Auktionsberichte:

21. Gärtner-Auktion:
Außergewöhnliche Sammlungen als Blickfang

In den letzten Wochen erhielten zahlreiche Sammler im In- und Ausland wieder ein Paket des Auktionshauses Christoph Gärtner. Dabei handelte es sich aber nicht um ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, sondern um die nicht weniger als neun Kataloge der 21. Versteigerung vom 6. bis 10. Februar 2012. Ob bemerkenswerte Einzellose von einer ungebrauchten 5 C. Hawaii von 1851 bis zum einzigartigen Gandhi-Service-Brief aus Indien 1948, oder große, mit Gold prämierte Ausstellungssammlungen wie die herausragende Klassiksammlung "Dänemark": Unter den mehr als 22 000 Losen müsste eigentlich jeder fündig werden!

Dänemark in großer Vielfalt

Ein Spitzenstück aus der

Das philatelistische Feuerwerk beginnt mit einem Sonderband für die Groß-Gold-Ausstellungssammlung "Denmark - The Classics 1851-63" von Wilhelm Lambrecht. Das Objekt behandelt die Quadratausgaben Rigsbankskilling und Skilling auf 145 Seiten in drei dicken Ordnern (plus etwa 300 Attesten in drei DIN A5-Ordnern, zusätzlich zu weiteren bei den Ausstellungsblättern). Diese phantastische und sehr umfangreiche Ausstellungssammlung beinhaltet mehrere hundert gebrauchte und ungebrauchte Marken, Einheiten sowie eine große Zahl vorzüglicher, seltener und teils einzigartiger Belege. Sie stellen die große Vielfalt der verschiedenen Drucke, Typen, Farben, Stempel und die Verwendungsformen aufs trefflichste dar. Einige Highlights sind: ein feiner Ersttagsbrief vom 1. April 1851, der einzig bekannte Brief doppelter Taxe aus der Zeit der Federstrichentwertungen (1851), der einzigartige "Icepost"-Brief mit zweimal 4 RBS von 1853, der einzig registrierte Brief doppelter Gewichtsstufe nach Holstein vor Juli 1853, auch zwölf "Woodcut"-Essays von 1852, zwei Proben, vier ungebrauchte und zwölf gestempelte Exemplare nebst vier Briefen der ersten (Ferslew) Ausgabe der 2 RBS blau, einer von zwei bekannten Briefe mit 2 RBS außerhalb Kopenhagens von Aalborg 1855 oder frühe Belege nach Ostpreußen mit Mischfrankaturen 2 RBS und vier bis fünf Exemplaren der 4 RBS. Wilhelm Lambrecht präsentierte diese außergewöhnliche Sammlung im Rahmen etlicher nationaler wie internationaler Ausstellungen und gewann u.a. 16 Gold- und drei Groß-Gold-Medaillen. Der Startpreis beträgt 550 000 Euro.

Wie gut der Sammlungs-Teil besetzt, zeigen weitere Kollektionen, die zum Verkauf stehen. "Die Geschichte der Ballonfahrt", das Lebenswerk Dr. A. Schuberts, enthält eine große Zahl seltener, nicht-philatelistischer Objekte wie alte, originale Bilder, Handschriften, Ballonutensilien und andere Pretiosen (500 000 Euro). Eine große Sammlung "Brustschilde" des Deutschen Reiches, die sowohl das gesamte Spektrum der Einzelmarken mit Farben, Entwertungsarten, nachverwendeten Altdeutschland-Stempeln, Plattenfehlern (diese allein drei Bände) als auch die Verwendungen der Marken auf Karten und Briefen ausführlich und breitgefächert bearbeitet, geht mit 350 000 Euro ins Rennen. Unter Pakistan findet sich eine enorm umfangreiche Kollektion in 270 Alben (175 000 Euro), eine bedeutende, postfrische Sammlung SBZ ist mit Raritäten gespickt (110 000 Euro), eine Münzkollektion als Teil der "Ballon"-Sammlung Dr. Schuberts beginnt mit 90 000 Euro, und eine feine Sammlung VR China (1949-89), sowohl postfrisch als auch gestempelt, ist mit 70 000 Euro taxiert. Mindestens 30 000 Euro soll die alte, nun wieder aufgetauchte Spezialsammlung "Der violette Merkur" Österreichs, die Ignaz Dörfler Ende des 19. Jahrhunderts zusammentrug, bringen. Versteigert wird auch eine große Kollektion eines Sammlers aus Kanada, deren Schwerpunkte vor allem bei Flugpost, Hotelpost (je mit seltenen frühen "Marken"), Soldatenmarken, Vignetten und Fiskalmarken liegen.

Kopfsteher Neufundlands

Das Topstück unter den Einzellosen ist der einzig bekannte postfrische Viererblock der neufundländischen DO-X-Ausgabe von 1932 mit kopfstehendem Aufdruck (MiNr. 184 K), der einen Ausruf von 75 000 Euro hat. Sehr selten ist auch ein ungebrauchter "Hawaii-Missionar", eine 5 C. von 1851 (MiNr. 2), von der nur zwölf Stück bekannt sind (30 000 Euro). Mit 50 000 Euro startet die indische Dienstmarke GANDHI-Service zu 3½ Anna (Paar) und 1½ Anna auf Originalbrief des Gouverneurs von Indien 1949 (mit Schreiben und Antwort).

Auch Europa kann Raritäten bieten, etwa das einzige registrierte gestempelte Exemplar von Italiens 15 C. "Augusto violetto" aus dem Jahr 1938 ohne Überdruck für die Ägäischen Inseln (35 000 Euro). Eine Schweiz-Halbierung der Rayon II im Paar mit ganzer Marke auf Brief kostet 5000 Euro.

Beim Deutschen Reich fällt die nicht verausgabte 1 Reichsmark "Burg Rheinstein" im ungebrauchten Viererblock ins Auge (35 000 Euro).

Internet: www.auktionen-gaertner.de

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70. Gert-Müller-Auktion: Fünf Kataloge mit dem größten Angebot der Firmengeschichte!

Die 70. Gert-Müller-Auktion in Ettlingen bei Karlsruhe findet vom 16. bis 18. Februar 2012 statt. Das Traditionshaus präsentiert das bislang umfangreichste und wertvollste Angebot der Firmengeschichte in fünf Auktionskatalogen. Der Gesamtausruf addiert sich auf über 4,7 Millionen Euro.

Reichhaltiges SBZ-Angebot

Aus der Ströh-Sammlung: Nationaltheater-Block 1946, weißes Papier, mit dem extrem seltenen steigenden Wasserzeichen in tadelloser postfrischer Erhaltung. Es sind nur vier einwandfreie Exemplare hiervon bekannt geworden (15 000 Euro).

Der erste Sonderkatalog ist dem ersten Teil der großartigen SBZ-Spezialsammlung von Bodo Ströh gewidmet. Zahlreiche Raritäten, durchgehend in hervorragender Qualität und alles geprüft bzw. meist attestiert, warten auf neue Besitzer. Dabei sind seltene Abarten der Blockausgaben mit verschobenen Marken, Nationaltheater-Block mit äußerst rarem steigendem Wasserzeichen, Probedrucke, gesuchte Farben usw.

Der zweite Sonderkatalog zeigt ein reichhaltiges Angebot SBZ-Handstempel mit über 800 Einzellosen, durchgehend kompetent geprüft. Vertreten sind seltene Bezirke, interessante Frankaturen und vieles mehr.

Der dritte Sonderkatalog beinhaltet Einzellose von Berlin aus der Sammlung "Rosengarten". Hier finden sich viele schöne Frankaturen, ideal gestempelte Briefmarken der Anfangsjahre sowie Zusammendrucke. Mit dabei sind beispielsweise die 1 DM Rotaufdruck auf bedarfsmäßig verwendetem Ersttagsbrief oder 10 Pfennig und 20 Pfennig Währungsgeschädigte auf portogerechten Ersttagskarten.

Der Einzelloskatalog alle Welt bringt ein besonders umfangreiches und gehaltvolles Angebot mit vielen Seltenheiten. Hervorzuheben sind ein schöner Teil Übersee und Europa mit einer sehr gut besetzten Liechtenstein-Spezial-Abteilung. Die Schweiz wartet mit starker Klassik inklusive Doppelgenf auf Brief auf, des weiteren Pax-Serie auf Ersttagsbriefen und andere Besonderheiten. Die deutschen Sammelgebiete sind ebenfalls hochkarätig bestückt. Altdeutschland lockt mit einer guten Baden-Sektion. Ungewöhnlich reichhaltig zeigt sich das Deutsche Reich mit vielen seltenen Marken, Abarten und Frankaturen, dabei ein großes Spezialangebot Germania- und Inflationsausgaben. Auch die Deutschen Kolonien sind sehr umfangreich mit vielen seltenen Briefmarken, gesuchten Frankaturen und Abstempelungen vertreten. Nachkriegsdeutschland kann etliche Besonderheiten aufweisen, etwa Saar mit Künstlerblocks, Französische Zone mit seltenen Abarten wie z.B. fehlenden Blockmarken, Bund und Berlin ebenfalls mit vielen seltenen Abarten sowie Viererblocks der Anfangsjahre inklusive Posthorn.

Der fünfte Katalog enthält mit insgesamt über 3900 Losen ein umfangreiches Angebot Sammlungen, Posten und Nachlässe. Der Interessent wird auf eine Vielzahl reizvoller Angebote zu Ausrufpreisen zwischen 50 und 25 000 Euro stoßen. Zahlreiche Kollektionen von Deutschland suchen ein neues Zuhause, Europa ist mit hervorragenden Sammlungen wie z.B. einem schönen Russland-Objekt (7000 Euro) ausgestattet. Ein umfangreicher Nachlass Weltraum-Philatelie wird geschlossen für 25 000 Euro ausgerufen. Sowohl für Sammler als auch für Händler ergeben sich hier viele interessante Gelegenheiten.

Internet: www.gert-mueller-auktion.de

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135. Felzmann-Auktion: Seltener Beleg von Lindberghs Nordatlantikflug 1933!

Zu den Schwerpunkten der 135. Felzmann-Auktion vom 6. bis 10. März 2012 gehört eine Sitzung mit einem umfangreichen Zeppelin- und Flugpostprogramm, das insgesamt 1636 Lose mit einem Gesamtausruf von ca. 415 000 Euro umfasst. Im Blickpunkt stehen die Auflösung der Zeppelinsammlung "Chicago-Fahrt 1933" von Gottfried Opfermann und ein Flugpostbeleg von Charles Lindberg aus demselben Jahr!

Nur Post ab Grönland

Charles Lindbergh war 1933 bereits ein weltberühmter Mann. Am 20. und 21. Mai 1927 war ihm in seiner einmotorigen Maschine "Spirit of St. Louis" die erste Alleinüberquerung des Atlantiks von New York nach Paris ohne Zwischenlandung geglückt. Er blieb der in jener Zeit abenteuerlichen Luftfahrt weiterhin verbunden und startete zusammen mit seiner Frau Anne einen Erkundungsflug im Auftrag der PAN AM, um eine Route im nordatlantischen Flugverkehr von New York nach Kopenhagen zu erkunden. Die Forschungsreise der beiden wohl berühmtesten Flugpioniere über den nördlichem Atlantik führte von Long Island über Kanada und Grönland weiter nach Island und über die Färöer Inseln schließlich nach Dänemark.

Post wurde während dieses historischen Erkundungsfluges lediglich von Grönland nach Island befördert. 39 Karten und acht Briefe wurden in Holstenborg aufgenommen, weitere drei Karten am 8. August 1933 in Godthaab. Am 15. August 1933 startete die "Tingmissartoq" von Lindbergh, eine Lockheed Sirius, aus Ammassalik zum Flug nach Island. Von dort wurde die Post per Schiff nach Kopenhagen gebracht und am 23. August abgestempelt. Die nun bei Felzmann angebotene Karte ist eine der drei in Godthaab aufgenommenen Belege. Sie trägt links die Signaturen beider Piloten, nebengesetzt die grönländischen Dienstsiegel. Die bedeutende Flugpost-Rarität, die eine 15-Öre-Marke mit Stempel Kopenhagen K vom 23. August 1933 zeigt und in die dänische Hauptstadt adressiert ist, startet mit 10 000 Euro.

Ausgefallene Belege zur Chicago-Fahrt 1933

Neben diesem besonderen Highlight kommt am 8. März 2012 auch die international mehrfach ausgestellte und hochdekorierte Spezialsammlung der Chicago-Fahrt 1933 von Gottfried Opfermann im Rahmen der Frühjahrsauktion des Auktionshauses Ulrich Felzmann zur Versteigerung. Nicht nur durch die auch parallel verausgabten drei Zeppelinpost-Briefmarken des Deutschen Reiches zu diesem Ereignis hat diese Zeppelinfahrt im Jahre 1933 eine besondere Bedeutung bekommen. Die Opfermann-Kollektion zeigt neben einer Vielfalt von exotischen Zuleitungen die ganze Breite der Besonderheiten einer Zeppelinfahrt, z.B. sämtliche vorhandenen Etappen bzw. die Darstellung der gesamten Rundfahrt durch Einschreib-Belege. Zwei der vielen bemerkenswerten Stücke seien kurz vorgestellt:

- Dampfer BREMEN 9. Oktober 1933, USA Post, Brief mit 15 C. und 50 C. Zeppelin von Bord des Schiffes mit USA Seepost-Sonderstempel 5. Oktober 1933, Vorausflug nach Southampton, weiter nach Friedrichshafen als Zuleitung zum LZ 127 Graf Zeppelin zur Chicago-Fahrt 1933, auf der Etappe bis Recife befördert mit Ankunft 17. Oktober 1933 und adressiert nach New York. Ein sehr seltener, attraktiver und gut erhaltener Kombinations-Beleg; bei Graue/Leder nicht gelistete Variante.

- Chicago-Fahrt 1933, Etappe bis Rio, Einschreiben-Brief ab Vatikan 13. Oktober mit rückseitigen italienischen Marken zu 2 L und 5 L in attraktiver Zweiländer-Mischfrankatur, adressiert nach Santos. Eine sehr seltene Zuleitung (Longhi 823).

Neben der Chicago-Fahrt hat der Sammler Gottfried Opfermann auch die Fahrten nach Südamerika von 1930 bis 1933 ausstellungsmäßig gesammelt. Diese Kollektion präsentiert Felzmann gleichermaßen detailliert.

Internet: www.felzmann.de

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Besonderheiten des Deutschen Reiches

Berlin Wenn Sie dieses Heft erreicht, läuft die 47. Hadersbeck-Auktion vom 25. bis 27. Januar schon auf vollen Touren.

Im Übersee-Teil fallen zwei postfrische Blockausgaben der VR China ins Auge: MiNr. 7 für 700 und MiNr. 12 für 1200 Euro. Unter Europa lockt eine Frankreich MiNr. 17 b im gestempelten Paar für 1100 Euro.

Unter Altdeutschland finden sich u.a. eine Baden MiNr. 1 a im gestempelten Dreierstreifen (650 Euro), ein Preußen-Oktogon mit Zusatzfrankatur (750 Euro) und eine Württemberg MiNr. 42 b gestempelt (800 Euro).

Das Deutsche Reich enthält etliche Besonderheiten wie z.B. die MiNr. 80 Ab ungebraucht (1800 Euro), die MiNr. 86 Id gestempelt (1200 Euro), die MiNr. 89 Iy POR postfrisch (1000 Euro), die MiNr. 244 c gestempelt (800 Euro), vier Exemplare der MiNr. 307 auf Bedarfskarte (2200 Euro), die MiNr. 309 AWF als postfrisches UR-Stück (1200 Euro), die MiNr. 425 X postfrisch (1500 Euro) und die MiNr. 538 Y (1200 Euro).

