bei
den Reichspostmarken findet sich eine MiNr. 66 Z gestempelt für 4000 Euro. Die Deutschen Kolonien weisen einzelne Spitzenwerte auf, beispielsweise
ein „Anecho-Brief“ von Togo (2000 Euro). Rund 200 gehaltvolle Zeppelinpost-Lose schließen sich an.
Zu Beginn des zweiten Versteigerungstages kommen die Einzellose Deutschland ab 1945 unter den Hammer. Auch hier handelt es sich um breites Angebot aus 1500 Losen
mit vielen Spitzenstücken der Lokalausgaben, Alliierten Besetzung, SBZ, DDR, Berlin, Französischen Zone, Bizone und Bund.
Am Nachmittag kommen ca. 2000 Sammlungen, Posten und teils unberührte Nachlässe zum Ausruf. Die Skala reicht von Gebotslosen bis in den
hohen vierstelligen Bereich. Den Abschluss der Versteigerung markieren die Münzen aus aller Welt mit Schwerpunkt Deutschland (viele Gold- und
Silber-Münzen einzeln als auch in Sammlungen und Posten).
Internet: www.briefmarken.com
Spitzenpreise für China und anderes asiatisches Material
Bietigheim-Bissingen

Innerhalb kurzer Zeit präsentierte das Auktionshaus Christoph Gärtner vom 16. bis 19. Februar 2010 wieder eine Großauktion mit über 15 000
Losen internationaler Philatelie. Der Gesamtumsatz von über 4,1 Millionen Euro untermauerte Gärtners herausragende Position als Asienspezialist.
Asien war generell sehr gefragt, und speziell bei der China-Sektion sorgten heftige und erbitterte Duelle zwischen Saal- und Telefonbietern
für äußerst spannende Momente im Auktionssaal. Stellvertretend sei hier eine nachtaxierte China-Ganzsachenkarte von 1907 nach Deutschland genannt,
die mit 200 Euro startete und für 12.000 Euro zugeschlagen wurde (siehe Abbildung).
Die Auktion begann mit der Sektion Thematische Philatelie. Besonders erwähnenswert ist hieraus ein österreichischer Raumfahrt brief von 1932,
geflogen mit Postrakete V13, der von 120 auf 1750 Euro gesteigert wurde. Im Übersee-Teil sorgte die postfrische Bahamas 6d (1861) mit 3700 (2100)
Euro für Aufsehen. China war, wie bereits erwähnt, wieder besonders stark. Eine Ganzsachen-Karte mit Zusatzfrankatur 1898 nach Berlin, Transit Shantung,
kletterte von 600 auf 3400 Euro, eine Doppel-Ganzsachenkarte „rechtsgeheftet“ von 1907 (HAN Nr. 5 a) von 6000 auf 11 500 Euro, eine
50$-Ganzsachen-Karte mit Zusatzfrankatur als Drucksache 1947 nach Honduras von 60 auf 3400 Euro und ein R-Brief der 7. Gewichtsstufe 1889 nach
Deutschland (Lokalpost) von 3000 auf 5800 Euro. Die postfrischen Marken der Volksrepublik China „Theater“ (MiNr. 648-655 B) von 1962 erzielten mit
2600 (800) Euro ebenfalls ein beachtliches Resultat. Indien glänzte mit Red Scinde Dawk, 1852, auf kleinem Briefstück für 8200 (4200) Euro, einem Brief der
Pionierflugpost 1911 von Allahabad für 5000 (1000) Euro und einem Straits-Settlement-Brief mit halbierter 4 A.-Marke von Indien 1859 nach Port Novo für 7000
(4000) Euro. Exemplarisch für Japan sei ein Brief von 1871, 100 Mon mit 200 Mon (MiNr. 2 I und 3 I), genannt, der für 7700 (6000) Euro den Besitzer wechselte. Die
Thailand-Sektion brillierte mit der KRUNG-THEP 2-Karte mit Ankunftsstempel „BANG-KOK 3/7 88“ für 2700 (1200) Euro und dem Stempel von PERLIS (1908)
auf UPU-Ganzsachen-Karte für 15 000 (10 000) Euro. Die postfrische USA-Zeitungsmarke 60 C. von 1894 brachte 13 500 (5500) Euro. Zu den herausragenden Ergebnissen im
Europa-Teil zählten ein postfrischer Viererblock der Sowjetunion zum Transpolarflug von 1935 für 5200 (750) Euro und ein herrlicher Damen-Faltbrief mit
Basler Taube von 1848 für 13 500 (10 000 ) Euro.
Im Altdeutschland-Bereich wurde ein herrliches Paar der 1 Kr. silbergrau, gestempelt mit zentrischem Fünfringstempel „121“ (Säckingen) von 1862, für
20.500 € (20.000) Euro zugeschlagen. Beim Deutschen Reich brachten postfrische 2 M. Germania-Markenheftchen MiNr. MH 11 A von 1910 5500 (3000) Euro und
MiNr. MH 23 A von 1911 7200 (3500) Euro. Das Provisorium 4 H. grün mit rückseitigem „GR Mafia JDM“ von Deutsch-Ostafrika Britische Besetzung erzielte in
postfrischer Erhaltung stolze 5400 (4600) Euro. Eine glanzvollen Schlusspunkt setzte die Versteigerung der Sammlungen, Posten und Nachlässe. Auch hier
fokussierten sich die Interessenten auf Asien.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Ausstellungssammlung Osmanisches Reich
Hamburg

Die geschlossen angebotene Ausstellungssammlung „Der Auslandspostverkehr des Osmanischen Reiches 1875-1923“ mit 767 (!) verschiedenen Belegen ist
sicherlich ein Highlight der 324. Schwanke-Auktion am 23. und 24. April. Die Taxe der Kollektion, zu der auch die rechts abgebildete Karte aus 1897
von Nablus/Palästina nach Hobart/Tasmanien gehört, liegt bei 60.000 Euro. Seltenste Destinationen, interessante Abgangsorte (z. B. im Holy Land),
un gewöhnliche Verwendungsformen, Zensuren, Nachporti, Retourpost, Hotelpost usw. enthält dieses phantastische Objekt, das in großzügiger Form im gedruckten
Katalog und komplett „online“ zu besichtigen ist. Bei einer weiteren politischen Integration der Türkei in Europa dürfte eine solch werthaltige
postgeschichtliche Sammlung enormes Entwicklungspotential haben und bezieht zusätzlichen Charme unter dem Gesichtspunkt eines Anlageobjektes.
Die übrigen fast 1200 Lose im Bereich Europa und Übersee bieten wie stets das volle Programm aus schöner Klassik, seltenen Werten und Sätzen sowie
postgeschichtlichen Besonderheiten. Österreich und Schweiz bilden mit jeweils gut 100 Positionen Schwerpunkte im Europa-Teil; dabei hervorzuheben
sind eine Reihe seltener Stücke von Lombardei-Venetien. Ein umfangreiches Polen-Angebot dürfte viele Wünsche erfüllen. Wieder einmal steht „Südamerika“
im Übersee-Bereich im Mittelpunkt. Postfrische Satzware aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ist sicher nicht häufig zu finden. Hiervon gibt es
interessante Angebote bei Argentinien, Brasilien und Uruguay. Attraktiv ist eine Reihe von klassischen Brasilien-Briefen, dabei u. a. zwei
Drei-Farben-Frankaturen aus 1876 nach New York (450 Euro) und aus 1878 nach Manchester (600 Euro). Britische, französische und italienische Kolonialausgaben
sind mit einigen Raritäten vertreten. Im Bereich „Motive“ lohnen reizvolle Angebote zur Polar- und Antarktis-Post. Es folgen 200 Lose philatelistische Literatur.
Im Altdeutschland-Bereich fällt eine ganze Reihe früher Briefe aus dem 17. und 18. Jahrhundert ins Auge, die verschiedene postalische Vermerke wie „Cito, cito..“,
„Notabene“ oder Taxierungen vorweisen. Zu den dekorativsten Stücken zählen z. B. frühe Militärbelege, darunter ein Brief aus dem Siebenjährigen Krieg vom
7. September 1760, geschrieben im „Lager bei Uslar“ (100 Euro). Darüber hinaus kommen seltene Markenbriefe unter den Hammer, etwa ein Sechserstreifen der
Preußen MiNr. 1 (größte bekannte Streifeneinheit) auf Strafmandatsbrief von Putzig (7500 Euro). Ein schönes Brustschilde-Angebot steht zu Beginn der Abteilung
Deutsches Reich. Von Lokalausgaben bis Bundesrepublik erstreckt sich das Nachkriegsangebot von total 350 Losen. Neben allen Standardausgaben suchen viele
Abarten, Farb- und Zähnungsunterschiede neue Liebhaber. 1650 Sammlungen und Posten bilden den Abschluss.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Farbfehldrucke sind nicht notgedrungen teuer
Die Annahme, dass Briefmarken mit Farbfehldrucken in aller Regel sehr kostspielig seien – zumal dann, wenn
es sich um einen vollflächigen Farbfehler der gesamten Markenbildes handelt –, ist eigentlich naheliegend. Und
es gibt hinreichend viele Beispiele aus aller Philatelisten-Welt, die eben diese Vermutung zu nähren und zu bestätigen
scheinen. Man denke nur an den Farbfehldruck des 4-Cent-Wertes des Columbus-Satzes von 1893 aus den USA (MiNr. 76 F)
oder an Österreichs 3 Kr. rot statt grün von 1867 (MiNr. 36 F), die locker fünfstellige Euro-Beträge erzielen, letzterer
auf Brief gar sechsstellige. Die ganz überwiegende Mehrzahl selbst vermögenderer Sammler und Spezialisten sind da nicht
nur sehr schnell aus dem Rennen, sondern hüten sich wohlweislich, an diesem überhaupt teilzunehmen.