Startet bei Hadersbeck mit 2200 Euro: Bedarfskarte mit u.a. vier Exemplaren der MiNr. 307 des Deutschen Reiches!

Rund 1300 Einzellose entfallen auf Nachkriegsdeutschland, mit dabei Demmin MiNr. 6 auf Brief (1500 Euro). Unter den Sächsischen Schwärzungen stößt man auf die bisher nicht gelistete Schwarzenberg AP 314 II mit Bedarfsstempelung (500 Euro). Die Provinz Sachsen wartet mit den MiNr. 66/70 Y ungebraucht und der MiNr. 71 Pd postfrisch auf (4000 bzw. 1000 Euro). Bei den Bezirkshandstempelaufdrucken sind die 80 Pf Torno/Bezirk 14 (MiNr. 180) auf Brief und die 30 Pf Tangermünde/Bezirk 29 (MiNr. 176) im senkrechten, gestempelten Dreierstreifen für 700 bzw. 550 Euro zu haben. Bei der DDR warten einige gesuchte Varianten auf neue Besitzer: MiNr. 330 zYI gestempelt (1000 Euro), MiNr. 332 vaYI gestempelt (2500 Euro), MiNr. 364 XII Uu postfrisch (500 Euro) und Block MiNr. 14 I postfrisch (500 Euro).

Der letzte Auktionstag beginnt mit einem reichhaltigen Münz-Programm, das u.a. 19 100-Euro-Goldmünzen von Deutschland aufweist. Hinzu kommt eine enorme Fülle an Sammlungen, Posten, Ansichtskarten, Auflösungsbeständen und vielem mehr.

Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

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Hochwertige Philatelie weiterhin gefragt!

Bonn Zahlreiche Spitzenstücke aus großen Sammlungen sowie viele Nachlässe wurden bei der 121. Auktion beim Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer in Bonn versteigert. Die Auflösung einer gigantischen Altdeutschland-Generalsammlung war ebenso ein Highlight wie die Detaillierung einer großartigen Spezialsammlung "Serbien Ganzsachen Zweiter Weltkrieg". Einen weiteren Schwerpunkt setzte das Angebot "One Penny Black" mit der Auflösung einer Spezialsammlung in über 150 Lose, dabei zahlreiche seltene Stücke. Es ergaben sich viele überdurchschnittliche Ergebnisse, welche den Trend für hochwertige Philatelie widerspiegeln. Von Wirtschaftskrise ist auf dem Sektor Philatelie nichts zu verspüren, meint Dr. Fischer.

Zu den interessanten Ergebnissen gehören 900 Euro für eine Bayern MiNr. 1 IaIII trotz kleiner Mängel. Seltene Ausgaben der norddeutschen Gebiete wie u. a. Bergedorfs MiNr. 5 oder Helgolands seltener Fehldruck MiNr. 8 F jeweils gestempelt erzielten 1100 bzw. 1400 Euro. Die MiNr. 8 b wurde für 900 Euro verkauft. Die seltene MiNr. 4 von Mecklenburg-Schwerin ging für 620 Euro. Einen Zuschlag von 4100 Euro brachte die rare MiNr. 2 von Schleswig-Holstein.

Auch die Ausgaben der Auslandspostämter und Kolonien konnten mit exorbitanten Zuschlägen glänzen. So erzielte Chinas MiNr. 7 IB in postfrischer Erhaltung 800 Euro. Die 20 Pf Halbierung von Kamerun zog mit 5500 Euro durchs Ziel. Ein Longji-Provisorium auf Brief spielte 3300 Euro ein. Das seltene Aufdruckprovisorium MiNr. 7 Pv von den Karolinen erlöste 1250 Euro. Mit 1400 Euro wurde die seltene MiNr. 1 Ia der Marshall-Inseln in ungebrauchter Erhaltung zugeschlagen.

Danzig glänzte mit guten Ergebnissen für seltene Typen, Farben und Plattenfehler. Sehr starke Nachfrage herrschte bei den postfrischen Ausgaben des Memelgebietes, hier wurden Zuschläge zwischen 40 und 70 Prozent der Michel-Notierung erreicht. Die bereits erwähnte Serbien-Ganzsachen-Sammlung brachte zahlreiche, schon lange nicht mehr angebotene Seltenheiten wieder auf den Markt. Dadurch ergaben sich teils deutliche Steigerungen u. a. Serbien-Ganzsachen. Die MiNr. P 3 mit Zusatzfrankatur MiNr. 66/67 als Reco-Karte nach München stieg von 350 auf 920 Euro. Die Ganzsache MiNr. P 5 plus Zusatzfrankatur MiNr. 80 auf Reco-Eil-Karte kletterte von 450 auf 620 Euro.

Stieg bei Dr. Fischer von 3000 auf 4500 Euro: Großbritanniens MiNr. 1 von Platte 11 auf Brief.

Die Auflösung der Spezialsammlung "One Penny Black" war ein großer Erfolg. 95 Prozent aller Lose wurden mit teils erheblichen Steigerungen abgesetzt. Das Prunkstück der Sammlung, die MiNr. 1 von Platte 11 auf Brief, zog von 3000 auf 4500 Euro davon. Die Ausgaben der Volksrepublik China waren ebenfalls sehr gefragt. So brachte ein postfrisches Exemplar der Ausgabe "Jahr des Affen" 1000 Euro, ein Fünferstreifen derselben Ausgabe erzielte sogar 5300 Euro, obwohl eine Marke nicht einwandfrei war.

Das starke Sammlungsangebot wurde ebenso gut aufgenommen. Hohe Zuschläge verbuchten ganze Nachlässe, beispielsweise eine Regalwand mit 8300 (6500) Euro oder eine Generalsammlung Deutsches Reich mit 4700 (2500) Euro. Beim Dritten Reich kostete eine postfrische/ungebrauchte Sammlung 2200 Euro, eine gestempelte, nach Hauptnummern komplette Berlin-Sammlung erzielte 1800 (1600) Euro.

Insgesamt hatte die Auktion einen Umsatz von 1,05 Millionen (inkl. Aufgeld).

Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

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Juwel der Helgoland-Philatelie

Hamburg Der Krimkrieg wurde von 1854 bis 1856 zwischen Russland auf der einen und einem Bündnis aus Frankreich, England und dem Osmanischen Reich auf der anderen Seite ausgefochten. Russland wollte seinen Einfluss nach Süden ausweiten, und es kam zu einem Krieg, der als erster Stellungskrieg der Geschichte bekannt wurde, und der zudem auf Grund taktischer Fehler seiner Militärführer, der katastrophalen Versorgung der einfachen Soldaten und der unmenschlichen Verhältnisse in den Militärlazaretten traurige Berühmtheit erlangte.

Dokumente aus diesem Krieg gelangen in der 334. Schwanke-Auktion am 10. und 11. Februar 2012 zur Versteigerung. Augenzeugenberichte von Schlachten um Inkerman oder Alma finden sich ebenso wie gute Frankaturen und Stempel. Erwähnenswert ein Brief an Sir Charles Russell mit einem Glückwunschschreiben für seine Verdienste. Der Brief ist mit einer 6d.-Marke (MiNr. 5) frankiert - einer seltenen Frankatur aus dem Krimkrieg, von der nur ein halbes Dutzend bekannt geworden sind (450 Euro). Die "Illustrated London News" berichtet in ihrer Ausgabe vom 18. November 1854 vom Todesritt der Leichten Brigade in der Schlacht von Balaklawa; die bei Schwanke angebotene Titelseite trägt eine österreichische Zeitungsstempelmarke mit Ankunftsstempel von Linz (180 Euro). Berührend ist eine Korrespondenz von insgesamt zehn Briefen einer englischen Mutter an ihren Sohn, dabei ein Brief in das Lazarett von Balaklawa, dem als Glücksbringer und Schutzengel ein getrocknetes (Klee-)Blatt beiliegt (500 Euro). Zum Ende des Krieges 1856 erschienen in England Propaganda-Umschläge von Valentine unter dem Motto "The Past - The Future", die eine friedvolle, "blühende" Landschaft nach dem Kriegsende zeigen. Ein Ensemble von sechs Probedrucken und sechs Umschlägen in endgültiger Ausführungen soll 750 Euro einspielen.

Zur gleichen Zeit, als England und Frankreich von See aus auf die Krim vorrücken, besetzte die K.u.K.-Monarchie die Donaufürstentümer Moldau und Walachei. Bald übernahm man auch Postdienste für Zivilpersonen. Die Postanstalten blieben teilweise auch nach Beendigung des Krimkrieges bestehen und versahen ihren Dienst als österreichische Konsulatspostämter in der Levante. Einige dieser Stempel sind größte Raritäten, so z.B. von TEKUTSCH, einem kleinen Ort im Süden der Moldau, in dem nur gut 1200 Soldaten stationiert waren. Ein glasklarer Abschlag des Stempels auf einer Österreich-Marke 3 Kr Ausgabe 1850 soll 2000 Euro erzielen. Der seltenste Stempel der österreichischen Levantepostämter ist jedoch PIATRA. Nur ein einziger Abschlag aus der Konsulatspostperiode ist bekannt geworden. Er wurde erstmalig im Jahre 1938 erwähnt. Aus der Sammlung "Bailev" kommt das Stück nun bei Schwanke für 2500 Euro zum Ausruf.

Österreich ist wie immer im Katalog gut repräsentiert, von der Markenklassik bis zur Moderne. Ein "Gelber Merkur" (MiNr. 7) soll 3000 Euro, sein Bruder, ein "Rosa Merkur" (MiNr. 8), 4000 Euro einspielen.

Schweiz mit insbesondere den Strubel-Ausgaben sollte ein weiteres Highlight der Auktion sein. Allein über 220 Lose entfallen auf diese Ausgaben, von den frühesten bis zu den späten Drucken. Traumhafte Exemplare mit breiten Rändern (dabei ein riesenrandiges Paar der MiNr. 14 II A yo b aus der Bogenecke, 500 Euro), schöne Briefe nach Übersee (z.B. ein Brief in die USA mit MiNr. 13+14+18, 1000 Euro) oder Halbierungen. Spektakulär sind ein "Italien-Provisorium" aus dem Jahre 1862, eine Zeitung mit 1 ½ Exemplaren der 2 Rappen-Marke (MiNr. 19) von Lugano nach Cremona (1000 Euro) oder eine Diagonalhalbierung der MiNr. 14 zusammen mit ganzer Marke MiNr. 14 auf Briefstück. Es handelt sich um ein literaturbekanntes Stück, das schon die Sammlung von Maurice Burrus zierte (1000 Euro).

Im Deutschland-Teil fallen drei Altdeutschland-Angebote auf, die mit Fug und Recht das Attribut "Weltseltenheit" verdienen:

1. "Baden Landpost 12 Kreuzer" war schon vor 100 Jahren der Inbegriff des Wertvollen, wenn von altdeutschen Spitzenstücken die Rede war. Eine Wertbrief-Vorderseite von Baden nach Sinsheim mit einem in der Zähnung leicht fehlerhaften Exemplar des 12-Kreuzer-Wertes attestierte bereits im Jahre 1915 der große Baden-Kenner Carl Willadt als echt. Im Jahre 1928 wurde dieser Beleg auf der 54. Auktion von Heinrich Köhler zum Preis von 1150 Reichsmark verkauft; dieser Zuschlagspreis entsprach mit Sicherheit einer höheren Kaufkraft als der jetzige moderate Startpreis von 9000 Euro.

2. Völlig einwandfrei ist eine Halbierung des 12-Kreuzer-Wertes auf einem Nachnahmebrief von Säckingen. Dieses - wohl perfekteste - Stück einer 6-Kreuzer-Frankatur hat ebenfalls einen langen Stammbaum, den Schwanke bis zur Corinphila-Auktion aus dem Jahre 1927 zurückverfolgen kann (8000 Euro).

3. Ein Juwel der Helgoland-Philatelie wurde erst kürzlich durch Schwanke wiederentdeckt: Ein Dreierstreifen der MiNr. 8 b war auch der Verbandsprüferin Cornelia Brettl bisher nicht bekannt. Wenn eine solche Einheit nun auf einem Brief aus dem Jahre 1873 - noch dazu mit seltener Zusatzfrankatur - auftaucht, darf man sicher von einer "Sternstunde" sprechen. Vor 60 Jahren wurde dieses Traumstück in New York erworben und ruhte seitdem in einem Hamburger Tresor. Der Ausrufpreis beträgt 20 000 Euro und sollte noch "Luft nach oben" haben.

Aus einem großen Nachlass, den Schwanke bereits jetzt für das Jahr 2012 ankündigen kann, stammt ein Bogensatz der 1926er-Ausgabe "Berühmte Deutsche" (MiNr. 385-97) in völlig intakter postfrischer Luxusqualität. Der im MICHEL-Katalog notierte Wert von 110 000 Euro berücksichtigt überhaupt nicht die teils erheblichen Aufschläge für Platten-/Walzendrucke, Hausauftragsnummern etc., die von Spezialisten bewilligt werden. Deshalb dürfte der Startpreis von 24 000 Euro auch Steigerungspotential haben.

Insgesamt gelangen über 2400 Einzellose aus allen Bereichen der Philatelie (und Numismatik) zum Angebot. Erwähnung verdienen auch ca. 1600 Sammlungen, Posten oder ganze Nachlässe. Hier reicht die Bandbreite von vorzüglich ausgebauten Sammlungen deutscher Sammelgebiete bis hin zu über 260 Übersee-Sammlungen, dabei z.B. 15 Sammlungen China, aber auch viele ungewöhnliche und selten angebotene Objekte wie z.B. eine zweibändige Spezialsammlung von Nicaragua mit u.a. 200 Belegen (1800 Euro), eine Partie der "HPN-Aufdrucke" der Philippinen aus den Jahren 1868-74 (500 Euro) oder eine Sammlung Venezuela nur "Specimen"-Aufdrucke der American Bank Note-Ausgaben aus 1882-1955 (1000 Euro).

Das gesamte Auktionsangebot umfasst 4085 Positionen mit einem Schätzpreis von 1,1 Millionen Euro.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

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Drei Gärtner-Auktionen 2012

(wm) Das Auktionshaus Christoph Gärtner in Bietigheim-Bissingen gab bekannt, das es 2012 "nur" drei Auktionen durchführen wird. Neben der bereits angekündigten vom 6. bis 10 Februar eine weitere vom 8. bis 12. Mai und eine dritte vom 10. bis 14. September 2012. Das Wörtchen "nur" sei betont, denn jede dieser Auktionen ist in Wirklichkeit eine Auktionswoche mit diversen Versteigerungen und Katalogen.

Den fast schon monumentalen Umfang solcher Gärtner-Auktionen verdeutlichen Zahlen aus den Jahren 2009 (Mai) bis November 2011. Bei einem Umsatz von fast 60 Millionen Euro wurden dabei knapp 200 000 Lose angeboten. Davon entfielen beinah 70% auf Übersee-Lose! Diese Zahl ist insofern interessant, weil sich darin auch der hohe Anteil ausländischer Kunden widerspiegelt, denn rund 54% der 33 102 Bieter stammen aus dem Ausland, wohin auch ca. 44% der Kataloge verschickt werden. Gerade bei den angebotenen Sammlungen erstrecken sich ca. 69 % auf Sammelgebiete von Europa und Übersee, so dass man durchaus sagen kann, dass das Auktionshaus hier eine Lücke mit vorhandener Nachfrage ausfüllt. Der dafür betriebene Aufwand, nahezu 300 000 Kataloge insgesamt zu den Auktionen des hier genannten Zeitraums versandt zu haben, dürfte auch eine logistische Leistung sein, sich aber auch in nennenswerten Produktions- uind besonders Versandkosten niederschlagen.

Gärtner schlägt wieder zu!