Andererseits haben wir vorstehend bereits das Beispiel des bundesdeutschen Farbfehldrucks bei der Gelnhausen-Sondermarke
betrachtet, der ungeachtet einer recht stattlichen Katalognotierung auch für den nicht ganz so Betuchten noch leidlich
erschwinglich scheint. Das lässt die Hoffnung keimen, dass vielleicht doch nicht sämtliche philatelistischen Farbfehldrucke
sich preislich weit jenseits der Reichweite eines durchschnittlichen Sammlers tummeln. Und auch hierfür gibt es in der Tat
mancherlei Beispiele. Entscheidendes Kriterium ist, wie so oft, die verfügbare Stückzahl einer Ware (hier einer philatelistischen
Abart) und die Intensität der Nachfrage möglicher Interessenten.
Zwar ein Farbfehldruck wie er im Buche steht, aber dennoch nicht kostspielig, ist beispielsweise die luxemburgische
MiNr. 59 AF, ein 20-C.-Wert der Freimarkenserie Großherzog Adolf von 1891, der statt, wie vorgesehen, in Orange versehentlich
in einer gewissen Stückzahl in dunkelbrauner Farbe hergestellt worden ist. Ungebraucht im Katalog mit 200 Euro bewertet, war
unlängst ein Exemplar – gar eine linke untere Bogenecke, wie unser Bild zeigt – bei einer Schwanke-Auktion in Hamburg für
grade einmal 75 Euro im Angebot. Und dafür ist die Marke nicht einmal verkauft worden, was vielleicht ja auch etwas über die
Weitsicht von Abartensammlern aussagt.

Unter der Lupe:
Abarten und andere Besonderheiten
Von Gerd H. Hövelmann
Württembergische Telegrafenmarken-Abart
Altdeutsche und internationale klassische Telegrafenmarken zählen zu den „Back-of-the-Books“-Ausgaben. Also zu
jenen Marken, deren man im Regelfall erst dann gewahr wird, nachdem man eine ganze Sammlung mit ihren Haupt-
und sonstigen Nebenausgaben im Album bereits durchmustert hat. Wenn (fast) nichts mehr kommt, dann kommen die Telegrafenmarken.
Dabei ist es weithin Konsens unter Klassiksammlern, dass man eine Kollektion durchaus auch dann als komplett betrachten
kann, wenn die Telegrafen-Marken des betreffenden Gebiets in der Sammlung überhaupt keine Berücksichtigung gefunden haben.
Telegrafenmarken, die es im altdeutschen Bereich überhaupt nur von den Staaten Bayern, Preußen und Württemberg gegeben hat, haben
folglich erkennbar keinen sonderlich prominenten Status und erst recht nicht den Nimbus des schlechterdings Unentbehrlichen.
(Ein paar nähere Angaben zu den preußischen Telegrafenmarken findet der Interessent in der Marktrubrik dieser Ausgabe
der Deutschen Briefmarken-Revue.)
Gleichwohl erfreuen diese Telegrafenmarken sich eines einst exklusiven, inzwischen aber sichtlich wachsenden Stamms
interessierter Sammler – vielleicht auch deshalb, weil sie eine Liebhaberschaft zu denjenigen Spezialgebieten entwickelt haben,
die eben nicht jeder (mit-)sammelt. Diese gezielte Aufmerksamkeit und der Umstand, dass die meisten Telegrafenmarken –
zumal in sammelgeeigneter Qualität – recht selten sind, haben den betreffenden Ausgaben vergleichsweise hohe Katalogwerte und
Marktpreise beschert.

In dem kurzen Zeitraum zwischen 1875 und 1880 hat Württemberg in drei aufeinanderfolgenden Tranchen
(MiNr. 1-11, 12-13 und 14-21) weniger als zwei Dutzend im wesentlichen gleich gestaltete, wenn auch größenverschiedene Telegrafenmarken
aufgelegt. Auch hier gelten oft Qualitätsvorbehalte: Obwohl die Markenbogen mit Durchstichen als Trennhilfen ausgestattet waren,
wurden die Telegrafenmarken fast immer mit der Schere aus den Markenbogen zu je 100 Stück ausgetrennt. Mindestens einseitig an
geschnittene, also scherengetrennte Exemplare sind daher der Regelfall. Einseitige Scherentrennung wird im Katalog mit 25%
Bewertungsabzug „geahndet“, mehrseitige mit mindestens 50% Wertreduktion, während Exemplare mit allseits vollständig intakten
Durchstichen mit den doppelten Katalogwerten rechnen dürfen. Addiert man die Katalogwerte der nur 21 gestempelten
württembergischen Telegrafenmarken auf und lässt die beiden katalogisierten Farbvarianten (MiNr. 3 b und 9 b) außer Acht,
dann kommt man immerhin auf recht beachtliche 8085 Katalog-Euro oder durchschnittlich 384 Euro pro Stück. Allein die erste
Ausgabe (MiNr. 1-11) gestempelt kostet nennenswert mehr als ein postfrischer Posthornsatz.
Interessanterweise sind von den Telegrafen-Marken Württembergs bisher keinerlei Abarten im MICHEL-Spezialband katalogisiert.
Das heißt nicht, dass den Spezialisten nicht gegebenenfalls die eine oder andere Besonderheit bekannt ist. Zu verbreiteterer
Bekanntheit und Katalogehren haben sie es bisher indessen nicht gebracht.
Alle Telegrafenmarken Württembergs haben prinzipiell dasselbe Design: ornamentierte Kreise mit einer mittig plazierten
andersfarbigen Wertziffer sowie zusätzlich im unteren Markenrand eine in Pfennig- bzw. Mark-Beträgen ausgeschriebene
Wertangabe. Eben letztere ist es nun, der wir bei einem Wert – der 1 Mark (MiNr. 8) – den einzigen
und wohl auch nur in diesem einen Exemplar bekannten Fehldruck der württembergischen Telegrafenmarken verdanken.
Bei dieser Marke, hier im Bild gezeigt und von den Verbandsprüfern Thoma und Winkler attestiert, fehlt nämlich die
linke blaue Wertziffer „1“, die die untere Inschrift korrekt zu „1 Mark 1“ ergänzt hätte. Dass diese
Marke unten eine fast obligatorische Scherentrennung aufweist, entspricht, wie schon ausgeführt, nahezu der
Normalerhaltung. Dieser kleine Makel lässt sich um so leichter verschmerzen als es eben kein zweites Exemplar mit
diesem Fehldruck gibt. Die gezeigte Telegrafenmarke wird dieser Tage anlässlich der 129. Felzmann-Auktion in
Düsseldorf zum Schätzpreis von 3600 Euro angeboten.
Rundum ohne: DR MiNr. 663 U postfrisch

Ähnlich selten (und immerhin fast ein Unikat) ist auch das hier im Bild gezeigte breitrandige Unterrandstück der 6 Rpf
„Volksabstimmung in Österreich“ im Rastertiefdruck (Deutsches Reich MiNr. 663). Die MiNr. 663 lässt sich normalerweise
von der bildgleichen MiNr. 662 am leichtesten durch ihre etwas weitere Zähnung unterscheiden (K 12,5 gegenüber K 14).
Diese Diagnose gelingt hier freilich nicht. Denn unschwer lässt sich ausmachen, dass diese Marke bei der
Herstelllung ungezähnt geblieben ist. Der breite untere Bogenrand bringt diesen Befund besonders gut zum
Ausdruck und bietet zusätzliche Sicherheit. Diese eindruckvolle MiNr. 663 U entstammt dem bisher einzigen
überhaupt bekannt gewordenen allseits ungezähnten Viererblock dieser Volksabstimmungs-Marke. Es müsste
also theoretisch mindestens 20 vollständig ungezähnte Exemplare dieser Marke gegeben haben (wenn nicht gar
einen kompletten Bogen), aber mehr als der genannte Viererblock, der nun augenscheinlich aufgetrennt wird, ist
bis heute nicht aufgetaucht. Weitere Einheiten oder Einzelstücke scheint es nicht (mehr) zu geben. Das hier gezeigte
Exemplar ist bei der anstehenden Felzmann-Auktion ab 3500 Euro zu haben – kein Pappenstil, gewiss, aber
mit viel Nachschub dürfte eben kaum zu rechnen sein.
Es gibt im übrigen noch etliche weitere allseits ungezähnt gebliebene Exemplare anderer Markenausgaben der Weimarer Republik
und des Dritten Reichs, die bisher noch keine Berücksichtigung in der MICHEL-Katalogisierung gefunden habe. Aber vielleicht
ändert sich das ja bereits mit der angekündigten Überarbeitung des Zeitraums Deutsches Reich 1923 bis 1945 für die
Katalogneuaflage 2010, die in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen wird.
Bund MiNr. 257 mit Formnummer „1“
Bundesdeutsche und Berliner Briefmarken mit Formnummern in den (zumeist) rechten unteren Bogenecken
erfreuen sich unter Spezialisten seit langem wachsender Beliebtheit. Bei Ausgaben wie dem Posthornsatz oder allen
drei Heuss-Serien liegt dies eh auf der Hand, da solche Stücke auf dem Markt jahrelang Furore gemacht haben und
nach wie vor gesucht sind. Dabei existieren durchaus mancherlei Besonderheiten, die sich demjenigen, der die
einschlägige Fachliteratur nicht kennt, nicht auf den ersten (und kaum auf den zweiten) Blick erschließen. Die
Häufigkeit und damit auch das Preisniveau hängen bisweilen maßgelblich von der Art der jeweiligen Eckverzahnungen
der betreffenden Bogenecke ab. Hier kann es sich beispielsweise bei Bogenecken mit waagerecht und/oder senkrecht
durchgezähnten oder eben nicht durchgezähnten Bogenrändern mit derselben Formnummer einmal um Massenware, ein
anderes Mal um eine ausgesprochene Seltenheit handeln. Auch einige Eckrandstücke ohne Formnummern sind ausgemachte
„Formnummern-Raritäten“, eben weil eine Formnummer nicht vorhanden ist.