(wm) Natürlich ist es nur bildlich gemeint, aber Christoph Gärtner, Auktionator in Bietigheim-Bissingen, wird bei seiner Auktion vom 6. bis 10. Februar 2012 erneut zig-tausende Mal interessante Lose mit dem berühmten Auktionshammer zuschlagen.

Dieses Mal sind es über 22.000 Lose mit außergewöhnlichen Einzellosen aus der ganzen Welt bis hin zu exquisiten Sammlungen und Nachlässen sowie einen besonderen Liquiditationsteil. Folgende Kataloge werden aufgelegt und sind bereits jetzt im Internet einzusehen:

Das komplette Auktionsangebot findet sich wie gewohnt mit Bild unter www.auktionen-gaertner.de.

"Schwanke-Specials" am 18. November:
"Ganz schön eng hier!"

Ein Vericht von Jan Billion Mit diesem Ausspruch - halb anerkennend, halb hilfesuchend - bahnte sich ein alter Auktionsprofi den Weg, um schließlich auf einem der seitlich aufgestellten Stühle noch einen Platz zu ergattern. Es war voll im hauseigenen Auktionssaal, als Hans-Joachim Schwanke routiniert und humorvoll zwei Stunden lang die jährlichen "Schwanke-Specials" versteigerte, große und kleine Raritäten, die durchweg günstig angesetzt waren und nicht selten für nette Steigerungen sorgten.

Perlen der Hamburger Postgeschichte

Das erste Mal aufhorchen konnten die Anwesenden, als 22 Lose im Auftrag einer Versicherung verkauft werden sollten. Darunter war ein senkrechter, breitrandig geschnittener Dreierstreifen des "Schwarzen Einsers" von Bayern mit klarem Nummernstempel "14" von Aschaffenburg, der mit 4000 Euro startete und schließlich bei 6800 Euro landete. Keines der Lose aus diesem gemischten Bestand blieb übrigens liegen. Gleiches galt auch für die folgenden kleinen Partien aus Marken und Belegen deutscher und ausländischer Sammelgebiete. Mit "My dear Susel" beginnt ein längerer Brief, den Henry Carew Hunt in Hamburg am 9. Juni 1840 an seine Frau in England schrieb. Hunt war englischer Kaufmann, der zur damaligen Zeit Firmen in England und Hamburg besaß. Gesandt wurde der Brief "per forwarder" nach England, dort mit einer "Penny Black" freigemacht und am 12. Juni 1840 an seine Empfängerin in Ledbury in der Grafschaft Devon geschickt. Die erste Briefmarke der Welt, eben jene "Penny Black", war zu diesem Zeitpunkt gerade vier Wochen alt. Dass der erste mit einem Postwertzeichen frankierte Brief aus Hamburg philatelie-historische Bedeutung hat, zeigte schon der Ausruf von 10 000 Euro. Mit 12 500 Euro setzte sich ein Bieter aus Großbritannien durch.

Schwanke konnte noch ein weiteres Glanzstück der Hamburger Philatelie anbieten: die früheste bekannte Verwendung der geschnittenen 9-Schilling-Marke vom 19. Januar 1859! Der wundervolle Brief aus der berühmten "Berkefeld"-Korrespondenz, der sich u.a. in der Boker-Sammlung befand, erreichte seinen Zielort London am 21. Januar. Der Hammer fiel bei 11 000 (10 000) Euro.

Leider nicht ganz so leidenschaftlich zeigten die Interessenten manchmal bei Lübeck, obwohl die Stücke durchweg seit über 70 Jahren nicht mehr auf dem Markt waren. Ein außergewöhnliches Exemplar der MiNr. 1 mit Strichstempel sprang von 1500 auf 2700 Euro. Eine MiNr. 5 a mit Plattenfehler als Einzelfrankatur auf Brief, ein eindrucksvolles Unikat, wechselte für 3600 (2000) Euro den Besitzer. Von 1800 auf 3100 Euro stieg eine Einzelfrankatur der MiNr. 4. Mit einem Briefstück mit einem waagerechten Paar der MiNr. 6 und einer MiNr. 7 und der Verwendung zweier preußischer Freimarken auf einem Brief aus dem Stadtpostamt Lübeck blieben aber auch zwei Topstücke fürs erste liegen. Stark umkämpft war hingegen ein Preußen-Brief nach London mit den MiNr. 7 und 8. Sechs Gebote waren schon am Tisch; der Zuschlag erfolgte bei 1600 (500) Euro.

Tolle belgische Klassiker

Eine "irre" Destination lag beim Deutschen Reich auf dem Tablett: von Königslutter auf die Oster-Insel. Der Brief war in den Jahren 1902/03 17 Monate unterwegs, ehe er wieder in Deutschland eintraf, weil der Empfänger nicht zu ermitteln war. 300 (100) Euro für das eindrucksvolle Schaustück sind sicher gut angelegt. Begehrt waren auch Probedrucke aus dem Dritten Reich, besonders zu den Hitler-Freimarkenausgaben. Ein schwarzbrauner Einzelabzug auf ungummiertem, gelblichem Papier kletterte von 350 auf 600 Euro, ein rötlichbrauner Probedruck (siehe oben) von 350 auf 620 Euro.

Ganz "harmlos" schienen vier belgische Bogenecken der "DIX CENTS Médaillon" jeweils mit Jahreszahl zwischen 1854 und 1862 auf dem Bogenrand zu sein. Das Emsemble, dass offenbar viele Jahrzehnte nicht auf dem Markt war, hatte es aber in sich. Es startete mit 500 Euro, und nach den ersten Steigerungsstufen dachten viele, dass bald Schluss ist. Stattdessen entwickelte sich ein munteres Treiben, dem der Auktionshammer erst bei sensationellen 11 000 Euro ein Ende setzte!

Das Glanzstück der "Schwanke Specials" war eine der seltensten Marken Europas, ein österreichischer "Zinnoberroter Merkur" in gestempelter Erhaltung. Eine wundervolle Farbfrische und eine klare Entwertung zeichneten das bei Schwanke angebotene Stück aus, das letztmalig 1951 in London verkauft wurde. Mit 40 000 Euro angesetzt, entwickelte sich ein engagierter Bieterstreit, der bei respektablen 68 000 Euro aufhörte. 14 000 (10 000) Euro, dies sei als letztes herausragendes Ergebnis genannt, erzielte eine gestempelte "Doppelgenf" mit sauberer roter Rosette.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

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Zeppelinpost zog ab!

Düsseldorf Mit der letzten Auktion des Jahres 2011 hat das Auktionshaus Felzmann einen erfolgreichen Abschluss seines 35-jährigen Geschäftsjubiläums gefeiert. Mit seiner Briefmarken- und Münzauktion sowie seinen Spezial-Auktionen Zeppelin- und Flugpost und Italien erzielten Ulrich Felzmann und sein Team ein Gesamtergebnis in Höhe von rund 3 Millionen Euro (inkl. Aufgeld/ohne MwSt.).

Neben Material aus Italien, das in solch einer Fülle und Qualität erstmals angeboten wurde und daher für das Unternehmen eine besondere Herausforderung darstellte, bot Auktionator und Geschäftsführer Ulrich Felzmann mit der "Forschungssammlung John und Michael Duggan" wieder eine Spezial-Auktion Zeppelin- und Flugpost an. Die Resonanz war erwartungsgemäß groß. Felzmann kennt den Markt sehr genau, ist er doch ein bekennender Freund der Aerophilatelie. "Ich bin froh, dass ich die äußerst interessante und spezialisierte Sammlung von John Duggan, einem der großen Pioniere der Zeppelin-Forschung, in meinem Auktionshaus anbieten konnte. Die positive Entwicklung der Auktion hat mich sehr gefreut. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für diese tolle Spezial-Auktion." In besonderer Erinnerung wird die Versteigerung des Loses 426 bleiben, einem Kombinationsbrief ab Washington zur Island- und Polarfahrt 1931, der mit 3000 Euro startete. Es wurde unruhig im Saal, als sich die Bieter am Telefon immer mehr überboten. Bei sensationellen 18 000 Euro setzte sich dann schließlich der letzte Bieter durch. Die Aerophilatelisten hatten bei mehr als 1700 Losen viele Gelegenheiten, Objekte aus der Sammlung von John Duggan und seinem Sohn Michael, der nach dem Tod seines Vaters die Sammlung weiterführte und komplettierte, zu ersteigern. Die Konkurrenz war jedoch groß, immerhin kamen die Bieter der 134. Internationalen Auktion aus 16 verschiedenen Ländern, u.a. aus den USA, der Schweiz, Russland, Ukraine, China und den Niederlanden.

Erfolgreich verlief ebenso die Briefmarkenauktion von Einzel- und Sammellosen. Ob Objekte aus dem Bereich SBZ/DDR, Altdeutschland, Deutsches Reich, Feld- und Inselpost, Berlin, Bi-Zone, Danzig, Italien oder China - die Auktion hat gezeigt, dass das Interesse ununterbrochen groß ist. 9600 (9000) Euro kostete ein Exemplar des sogenannten Charleroi-Fehldrucks auf Paketkartenabschnitt. Die MiNr. 27 c postfrisch der SBZ brachte 8600 (8000) Euro. Für einen "Großen Innendienst" von Danzig auf leicht überfrankiertem Eilboten-Wertbrief wurden 8200 (8000) Euro bezahlt. Eine große Steigerung verbuchte ein Brief mit NDP-Frankatur und handschriftlichem Vermerk "pr str Nordsee" nach Helgoland mit nachträglicher Entwertung durch am Zielort ideal zentrisch und klar aufgebrachtem Ortsstempel HELIGOLAND SP 17 1869, der von 500 auf 2300 Euro sprang. Erwartungsgemäß füllte sich der Auktionssaal besonders gut am Tag der Sammlungsauktion.

Ulrich Felzmann schaut zufrieden auf das 35. Geschäftsjahr. "Wir haben drei Auktionen in diesem Jahr durchgeführt. Unsere Jubiläumsauktion im Februar, auf der wir die Münzkollektion 'Excelsior' und Objekte aus Russland erfolgreich versteigerten. Im Sommer dann die Auktion der französischen Marke 1 Fr lebhaft-vermillon, die zu einem Spitzenzuschlag den Besitzer wechselte. Und jetzt unsere Herbst-Auktion mit den Spezial-Auktionen. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Einlieferern, Bietern und Interessenten weltweit. Mein Dank gilt natürlich auch meinen Mitarbeitern."

Internet: www.felzmann.de

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Besonderheiten des Deutschen Reiches und der SBZ

Leipzig Die 156. Briefmarkenauktion der Firma Fortagne & Lipfert am 13. und 14. Januar 2012 bringt über 3900 Lose aus fast allen Sammelgebieten. Den Auftakt bilden rund 140 Zeppelinlose aus dem Zeitraum 1912 bis 1939, dabei frühe Belege der Luftschiffe LZ "Hansa", "Viktoria Luise", "Sachsen" und "Bodensee". Highlight ist eine Zuleitungspost aus Französisch-Somaliland zur Weihnachtsfahrt nach Südamerika 1934, die mit 2200 Euro angesetzt ist. Es folgen 120 Flugpostlose Deutsches Reich, u.a. mit Pionierluftpost 1911/14 mit über 20 Belegen "Rhein-Main-Flugpost". Zu beachten ist hier ein seltener Vordruck-Drucksachenbrief von 1912 nach Berlin als Flugbeförderung mit Gradeflieger Bork-Brück (1650 Euro).

Rund 130 Lose aus den Bereichen Schiffspost und Feldpost/Kriegsgefangenenpost sowie 290 Positionen mit Motiven, Heimatphilatelie und Postgeschichte und ca. 200 Lose mit meist alten Ansichtskarten deutscher Gebiete schließen sich an. Material zur Zeitgeschichte, Fachliteratur und Autographen (u.a. Napoleon Bonaparte und Sven Hedin) ergänzen das philatelistische Angebot.

Mit einem ausführlichen Teil Brustschilde, Pfennig/Pfennige bis Krone/Adler, der auch Besonderheiten wie Farbvarianten und Plattenfehler enthält, präsentiert sich das Deutsche Reich.

Unter den 400 Losen von Deutschland nach 1945 befindet sich u.a. ein SBZ-Angebot mit Besonderheiten (z.B. Köpfe I mit Randleisten, Borkengummi oder Druckerzeichen). Topstück ist eine ungebrauchte 12-Pf-Ganzsache Stephan mit SBZ-Maschinenaufdruck (MiNr. P 31/II), die mit 1000 Euro ins Rennen geht. Mit vielen besseren Ausgaben und FDC's, Farben und anderen Besonderheiten ist die DDR besetzt (450 Lose). Mit jeweils 800 Euro starten eine gestempelte MiNr. 329 z YI und die MiNr. 339 xbXI als senkrechter Dreierstreifen auf großem Paketkartenabschnitt. In dieser Form bisher unbekannt ist der abgebildete Schillerblock von 1955 mit MiNr. 464 B nach unten verschoben und zusätzlich MiNr. 466 B um 2 mm nach unten verschoben (500 Euro). Die westlichen Besatzungszonen und Saarland warten ebenfalls mit interessanten Stücken auf.

Ein großes Spektrum bieten Europa und Übersee. Den Abschluss bilden 840 Lots und Engrosposten aller Sammelgebiete, ergänzt durch gehaltvolle Sammlungen.

Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

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Gutes wurde noch teurer!

Aachen Sicher spielten Inflationsängste eine nicht unbedeutende Rolle für die Teilnehmer der 49. AIX-PHILA-Briefmarken- und Münzauktion am 25. und 26. November in Aachen. Aber auch Sammler waren in Scharen gekommen, um das ein oder andere Stück zu ergattern. So konnten Gold- und Silbermünzen hohe Steigerungen verzeichnen: Ein Anlegerposten Deutschland kletterte von 2000 auf 4100 Euro, eine Goldmünzenpartie von 14 000 auf 17 500 Euro. Aber auch begehrte Sammlermünzen fanden ihre Käufer wie z.B. ein magnetisches Zweipfennigstück von 1967, welches mit 500 Euro zugeschlagen werden konnte.

Stieg bei Aix-Phila von 2000 auf 3100 Euro: Kiautschou MiNr. 1 Ie im waa  gerechten Paar auf Briefteil.

Ohnehin schon teure Spitzenwerte bei den Briefmarken wurden meist noch deutlich kostspieliger: Ein Bayern-Einser kletterte von 700 auf 1450 Euro, ein Sachsen-Dreier von 4000 auf 4750 Euro. Spitzenergebnisse verzeichneten Marken der Deutschen Kolonien, allen voran ein Typenpaar Kiautschou, welches von veranschlagten 4000 auf 9200 Euro schoss. Durchweg gute Ergebnisse erzielten die deutsche Standardware besonders vor 1945 sowie Europa und Übersee.

Einen vollen Auktionssaal erlebte der zweite Versteigerungstag, als beinahe 2000 Sammlungen und Partien unter den Hammer kamen und auch zum größten Teil bei teils beachtlichen Steigerungen zugeschlagen wurden. Eine Sammlung Kolonien verdoppelte den Schätzpreis von 2500 Euro, eine Kollektion Danzig stieg von 10 000 auf 14 000 Euro, ein Objekt Deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg von 3000 auf 6600 Euro und eine Frankreich-Sammlung von 3000 auf 5400 Euro.

Natürlich wurden auch kleinere Posten heiß umkämpft. So erzielten alte Ganzsachen aus Übersee 450 Euro nach 50 Euro Schätzpreis, und die 30 Euro für eine Briefpartie Japan hatten ebenfalls nicht lange Bestand: Hier fiel der Hammer erst bei 730 Euro.

Eine Mischung von kapitalkräftigen Anlegern, Sammlern und vor allem eine auffallend große internationale Beteiligung sorgte für ein hervorragendes Gesamtergebnis und zufriedene Gesichter bei Teilnehmern, Einlieferern und natürlich auch beim Veranstalter.

Internet: www.aixphila.de

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Heydrich-Block mit bisher unbekannter Nummer!

Kirchlengern Im Rahmen der 149. Pumpenmeier-Auktion am 21. Januar 2012, die über 15 000 Lose umfasst, wird eine Bahnpoststempel-Sammlung in rund 1000 Lose aufgeteilt. Drei interessante Stücke daraus seien nachfolgend vorgestellt:

Danzig - Stolp/Pom.-, Bahnpost Zug __, Danzig __, sehr seltener, für Gummistempel relativ klarer dreizeiliger Rahmenstempel auf Feldpostbrief mit kompletten Inhalt aus Neustadt, 11.11.1943, nach Braunschweig, vorderseitig Truppenstempel Waffen-SS, SS Unterführerschule Lauenburg/Pom., allererste Seltenheit der Danzig-Bahnpoststempel, im Handbuch nicht gelistet, in den letzten Jahren kaum angeboten;

1901, 14.10., SWAKOPMUND - WINDHOEK, ZUG 2, klarer Ovalstempel auf Bedarfs-Ganzsachenkarte aus Swakopmund-Ombnjohakane (?) nach Berlin, vorderseitig farbige Vignette (unten abgeschnitten) und Nummern-Zettel aufgeklebt;

Meissen Tr/Leutewitz, seltener Paketnummernzettel mit handschriftlichem Aufgabevermerk, 1917 auf Paketkarte mit 8 x 7 1/2 Pf Germania, teils Mängel, da überrandig geklebt, entwertet fünfmal mit MEISSEN-TR-LOMMATZSCH nach Hammerbrücke, sehr seltener Beleg für die Paketannahme der Schaffner-Bahnpost auf Nebenbahnen, Spurweite der Bahn nur 75 cm.

Des Weiteren kann Pumpenmeier ca. 100 Flug-, Ballon- und Zeppelin-Ansichtskarten offerieren. Daraus seien erwähnt:

1909, Internationale Luftschiffahrt Ausstellung Juli-Oktober in Frankfurt a. M., farbige AK Zeppeline über Frankfurt, Festhalle, vier Rundbilder und Ovalbild Graf Zeppelin und von Parseval, ungebraucht;

1908, Oktober, Berlin-Schmargendorf, Internationales Ballon-Wettfliegen, ungebrauchte AK mit neun Ballonen, u. a. COGNAC, NORTE etc.

Ein Stück aus der Bahnpoststempel-Sammlung, die auf der nächsten Pumpenmeier-Auktion aufgelöst wird

Von Böhmen und Mähren ist ein sogenannter Heydrich-Block mit einer bisher unbekannter Nummer 196 aus Erstbesitz samt dazugehörigem Schutzumschlag für mindestens 8000 Euro zu haben. Im aktuellen Attest heißt es: "Der Block ist echt und einwandfrei mit postfrischem Originalgummi, ist in den Originalabmessungen 101,5 : 146,5 mm. Das Prüfstück weist eine insgesamt überdurchschnittliche Erhaltung auf. Der zugehörige Schutzumschlag trägt dieselbe Nr. und beinhaltet zusätzlich noch den Karton und das Pergaminpapier."

Internet: www.pumpenmeier.de

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Felzmann versteigert Germanns Olympia-Sammlung

Düsseldorf Anlässlich der Frühjahrs-Auktion von Ulrich Felzmann vom 6. bis 10. März 2012 kommt die Grand-Prix-Sammlung "Olympische Spiele in Deutschland - Von der Idee 1894 bis zur Durchführung der Spiele 1936 in Berlin und Kiel und Neubewerbung 1940" von Dieter Germann geschlossen zur Versteigerung.

Dieter Germann, der im Bereich der Olympia-Philatelie als ehemaliger Vorsitzender der IMOS international bekannt ist, hat diesen Grand Prix für seine Olympia-Sammlung 1996 anlässlich der Olympischen Spiele in Atlanta erhalten. Als besondere Ehrung hatte damals der IOC-Vorsitzende S.E. Juan Antonio Samaranch ihn zusammen mit seiner Gattin zu einem festlichen Essen eingeladen. "Das Essen war eine große Ehrung für uns und der Höhepunkt meiner philatelistischen Ausstellerkarriere überhaupt", äußerte Germann noch vor kurzem.

Der Ausruf der Olympia-Sammlung beträgt 45 000 Euro. Sie umfasst insgesamt 179 Blätter sowie die dazugehörigen Original-Ausstellerurkunden des Grand Prix, der Goldmedaille zur IBRA 1999, der Goldmedaille zur Olympia-Phila 1995 in Budapest, der Phila-Korea 1994 anlässlich der Olympischen Spiele und der Goldmedaille zur Olymphilex 1992 in Barcelona.

Internet: www.felzmann.de

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Nachbericht zur 121. Dr. Reinhard Fischer Auktion, Bonn

Zahlreiche Highlights aus großen Sammlungen sowie zahlreiche Nachlässe wurden bei der 121. Auktion beim Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer in Bonn versteigert. Die Auflösung einer gigantischen Altdeutschland-Generalsammlung war ebenso ein Höhepunkt wie die Detaillierung einer großartigen Spezialsammlung "Serbien Ganzsachen II. Weltkrieg. Einen weiteren Schwerpunkt setze das Angebot "One Penny Black" mit der Auflösung einer Spezialsammlung mit über 150 Losen, dabei zahlreiche seltene Stücke. Es ergaben sich viele überdurchschnittliche Ergebnisse, welche den Trend für hochwertige Philatelie widerspiegeln. Von Wirtschaftskrise ist auf dem Sektor Philatelie nichts zu verspüren.

Interessante Ergebnisse der Auktion sind u. a. Bayern Mi.-Nr. 1IaIII mit kl. Mängeln zu 900.- Euro. Seltene Ausgaben der norddeutschen Gebiete wie u. a. Bergedorfs Mi.-Nr. 5 in gestempelt erzielte 1.100, Helgolands seltener Fehldruck Mi.-Nr. 8F erzielte in gestempelter Erhaltung 1.400.- Euro. Mi.-Nr. 8b wurde für 900 Euro versteigert. Die seltene Mi.-Nr. 4 von Mecklenburg-Schwerin wurde für 620 verkauft. Einen Zuschlag von 4.100 Euro brachte die seltene Mi.-Nr. 2 von Schleswig-Holstein.

Auch die Ausgaben der Kolonien und Auslandspostämter konnten mit exorbitanten Zuschlägen glänzen, so erzielte Chinas Mi.-Nr. 7IB in postfrisch 800.- Euro. Die 20 Pfg Halbierung von Kamerun zog mit 5.500 Euro durchs Ziel. Ein Longji-Provisorium auf Brief erzielte 3.300.- Euro. Das seltene Aufdruckprovisorium Mi.-Nr. 7Pv von den Karolinen erzielte 1250 Euro. Die seltene Mi.-Nr. 1Ia der Marshall-Inseln erzielte in ungebrauchter Erhaltung 1.400 Euro. Danzig glänzte mit Zuschlägen für seltene Typen, Farben und Plattenfehler. Sehr starke Nachfrage herrschte bei den postfrischen Ausgaben des Memelgebietes, hier wurden Zuschläge zwischen 40-70 % vom Michelkatalog erzielt. Die bereits erwähnte Serbien-Ganzsachen-Sammlung brachte zahlreiche, schon lange nicht mehr angebotene Seltenheiten wieder auf den Markt, so ergaben sich teils deutliche Steigerungen u. a. Serbien Ganzsachen P3 mit Zusatzfrankatur Mi.-Nr. 66/67 als Reco-Karte nach München erzielte nach Ruf 350.- einen Zuschlag bei 920.- Euro. Die Ganzsache P5 + Zusatzfrankatur Mi.-Nr. 80 auf Reco-Eil-Karte erzielte nach Ruf. 450.- einen Zuschlag von 620.- Euro. Die Auflösung der Spezialsammlung "One Penny Black" war ein großer Erfolg 95 % aller Lose wurden mit teils erheblichen Steigerungen verkauft. Das Prunkstück der Sammlung die Mi.-Nr. 1 von Platte 11 auf Brief erzielte nach Ausruf von 3.000 Euro einen Zuschlag bei 4.500.- Euro.

Die Ausgaben der Volksrepublik China waren sehr gefragt, so brachte ein postfrisches Exemplar der Ausgabe "Jahr des Affen" 1.000 Euro ein 5er-Streifen derselben Ausgabe erzielte sogar 5.300.- obwohl eine Marke nicht einwandfrei war. Das starke Sammlungsangebot war ebenso gefragt, so erzielten ganze Nachlässe wie u. a. eine Regalwand hohe Zuschläge (Ausruf 6.500 Zuschlag 8.300), eine Deutsches Reich Generalsammlung erzielte nach Ausruf 2.500 einen Zuschlag bei 4.700 Euro. Beim III. Reich erzielte eine postfrische/ungebrauchte Sammlung 2.200.- Euro, eine gestempelte nach Hauptnummern kpl. Berlin-Sammlung erzielte nach Ausruf 1.600 einen Zuschlag bei 1.800.-. Insgesamt hatte die Auktion inkl. Aufgeld einen Umsatz von 1,05 Millionen. Alle genannten Zuschlagpreise sind Zuschlagspreise ohne Aufgeld und Mehrwertsteuer.

Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

20. Gärtner-Auktion:
Bieterkampf um einmalige Brustschild-Frankatur!

Mit einem wieder einmal umfassenden Angebot wartete Christoph Gärtner zu seiner mittlerweile 20. Versteigerung auf: Mehr als 18.000 Lose, die in acht Katalogen sowie im Internet bestens präsentiert wurden, beeindruckten mit einer selten gesehenen Breite und Variation der weltweiten Philatelie. Gut 800 Einlieferer bildeten dazu die Basis, und annähernd 2700 Bieter beteiligten sich schriftlich, telefonisch oder persönlich. Sie sorgten in herzlicher und harmonischer Umgebung für einen Umsatz von gut 5 Millionen Euro (vor Steuern).

Breites Kaufinteresse

Das absolute Highlight der Auktion war zweifelsohne die einzigartige Paketkarte aus der Brustschildzeit, die, nebst einer 7 Kreuzer, mit 22 Exemplaren der 18 Kreuzer (großer Schild) frankiert und für ein 2 kg schweres Paket 1874 von Ettlingen nach St. Louis/USA verschickt wurde. Von den insgesamt verklebten 403 Kreuzern (oder 6 Gulden, 43 Kreuzer), darunter mit einem waagerechten Zwölferblock die größte bekannte Einheit der 18 Kreuzer, entfielen nur 18 Kreuzer für den inländischen Portoanteil! Diese Paketadresse, die zudem noch durch ihre frische, gute Erhaltung, die glasklaren Entwertungen und somit durch ihren hohen Grad an Attraktivität besticht, stammt aus der berühmten Boker-Sammlung und kann mit Fug und Recht als eines der bedeutendsten Stücke der Deutschland-Philatelie nach 1872 überhaupt bezeichnet werden. Sie war mit 150.000 Euro angesetzt. Zwei Bieter lieferten sich einen beherzten Kampf, der bei 200 000 Euro (238 000 Euro inkl. Aufgelder) endete.

Ebenso grandios ist die wohl weltweit bedeutungsvollste Sammlung der Flugpost Neufundlands, die "Peter Motson"-Kollektion, gespickt mit Raritäten und Unikaten, die zum letzten Mal in London 2010 zu sehen war und mit Großgold ausgezeichnet wurde. Sie konnte für 400.000 Euro zugeschlagen werden. Abbildungen der kompletten Sammlung können übrigens immer noch im Internet unter www.stampauctions.de bewundert werden.

Darüber hinaus gab es weitere bemerkenswerte Resultate.

Volksrepublik China: Ein gestempeltes Exemplar der 1968 nach wenigen Stunden zurückgezogenen Marke "Das ganze Land ist Rot" (Start 20.000 Euro, Ergebnis 58 310 Euro inkl. Aufgelder) oder eine umfangreiche, meist postfrische Sammlung 1949-1999, die von 30 000 auf 72 000 Euro gesteigert wurde, belegten das ungebrochene Interesse an diesem Gebiet.

Flugpost: Ein "De Pinedo"-Brief von Neufundland 1927 (nicht aus der Goldsammlung "Motson") steigerte von 5000 auf 7200 Euro, ein Zeppelinbrief aus 1932 mit einer Mischfrankatur Russland/Deutsches Reich 2 RM "Polarfahrt" von 300 auf 7400 Euro.

Thematik: Eine große, umfassende Ausstellungssammlung "Geschichte des Weinbaus" startete mit 25.000 Euro und brachte schließlich rund 33 440 Euro (inkl. Aufgeld). Eine große Kollektion "Weltraum" in 86 Alben kletterte von 8000 auf 17 000 Euro.

Island: Eine Ausstellungssammlung aus dem Zeitraum 1839 bis 1930 stieg von 15 000 auf 24 000 Euro.

Münzen: Eine 500-$-Silbermünze der Britischen Virgin Islands (Zuschlag 5000 Euro) oder die 12 Unzen-Goldmünze "Panda" der Volksrepublik Chinas von 1984 (Start 10 000 Euro, Ergebnis ca. 34 000 Euro inkl. Aufgelder) sorgten hier für Glanzlichter.

Starker Deutschland-Teil

Im starken Deutschland-Teil fanden u.a. eine Baden 1860 3 Kreuzer violettblau im ungebrauchten Viererblock (Zu schlag 20 000 Euro), eine Bayern 1849 6 Kreuzer (Typ I) ungebraucht (Ausruf und Zuschlag 25 000 Euro) und eine Württemberg 1921 40 Pf karminrot ungezähnt im gestempelten Paar und in Mischfrankatur auf Brief (Zuschlag 35 000 Euro) einen neuen Besitzer. Dazu gesellten sich viele weitere Besonderheiten bis hin zu einem ganz besonderen Markenheftchen der Bizone. Es handelte sich um ein Vorlagestück von 1945 (AM-Post) mit Aufdruck "Specimen", das für 16 000 (15 000) Euro zugeschlagen wurde.

Zum Abschluss stießen auch die kompletten Nachlässe auf großes Interesse. Ein großer Europa-Nachlass in 140 Alben sprang von 45 000 auf 69 000 Euro. Ebenso begehrt war eine Kollektion von rund 1000 Belegen aus der Sowjetischen Zone, die von 7000 auf 15 500 Euro davon zog. Ein Posten Münzen aus aller Welt - von kleinen indischen Goldmünzen bis hin zur Moderne - erreichte immerhin 32.000 (20.000) Euro.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

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121. Auktion Dr. Reinhard Fischer:
Schlüsselstück der Lübeck-Philatelie

Über 10 500 Lose werden auf der 121. Auktion am 2. und 3. Dezember 2011 beim Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer in Bonn versteigert. Eine Ausrufsumme von 1,9 Millionen Euro steht für das größte Angebot seit Firmengründung. Zu den Schwerpunkten zählen Alt deutsch land, wo eine bedeutende Sammlung aufgelöst wird, die Deut sche Kolonien, die Nebengebiete sowie Besetzungsausgaben und Feldpost. Darüber hinaus glänzen Großbritannien und China.