Zu den altbekannten, aber möglicherweise noch unterschätzten Formnummer-Spezialitäten zählt auch die hier
abgebildete, eigentlich unscheinbare rechte untere Bogenecke der Bund-Sondermarke „Seeschifffahrt“ (MiNr.
257) mit Formnummer „1“. Selten ist sie deshalb, weil nahezu alle Bogen dieser Marke überhaupt keine Formnummer in der
Bogenecke tragen. Den insbesondere preislich relevanten Unterschied hat bereits der 1987 im Selbstverlag erschienene
Bogenecken-Katalog von Bernd Törk herausgestellt. Dabei hat in diesem Fall die Eckverzahnung der rechten unteren Ecke
keine preisliche Auswirkung, denn dort, neben bzw. unter Bogenfeld 50, ist der untere Bogenrand immer senkrecht
durch gezähnt, während stets ein Zähnungsloch in den rechten Bogenrand hineinragt. Die Normalerhaltung dieser
Bogenecke ohne irgendeine Formnummer hatte Törk vor einem knappen Vierteljahrhundert mit 3,90 DM angegeben, die gleiche
Ecke mit Formnummer „1“ aber damals schon mit 450 DM bewertet (eine schwach ausgeprägte FN1 zudem separat mit 350
DM). Hätten Sie’s gedacht?
Der Verfasser hatte übrigens seit Jahren keine Bogenecke dieser Marke mit Formnummer zu Gesicht bekommen -
bis zum vergangenen Sommer, als bei der 150. Loth-Juliäumsauktion in Mainz das hier gezeigte Eckrandstück mit FN1
zum stolzen Kurs von 500 Euro offeriert wurde. Dass diese Besonderheit seinerzeit mutmaßlich keinen Käufer gefunden hat
(jedenfalls ist kein Zuschlagsbetrag bekannt geworden), tut unserem prinzipiellen Argument keinen Abbruch: Es lohnt
sich allemal, den Formnummer-Ecken besondere Beachtung zu schenken. Selbst bei solchen Ausgaben, bei denen der nicht
spezialisierte und nicht literaturkundige Sammler zunächst gar kein Potential vermuten würde. Hier, wie überall, gilt:
Mehr zu wissen als andere, zahlt sich aus.
Enorme Preise für Münzen und Briefmarken
Ettlingen
Die offizielle Besichtigung erstreckte sich über zwei Wochen und zahlreiche Sammler sowie Händler aus dem In-
und Ausland ließen es sich trotz der ungünstigen Wetterlage nicht nehmen, das umfangreiche Angebot persönlich in
Augenschein zu nehmen. Die zunehmende internationale Ausrichtung des Auktionshauses machte sich sowohl bei der
Besichtigung als auch bei der Zahl der eingehenden Gebote aus dem europäischen Ausland sowie aus Übersee bemerkbar.
Kunden aus fast allen Teilen Deutschlands, aus Frankreich, den Niederlanden, Ungarn, Griechenland, der Schweiz,
Russland, Türkei, dem Baltikum und Österreich reisten persönlich an. Ferngebote trafen aus allen Kontinenten in großer Zahl ein.

Bei den Einzellosen waren viele Ausgaben bereits schriftlich sehr hoch vorgeboten. So fand das umfangreiche Angebot
Liechtenstein insbesondere bei den Spezialitäten großen Anklang, so dass hier teilweise Preise bis zum zehnfachen
Schätzpreis erzielt wurden. Im Schweiz-Angebot konnten fünf Basler Tauben zu guten Preisen verkauft werden, eine
Teilfrankatur Österreich 9 Kreuzer (siehe Abbildung oben) ging nach heftigem Bieterkampf an einen telefonischen Bieter
nach Ungarn. Im deutschen Bereich konnten zahlreiche besonders hohe Zuschläge erzielt werden. So wurden die beiden
Vineta-Provisorien auf Briefstücken mit 5600 bzw. 5400 Euro plus Aufgeld verkauft. Deutsch-Ostafrika 1 Rupie mit
Wasserzeichen gestempelt erzielte, obwohl nicht einwandfrei, einen Zuschlag von 10.500 (9000) Euro zzgl. Aufgeld. Seltene
Zähnungen Bizone Bauten waren äußerst begehrt und erzielten Preise, die teils weit über dem Katalogwert lagen.
Das Angebot an Sammlungen, Posten und Nachlässen konnte fast vollständig abgesetzt werden und erbrachte oft erhebliche
Steigerungen, welche die Erwartungen des Auktionators Holger Thull und der meisten Einlieferer weit übertrafen.
Der Gesamtumsatz lag bei über 2 Millionen Euro!
Internet: www.gert-mueller-auktion.de
Spektakuläre Abart des Dritten Reiches!

Mainz
Eines der Highlights der 152. Loth-Auktion am 19. und 20. März ist ein ungezähntes Exemplar der 6 Rpf „Volksabstimmung in
Österreich“ (Deutsches Reich MiNr. 663 U) in postfrischer Erhaltung. Es stammt aus dem einzig bisher bekannten Eckrand-Viererblock.
Der Ausrufpreis der Abart beträgt 3000 Euro.
Beachtung verdient außerdem ein sehr guter Teil Deutsche Kolonien mit sehr vielen seltenen Stücken in meist hervorragender
Erhaltung, überwiegend mit neuen Prüfungen/Attesten (ca. 300 Lose).
Bemerkenswert ist außerdem sicherlich die Auflösung einer großen Formnummernsammlung Bund/Berlin mit ca. 200 Positionen,
dabei viele selten angebotene Stücke.
Diese Angebote betten sich ein in ein gewohnt großes Spektrum von Einzelstücken und Lots sämtlicher Sammelgebiete sowie
vieler unberührter Nachlässe, gehaltvoller Sammlungen und einem kleinen, aber feinen Münzteil mit etlichen gesuchten
Goldstücken.
Internet: www.lothauktionen.de
Postgeschichte gefragt
Kirchlengern
Auf der 142. Pumpenmeier-Auktion am 23. Januar sorgte vor allem Briefmaterial wieder für bemerkenswerte
Steigerungen. Für 420 (360) Euro wurde eine Mischfrankatur von Aitutaki mit den MiNr. 3 (3), 4 (2), 5 (3) und 6 (2) über
Neuseeland nach Bremen mitgenommen. Für 810 (380) Euro wurde eine Mischfrankatur Malaiische Staaten/Straits Settlements
ab Singapur in die Schweiz zugeschlagen. Von 240 auf 320 Euro kletterte ein Brief aus Reunion 1878 in die Schweiz mit einer
dekorativen Mischfrankatur französische Kolonialmarken mit allgemeiner Ausgabe. Zum Schätzpreis von 1000 Euro wechselte
ein eigenhändig von Napoleon am 10. August 1807, vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt, unterschriebener Briefbogen den
Besitzer. Ebenfalls zur Taxe, hier allerdings 1600 Euro, ging ein portogerechter Einschreibebrief mit der
MiNr. 5 II (2) der Österreichischen Post in der Levante von Alexandrien nach Zürich in neue Hände.
Bei den altdeutschen Staaten verbuchtes Briefmaterial im kleinen und mittleren Preis bereich Steigerungen, etwa
ein dekorativer Schiffsfrachtbrief aus Brake 1852, der von 40 auf 130 Euro sprang.

Ein Preisgarant waren wieder die Deutschen Besetzungsausgaben. Die MiNr. 11 II F des Etappengebietes West auf Briefstück
(Abbildung rechts) stieg von 280 auf 420 Euro.
Im modernen Deutschland-Teil fielen zunächst einige SBZ-Frankaturen auf, etwa MiNr. 113 ya als Einzelfrankatur auf
Firmenkarte mit Sonderstempel Leipzig, die 130 (70) Euro einspielte. Die MiNr. 115 ya ebenfalls als Einzelfrankatur, diesmal mit
Sonderstempel Gotha, wurde für 130 (75) Euro verkauft. Bei Berlin verbuchte ein Währungsgeschädigten-Block mit zwei
Ersttagsstempeln von Berlin W30 immerhin 640 (550) Euro. Zehn Briefe mit 37 verschiedenen Zusammendrucken aus dem
Ber liner Markenheftchenbogen 2 kosteten 1320 (1000) Euro. Bei Bund sorgte eine sehr seltene Mehrfachfrankatur für Aufsehen,
nämlich zwei Exemplare des Beethoven-Blocks von 1959 auf Luftpostbrief nach Kanada. Ein Bieter legte dafür 1600
(600) Euro auf den Tisch! Den Schätzpreis von 1200 Euro brachte ein Abwurfbeutel mit Stempel des Zeppelins „Schwaben“
vom 27. Mai 1912. Eine Zensur-Karte aus dem KZ Theresienstadt über Berlin mit Hitler-Dauermarke nach Marokko war einem
Bieter 380 (170) Euro wert.
Internet: www.pumpenmeier.de
Neu entdeckte Wasserzeichen-Typen der DDR im Angebot
Leipzig

Mit einem Feuerwerk an interessanten Angeboten startet die 150. Jubiläumsauktion der Firma Fortagne & Lipfert am 15. und 16. Januar 2010. Über
3900 Lose aus fast allen Bereichen der Philatelie kommen unter den Hammer.
Der Schwerpunkt liegt auf Material von Nachkriegsdeutschland, darunter neu entdeckte Wasserzeichen-Typen der DDR, die erstmalig auf den Auktionsmarkt kommen.
Den Auftakt machen zunächst 270 Zeppelin- und Flugpostlose. Zu den herausragenden Stücken bei der Zeppelinpost gehört eine Schweiz-Zuleitung zur Schlesienfahrt 1929, die in
Breslau abgeworfen wurde (Sieger-Nr. 43, 650 Euro). 420 Euro soll ein Brief aus Danzig 1936 in die USA kosten, der mit einem Nachbringeflug zum Dampfer „Bremen“ befördert wurde.
Es folgen ca. 200 Lose aus den Bereichen Schiffspost, Feldpost/Kriegsgefangenenpost und Motive. Mit dabei ist ein SS-Feldpostbrief aus 1943 vom Kommandeur in Kiew an den Kommandeur in Minsk (680
Euro). Ein portofreier Manöver-Feldpostbrief der DDR-NVA aus 1976 (Übung „Schild 76“) startet mit 120 Euro. Rund 150 Lose Heimatphilatelie und Postgeschichte sowie 180 Lose mit Ansichtskarten
(u. a. über 7200 alte AK) und 150 Lose mit Material zur Zeitgeschichte schließen sich an. Altdeutschland bietet rund 1700 Positionen von Bayern bis Württemberg,
dabei bayerische Privatganzsachen, diverse Postscheine und Belege mit sächsischen Nummernstempeln aus den Nummern 27 bis 203. Über 500 Lose Deutsches Reich
und Gebiete bringen neben der Standardware viele Belege, Ganzsachen, Farben, Plattenfehler und andere Abarten. Es gibt wieder insgesamt 17 Belege mit Randstücken bzw. Oberrändern Krone/Adler und
Germania. Dazu gesellen sich Infla-Groß-und Massenfrankaturen.