Auflösung einer großartigen Altdeutschland-Sammlung

Im Jahr 1859 ist in Lübeck etwas passiert, was vielen Philatelisten Freude bereitet. Ein Fehldruck entstand durch die fehlerhafte Zusammenstellung des Drucksteins zur Freimarke 2 S. - versehentlich wurde auf zwei Feldern das Klischee der Marke zu 2 ½ S. (Feld 96/97) eingesetzt. Vor Druckbeginn wurde dies jedoch bemerkt, und in der Annahme, dass nur die vier Eckziffern die entscheidenden Merkmale zur Unterscheidung sind, diese herausradiert und von Hand nachgemalt. Der Text "zwei ein halb" im linken Schrift band blieb also bestehen. Da nur die Eckziffern berichtigt wurden, weist der Fehldruck ansonsten die Stecherzeichen und Echtheitsmerkmale der MiNr. 4 auf. Durch das freihändige Zeichnen der Wertziffern unterscheiden sich diese selbstverständlich voneinander und ebenso von denen der MiNr. 3. In gestempelter Erhaltung schon eine Kostbarkeit der Altdeutschland-Philate lie, ist diese Marke auf Brief eine ausgesprochene Rarität. Es sind nur sehr wenige Briefe mit diesem Fehldruck bekannt. Während der kommenden Fischer-Auktion kommt der oben abgebildete Brief - es ist der mit der frühesten bekannten Verwendung des Fehldrucks MiNr. 3 F - zum Aufruf. Es sind nur acht Briefe mit dem Fehldruck bekannt, einer gilt jedoch als fraglich. Bei diesem Brief des Fehldruckes handelt es sich um den einzigen mit Entwertung durch Tinte! Auf den legendären Boker-Auktionen wurden zwei Briefe für 150 000 DM bzw. 200 000 DM verkauft. Bei Dr. Fischer sucht der Fehlruck-Brief für 14 000 Euro einem neuen Lieb haber.

Er stammt aus einer großartigen Altdeutschland-Sammlung mit zahlreichen Seltenheiten, die nun aufgelöst wird. Nahezu alle Gebiete sind in den Hauptnummern komplett vorhanden. Bayern lockt alleine mit vier "Schwarzen Einsern". Eine der seltensten Marken der Altdeutschen Staaten, nämlich Bremens MiNr. 6 y gestempelt, wird ebenfalls angeboten (600 Euro). Hamburg begeistert mit zahlreichen Briefseltenheiten, so u. a. einer portorichtigen Mehrfachfrankatur der MiNr. 5 b (6000 Euro). Unter den Ausgaben von Hannover findet sich ein Postbetrugs brief (600 Euro). Helgoland umfasst zahlreiche Belege, darunter den seltenen Probedruck der MiNr. 19 (600 Euro). Oldenburg bietet ein gestempeltes Luxusstück der MiNr. 5 (1500 Euro). Preußen wartet mit der MiNr. 8 P im waagerechten Paar auf, einem seltenen Probedruck, der früher als MiNr. 7 b bekannt war und gehandelt wurde. Nach neuen Erkenntnissen handelt es sich jedoch um einen Probedruck aus der Sammlung von König Carol von Rumänien. Unter den Ausgaben der nord deutschen Staaten werden bei Schleswig-Holstein die MiNr. 1 und 2 je als Einzelfrankatur auf Brief ausgerufen (1800 bzw. 8000 Euro). Württemberg bietet beide Farben der 70 Kreuzer (500 bis 1500 Euro).

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, die über 1500 Lose umfassen. Nahezu alle Werte sind postfrisch vertreten (bis hin zu kompletten Bogen), dazu gesellen sich Vorläuferausgaben und Stempellose. Bei China fallen u.a. beide Typen des Futschau-Provisoriums in postfrischer Erhaltung, PetschiliAusgaben sowie eine gestempelte 80 Pf "Handstempel" auf. Marokko enthält die unverausgabten MiNr. I/VI in postfrischer Erhaltung (900 Euro). Unter den Ausgaben der Deutschen Post in der Türkei stößt man u. a. auf die MiNr. I/V postfrisch (1100 Euro). Kiautschou bietet seltene Aufdrucktypen der MiNr. 1. Von Danzig kommen zahlreiche postfrische Ausgaben und Besonderheiten zum Ausruf, u. a. MiNr. A 124 Y in postfrischer Erhaltung (1900 Euro). Das Memelgebiet ist mit fast allen Ausgaben in der gefragten und seltenen postfrischen Erhaltung vertreten. Unter den Ausgaben des Saargebietes finden sich zahlreiche Aufdrucktypen, postfrische Ausgaben und einige Besonderheiten wie z. B. Druckdaten. Ein besonderer Schwerpunkt der 121. Auktion sind die Ausgaben "Deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg". Über 50 Lose des beliebten Gebietes Sudetenland sowie zahlreiche Lose Mährisch-Ostrau warten auf neue Besitzer. Weiterhin wird eine Spezialsammlung Serbien-Ganzsachen mit fast 300 Positionen aufgelöst, wobei sich alle Ganzsachen in Frankatur bzw. Stempeln unterscheiden. Das stark differenzierte An gebot der Ausgaben "Deutschland nach 1945" zeigt Seltenheiten der Lokalausgaben, breit gefächerte Kontrollratsausgaben und so manche Abart und Besonderheit von DDR und Bund.

Im Europateil liegt das Hauptaugenmerk auf der Detaillierung einer Spezialsammlung "One Penny Black und One Penny Red". Dabei sind praktisch alle Platten (1a, 1b, 2-11) mit zahlreichen Kabinett- und Luxusstücken vertreten, so u.a. Platte 11 auf Brief - einer der schönsten bekannten Briefe dieser seltensten Platte (3000 Euro). Der Überseeteil glänzt mit einem exzellenten China-Angebot: Hier sind u. a. MiNr. 1594 "Jahr des Affen" für 700 Euro und ein postfrischer Jugendblock 1979 für 1400 Euro zu haben.

Die Auktion beginnt allerdings traditionell mit der Numismatik, die etwas mehr als 1600 Lose mit einem Gesamtausruf von 430 000 Euro umfasst und einige sehr interessante Exemplare aufweist. Dazu zählen unter anderem die 20-Mark-Prägung Preußen (J. 253) des Jahres 1915 (2000 Euro) und ein seltenes 100-Franken-Stück der Schweiz (4500 Euro).

Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

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Für jeden Geldbeutel etwas

Bamberg Die Firma Christian Arbeiter Philatelie in Bamberg bietet in ihrer 8. Gebotsauktion am 6. Dezember 2011 ein breites Angebot an nationaler und internationaler Philatelie. Das Mindestgebot be trägt 5 Euro. Bei der Durchsicht des Kataloges wird man schnell feststellen, dass auch reichlich BPP-geprüfte Werte und Serien, insbesondere vom Deutschen Reich und den Nebengebieten, bis zu einem MICHEL-Wert von ca. 2500 Euro offeriert wird. Eine Fülle an interessanten postgeschichtlichen Belegen und Karten, dazu ein sehr gutes Motivangebot (z.B. WWF und Weltraum), Zubehör diverser Hersteller und vieles andere mehr werden sicherlich dafür sorgen, dass für jeden Sammler und jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

Internet: www.arbeiterbriefmarken.de

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Seltener China-Brief

Frankfurt/Main Das Auktionshaus Weiser präsentiert seine traditionelle Weihnachts-Auktion in diesem Jahr erstmals an zwei Versteigerungstagen und mit zwei separaten Katalogen. Am 2. Dezember kommen Münzen und Schmuck unter den Hammer (siehe Bericht in der Rubrik "Nu mismatik") und am 10. Dezember Briefmarken und Antikes.

Eines der Highlights der Briefmarken-Auktion ist ein China-Brief, der im Foto-Attest von Ronald F. Steuer als sehr selten eingestuft wird. Es handelt sich um eine portogerechte Teil-Barfrankatur. Der Brief, mit Absender Konsul Dr. Lenz, Tschifu China, wurde am 3. Dezember 1898 bei der chinesischen Post in Chefoo aufgegeben und am 5. Dezember 1898 an die Deutsche Post in Shanghai weitergeleitet, ehe er laut Ankunftsstempel Berlin am 8. Januar 1899 erreichte. Der Ausruf beträgt 1500 Euro.

Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de

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Begehrte Pfund-Werte

Berlin Auf der 46. Hadersbeck-Auktion vom 28. bis 30. September 2011 setzten sich zunächst einige ausländische Sammelgebiete mit guten Resultaten in Szene. VR Chinas Landschaften-Satz MiNr. 744-759 postfrisch stieg von 500 auf 920 Euro, ebenso ein Brief mit einer griechischen Mischfrankatur aus 1862. Gewaltige Sprünge machten britische Pfund-Werte in gestempelter Erhaltung: MiNr. 66 schoss von 200 auf 1100 Euro, MiNr. 85 von 200 auf 620 Euro.

Im Altdeutschland-Teil zog eine gestempelte Bayern MiNr. 1 IIa von 1000 auf 1250 Euro, ein oldenburgischer Ganzsachenausschnitt auf doppelt verwendetem Brief von 1000 auf 1200 Euro. Die im Vorbericht in der DBR 10/11 (Seite 59) gezeigte Brustschild-Mischfrankatur auf Wertpaketbegleitbrief spielte 1220 (1100) Euro ein. Von 1100 auf 1500 Euro kletterte ein postfrischer Satz "Chicagofahrt". 560 (350) Euro wurden für eine gestempelte MiNr. 513 Y geboten. Nicht minder begehrt waren eine MiNr. 553 auf Rentenkarte, die mit 540 Euro ihren Ansatz verdreifachen konnte, und der Zusammendruck MiNr. RL 13/14, der 1000 (600) Euro erlöste. Begehrt waren auch Besetzungsausgaben und Propagandafälschungen. Die MiNr. 6 K und 15 b von Sudetenland/Karlsbad jeweils auf Briefstück stiegen von 400 auf 830 bzw. 500 auf 830 Euro, eine Sammlung mit deutschen Fälschungen für Großbritannien von 1500 auf 2800 Euro.

Nachkriegsdeutschland verbuchte ebenfalls teils kräftige Steigerungen, etwa für die Lokalausgaben Niesky MiNr. 3 und 4 (3) auf Brief mit 500 (150) Euro. Bei der SBZ Thüringen fanden Zusammendrucke und Blocks Gefallen. Von 1400 auf 2850 Euro sprang die MiNr. 95 AXav SKZU (2) auf Brief. Auch DDR-Besonderheiten wurden mitgenommen. Die MiNr. 252 bI gestempelt kostete 620 (500) Euro, die MiNr. 329 zYI postfrisch 980 (800) Euro und die MiNr. 442 mXI gestempelt 580 (500) Euro. Sammlungen und Posten wurden oft bis zum Mehrfachen des Ausrufpreises gesteigert.

Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

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Interessante Sammlungen aufgelöst

Potsdam Zu den Schwerpunkten der 46. Versteigerung der Firma Potsdamer Philatelistisches Büro am 7. und 8. Dezember gehört ein Sonderkatalog zur Sachsen-Sammlung "Luxor", in dem sich 300 Lose einschließlich Vorphilatelie befinden. Natürlich ist dort auch der berühmte "Sachsen Dreier" vertreten und zwar die Farbnuance MiNr. 1 a, einmal gestempelt und außerdem auf Drucksache (2000 bzw. 5000 Euro). Zu den interessanten Destinationen gehören Briefe nach Sardinien und Rumänien (1500 bzw. 2000 Euro). 6000 Euro werden für ein ungebrauchtes Exemplar mit Originalgummi des Fehldruckes MiNr. 3 F verlangt. Ebenfalls diesen Ansatz hat ein Telegrammumschlag mit einer Drei-Farben-Frankatur. Eine saubere Einzelfrankatur der MiNr. 13 a nach Rom (Kirchenstaat) geht mit 3000 Euro ins Rennen. Ebenfalls mit 3000 Euro startet eine Buntfrankatur aus den MiNr. 13 c, 15 a und 18 b (2) nach Batavia in Niederländisch-Indien.

Daneben werden zwei weitere interessante Objekte aufgelöst:

Horst Lüddicke "Frankaturen der Milliarden-Provisorien nach Oberpostdirektionen" - Die knapp 80 Lose zeigen zahlreiche bemerkenswerte Frankaturen, beispielsweise ein "Hitler-Provisorium" zusammen mit 27 weiteren Marken auf einem Fernbrief aus Dezember 1923. Der sogenannte Dezember-Brief ist mit 1500 Euro taxiert. Für eine Einzelfrankatur der MiNr. 336 AWb der OPD Erfurt auf Fernkarte werden 2000 Euro verlangt. Zu den herausragenden Inflamarken zählen eine gestempelte MiNr. 154 IIb/III für 5000 Euro und die MiNr. 319 Wb im gestempelten Viererblock für 1500 Euro.

John Leathes "Die Tauchbootpost 1916-1917" - Gut 90 Positionen dokumentieren eine bemerkenswerte Spanne dieser Postbeförderung mit dem Handels-U-Boot "Deutschland" während des Ersten Weltkrieges, die auch Destinationen einschließt. Spitzenstück ist eine Zuleitung aus Ungarn für 1200 Euro.

Daneben enthält die Versteigerung das übliche Spektrum von der Vorphilatelie bis zur Moderne, beginnend mit Transiten und grenzüberschreitender Post, der deutschen Klassik, bei der Belege mit Ovalstempel der Stader Stadtboten herausragen (je 2500 Euro), dem Deutschen Reich und Gebieten sowie den modernen deutschen Sammelgebieten ab der Lokalpost 1945. Beachtung verdient vor allem auch das starke SBZ-Angebot.

Internet: www.potsdamer-phila-buero.de

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Christoph Gärtner und ein bemerkenswertes Sponsoring

23.11.11 (wm) Ein Großsponsor der HABRIA Hannover, die am vergangenen Wochenende stattfand, war zweifelsohne Christoph Gärtner, der mit seinem Auktionshaus seit geraumer Zeit weltweit für Schlagzeilen sorgt. Beim Festabend der HABRIA 2011 am 19.11. sorgte er erneut für Aufmerksamkeit. Genauer gesagt, sein Gast, Anatoli Karpow. Mit der "Schachlegende" Karpow hat er bereits vor Monaten eine Jugendphilatelie-Förderaktion initiiert, die erfolgreich angelaufen ist und zu der bereits das 1.000 Briefmarkenpaket verschickt wurde.

Gärtner ist auch die Luxus-Festschrift zum 125jährigen Jubiläum des Briefmarken-Club Hannovers (BCH) zu verdanken, denn diese wurde komplett vom Auktionshaus Gärtner in mindestens 800 Exemplaren gestaltet und produziert. Gärtner stellte die Festschrift dem Club zum freien Verkauf zur Verfügung. Ein wunderschönes 300-Seiten-Buch im Großformat, natürlich in Farbe und in ansprechender Hardcoverausführung. Ein nennenswertes Sponsoring, über das sich sicherlich nicht nur der BCH freut, sondern auch die Leser des Werkes, das sie dadurch preiswert für 35 Euro erwerben können.

Damit noch nicht genug: Auch eine Sonderausgabe eines Forschungsberichtes zum Clubjubiläum der ArGe Hannover und Braunschweig (120 Seiten, A4-Format) wurde vom Auktionshaus gleich mit produziert. Kontakt: Friedrich Nölke, Werner-von-Siemens-Str. 4, 30974 Wennigsen, Telefon: 0 51 03/81 05 Foto: Anatoli Karpow (links) im Gespräch mit Christoph Gärtner (rechts) und Chefredakteur Wolfgang Maassen. Foto: Dieter Germann

Nachbericht zur 134. Felzmann-Auktion - Philatelie (10.-12.11.2011)

22.11.2011 (wm/bh) Mit der letzten Auktion des Jahres 2011 hat das Auktionshaus Felzmann einen erfolgreichen Abschluss seines 35-jährigen Geschäftsjubiläums gefeiert. Mit seiner Briefmarken- und Münzauktion sowie seinen Spezial-Auktionen Zeppelin- und Flugpost und Italien erzielten Ulrich Felzmann und sein Team ein Gesamtergebnis in Höhe von rund 3,0 Millionen Euro (inkl. Aufgeld/ohne MwSt.).

Neben Material aus Italien, das in solch einer Fülle und Qualität erstmals angeboten wurde und daher für das Unternehmen eine besondere Herausforderung darstellte, bot Auktionator und Geschäftsführer Ulrich Felzmann mit der "Forschungssammlung John und Michael Duggan" wieder eine Spezial-Auktion Zeppelin- und Flugpost an. Ulrich Felzmann kommentierte die gute Resonanz nach der Auktion mit den Worten: "Ich bin froh, dass ich die äußerst interessante und spezialisierte Sammlung von John Duggan, einem der großen Pioniere der Zeppelin-Forschung, in meinem Auktionshaus anbieten konnte. Die positive Entwicklung der Auktion hat mich sehr gefreut. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für diese tolle Spezial-Auktion". In besonderer Erinnerung geblieben ist sicherlich allen Auktionsteilnehmern die Versteigerung des Loses 426 (Island- und Polarfahrt 1931), das bei einem Ausruf von 3.000 Euro für 18.000 Euro zugeschlagen wurde. Es wurde unruhig im Saal, als sich die Bieter am Telefon immer mehr überboten. Bei 18.000 Euro musste sich ein Bieter jedoch geschlagen geben. Das Leid des einen ist die Freude des anderen - so könnte man die Situation gut beschrieben.

Die Aerophilatelisten hatten bei mehr als 1.700 Losen viele Gelegenheiten, Objekte aus der Sammlung von John Duggan und seinem Sohn Michael, der nach dem Tod seines Vaters die Sammlung weiterführte und komplettierte, zu ersteigern. Die Konkurrenz war jedoch hoch, immerhin kamen die Bieter der 134. Internationalen Auktion aus 16 verschiedenen Ländern, u.a. aus den USA, der Schweiz, Russland, Ukraine, China und den Niederlanden.

Erfolgreich verlief ebenso die Briefmarkenauktion von Einzel- und Sammellosen. Erwartungsgemäß füllte sich der Auktionssaal besonders gut am Tag der Sammlungsauktion. Ob Objekte aus dem Bereich SBZ/DDR, Altdeutschland, Deutsches Reich, Feld- und Inselpost, Berlin, Bi-Zone, Danzig, Italien oder China - die Auktion hat gezeigt, dass das Interesse ununterbrochen groß ist.

Ulrich Felzmann schaut zufrieden auf das 35. Geschäftsjahr zurück. "Wir haben drei Auktionen in diesem Jahr durchgeführt. Unsere Jubiläumsauktion im Februar, auf der wir die Münzkollektion "Excelsior" und Objekte aus Russland erfolgreich versteigerten. Im Sommer dann die Auktion der französischen Marke "1 Fr lebhaft-vermillon", die zu einem Spitzenzuschlag den Besitzer wechselte. Und jetzt unsere Herbst-Auktion mit den Spezial-Auktionen. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Einlieferern, Bietern und Interessenten weltweit. Mein Dank gilt natürlich auch meinen Mitarbeitern", so Ulrich Felzmann.

121. Dr. Reinhard Fischer Auktion in Bonn

5.11.2011 (wm/rf)

Über 10.500 Lose werden auf der 121. Auktion am 2. und 3. Dezember 2001 beim Auktionshaus Dr. Reinhard Fischer in Bonn versteigert. Mit einer Ausrufsumme von 1,9 Millionen Euro wird das größte Angebot seit Firmengründung offeriert. Der Freitag ist traditionell der Numismatik gewidmet. Hier kommen etwas mehr als 1 600 Lose (Ausruf ca. 430.000 EUR) mit einige sehr interessante Exemplaren zum Ausruf. Dazu zählen unter anderem die 20 Mark Prägung Preußen (J. 253) des Jahres 1915 (2.000), 5 Reichsmark Stück "Goethe" Weimar, Prägung "A" (1.000), das 15 Rupien Stück Deutsch Ostafrikas in der "b" Variante (2.000), ein seltenes 100 Franken Stück der Schweiz (4.500) und drei 500 Yuan Goldmünzen Chinas zu je 5 Unzen Feingold. Dabei handelt es sich z.B. um die 500 Yuan "Jahr des Ochsen" mit einer Auflage von lediglich 99 Stück (30.000) und 500 Yuan "Chinesische Literatur - Die drei Königreiche", mit einer Auflage von nur 168 Stück (15.000). Außerdem werden zahlreiche komplette Münzsammlungen und ganze Nachlässe versteigert.

Die Briefmarkenauktion startet am Samstag, den 3. Dezember, gegen 13.00 Uhr im "Hotel Kanzler" mit der Auflösung einer großartigen Altdeutschlandsammlung mit zahlreichen Seltenheiten. Nahezu alle Gebiete sind in den Hauptnummern komplett vorhanden. So u. a. seltene Ausgaben von Baden, Bayern, Bremen, Hamburg, Lübeck, Mecklenburg, Oldenburg, Preußen, Sachsen und alle anderen Staaten.

Bayern lockt mit 4 "Schwarzen Einsern" - auch in ungebrauchter Erhaltung!. Im Angebot sind auch die Mi. 3F von Lübeck auf Brief (14.000), Sachsens Mi. 1 auf Streifband (4.500) ebenso wie zahlreiche andere seltene Stücke und einige hundert Brieflose der mittleren gesuchten Ausgaben. Eine der seltensten Marken der Altdeutschen Staaten, nämlich Bremens Mi. Nr. 6y gestempelt wird ebenfalls angeboten (600). Hamburg lockt mit zahlreichen Briefseltenheit so u. a. eine portorichtige MeF der Min.-Nr. 5b (6.000). Unter den Ausgaben des Staates Hannover findet sich ein Postbetrugsbrief (600), hierbei wurde eine bereits verwendete Marke erneut frankiert. Das entsprechende Entgelt strich der Postbeamte, der die Marke geschickt überstempelte, selbst ein. Ebenfalls im Angebot das so genannte "Leer-Provisorium" eine Mi. 13 mit überschriebener Wertziffer 3 welche durch 6 ersetzt wurde. Helgoland umfasst diesmal zahlreiche Belege und auch den seltenen Probedruck der Mi. 19 (600). Oldenburg bietet ein gestempeltes Luxusstück der Mi. 5 (1.500). Preußen beinhaltet mit der Mi. 8P im waagerechten Paar einen seltenen Probedruck, der früher als Mi. 7b bekannt war und gehandelt wurde. Nach neuen Erkenntnissen handelt es sich jedoch um einen Probedruck aus der Sammlung von König Carol von Rumänien. Das waagerechte Paar wurde damals für 25.000 DM angeboten. Unter den Ausgaben der Norddeutschen Staaten werden bei Schleswig-Holstein Mi. 1 und 2 je als EF auf Brief angeboten. (1.800 bzw. 8.000). Württemberg bietet beide Farben der 70 Kreuzer (500 - 1.500).

Unter den Ausgaben des Deutschen Reiches befinden sich Seltenheiten wie etwa 2 Kr. großer Schild gestempelt (1.000 bzw. 2.000), 18 Kr. großer Schild im waagerechten gestempelten Paar (2.600), sowie weitere Ausgaben und Farben wie etwa Mi. 118c gestempelt (500), aber auch seltene Marken wie Mi. 151 Y postfrisch (450). Eine seit Jahren nicht mehr angebotene Seltenheit der Weimarer Republik ist ebenso im Angebot. Dabei handelt es sich um Mi. 261 L in gestempelter Erhaltung (800). Ebenso sind zahlreiche Dienstmarken, Zusammendrucke und Markenheftchen mit einigen Raritäten dabei.

Unter den etwa 200 Losen "Flug- und Zeppelinpost" befinden sich zahlreiche selten angebotene Briefe mit etlichen Besonderheiten. Über 1.500 Lose umfasst das umfangreiche Angebot "Deutsche Kolonien und Auslandspostämter". Dabei wird eine fast komplette postfrische Sammlung aufgelöst. Außerdem sind zahlreiche Vorläuferausgaben und Stempellose sowie komplette Bögen im Angebot. So bietet China unter anderem beide Typen des Futschau-Provisorium in postfrischer Erhaltung. Petschili-Ausgaben, sowie eine gestempelte 80 Pf. "Handstempel" kommen ebenfalls zum Aufruf. Marokko bietet die unverausgabten Mi. I/VI in postfrischer Erhaltung (900). Unter den Ausgaben der Dt. Post Türkei findet sich u. a. I/V postfrisch (1.100). Kiautschou bietet seltene Aufdrucktypen der Mi. 1. Weiterhin sind zahlreiche Belege im Angebot.

Von Danzig kommen zahlreiche postfrische Ausgaben und Besonderheiten zum Aufruf, u. a. Mi. A124Y in postfrischer Erhaltung (1.900). Das Memelgebiet ist u.a. vertreten mit fast allen Ausgaben in der gefragten und seltenen postfrischen Erhaltung. Unter den Ausgaben des Saargebietes finden sich zahlreiche Aufdrucktypen, postfrische Ausgaben und einige Besonderheiten wie z. B. Druckdaten.

Ein besonderer Schwerpunkt der 121. Auktion sind die Ausgaben "Deutsche Besetzung im 2. Weltkrieg". So finden Interessenten dort zum Beispiel wieder über 50 Lose des beliebten Gebietes Sudetenland sowie zahlreiche Lose Mährisch-Ostrau. Auch alle anderen Gebiete sind selbstverständlich stark vertreten. Dabei auch einige seltene Ganzsachen wie Elwa P2 ungebraucht oder Alexanderstadt P1 und P2. Weiterhin wird eine Spezialsammlung Serbien Ganzsachen mit fast 300 Losen aufgelöst. Alle Ganzsachen unterscheiden sich in Frankatur bzw. Stempeln. Außerdem beinhaltet das Angebot seltene Typen, wie die Spitzenwerte der Portomarken Zara in Type III, die nur in einer Auflage von 40 Stück bekannt sind. Unter den Feldpostmarken stechen zahlreiche Raritäten wie Mi. 6 K postfrisch (850) hervor. Aber auch die Mi. 8A ist postfrisch (4000) und gestempelt als waagerechtes Paar (2.300) ist im Angebot, genauso wie die U-Boot-Hela-Marke in allen Farben. Auch eine postfrische Kuban-Päckchenmarke sucht einen neuen Interessenten (1.300). Zahlreiche Briefseltenheiten wie Mi. 3, 5a und 8A warten auf einen Käufer.

Das stark differenzierte Angebot der Ausgaben "Deutschland nach 1945" bietet Seltenheiten der Lokalausgaben wie Finsterwalde Block 2 F I gestempelt (650), Glauchau 30/42 postfrisch (1.800), Hamm 4/6 postfrisch (650), Herrnhut I/VI postfrisch (1.200), Meißen Block 1 gestempelt (600), und vieles mehr. Auch das breit gefächerte Angebot "Kontrollratsausgaben" dürfte auf viele Interessenten treffen. Zahlreiche Seltenheiten der SBZ werden versteigert, darunter 32yb postfrisch (700), 39yb postfrisch (1.500), 42/50E gestempelt (400), 43Ac gestempelt (1.100), 54b postfrisch (750) und gestempelt (3.500), 66Y postfrisch (1.400), 70Y gestempelt (4.800), 79Yb gestempelt (1.000) sowie alle Blockausgaben mit vielen Typen. Ebenfalls sind zahlreiche Varianten der Ausgabe "Maschinenaufdrucke" mit Seltenheiten im Angebot.

Unter den Ausgaben der DDR finden sich zahlreiche Wasserzeichen-Varianten und Abarten - ein Dorado für jeden Spezialsammler. Im Bereich Berlin besteht die Möglichkeit, gestempelte Luxussätze Schwarzaufdruck (630 bzw. 650) zu erwerben. Ebenso sind zahlreiche seltene Markenheftchen im Angebot dabei MH Nr. 1, Nr. 2 und 3b, um nur einige zu erwähnen. Wiederum sehr reichhaltig ist das Angebot Bizone. Auch der seltenere Block 1c ist in postfrischer Erhaltung im Angebot (200). Unter den angebotenen Ausgaben der Bundesrepublik finden sich zahlreiche seltene Abarten wie u. a. 80 Pfg Posthorn mit Wz. Y in postfrischer Erhaltung (1.100), 30 Pfg Ottomotor mit Wz. Z in postfrisch (750) und ebenso ein gestempelter Heuss Lumogen Satz (150). Ergänzt wird dieses interessante Angebot durch zahlreiche günstig angesetzte Standardausgaben und Markenheftchen sowie Zusammendrucke, auch Ganzsachen warten auf neue Liebhaber.

Im Europateil liegt der Schwerpunkt bei der Auflösung einer Spezialsammlung "One Penny Black und One Penny Red". Dabei sind die Platten 1a, 1b, 2 - 11 vertreten mit zahlreichen Kabinett- und Luxusstücken, so unter anderem Platte 11 auf Brief (3.000) - einer der schönsten bekannten Briefe dieser seltensten Platte.

Auch andere europäische Staaten kommen nicht zu kurz, so werden u. a. Jugoslawien mit Spezialitäten und auch Kroatien mit Seltenheiten angeboten. Des weiteren findet man auch Ausgaben von Frankreich, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz im aktuellen Katalog.

Der Überseeteil glänzt mit einem exzellenten China-Angebot; so werden u. a. Mi. 1594 "Jahr des Affen" (700) und ein postfrischer Jugendblock 1979 (1.400) versteigert. Auch ein umfangreicher Teil USA mit einem Spezialangebot der Rollenmarken kommt zum Aufruf.

Das Sammlungsangebot startet mit einem "Gebots"-Teil. Insgesamt 217 Lose werden auf diese Weise zum Startpreis von 10 Euro angeboten. Hintergrund ist, dass der Einlieferer keine Rücklose wünscht und dem Auktionshaus freie Hand bei der Gestaltung der Ausrufpreise gegeben wurde. Der Bestand enthält zahlreiche hochwertige Kollektionen. Weitere hochwertige Sammlungen und ganze Nachlässe sind ebenso im Angebot. Darunter Deutsche Besetzung II. Weltkrieg (4.500), Dt. Kolonien (4.500), Automaten-Marken-Spezialsammlung "ALLE WELT" (7.500), Deutschland-Nachlass (6.500), Deutschland-Nachlass (5.000), Europa-Nachlass (4.000), Altdeutschland (1.500), Schweiz (4.000), Rumänien (2.000). Zu guter Letzt warten etwa 250 Liquidations-Lose auf Käufer. Diese können, sofern kein anderer Bieter Interesse zeigt, bis zu 30 % unter dem Ausrufpreis zugeschlagen werden. Unter www.reinhardfischerauktionen.de kann das gesamte Angebot im Online-Katalog begutachtet werden. Dort sind alle Einzellose und Atteste abgebildet, ebenso wie Auszüge aus 233 interessanten Sammellosen.

Lübecker Fehldruck auf Brief!

wm Im Jahr 1859 ist in Lübeck etwas passiert, was vielen Philatelisten noch heute Freude bereitet. Ein Fehldruck entstand durch die fehlerhafte Zusammenstellung des Drucksteins zur Freimarke 2 S., denn versehentlich wurde auf zwei Feldern das Klischee der 2 1/2 S. Marke (Feld 96/97) eingesetzt . Vor Druck wurde dies jedoch bemerkt und in Annahme, dass nur die vier Eckziffern die entscheidenden Merkmale zur Unterscheidung sind, diese herausradiert und von Hand nachgemalt. Der Text "zwei ein halb" im linken Schriftband blieb also bestehen. Da nur die Eckziffern berichtigt wurden, weist der Fehldruck ansonsten die Stecherzeichen und Echtheitsmerkmale der Mi. 4 auf.