Deutschland nach 1945 ist mit 450 Losen recht reichhaltig. Genauso viele Positionen weist die DDR auf, die mit vielen Besonderheiten lockt. Von der Köpfe-Dauerserie gibt es beispielsweise die MiNr.
329 z XI L postfrisch und die MiNr. 338 vb XII gestempelt (je 500 Euro). Ebenfalls diesen Ausruf hat eine linke untere Bogenecke mit DZ der MiNr. 834 X in postfrischer Erhaltung. Neben der Standardware
finden sich bei den anderen Nachkriegsgebieten auch Ganzsachen und andere Belege.
Von der Klassik bis zur Moderne reicht das Angebot bei Europa und Übersee. Topstück mit 700 Euro Ausruf ist die Monaco MiNr. 33 postfrisch mit unten anhängendem Zwischensteg. Den Abschluss bilden rund
900 Lots, Engrosposten und Sammlungen, die alle aus Privathand stammen.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de
Erfolg mit „Götz-on-Tour“
Oberkirch Sieben Auktionen haben Jürgen und Olaf Götz in 2009 durchgeführt. Insgesamt kamen genau 61.464 Lose unter den Hammer, wobei 21.459 davon auf den
Bereich Sammlungen und Posten entfielen. Ein Highlight war sicherlich die „Götz-on-Tour-Auktion“ im letzten August, wo die Firma ihr Angebot in der Rheingoldhalle in
Mannheim präsentierte. Bei dieser Versteigerung wurden über 90% des Angebotswertes abgesetzt.
Auch die jüngste Auktion, die 329. vom 17. bis 19. November 2009, brachte wieder gute Ergebnisse. Los 1, ein Nachlass, kletterte von 5000 auf 9000 Euro, Los 20, eine
Sammlung Deutsches Reich, von 3000 auf 8500 Euro oder Los 22, eine Kollektion Deutsche Besetzungsausgaben, von 2000 auf 8600 Euro. Unter den Losnummern 102
bis 108 wurden Münzen angeboten. Mit ihnen wurden insgesamt 28.000 (17.500) Euro erzielt. Eine Sammlung Tschechei stieg von 12.000 auf 18.000 Euro.
Die nächste Götz-Auktion findet vom 26. bis 28. Januar 2010 statt. Der Katalog kann auch online bestellt werden.
Internet: www.goetz-auktion.de
Spitzenpreise für Nachkriegs-Postgeschichte
Wunstorf Mit einem großartigen Erfolg endete die Versteigerung der Sammlung „Peter van Halteren“ am 14. November 2009 bei Peter Harlos. Der handbuchartige, 650 Seiten starke Farbkatalog, in
welchem fast alle der über 5500 Einzellose abgebildet waren, würdigte die über 30 Jahre währende Sammeltätigkeit des Niederländers, der in den letzten Jahren in Deutschland lebte.
Peter Harlos, der Spezialist für Postgeschichte, versteigerte vor über 100 Sammlern, Prüfer und Händlern der Nachkriegszeit 16 Stunden lang von 9 Uhr morgens bis 1 Uhr am darauffolgenden Morgen. Da für das
leibliche Wohl gesorgt war, kam auch bei unterlegenen Bietern keine Langeweile auf.

Die Versteigerung ließ eine Tendenz klar erkennen: Gesucht waren aussagekräftige, stark an der Zeitgeschichte orientierte Belege. So wurden Briefe aus dem Stettiner Zipfel zu hohen Preisen verkauft, wobei das
Titelbild mit 2300 Euro das Topstück war (Abbildung siehe DBR 10/09, Seite 53). Ein Ortsbrief von Freiburg/Breisgau, der im Jahr 1945 überrollt worden war, erzielte bei Ausruf 200 Euro starke 1550 Euro (siehe
Abbildung unten). Ein Brief aus der geteilten Stadt Penig vom 12. Juli 1945 während der Zeit der Muldensperre brachte 820 (50) Euro. Gerade dieser Brief zählt zu der Art von Belegen, die zum neu geprägten Begriff
von der „social philately“ zu rechnen sind: Wer hat geschrieben? Wohin wurde geschrieben? Wann wurde geschrieben?
Zeitgeschichte, Notstempel und Ganzsachen wurden zu hohen Preisen fast restlos abgesetzt. Weniger stark beboten waren die Markenausgaben, die auch nicht Mittelpunkt der Sammlung Peter van Halterens
waren. Hier wirkt sich die starke Verunsicherung vieler Sammler über zu hohe Katalogpreise aus.
Der Auktionskatalog, welcher gerade durch die Ergebnisliste ein bleibendes Nachschlagewerk der deutschen Postgeschichte der Jahre 1945 bis 1949 geworden ist, ist noch in Einzelexemplaren erhältlich.
Internet: www.harlos-auktion.de
Großes Interesse an ungebrauchter Klassik
Bietigheim-Bissingen Innerhalb von nur zwei Monaten ist es Christoph Gärtner gelungen, eine weitere ebenso umfang- wie erfolgreiche Briefmarkenauktion mit rund 16 000 Losen auf die Beine zu stellen. Seine
insgesamt erst 12. Versteigerung vom 17. bis 20. November war mit einem Gesamtzuschlag von über 4 Millionen Euro (inklusive Aufgelder und Steuern) zugleich eine seiner erfolgreichsten.

Ceylons 4 d. und 9 d. der ersten Ausgabe von 1857/59 ungebraucht wurden für 44.000 (38.000) bzw. 37.000 (30.000) Euro zugeschlagen. Auch eine ungebrauchte 15 c. schwarz auf blau von 1852 aus Reunion
für 29.000 Euro oder eine ebenfalls ungebrauchte Dienstmarke Großbritanniens zu 1 Pfd. Queen Victoria von 1882 für 22.000 Euro (Startpreis jeweils 15.000 Euro) zeigten das große Interesse an ungebrauchten
klassischen Ausgaben. Daneben war natürlich der bekannte Trend hin zu außergewöhnlichen Belegen spürbar. So wurde ein Ersttagsbrief der Nr. 1 von Dänemark (1851) für 18.000 (20.000) Euro verkauft. Ein Brief mit
den Facit Nr. 1 a (2) und 2 a von Schweden aus 1855 nach Finnland fand zur Taxe von 25.000 Euro einen neuen Besitzer. Auch bei Deutschland war das Besondere gefragt. Den Ausruf von 15.000 Euro brachte ein
sogenanntes Stockach-Provisorium von Baden, eine der versehentlich ungezähnt gebliebenen 3 Kreuzer von 1862 (MiNr. 18 U) in gestempelter Erhaltung. Von 10.000 auf 13.000 Euro kletterte ein eindrucksvoller
Bayern-Brief aus 1862 nach Habanna/Kuba. 16.000 (15.000) Euro spielte eine Einzelfrankatur der Bergedorf MiNr. 5 nach Helgoland (ex Sammlung Arthur Salm) ein. Der vielleicht schönste erhaltene Zierbrief
von Württemberg mit der ersten Marke aus 1852 stieg von 10.000 auf 17.000 Euro.
Die zurzeit gute Nachfrage nach ungebrauchten Stücken zeigte sich auch im Samm lungsteil, wo eine Ausstellungssammlung Jordanien mit allerlei Besonderheiten für 36.000 (35.000) Euro wegging. Daneben
zog auch hier das Nichtalltägliche wie eine Spezialsammlung mit hochkarätigen Briefen aus der Inflationszeit 1923, die 16.500 (13.000) Euro kostete, oder eine Partie mit über 140 Saar-Ministerblocks aus
dem Zeitraum 1945 bis 1956, die von 3000 auf 11.000 Euro davonzog. Sechsstellig wurden eine umfangreiche Sammlung der Britischen Kolonien mit dem Pseudonym „Yellowstone“ mit 125.000 (50.000) Euro und
eine Kollektion „Quetschfalten“, durch ungenaues Einlegen des Papiers vor dem Druck entstanden, mit weit über 5000 Stücken aus aller Welt von ca. 1850 bis 2000, die zum Rekordzuschlag von 175.000
(165.000) Euro den Besitzer wechselte.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Altdeutschland-Spezial zum 90-jährigen Firmenjubiläum
Braunschweig Im Herzen Braunschweigs, in der Hagenbrücke 19, liegt eines der ältesten und renommiertesten Briefmarken-Fachgeschäfte Deutschlands, die Firma Karl Pfankuch & Co. Sie wurde 1919 von drei
Teilhabern gegründet. Zwei davon verließen in den wirtschaftlich schwierigen 1920er Jahren die Firma, die fortan von Bernhard Hübschmann alleine fortgeführt wurde. Am 15. November 1935 eröffnete er
ein Ladengeschäft in der Schützenstraße, das schnell zu einem beliebten Treffpunkt wurde, aber Mitte Oktober 1944 bei einem Bombenangriff ausbrannte. Der Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg war schwer.
Die Bestände waren weitgehend vernichtet, der Kontakt zu den Kunden in Ostdeutschland unterbrochen. Trotz aller Widrigkeiten gelang es Hübschmann, mit Unterstützung seines Neffen Karl Jürgen Tellgmann das
Geschäft wieder anzukurbeln. Parallel entstand mit dem Auktionshaus ein zweites Standbein. Die erste Pfankuch-Auktion fand am 15. November 1950 statt. Neben dem weiteren Ausbau der Firma engagierte sich
Hübschmann auch auf Verbandsebene. Er gehörte zu den Mitbegründern des Bundesverbandes der Deutschen Briefmarkenversteigerer (BDB). 1976 verstarb er überraschend auf der Fahrt zu einer Briefmarkenmesse.
Sein Neffe übernahm die Firma, ehe er sie 1987 an Peter Sieberath weitergab. Mit der Aussicht auf die Firmenübernahme hatte eben jener Peter Sieberath, der auch heute noch den Auktionshammer schwingt,
als Angestellter in der Firma Pfankuch begonnen. Sein Liebe zur Philatelie beeinflusste die Berufswahl nach Schule und Studium.
Die 192. Pfankuch-Jubiläumsauktion am 25. und 26. November hatte mit Altdeutschland einen Schwerpunkt, der rund 1000 Lose umfasste. Sehr gute Ergebnisse brachte dabei u. a. Braunschweig. So stieg ein
seltener Inlandsbrief mit der MiNr. 1 a nach Helmstedt von 350 auf 1420 Euro. Ein Dreierstreifen und ein Paar der MiNr. 4 auf Brief sprangen von 1000 auf 6600 Euro. 1240 (700) Euro kostete ein Luxusbrief mit einem
Dreierstreifen der MiNr. 4 von Wolfenbüttel nach Helmstedt. Schließlich landete eine Ganzsache MiNr. U 1A mit einem Paar der MiNr. 6 c nach Quickborn bei 1020 (200) Euro.
Internet: www.karl-pfankuch.de
Vorweihnachtliche Kauflaune
Bamberg Die zu Beginn der 29. Sem-Auktion am 14. November 2009 ausgerufenen Posten und Sammlungen erfreuten sich großer Nachfrage. So stiegen ein kleinerBayern-Dublettenbestand von 400 auf 760
Euro, eine hübsche Ausstellungssammlung Bayern von 7500 auf 11.000 Euro und eine Zusammenstellung mit Ganzsachen von 2500 auf 3700 Euro. Unbestrittener Star war eine Spitzensammlung VR China, die
von 7000 auf 39.000 Euro kletterte. Mehr als 30 Philatelisten aus aller Welt zeigten Kaufinteresse!