Durch das freihändige Zeichnen der Wertziffern unterscheiden sich diese selbstverständlich voneinander und ebenso von denen der Mi. 3. In gestempelter Erhaltung schon eine Kostbarkeit der Altdeutschland-Philatelie, ist diese Marke auf Brief eine ausgesprochene Rarität. Es sind nur wenige Briefe mit diesem Fehldruck bekannt. Während der 121. Dr. Reinhard Fischer Auktion in Bonn, kommt ein solcher Brief, es ist der mit der frühesten bekannten Verwendung der Marke, zum Aufruf.

Bis heute sind nur acht Briefe mit diesem Fehldruck bekannt, einer gilt jedoch als fraglich. Bei diesem Brief des Fehldruckes handelt es sich um den einzigen mit Entwertung durch Tinte! Auf den legendären Boker-Auktionen wurden zwei Briefe zu 150 000 DM bzw. 200 000 DM verkauft. Dieses Stück startet mit 14 000 Euro die Suche nach einem neuen Liebhaber. Auf lange Sicht gesehen ist dies vermutlich eine einmalige Gelegenheit zum Erwerb dieses Schlüsselstückes der Lübeck-Philatelie!

Deutsche Auktionatoren stellen sich vor!

4.11.2011 (wm) Eine Neuheit präsentierte der Bundesverband Deutscher Briefmarkenversteigerer e.V. (BDB). mit dem erstmalig auf der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen verteilten "BDB-Journal". Auf über 80 Seiten (!) in Magazin-Format präsentieren sich die Mitgliedsfirmen des Bundesverbandes Deutscher Briefmarkenversteigerer und zeigen ihre Leistungsprofile. Zusätzlich finden Interessenten ergänzende Informationen zum Versteigererverband und zu dessen "Verhaltensregeln". Der Aufmerksamkeit wert sind auch die Ratschläge für Einlieferer. Die farbig gedruckte Broschüre bietet damit in dieser Form bislang unbekannte Einblicke in Geschichte, aber auch in die Leistungen der in dem Heft dargestellten Auktionshäuser, die man so leicht näher und unverbindlich kennen lernen kann. Info-Anzeigen der namhaften deutschen und internationalen Philatelieverbände ergänzen dieses Spektrum.

Das BDB-Journal kann bei der Geschäftsstelle, Max-Plack-Str. 10, 31135 Hildesheim, angefordert werden.

Ungebraucht ist nicht gleich ungebraucht!

4.11.2011 (wm) In der 138. Rauhut-Auktion am 16. November 2011 in Mülheim an der Ruhr kommt eine Marke zum Ausruf, die auch das Titelblatt des Auktionskataloges ziert: eine 4 Rp. Zürich, also eine Schweizer Kantonalmarke, mit waagerechten roten Untergrundlinien. Die Marke zeigt noch, so Rauhut, "sehr schön die Originalgummierung". Der Auktionator weist mit Recht darauf hin, dass das Wort "ungebraucht" häufig als "ungestempelt" verwendet oder verstanden wird, was natürlich auch heißen kann, die Marke ist seinerzeit der Abstempelung nur entgangen. Tatsächlich ungebrauchte Marken müssen noch Originalgummierung aufweisen, was eben wesentlich seltener der Fall ist. Sogar in diesem Fall bei der 4 Rp.-Marke als Rarität einzustufen ist, was auch im Ausrufpreis von 15 000 Euro schon zum Ausdruck kommt. Oder im Katalog auf englisch: "There is a great difference of the first issues of Switzerland between stamps ,not cancelled' and stamps originally unused, mint with original gum. So this stamp is a great rarity!"

"Lust auf Briefmarken - mit coolen Marken voll auf Zack"

2.11.2011 (wm/cg) Das Projekt "Lust auf Briefmarken - mit coolen Marken voll auf Zack" stößt auf große Resonanz: Das Auktionshaus Christoph Gärtner übergab das 1000ste Starterpaket auf der Internationalen Briefmarkenbörse in Sindelfingen

Unter dem Motto "mit coolen Marken - voll auf Zack" startete das Auktionshaus Christoph Gärtner in Bietigheim-Bissingen am 30.03.2011 sein Projekt "Lust auf Briefmarken" und stiftete dafür über 16 Millionen Briefmarken mit einem Gewicht von über 18 T (aus der ganzen Welt) und einem Katalogwert von ca. 10 Millionen Euro.

Zielgruppe sind vor allem Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen und Vereine, die sich über die Projektwebsite www.lustaufbriefmarken.de für das Projekt anmelden können.

Sie erhalten daraufhin kostenlos ihr Starterpaket, das alles enthält, was zum Katalogisieren, Beschreiben und Sammeln nützlich ist. Auf Wunsch werden sie philatelistisch sowie pädagogisch-didaktisch von weiteren Projektpaten wie dem Deutschen Bund der Philatelisten (BdPh), der Deutschen Philatelisten-Jugend (DPHJ) und dem Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammler (LV Südwest) begleitet.

Über 2.000 Starterboxen mit durchschnittlich je 8.000 Briefmarken aus aller Welt zu Themen wie Tiere, Olympia, Fußball, Weltraumphilatelie mit Katalogen, Einsteckbüchern, Lupen und Pinzetten werden nach und nach gepackt und verschickt. Besonderer Dank gilt auch Anatoli Karpow, 18facher Schachweltmeister und selbst begeisterter Briefmarkensammler, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, sowie den Partnern, die das Projekt mit Sachspenden unterstützt haben. Vom Schwaneberger Verlag kamen 2.000 MICHEL-Kataloge, der Leuchtturm Verlag spendete Lupen, Pinzetten und Einsteckbücher, die deutsche Postphilatelie stiftete weiteres Zubehör und die DHL stellte die Packsets zur Verfügung.

Christoph Gärtner, der es sich nicht nehmen ließ, etliche Starterpakete persönlich an Schulen vorbeizubringen, ist begeistert, wie groß das Interesse der Schüler ist, die zuerst skeptisch gegenüber dem unbekannten Medium "Briefmarke" waren, wenn Sie sich ein wenig damit beschäftigen und gebannt zuhören, wenn er Ihnen davon erzählt, wie er als Schüler in den Pausen mit Briefmarken "gedealt" hat. Einige Schulklassen nahmen auch bereits die Einladung zum Gegenbesuch im Auktionshaus Gärtner an, besuchten die Fußball Briefmarken-Ausstellung im Kontext der diesjährigen Frauen-WM oder schauten hinter die Kulissen einer Auktion. Zahlreiche liebevoll gestaltete Dankesschreiben und Bilder von Projektgruppen gingen bereits als Feedback im Auktionshaus ein und belegen anschaulich, dass die Briefmarke ein lebendiges Kulturgut ist, das für reichlich Gesprächsstoff sorgt und als Nebeneffekt auch eine Fülle von Wissen vermittelt.

Christoph Gärtner und sein Team freuen sich sehr, dass sie auf der Messe in Sindelfingen das 1.000ste Starterpaket an die Erzieherin Martina Köhler für den Kindergarten St. Martin in Hambrücken überreichen durften. Das Projekt ist zeitlich nicht befristet und nach wie vor können Starter-pakete über die Projekt-Website angefordert werden.

Alle folgenden Berichte mit freundlicher Genehmigung der © Deutsche Briefmarken-Revue

Neues Vordruckalbum Königreich Sachsen

Wiesbaden Über das Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden ist eine neue Generation Vordruckalbum mit kunstvoll gestalteten Blättern für das Königreich Sachsen 1850-1867 erhältlich. Neben den traditionell vorgesehenen Plätzen für die Briefmarken befinden sich auf den Album blättern jetzt zusätzlich Ansichten und Motive im Einklang mit der jeweiligen Markenausgabe. Ein ergänzender Text gibt interessante Zusatzinformationen zur Geschichte, aber auch zu Drucktechniken, die angewandt wurden, oder Abstempelungen, die für die Entwertung der Marken benutzt wurden. Neben den Katalog-Hauptnummern sind auch Seiten und Markenfelder für Farbvarianten, Typenunterschiede und Abstempelungen vorgesehen. Für Briefstücke, Briefe oder Einheiten gibt es kunstvoll gestaltete Blanko-Blätter. Es gibt zwei Angebote: Album 1 besteht aus einem "sachsengrünen" Ringbinder mit Goldprägung und Schutzkassette mit 30 Seiten (89,90 Euro), Album 2 enthält abweichend 42 Seiten (99,90 Euro). Beide Alben zusammen kosten als Set 169 Euro.

Internet: www.heinrich-koehler.de

Viele "Futschau-" und "Tsingtau"-Provisorien

Aachen Philatelie vom Feinsten bietet die 49. AIX-PHILA-Auktion am 25. und 26. November in Aachen: Die wohl bekanntesten altdeutschen Marken, der schwarze Bayern-Einser sowie der Sachsen-Dreier in der seltenen braunroten Variante, kommen in jeweils bester Qualität zu Schätzpreisen von 700 bzw. 4000 Euro unter den Hammer.

Aber auch weniger bekannte Marken aus dieser Zeit, z.B. aus Bremen, suchen ihre Liebhaber. Kaum jemals in einer solchen Fülle angeboten präsentieren sich die sogenannten "Futschau-" und "Tsingtau"-Provisorien aus der Zeit des chinesischen Boxeraufstandes, Marken zu 10 Pfennig, die mit "5 Pf." überdruckt wurden. Das spektakulärste Stück dabei ist ein senkrechtes Typenpaar aus Kiautschou, von welchem vielleicht gerade noch ein Dutzend weltweit existieren dürfte (siehe Foto, 4000 Euro). Sehr reichhaltig und qualitativ hervorragend ist das Angebot von Zusammendrucken und Markenheftchen des Deutschen Reiches, ebenso von Danzig, Memel und der Sowjetischen Besatzungszone. Nachkriegsdeutschland ist mit allem, was Rang und Namen hat (Posthornsätze, Währungsblocks usw.), wie üblich gut vertreten. Grönland schickt eine Reihe seltener Paketportomarken ins Rennen, die Schweiz u.a. eine "Basler Taube".

Vor den Briefmarken werden Münzen mit einer großen Menge an Gold und Silber versteigert.

Den traditionellen Höhepunkt der Auktion bilden mehr als 2000 Sammlungen, Posten und ganze Nachlässe mit Schätzpreisen, die bei 10 Euro beginnen und so auch manchem Sammler mit kleinem Geldbeutel große Chancen eröffnen. Zahlreiche Ländersammlungen starten allerdings erst im vierstelligen Bereich, eine Spezialsammlung Danzig gar erst bei 10 000 Euro. Das bemerkenswerteste Objekt, eine sechsbändige, mit etlichen Besonderheiten und Briefen gespickte Kollektion "Deutsche Lokalausgaben", startet mit 20 000 Euro. Eine Fülle Motivsammlungen - u.a. "Sport" in 80 Steckbüchern für 10 000 Euro - beschließt diese an unberührten Objekten dieses Mal besonders reich ausgestattete Auktion.

Internet: www.aixphila.de

20. Gärtner-Auktion: Blaue Mauritius für 30 000 Euro!

Wer den Termin der 20. Gärtner-Auktion (3. bis 8. November 2011) genauer betrachtet, wird vermutlich erst einmal stutzen, geht er doch über ein Wochenende hinaus. Der Sonntag bleibt dabei allerdings "auktionsfrei" und bietet damit Gelegenheit zur Besinnung und zu Gesprächen. Geschuldet ist dies wohl der dichten Auktionsfolge in diesem Herbst. Innerhalb von zwei Monaten haben Christoph Gärtner und sein Team annähernd 17 800 Lose (über 12 200 Einzel- und rund 4500 Samm-lungslose) zusammengetragen, die in acht Katalogen offeriert werden.

Herausragende Sammlungen

Einmalige Brustschild-Großfrankatur für 150 000 Euro. Der Rest der Marken ist auf der Rückseite verklebt.

Einen Schwerpunkt bildet der Spezialteil "Internationale Flugpost" mit rund 2000 Einzellosen und ca. 100 Sammlungen aus den Bereichen Ballonpost, Flug- und Zeppelinpost weltweit, Katapult- und Schleuderflugpost, Katastrophenpost und anderen mehr. Von der frühen französischen Ballonpost über die erste offizielle Motorflugpost in Allahabad vor genau 100 Jahren bis hin zur modernen Raketenpost finden sich aus allen Bereichen kleine Kostbarkeiten und große Raritäten. Im Angebot sind seltene Belege wie z.B. "De Pinebo"-Briefe Neufundlands (1927), Briefe der italienischen Geschwaderflüge 1933, Belege von Zeppelinfahrten mit raren Zuleitungen oder auch bedeutende Sammlungen, angeführt von der einzigartigen, umfassenden Kollektion "Flugpost Neufundlands", gespickt mit Seltenheiten und Unikaten (z.B. Belege zum Hawker-Flug 1919 oder die "Do X"-Marke von 1932 mit kopfstehendem Aufdruck im Viererblock), die mit 400 000 Euro auch einen entsprechenden Startpreis erfordert.

Sehr bemerkenswert in dieser 20. Auktion ist der Anteil an herausragenden Sammlungen, die bei Christoph Gärtner unter den Hammer kommen werden. Ganz außergewöhnlich sind dabei mehrere Kollektionen von Belegen und Entwertungen aus Aden (Ausruf 600 000 Euro), Britisch Somaliland (80 000 Euro), Brunei (70 000 Euro), Irak (80 000 Euro), Transjordanien (50 000 Euro) und Palästina (100 000 Euro), die allesamt sehr umfangreich sind und mit frühen, sehr seltenen Briefen aufwarten.

Hervorzuheben sind außerdem herrliche Ausstellungssammlungen. So kann man eine prämierte Kollektion "Kap-Dreiecke" (natürlich mit "Holzschnitten" - Mindestgebot 50 000 Euro), eine Island-Sammlung (vor ca. 1930, 15 000 Euro) oder auch eine spezielle Studie der zweiten Ausgabe Neuseelands, der sogenannten "First Sidefaces", entdecken (12 000 Euro). Dazu gesellen sich große Kollektionen wie eine Thailand-Sammlung oder eine Sammlung Brustschilde (je 125 000 Euro). Sensationell ist der Archivfund mit Markenheftchen des Deutschen Reiches 1925-1936 je im Originalbündel zu zehn Heftchen (MICHEL über 420 000 Euro, Ausruf 130 000 Euro).

Frühester argentinischer Auslandsbrief

Unter den vielen tausend Einzellosen befinden sich weitere Highlights. Dazu gehört eine Blaue Mauritius, auch wenn sie "nur" die Inschrift "POST PAID" von 1849 trägt. Die ungebrauchte Marke war einmal Bestandteil der Ferrari-Sammlung und startet mit 30 000 Euro. Beachtung verdienen auch die früheste Marke der Malaiischen Staaten, eine ungebrauchte 2 Cent von Johor 1876 mit "Halbmond"-Aufdruck (25 000 Euro), ein ungebrauchtes Exemplar der türkischen "Admiralty"-Marke von 1858 (35 000 Euro) oder eine Bayern 6 Kr. von 1849 (Typ I) ungebraucht, die mit 25 000 Euro ins Rennen geht.

Hinzu kommen bedeutende postgeschichtliche Belege, etwa der früheste, frankierte Überseebrief aus Argentinien 1858 in die Schweiz (35 000 Euro), ein Quartett von Briefen 1840 aus Indien nach Großbritannien, die dort jeweils mit einer "Penny Black" frankiert weitergeleitet wurden (nur sehr wenige weitere Briefe bekannt, 35 000 Euro), ein einzigartiger Brief aus Latakia 1867 mit Mischfrankatur der geschnittenen Ausgabe der Russischen Levante mit Frankreich (Unikat, 50 000 Euro) sowie ein sensationeller, einzigartiger Brustschildbrief nach St. Louis/USA mit 22 Exemplaren der 18 Kr. großer Schild inklusive eines Zwölferblocks, der größten bekannten Einheit dieser Marke, der in Ettlingen 1874 aufgegeben wurde (ex Boker, 150 000 Euro).