Bei den Einzellosen waren Seltenheiten sowie Lose in guter Qualität gefragt. Bei Baden brachte die Landpost MiNr. 3 mit Rahmenstempel trotz kleiner Mängel 2700 (2500) Euro. Bayern glänzte beim
„Schwarzen Einser“ mit 4100 (3500) Euro für ein Streifband, 4200 (2800) Euro für eine Drucksache und mit 8000 (5000) Euro für das Titellos, eine vollständige Drucksache mit Streifband. Die MiNr.
2 Ia und 4 I als 9-Kreuzer-Postvereins-Franko von Nürnberg nach Erfurt spielten 2250 (2000) Euro ein. „Kleine“ Lose verkauften sich dann besonders gut, wenn sie Besonderheiten zeigten. Ein heißer Bieterkampf
entbrannte um eine bayerische 10-Pf-Weltpostvereinskarte nach China, die außerdem aufgrund von Nachsendungen Marken von China, Hongkong und den USA trägt (Abbildung siehe DBR 11/09, Seite 52). Mit 500 Euro gestartet,
landete sie schließlich bei 3700 Euro. Auch Taxis verkaufte sich gut, wie 2700 (1500) Euro für den blauen Vierringstempel „235“ von Ilmenau auf Brief mit der Preußen MiNr. 2 b zeigten. Einer von vermutlich nur zwei
Briefen mit dem „Fehlstempel“ von Kreuznach stieg von 600 auf 920 Euro.
Internet: www.peter-sem.de
62. Gert-Müller-Auktion:
Kolonial-Seltenheiten im Blickpunkt
Jan Billion
Seit 1951 veranstaltet das Traditionsunternehmen Gert Müller in Karlsruhe Briefmarkenauktionen und zählt zu den angesehensten Firmen der Briefmarkenbranche. Nachdem der Inhaber aus Altersgründen die Firma
an Holger Thull (45) verkauft hat, wurde neue, geeignete Räumlichkeiten gesucht und gefunden, die höheren Ansprüchen gerecht werden sollen. Von dort wird nun die 62. Müller-Auktion vom 4. bis 6. Februar
2010 durchgeführt, die sich durch ein wesentlich umfangreicheres Angebot als bisher auszeichnet.
Schon als 15-Jähriger Kolonien gesammelt

Holger Thull, seit 27 Jahren selbständiger Berufsphilatelist, kennt sich in der Auktionsbranche sehr genau aus. Bisher war er auf internationalen Auktionen als Käufer und Einlieferer aktiv,
schaffte jährliche Umsätze in Millionenhöhe und zählt große Sammler im Inund Ausland zu seinen Kunden. „Meine Kunden wissen die gute Beratung und die Seriosität zu schätzen“, erzählt er
im Gespräch mit der DBR-Redaktion. „Geschäftspartner wissen, dass jede Rechnung, egal in welcher Höhe, problemlos beglichen wird. Diese Verlässlichkeit ist mir besonders wichtig.“ Thull
gehört zu denjenigen, die ihr Hobby zum Beruf machen konnten. „Deshalb macht mir meine Arbeit große Freude. Ich bin philatelistisch sehr vielseitig interessiert, sammelte mit 15 Jahren
schon Deutsche Kolonien und später die frühen Ausgaben von Thailand auf Briefen. Seltene Frankaturen weltweit und Abarten interessieren mich besonders. Für schöne klassische Marken und
Briefe mit ungewöhnlichen Frankaturen kann ich mich immer begeistern.“

Mit der Firma von Gert Müller, die auf eine über 60-jährige Tradition zurückblicken kann (Gert Müller eröffnete 1948 einen Versandhandel und führte 1951 seine erste Briefmarkenauktion durch),
kann er nun auch selbst den Auktionshammer schwingen. Zunächst aber galt es, geeignete neue Räumlichkeiten zu finden, die dem neuen Auktionsformat entsprechen. Die Vorgabe
war, alle Auktionsabläufe – Besichtigung, Versteigerung sowie Abholung und Versand der verkauften Ware – unter einem Dach abzuwickeln. Fündig wurde er mit Hilfe eines Maklers in Ettlingen,
einer Nachbarstadt von Karlsruhe mit rund 39 000 Einwohnern und einer über 1250 Jahre alten Geschichte. Dort mietete Holger Thull in einem Bürohaus das komplette Erdgeschoss
mit fast 900 qm Fläche langfristig an. Mittlerweile sind die Räumlichkeiten kom plett umgebaut, Sicherheitsvorkehrungen mit einer individuell zugeschnittenen Alarmanlage auf den neuesten Stand gebracht und Tresore für
die wertvollen Stücke angeschafft worden. Großzügige Räumlichkeiten laden ab Ende Januar 2010 zur Besichtigung des Materials der 62. Gert-Müller-Auktion ein.
Große Palette von klassisch bis modern
Dieser Platz wird auch benötigt, denn das Angebot ist wesentlich umfangreicher als in der Vergangenheit. Da sind zunächst einmal weit über 5000 Einzellose mit vielen Raritäten. Darunter befinden sich ein
starker Teil Übersee und Europa, wobei hier vor allem Frankreich und die Schweiz mit meist mehrfach vertretenen klassischen Raritäten zu nennen sind. Altdeutschland zeigt etliche Schwarze Einser,
mehrere Sachsen Dreier und viele 70 Kreu zer von Württemberg. Die Deutschen Kolonien, mit denen Thull schon als Jugendlicher flirtete, enthalten seltenste Marken und Briefe, beispielsweise Flugpostkarten
von Deutsch-Südwestafrika oder die 1 Rupie mit Wasserzeichen von Deutsch-Ostafrika. Das Deutsche Reich glänzt mit zwei Vineta Provisorien und einer reichhaltigen Zeppelinpost-Abteilung inklusive
Lakehurst-Katastrophenbrief. Rare Frankaturen und die Auflösung einer aus den USA stammenden Sammlung Künstlerblocks kennzeichnen die Saar-Offerte. Die Bautenserie der Bizone lockt mit
seltenen Zähnungen und Wasserzeichen, die Bundesrepublik u. a. mit Abarten.
Das Interesse der internationalen Kundschaft dürften auch die über 4000 Sammlungen, Partien, Kartons und kompletten Nachlässe mit Ausrufpreisen von 50 bis 35 000 Euro wecken.
Mit dabei ist der Bestand „Baden Württemberg“ mit hochwertigen Kollektionen von Deutschland, Europa und Übersee, die länderweise angeboten werden. Auch ein komplettes Objekt
Russland/Sowjetunion 1857/2006 ungebraucht bzw. postfrisch wird auf Wunsch des Einlieferers geschlossen ausgerufen. Nach Ländern aufgeteilt wird außerdem die riesige Briefesammlung eines britischen Sammlers.
Komplett zu haben ist eine Ausstellungssammlung Zeppelinpost. Das Sammlungsangebot, zu dem auch Münz-Kollektionen bis 20.000 Euro Ausrufwert gehören, richtet sich an Sammler und Profis gleichermaßen.
Die Auktionskataloge werden Ende Dezember an rund 17.000 Kunden in aller Welt verschickt, darunter 4000 in der Schweiz sowie 1700 Sammler und Händler in den USA.
Schwarzer Einser: Kompletter Schalterbogen als Mitgift?

Wenn im März 2010 der dritte und letzte Teil der Deutschland-Sammlung von Fritz Kirchner bei Heinrich Köhler in Wiesbaden zur
Versteigerung kommt, wird ein Kronjuwel der Deutschland-Philatelie dabei sein: Deutschlands erste Briefmarke, die bayerische 1 Kreuzer
schwarz von 1849, im kompletten Schalterbogen von 90 Exemplaren. Der berühmte Bogen stammt aus der Sammlung des amerikanischen
Industriellen John R. Boker Jr., die zwischen 1985 und 2000 bei Heinrich Köhler in Wiesbaden versteigert wurde.
Wer weiß mehr über den Postmeister Altenröder?

Bei Nachforschungen zur Geschichte des Schalterbogens und seiner Vorbesitzer entdeckten die Philatelisten bei Köhler jetzt handschriftliche Aufzeichnungen von Volker Parthen in der
Köhler-Altdeutschland-Karteiregistra tur.Volker Parthen, im Jahr 2000 verstorbener ehemaliger Firmen-Inhaber und Auktionator der Boker-Versteigerungen,
konnte einige Details über die Geschichte des Bogens in Erfahrung bringen.
So berichtete im Mai 1986 der Raritätenhändler Heinz Dransfeld aus München, dass der Bogen bereits 1955 für etwa 50 000 D-Mark unter Mitwirkung von Margarete Stock
in die Sammlung von John R. Boker jr. wechselte. Offenbar war auch das damalige Münchner Handelsunternehmen Larisch an der Transaktion beteiligt. Heinz Dransfeld, im Jahre 1955 Prokurist im
Hause Larisch, erzählte Volker Parthen von den ihm damals bekannt gewordenen Details: Der Vorbesitzer sei ein Herr Altenröder in Pasing gewesen.
Dieser war Postmeister und hatte seinen beiden Töchtern jeweils einen kompletten Schalterbogen von 90 Exemplaren des „Schwarzen Einsers“ gekauft, weil „die 1 Kreuzer der billigste
Wert der neu verausgabten Franco-Marke“ gewesen sei.
Gerne würden die Spezialisten bei Köhler weitere Indizien für den vermutlich wahren Kern dieser Legende finden. Deshalb der Aufruf: Wer kennt die Namen der Postmeister im bayerischen Postamt Pasing/München seit
der Eröffnung im Jahr 1846. Gab es 1849 oder später in Pasing tatsächlich einen Postmeister Altenröder oder vielleicht in einem benachbarten Postamt?
Entsprechende Hinweise werden erbeten an: Heinrich Köhler Auktionshaus GmbH & Co. KG, Wilhelmstr. 48, 65183 Wiesbaden, Telefon 0611/3 93 81, Fax 0611/3 93 84, info@heinrich-koehler.de.
Zeppelinpost und Raritäten zogen ab
Düsseldorf
Kauflustig, streckenweise sogar euphorisch zeigte sich das Publikum während der 128. Felzmann-Auktion vom 5. bis 7. November 2009. Gleich zu Beginn löste Zeppelinpost heftige Bietergefechte
aus. Eine Zuleitung aus Äthiopien zur 4. Südamerikafahrt 1934 mit der sehr seltenen Destination Lima (Peru) stieg von 1500 auf 3600 Euro. 3400 (1500) Euro brachte eine deutsch-ungarische Mischfrankatur
zur versuchten Amerikafahrt 1929. Sehr viel Potential hatten zwei holländische Raketenpostbriefe aus den Jahren 1945 bzw. 1946, die von jeweils 200 Euro auf 3300 bzw. 3100 Euro sprangen.
Bei solchen Preisraketen war es kein Wunder, dass der Auktionszeitplan an diesem Tag um volle drei Stunden überschritten wurde.

Felzmann konnte wieder eine ganze Reihe deutscher Raritäten anbieten, beispielsweise ein waagerechtes Paar der Hamburg MiNr. 1 auf Brief (siehe Foto oben), das mit 18 500 (9000) Euro den doppelten
Schätzpreis einspielte. Bei 8600 (4000) Euro liefen die MiNr. 58-62 I des Deutschen Reiches in ungebrauchter Erhaltung ein. Daneben waren deutsche Besetzungsausgaben gefragt.
Der Satz MiNr. 1-5 ungebraucht von Grodno (Besetzung Erster Weltkrieg) wechselte für 5800 (1200) Euro den Besitzer. Hohe Steigerungen verbuchte auch das Sudetenland. Die MiNr. 27 mit Platten nummer 1
auf dem Bogenrand auf Briefstück schoss von 500 auf 3100 Euro. Der postfrische Teilsatz MiNr. 1-16 und 21-22 aus der Besetzung von Zara im Zweiten Weltkrieg kletterte von 1200 auf 2800 Euro.
Eine ungebrauchte Päckchen-Zulassungsmarke aus dem Kuban-Brückenkopf erlöste 4200 (2000) Euro. Auch moderneres Material fand zu hohen Preisen Abnehmer wie 5200 (4500) Euro für einen Handabzug des
Wiederaufbau-Blocks von Thüringen (Block MiNr. 4 P IV) zeigten.
An der Versteigerung der Sammlungen und Posten beteiligten sich auch Telefonbieter aus Übersee. Mit 32 000 (18 000) Euro für den höchsten Zuschlag sorgte eine umfassende und gut ausgebaute
Generalsammlung der Deutschen Kolonien. Als die Münzen an die Reihe kamen, reichten die Sitzplätze kaum aus. Auch dieser Bereich leistete seinen Beitrag zu einem Gesamtzuschlag von
2,9 Millionen Euro (inklusive Aufgeld und Mehrwertsteuer).
Internet: www.felzmann.de
Gewinner Sudetenland
Dresden

Zu den Gewinnern auf der 160. Dresdner Briefmarken-Auktion vom 2. bis 4. November gehörten die örtlichen amtlichen Ausgaben des Sudetenlandes. In dem Gebiet, das am 1. Oktober 1938 als
Folge des Münchner Abkommens von der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich abgetreten worden war, begann die Sudetendeutsche Partei schon am 21. September mit der Ausgabe von
Briefmarkenprovisorien, meist mit Ortsnamen und Hakenkreuz überdruckten tschechischen Marken. Die Überdruckmarken konnten nur einen Monat bis 20. Oktober 1938 benutzt
werden; danach besaßen nur noch Marken des Deutschen Reiches Gültigkeit. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass Verwendungen der Sudetenland-Provisorien – gestempelt oder auf Brief –
wegen der kurzen Zeitspanne sehr begehrt sind. Insofern ist es bemerkenswert, dass die Dresdner Briefmarken-Auktion fast 50 Lose auf einmal anbieten konnte, die im Übrigen alle verkauft wurden. Dabei gab es
meistens enorme Steigerungen, wie 3100 (800) Euro für den Praga-Block mit Stempel Karlsbad vom 4. Oktober 1938 zeigten (siehe Foto oben).
Ein Gebiet, das ebenfalls viel Aufmerksamkeit fand, war die SBZ. Thüringens Weihnachtsblocks liefen durchweg zu 50 bis 100% der MICHEL-Notierung. So brachten
zwei Blocks MiNr. 2 t in postfrischer Erhaltung je 630 (350 bzw. 330) Euro. Ein gestempelter Brückenbau-Block mit um 2,1 mm nach oben verschobenen Marken zu
10 und 12 Pf (MiNr. 4 ay I) stieg von 1000 auf 2400 Euro. Wahre Bieterschlachten gab es um die Bezirkshandstempelaufdrucke von 1948, wo 93% der Lose zugeschlagen
wurden. Bei Übersee fand sich ein recht starkes Angebot Volksrepublik China. Zweimal, einmal postfrisch und einmal gestempelt, war der Schauspieler-Block von 1962
(Block MiNr. 8) enthalten. Er sprang von 800 bzw. 600 Euro auf 3950 bzw. 2100 Euro! Sammlungen und Posten waren so stark gefragt wie seit 20 Jahren
nicht mehr und zwar von allen Gebieten.
Internet: www.dresdner-briefmarkenauktion.de
SBZ und DDR im Blickpunkt
Berlin

Zu den Schwerpunkten bei Hadersbeck gehört stets das DDR-Material. Auf der 41. Versteigerung vom 15. bis 17. Oktober war u. a. eine seltene Ganzsache
zu haben, die 20 Pf Postkarte mit Antwortkarte mit deutschem und französischem Vordruck (MiNr. P 61 II), die in ungebrauchter Erhaltung von 1800 auf 2050
Euro kletterte. Für eine Ganzsache ein beachtlicher Preis. Von 250 auf 540 Euro entwickelte sich eine postfrische rechte untere Bogenecke der MiNr. 276 mit
Druckvermerk 3 aus der 2. Auflage. 1150 (700) Euro wurde für eine postfrische MiNr. 329 zaYI geboten. Bei 1050 (800) Euro fiel der Hammer für einen Ersttagsbrief mit
dem Fehldruck MiNr. 1792 F. Der Block MiNr. 43 U postfrisch ging für 560 (350) Euro. Ebenfalls gut bestückt zeigte sich die SBZ, wo eine gestempelte MiNr. 31 yb
1550 (1000) Euro einspielte. Eine gestempelte 40 Pf Ziffer mit der äußerst seltenen Postmeistertrennung Sohland konnte mit 1500 (700) Euro ihren Ansatz mehr als
verdoppeln. Begehrt waren auch wieder die Bezirkshandstempelaufdrucke. Ein seltener Bedarfsbrief mit der 26 Pf Arbeiter aus Torno/Bezirk 14 war einem Bieter 2050 (1200) Euro wert.
Knapp unter dem Ausruf von 1000 Euro landete mit 950 Euro ein ungummierter Probedruck der ersten 2-Mark-Marke des Deutschen Reiches (MiNr. 64 I P). Die MiNr. 330 BP gestempelt steigerte von 300
auf 460 Euro. 450 (300) Euro brachte eine Mecklenburger Notausgabe 20 Mrd. mit zweizeiligem violettem Kontrollaufdruck des Steueramtes Hagenow mit Stempel vom 8.12.23 (MiNr. 40 AIV). Bei den Deutschen
Kolonien, den Nebengebieten sowie den westdeutschen Nachkriegsgebieten gab es ebenfalls einige bemerkenswerte Resultate. Immer ein Blickfang bei Hadersbeck sind Marken der Volksrepublik China. Hier
brachte der ungezähnte Schauspieler-Satz in postfrischer Erhaltung (Gummi teils bräunlich verfärbt) 1550 (1000) Euro.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.de
„Aan Nicolaas Onditie“
Kirchlengern
Das Auktionshaus Pumpenmeier ist immer für interessante (post)geschichtliche Belege gut. Auf der 141. Auktion fand sich u. a. ein Brief, wahrscheinlich
aus Holland, an den Kriegsgefangenen Nicolaas Onditie am Kap der Guten Hoffnung aus ca. 1795, der für 470 (360) Euro einen neuen Besitzer fand. Ebenfalls historische Bedeutung hat eine Briefhülle vom
7.10.1813 des „Commandierenden Graf Wittgenstein“, Oberbefehlshaber der russischen Armee in der Völkerschlacht bei Leipzig gegen Napoleon, an den österreichischen General Graf Käenau. Er steigerte
von 340 auf 550 Euro.

Daneben stößt man bei Pumpenmeier auch häufig auf seltene Marken-Verwendungen vor allem der deutschen Sammelgebiete, auch wenn diese von den Käufern nicht immer in der vorgegebenen Preiskategorie akzeptiert
werden. So erging es einer MiNr. 392 des Deutschen Reiches als Gebühr auf Reichspost-Ausweis zur Fahrpreisermäßigung für Sommerkraftpostlinien, die für 520 (600) Euro zugeschlagen wurde.
Wesentlich besser hatte es eine portogerechte Mehrfachfrankatur der Berlin MiNr. 46 (Fünferstreifen) auf Brief von Berlin-Steglitz nach Schweden, die von 50 auf 110 Euro kletterte.
Internet: www.pumpenmeier.de
DR-Bogenecken begehrt!
Leipzig
Die 149. Leipziger Briefmarkenauktion Fortagne & Lipfert löste eine rege Beteiligung von Saal- und Fernbietern aus.
Eine tolle Steigerung erzielte ein Einschreibebrief vom Philatelistentag 1912 in Marktredwitz nach Leipzig mit 220 (10)
Euro. Begehrt waren Bogenecken früher Freimarkenserien des Deutschen Reiches. So kletterte ein Einschreibebrief mit Oberrandstücken der MiNr. 47 und 49 und einer
Bogenecke der MiNr. 55 von 70 auf 300 Euro. Mit 200 Euro beim vierfachen Ausruf landete eine Bogenecke der MiNr. 48 auf Brief. Zu den bemerkenswertesten
Zuschlägen der Nachkriegsphilatelie zählten 1300 (900) Euro für einen senkrechten Dreierstreifen der DDR MiNr. 339 xbXI auf Briefstück. Von den 980 Posten und
Restsammlungen wurden über 900 mit meist erheblichen Steigerungsraten verkauft.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de
Wiedersehen nach 20 Jahren:
erste DR MiNr. 152 Y – Nachtrag

Erst in der letzten Ausgabe der Deutschen Briefmarken-Revue hatte der Verfasser die Geschichte der seltenen Wasserzeichen-Abart MiNr. 152 Y
gestempelt des Deutschen Reichs Revue passieren lassen, deren erstes Auftauchen er seinerzeit, vor zwei Jahrzehnten, als Augenzeuge hatte
verfolgen können. Statt des vorgesehenen Rauten-Wasserzeichens weist diese Abart das sogenannte Vierpass oder „Kreuzblüten“-Wz. auf.
Wie unlängst berichtet, hatte diese rare Marke – damals das erste und einzig bekannte prüfbare Stück (heute sind deren drei registriert) – anlässlich der 166.
Ebel-Auktion bei einem Schätzpreis von 15.000 DM einen stolzen Zuschlag von 28 000 DM erzielt. Seither war diese Marke im Besitz des seinerzeitigen Käufers, des bedeutenden
Sammlers Fritz Kirchner, verblieben. Erst dieser Tage ist sie wieder aufgetaucht – im zweiten Teil der Auflösung der Kirchner-Sammlung beim Wiesbadener Auktionshaus Heinrich Köhler.
Angesetzt hatte das Auktionshaus diese Germania-Rarität mit relativ verhaltenen, aber vermutlich vernünftigen 10.000 Euro, und wir hatten versprochen, das Resultat nachzutragen. Und
dieses ist wahrlich aller Ehren wert: 38.000 Euro, ca. das 2,7-fache des vor zwei Jahrzehnten bei Ebel erzielten Preises (Endpreis somit im übrigen fast 47 600 Euro).
Die Investition in wirkliche philatelistische Weltseltenheiten scheint sich mithin weiterhin zu rentieren.
Sammelnswerte Marken-Unfälle
Nicht alles, was beim Briefmarkendruck ein wenig anders ausfällt, als Markenentwerfer, Stecher oder Drucker es sich ursprünglich vorgestellt
haben, ist bereits eine Abart. Auch in modernen Markendruckereien können die sonderbarsten Zufälle Einfluss auf die Produktqualität nehmen. Andererseits haben aber auch nicht alle dieser
Abweichungen, denen die Anerkennung als Abarten versagt werden muss, es verdient, dass der Abartensammler sie gleich ignoriert. Vielmehr geschehen beim Briefmarkendruck
mancherlei Unfälle, deren Folgeerscheinungen, auch wenn es sich nicht um Abarten in einem philatelistisch anspruchsvollen Sinne handelt, in jeder Hinsicht sammelnswert sind – und durchaus auch
den einen oder anderen Euro kosten dürfen. Aus solchen unbotmäßigen Druckerzeugnissen kann der aufmerksame Interessent vielerlei über den Briefmarkendruck und seine bisweilen
unvorhersehbaren Wechselfälle in Erfahrung bringen. Ihnen kommt also allemal ein mindestens dokumentarischer Wert zu. Deshalb plädieren wir für einen großzügig liberalen Umgang
mit offenkundigen „Nicht-Abarten“, sofern sie nur eine gewisse post- oder produktionsgeschichtliche Aussagekraft haben. Einige solcher Stücke sollen nachfolgend exemplarisch
vorgestellt werden.

Vom Rotaufdrucksatz Berlins sind, ebenso wie von den Schwarzaufdrucken, etliche Aufdruckbesonderheiten bekannt. Am häufigsten, wenn auch keineswegs Massenerscheinungen, sind die
sogenannten „typischen Aufdruckfehler“, die der MICHEL-Katalog listet. Daneben gibt es, weitaus spektakulärer, die 2 Pf Rotaufdruck mit Blindaufdruck (MiNr. 21 B,
1500 Euro) oder auch die MiNr. 21 F, ein senkrechtes Paar mit je einer Marke mit bzw. ohne roten Aufdruck (750 Euro). Daran reicht das hier gezeigte gestempelte senkrechte Pärchen der
25 Pf Rotaufdruck (MiNr. 27) bei weitem nicht heran. Es handelt sich noch nicht einmal um eine Abart, sondern um eine Zufallserscheinung: eine relativ drastische Höhenverschiebung
des roten Aufdrucks „BERLIN“, die seinerzeit vermutlich einen kompletten Druckbogen betroffen haben wird. Keine Abart also, aber gleichwohl ein Stück, das in einer
Berlin-Normalsammlung „verschwendet“ wäre, vielmehr einen ehrenvollen Platz in einer Berliner Spezialitätensammlung verdient hat. Dieses Pärchen wurde im August bei der 121. Rauhut-Auktion
„gegen Gebot“ ausgelobt und für immerhin 50 Euro zugeschlagen – ein ein drucksvolles Zeugnis eines „Druckunfalls“ für wirklich wenig Geld (ein Paar dieser Marke ohne diese Druckverschiebung
wäre auch nicht sehr viel billiger).

Unser zweites Beispiel entstammt dem Sammelgebiet SBZ. Es handelt sich um einen grünen 10-Pf-Wert vom Oberrand der Ausgabe „Köpfe I“ (MiNr. 215),
auf den zusätzlich höhenverschoben das Markenbild eines roten 24-Pf-Wertes (MiNr. 220) derselben Ausgabe aufgedruckt worden ist. Versehentlich ist wohl eine Druckbahn zweimal durch
die Maschine gelaufen und mit den Klischees zweier verschiedener Wertzeichen bedruckt worden. Selbstverständlich handelt es sich bei diesem Stück um auszusor tierende Makulatur,
die selbst der verschlafenste Kontrolleur nicht übersehen haben dürfte. Man wird also davon ausgehen müssen, dass irgendein Schlitzohr klammheimlich diesen Druckausschuss vor über 60 Jahren in
der Druckerei Gieseke & Devrient „geklemmt“ hat. Puristen könnten nun argumentieren, dergleichen Illegitimes, ja Illegales, habe in einer Markensammlung nichts zu suchen. Und wer
ein solches Stück einer Ausstellungssammlung einverleiben wollte, der hätte in der Tat ein Problem. Der Verfasser kann solche Berührungsängste nicht wirklich nachvollziehen. Wäre es
nicht unsinnig, ein solches Stück, das ja gewisse Aufschlüsse auch über die Produktionsbedingungen für Briefmarken in der frühen Nachkriegszeit zur Verfügung stellt, aus falscher Scham
aus dem Album zu verbannen? Auch diese Marke wurde, diesmal vor wenigen Wochen bei einer Auktion von Fortagne & Lipfert in Leipzig, unlimitiert „gegen Gebot“ ausgerufen. Informationen über den Zuschlag liegen
nicht vor.

Auch unser drittes Beispiel stammt aus der SBZ-Serie „Köpfe I“ und wurde bei derselben Leipziger Auktion für 20 Euro ausgerufen. Es handelt sich um ein
linkes Bogenrandstück der 24-Pf-Marke „Thälmann“ (MiNr. 220). Anders als die vorher gehende Marke, mag diese durchaus legitim über den Schalterverkauf in Sammlerbesitz gelangt
sein. Die Marke weist eine breite, sich über das gesamte Markenbild hinziehende Spur eines beim Druck vorübergehend aufliegenden Fremdkörpers (Putze) auf, wie wir sie an dieser
Stelle schon mehrmals diskutiert haben. Die verräterischen Spuren von Putzenauflagen sind reine Zufallserscheinungen, aber recht selten in solch drastischer Ausprägung zu sehen.
Auch dies ist mithin ein Stück, mit dem kein gestandener Abartensammler sonderlich reüssieren könnte. Einen Platz in der Sammlung hat es, zumal für einen Zwanziger, aber allemal
verdient. Auch diese Marke dokumentiert die unvorhersehbaren Wechselfälle des Briefmarkendrucks, und optisch ist sie beträchtlich eindrucksvoller als manches, was als beliebter Plattenfehler
daherkommt.

Das abschließende Beispiel ist dem Sammelgebiet Bizone, genauer der Bauten-Serie entnommen. Auch diese Marke entstammt einem Auktionsangebot, dessen Ort der Verfasser aber
nicht mehr rekonstruieren kann. Der Briefmarkendruck erfolgt mit hoher Geschwindigkeit, bei der die Papierbahnen einigen Belastungen ausgesetzt sind. Sie reißen bisweilen.
Da Papier Geld kostet und auch Druckereien nichts zu verschenken haben, werden die betreffenden Rissstellen möglichst unauffällig, aber haltbar geflickt, und der Druck kann dann fortgesetzt
werden. Bisweilen werden auch von den Papiermühlen bereits Papierrollen mit entsprechend gekennzeichneten Flickstellen, sogenannten „geklebten Papierbahnen“ angeliefert. Mit den
Charakteristiken solcher auf geklebte Papierbahnen gedruckten Briefmarken, die durchweg katalogfähige philatelistische Besonderheiten sind, werden
wir uns bei späterer Gelegenheit noch einmal ausführlicher befassen.
Hier mögen zwei Hinweise genügen: Einerseits werden Papierbahnen manchmal so geschickt repariert, dass diese Hilfsmaßnahme hernach kaum noch auffällt. Es dürften bis heute etliche
(vor allem postfrische) Stücke unerkannt in Sammlungen schlummern. An dererseits aber sind die Klebemittel solcher geklebter Papierbahnen im Allgemeinen wasserlöslich, was dazu
führt, dass nicht rechtzeitig erkannte Exemplare sich im Wasserbad in ihre (zumeist zwei) Bestandteile zerlegen. Eben dies ist auch bei der hier gezeigten 2 DM Bauten geschehen. Wir
haben nur noch zwei einstmals zusammengehörige Markentorsi vor uns. Es handelt sich, philatelistisch gesehen, ausdrücklich nicht mehr um eine Marke auf geklebter Papierbahn, sondern
lediglich um das, was von ihr übrig geblieben ist. Irgendeinen nennenswert Handelswert wird man diesen Überresten kaum noch zuschreiben können. Dennoch gehören sie nicht in den
Papierkorb, sondern in die Sammlung, weil sie, obgleich nun zerstört, eine seinerzeitige Reparaturmaßnahme der Druckerei oder der Papiermühledokumentieren. Im vorliegenden Fall ist
es im übrigen besonders bedauerlich, dass die geklebte Papierbahn nicht bei zeiten bemerkt worden ist. Denn von der 2 DM Bauten scheinen bisher keine intakten Exemplare mit geklebten
Papierbahnen bekannt zu sein. Solche kennt der MICHEL-Katalog bislang nur von den Bauten-Werten zu 2 Pf (MiNr. 73 Pa), 5 Pf (MiNr. 75 V Pa), 8 Pf blau (MiNr. 79 Pa), 10 Pf (MiNr. 80
V Pa), 20 Pf rot (MiNr. 85 Pa), 50 Pf grünblau (MiNr. 92 Pa) und 84 Pf (MiNr. 95 Pa). Der Katalog bewertet sie einheitlich mit je 250 Euro, wobei die 84-Pf-Marke bisher nur gestempelt
registriert ist, während alle übrigen ausschließlich postfrisch vorgelegen haben.
12. Gärtner-Auktion:
Frühlingsfrische Spitzenstücke im Spätherbst
Nach der erfolgreichen letzten Versteigerung Anfang September mit ca. 16 000 Angeboten, für die viele überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt wurden, lässt Christoph Gärtner nur etwas über zwei Monate
später eine weitere Großauktion folgen. Die zahlreichen Einlieferungen und Ankäufe müssen schließlich an den Sammler gebracht werden. Zu den besonderen Highlights der 12. Auktion vom 17. bis 20. November,
die sich über drei Kataloge verteilen, gehören Arktis, Luxemburg, Indien und Altdeutschland.
Arktis für Thematiker
Suchen Sie Elefantenmotive, Orchideen, Pfadfinder oder herrliche, alte Marken mit Segelschiffabbildungen? Die Thematik-Abteilung der 12. Gärtner-Auktion hat wieder einiges zu bieten.
Spektakulär ist die Auflösung einer Arktis-Sammlung in rund 350 Lose, die kaum Wünsche offen lassen dürften. Ob alle drei bekannten Postkarten von Perry, seltenste Zeppelin- und Flugbelege
inklusive den Vorbereitungs expeditionen nach z. B. Spitzbergen bis hin zur philatelistischen Dokumentation der russischen Driftstationen, der interessierte Sammler findet eine breite
Palette der Arktis-Philatelie.

Gewohnt breit gefächert präsentiert sich auch Asien mit 2800 Einzellosen. Viele starke Bereiche von Aden bis Zululand mit den Schwerpunkten Brasilien, Ceylon, China, USA oder reichhaltig
Indien (mit der Sammlung F. Wheeler) gipfeln in internationalen Raritäten wie den beiden rechts oben abgebildeten Ceylon-Marken. Erwähnenswert sind auch ein 20er-Block der
Brit. Railway Admin. in China, ein rarer Taiwan-Brief aus 1888 mit Comm. Postage Stamp, Holy-Land mit sehr seltenem Stempel auf Brief von 1840, Indien ab White Scinde Dawk auf Teilbrief
oder Blue Scinde Dawk, vom Kap der Guten Hoffnung (Mafeking) die 3d. General Powell auf Brief von 1900, ein sehr seltener Brief Macau von 1877, Neuseelands 4d. von 1865 als Proof (SG
119/20), Nordrhodesiens 6d. von 1953 mit kopfstehendem Wasserzeichen ungebraucht, Reunion MiNr. 1 von 1852 ungebraucht, Thailand mit Probedruckbogen der 1. Ausgabe ohne Specimen oder MiNr.3
auf Brief und als USA-Rarität ein Wells Fargo Brief mit 2 Dollar Pony-Express-Marke von 1861 oder der Farbfehldruck Columbus 4c. in Blau von 1893.
Zu den Schwerpunkten im Europa-Teil (3500 Positionen) gehört ein Luxemburg-Objekt, das in Einzellose und Spezialsammlungen aufgeteilt wird. Das Angebot reicht von der MiNr. 1
und 2 ungebraucht oder Block 1 mit kopfstehender Kronenlochung bis hin zu raren Dienstmarken (meist mit Attesten). Belgien ist mit seltenen Probedru ken von 1849 vertreten,
Dänemark u. a. mit einem Ersttagsbrief der MiNr. 1, Griechenland mit herrlichen Proofs der Olympia-Ausgaben 1906 und Großbritan nien z. B. mit QV 1-Pfund-Dienstmarke (SG O11)
ungebraucht. Österreich glänzt mit einer ungebrauchten 2 S. gelb von Lombardei & Venetien (MiNr. 6 I), Polen mit Briefen ab dem 15. Jahrhundert.

Altdeutschland wartet mit seltenen Des tinationen auf, beispielsweise Bayern nach Kuba oder Thurn und Taxis nach Argentinien. Auch das Stockach Provisorium von Baden fehlt nicht. Beim
Deutschen Reich fällt ein Brustschild Brief von 1872 nach Britisch Guyana ins Auge. Aber auch die späteren Epochen Deutschlands haben viel zu bieten. So lassen sich von der Inselpost
Rhodos gleich zwei Exemplare der MiNr. 8 A postfrisch finden. Enthalten sind auch moderne Raritäten wie Alliierte Besetzung 20 Pf als Doppelreihe vom Unterrand mit ungezähnter
unterster Reihe und HAN oder das Heuss-Versuchsmarkenheftchen von Bund.
Den Abschluss bilden unzählige Nachlässe, Sammlungen, Konvolute, Posten und Partien. Dazu gehören eine Sammlung der polnischen Lubliner/Wodzy(Feldherren)-Ausgaben, eine nahezu
komplette Kollektion der Britischen Kolonien (je 50 000 Euro) und eine Sammlung der nie derländischen Bahnpost mit äußerst seltenen Belegen.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
45. Aix Phila Briefmarkenauktion
Aachen Sammlungen, Posten und teils großvolumige Nachlässe bilden den Schwerpunkt der 45. Aix Phila Briefmarkenauktion am 27. und 28. November.
Nie zuvor ist dem Aachener Auktionshaus von Privatsammlern eine so große Menge an teils hochwertigen Kollektionen zur Versteigerung anvertraut worden. Mehr als 2.000 Positionen sprechen hier eine deutliche Sprache.

Zuvor steht ein qualitativ ausgesuchtes Einzellosangebot auf dem Programm: Deutschland bietet ein Potpourri an beliebten Marken ab Altdeutschland, DR und Gebieten bis hin in die Moderne, dabei neben sauberer Standardware auch zahlreiche Besonderheiten. Bei den europäischen Ländern ragen besonders Österreich und die Schweiz mit einer breiten Palette an gesuchtem Material heraus, Spanien bietet einen guten Klassikteil in hervorragender Qualität, aber auch England, die Niederlande und Frankreich sind mit diversen Spitzenwerten gut vertreten.
Im knapp 400 Lose umfassenden Münzteil kommen neben diversen guten deutschen Münzen etliche Nachlässe und Anlegerpartien mit Schätzpreisen bis zu € 15.000 unter den Hammer, auch Medaillen und Ansichtskarten kommen in der Aachener Auktion nicht zu kurz
Internet: www.aixphila.de
Alle Berichte mit freundlicher Genehmigung der © Deutsche Briefmarken-Revue