Für Besucher der 29. Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen vom 27. bis 29. Oktober bietet die Firma Gärtner einen kostenlosen Shuttle Service an allen Messetagen zur Besichtigung der Lose in Bietigheim-Bissingen an.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

134. Felzmann-Auktion:
Spezialauktionen Zeppelinpost und Italien ab der Klassik

Das Auktionshaus Felzmann versteigert im Rahmen seiner 134. Internationalen Auktion vom 8. bis 12. November 2011 außergewöhnliche Objekte der Zeppelin- und Flugpost. Die am 10. November stattfindende Spezial-Auktion wird zweifelsohne das Interesse vieler Sammler aus dem In- und Ausland auf sich ziehen. Direkt im Anschluss folgt eine weitere Sonderauktion, auf der über 1000 Lose mit italienischem Material im Blickpunkt stehen.

Schwerpunkt auf Zeppelinpost 1930 bis 1933

Zuleitung aus dem Vatikan zur 3. SAF 1931 (5000 Euro).

Die Aerophilatelie, vor allem die Historie der Zeppeline und ihre legendären Fahrten, ist heute noch ein spannendes Forschungs- und Sammelfeld. Dabei zählt die Polarfahrt 1931 zu den wichtigsten Fahrten überhaupt. Das liegt nicht nur an den zum großen Teil ästhetisch sehr ansprechenden Belegen. Es sind unter anderem die verschiedenen Auflieferungs-, Ankunfts- und Bordpoststempel, die der Fahrt in der Postgeschichte eine ganz besondere Bedeutung geben.

Die hohe Bedeutung kannte auch John Duggan, der ein begeisterter Sammler war und nicht nur den Wert sah, sondern auch mit viel Liebe und großer Fachkenntnis seiner Leidenschaft nachging. Er gründete die Zeppelin Study Group und leitete diese bis zu seinem Tod. Er widmete sich der Zeppelin-Forschung, verfasste umfangreiche Schriften und galt international als einer der wichtigsten Zeppelin-Experten. Seine Sammlung an Zeppelinpost wuchs über die Jahre immer mehr, und die Sammlerwelt kann froh darüber sein, dass John Duggan seine Begeisterung zur Philatelie an seinen Sohn Michael weitergab. Michael Duggan führte die Forschungssammlung weiter und komplettierte sie. Die Schwerpunkte der Sammlung liegen bei der Polarfahrt 1931, aber auch die Nordlandfahrt spiegelt sich in ansprechenden Objekten wider. Außerdem waren John und Michael Duggan sehr interessiert an Zuleitungen von Afghanistan bis Vatikan. Die Anzahl der philatelistischen Besonderheiten war derart groß, dass sich das Auktionshaus Felzmann schnell entschloss, eine Spezial-Auktion zu veranstalten und einen Sonderkatalog aufzulegen.

Doch nicht nur die "Forschungssammlung John und Michael Duggan" wird auf der 134. Felzmann-Auktion aufgelöst. Auch Positionen aus vier weiteren Ausstellungssammlungen zählen zu den Schwerpunkten des Zeppelin-Spezial-Angebotes, das mehr als 1700 Positionen umfasst. Es sind vor allem Zeppelinbelege aus den Jahren 1930 bis 1933. Außerordentlich groß ist die Auswahl an Briefen, die zur Südamerika-, Polar- und Chicagofahrt befördert wurden.

Neuland mit Italien

Savoyer Kreuz auf Rundschreiben aus 1860 (10 000 Euro).

Mit der Spezialauktion "Italien" betritt die Firma Felzmann Neuland. Zwar hat Geschäftsführer Ulrich Felzmann in den vergangenen Jahren italienische Marken sehr erfolgreich versteigern können, aber noch nie im Rahmen einer Spezialversteigerung. "Der große Erfolg unserer Messe-Auftritte in Mailand und Verona hat uns in unserem Vorhaben bestätigt, unsere Aktivitäten auf dem italienischen Sammlermarkt zu verstärken. Daher haben wir uns dazu entschlossen, im Rahmen unserer Herbst-Auktion eine Spezial-Auktion mit einem umfangreichen Sonderkatalog für italienische Sammelgebiete herauszubringen", begründet Felzmann seinen Schritt. Der aus Italien stammende langjährige Mitarbeiter Innocenzo Gentile hat gemeinsam mit dem renommierten Philatelisten Alessandro Arseni viele hochwertige Objekte nach Deutschland geholt. Der in Mailand ansässige Arseni ist neu im Team des Auktionshauses Felzmann und steht neben Gentile ab sofort als neuer Ansprechpartner für Italien zur Verfügung. Den Italien-Experten ist es gelungen, zahlreiche ausgefallene und hierzulande selten angebotene Spitzenstücke zu erhalten, darunter das Titelstück des aufwendig gestalteten Kataloges, ein Savoyer Kreuz in besonders frischer und breitrandiger Luxus-Erhaltung auf vollständigem Faltbrief. Ein weiteres Topstück - und ebenfalls mit 10 000 Euro taxiert - ist eine Mischfrankatur Sardinien/Königreich Italien ab Potenza 23. Dezember 1863 nach Fardella mit einer Zwillingsfrankatur der 10-Cent-Nominale. Beachtung verdienen auch Marken und Belege der italienischen Auslandspostämter und Besetzungen. Sammler haben die Qual der Wahl aus über 1000 Einzel- und zahlreichen Sammellosen aus den Bereichen Alt-Italien, Königreich, Republik, Besetzungen, Kolonien und Auslandspostämtern, die im übrigen auch auf der Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen vom 27. bis 29. Oktober am Felzmann-Stand besichtigt werden können. Der Gesamtausruf dieses Italien-Angebots, das in einem mehrsprachig gehaltenen Sonderkatalog dokumentiert ist, übersteigt 1 Million Euro.

Internet: www.felzmann.de

333. Schwanke-Auktion am 18. und 19. November:
Für Stimmung ist gesorgt!

Schon seit Jahren bewährt sich das Konzept des Traditionshauses Schwanke, einmal im Jahr mit den "Specials" kleine und große Raritäten zu günstigen Schätzpreisen zu offerieren. Ein voller Auktionssaal und viele Bieterkämpfe sorgen stets für Stimmung. Am 18. November 2011 um 17 Uhr ist es wieder so weit. Wer die "Schwanke-Specials" noch nicht live erlebt hat, sollte die Gelegenheit nutzen, einige unterhaltsame Stunden in Hamburg in familiärer Atmosphäre zu verbringen!

Für Sammler und Anleger

Österreichs "Zinnoberroter Merkur" ist eine der seltensten Marken Europas. In gebrauchter Erhaltung sind gar nur sieben Exemplare bekannt. Der Frankaturzwang für Zeitungen wurde in Österreich kurz nach Erscheinen des zinnoberroten Merkurs aufgehoben; die noch vorhandenen Restmengen wurden vernichtet. Bis zum Jahre 1879 war man der Ansicht, es gäbe gar keine gebrauchten Stücke dieser Marke. Dann wurden in Budweis in einer Partie "Kiloware" (wie man heute sagen würde) neun Exemplare gefunden! Diese Briefabschnitte stammten aus Geschäftskorrespondenzen eines Hopfenhändlers, die dieser für einen Geschäftsfreund, der ein passionierter Briefmarkensammler war, hatte ausschneiden lassen. Und wie es damals üblich war, wurde das Ausschneiden von Briefmarken durch ungeübte Hilfskräfte vorgenommen. Bereits um 1900 vermuteten Österreich-Kenner, dass die wenigen bekannt gewordenen gebrauchten zinnoberroten Merkure aus dem beschriebenen Budweis-Fund stammen. Alle Exemplare zeigen den typischen engen Schnitt, so auch das jetzt bei Schwanke zur Versteigerung gelangende Stück. Eine wundervolle Farbfrische und klare Entwertung der Zeitungsexpedition PRAG zeichnen dieses Exemplar aus, das letztmalig im Jahre 1951 in London verkauft wurde. Es startet mit einem Schätzpreis von 40 000 Euro.

Natürlich steht eine Weltrarität wie der "Zinnoberrote Merkur" im Rampenlicht einer Auktion - aber viele andere Angebote der diesjährigen "Schwanke-Specials" verdienen ebenso Erwähnung.

Dazu gehört ein Investment-Bestand Deutsches Reich Flugpost- und Zeppelin-Ausgaben 1924-1934 in postfrischen Bogenteilen. Stets sind es doch die gesuchten Sätze Südamerika-, Polar- und Chicago-Fahrt, die in vielen Deutschland-Sammlungen fehlen, und in tadelloser postfrischer Qualität sind auch die Flugpostausgaben 1924, 1927 und 1934 gesucht. In dem von Schwanke offerierten Posten sind alle Flugpostausgaben je 80 mal und die Zeppelin-Ausgaben jeweils 30 mal vorhanden - alles in schalterfrischen Bogenteilen wie vor 80-90 Jahren auf der Post gekauft. In Zeiten von Schulden- und Währungskrisen ist diese Partie zugleich ein Investment in werthaltige deutsche Vorkriegsausgaben. Bei einem Katalogwert von 665 000 Euro ist dieser Bestand mit 190 000 Euro geschätzt.

Außerdem ist auch dieses Jahr wieder eine ganze Reihe deutscher und internationaler Raritäten zu haben. So beinhaltet z.B. Bayern einen vorzüglichen Dreierstreifen des Schwarzen Einsers (4000 Euro), Hannover eine Bogenecke der seltenen 3 Pf (MiNr. 20, 1200 Euro), und unter Lübeck finden sich etliche rare Stücke, darunter eine MiNr. 1 mit Rekordrändern (1500 Euro) oder eine MiNr. 2 mit zentrischem Stempel von "Travemünde" (siehe Abbildung oben, 2000 Euro). Diese erwähnten Stücke stammen übrigens aus dem Besitz des Baron von Scharfenberg, wurden sämtlich vor 1933 erworben und waren seitdem nicht mehr auf dem Markt erhältlich!

Von Lübeck gelangt außerdem ein ganz sensationeller Brief zur Auktion: Er stammt aus dem Jahre 1862 und ist mit Preußens MiNr. 16 und 18 a frankiert, wurde in Lübeck zur Post gegeben und unbeanstandet befördert und trägt den postalischen Vermerk "Die Marken sind noch gültig, versehentlich abgestempelt". Das ganz bemerkenswerte Unikat, das sich ehemals in der Boker-Sammlung befand, beginnt mit 10 000 Euro. Ein Unikat aus modernerer Zeit ist sicherlich vom Deutschen Reich die Abart MiNr. 351 I (HUNGR1GEN, also "1" statt "I"), die, bedarfsmäßig auf einem Poststück verwendet, 1000 Euro kosten soll. Zumindest bei Schwanke kam diese seltene Abart in den letzten 30 Jahren nicht unter dem Hammer. In der modernen Deutschland-Philatelie lockt eine Postanweisung von Großräschen mit zwei Stück der MiNr. V34. Es ist der einzige bekannt gewordene Bedarfsbeleg mit diesem Wert (ex Döhnel, 3000 Euro).

Internationale Philatelie ist neben dem eingangs erwähnten Österreich-Angebot mit vielen weiteren Stücken am Start: So soll eine einwandfreie "Doppelgenf" der Schweiz 10 000 Euro bringen, eines der schönsten Stücke der 15c. "Rivadavia" von Argentinien startet mit 3500 Euro, einige Raritäten der Condor-Ausgaben von Bolivien folgen, und ein Farbfehldruck von Kolumbien (MiNr. 21 F, siehe Abbildung) in Ausnahmequalität ist mit 2000 Euro angesetzt. Weitere schöne Angebote aus der chancenreichen Klassik Südamerikas, so von Brasilien, Peru oder Venezuela, hält der Katalog ebenfalls bereit. Hohe Werte des Britischen Empires bereichern den Übersee-Teil. Eine der Legenden der Philatelie ist die "Lady McLeod" von Trinidad, eine Marke, die noch vor den "Mauritius Post Office" erschien und von der nur knapp 40 Belege registriert sind. Die Marken wurden durch Federkreuze oder das Abreisen der oberen Markenecken entwertet. Ein solches Stück mit langem "Stammbaum" aus berühmten Sammlungen ziert die "Schwanke-Specials" - verlangt werden dafür mindestens 4000 Euro.

"Perlen" der Hamburger Postgeschichte

Ein von der Traditionsfirma Schwanke besonders gepflegtes Gebiet ist stets die Hamburger Post- und Stadtgeschichte. Erst kürzlich aufgetaucht ist der erste, mit einem Postwertzeichen frankierte Brief aus Hamburg. Er stammt aus dem Juni des Jahres 1840 und trägt eine "Penny black", also die erste Briefmarke der Welt. Ein Hamburger Kaufmann, der an seine Frau in England schrieb, übergab diesen Brief einem Kapitän, der ihn in England mit einem dieser neuartigen Postwertzeichen "freimachte". Die englische Post beförderte dann den Beleg an seine Destination. Fast 20 Jahre, bevor in Hamburg eigene Briefmarken erschienen, gibt es hier also einen frankierten Beleg, der den wahrlich fulminanten Beginn einer "Hamburg"-Sammlung darstellen könnte (10 000 Euro). Passend dazu wäre ein Brief vom 19. Januar 1859, das erste mit einer Hamburger Briefmarke frankierte Poststück! Er trägt eine 9 Schilling gelb und ist nach London adressiert, wo er ausweislich des Ankunftsstempels zwei Tage später ankam. Schwanke ist kein Beleg bekannt, der ein früheres Stempeldatum aufweist (10 000 Euro).

Der große Hamburger Brand des Jahres 1842 war von geradezu apokalyptischen Ausmaßen für die Stadt. Ein sehr großer Teil der Kontorhäuser und Speicher brannte damals ab. Das Unglück wurde zeitgenössisch dokumentiert in den Neuruppiner Bilderbögen, die ersten Photographien entstanden (ein paar Photoplatten existieren noch heute im Hamburger Staatsarchiv), und Hamburg bekam Hilfe aus ganz Europa und sogar aus den Vereinigten Staaten. Elias Warburg und Salamon Heine waren zu der Zeit zwei Hamburger Kaufleute und Bankiers, die große Vermögen spendeten und viel für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt taten. Beide Namen sind auch noch heute über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.

Zwei Poststücke zeugen von der damaligen Katastrophe: Elias Warburg schrieb an seine Geschäftspartner, die Gebrüder Rothschild in Paris, am 6. Mai 1842: "... dass unsere Stadt durch eine unerhörte Feuersbrunst heimgesucht worden ist" und im Postskriptum: "Die Post hat heute keine Briefe verteilt." Der von uns angebotene Brief wurde mangels anderer Möglichkeiten privat über die Elbe befördert und vom anderen Elbufer aus über das Taxis`sche Postsystem nach Paris befördert (500 Euro).

Ein weiterer Beleg aus dieser schwierigen Zeit ist eine Quittung der Unterstützungsbehörde über den Betrag von 50 000 Mark Banco, ausgestellt an Salamon Heine, dem Onkel des Dichters Heinrich Heine. Diese Summe war zu der Zeit ein unvorstellbar großes Vermögen (300 Euro).

Neben all diesen erwähnten Raritäten und postgeschichtlichen Leckerbissen halten die diesjährigen "Schwanke-Specials" aber auch wieder kleine Lots und Posten sowie Kuriosa bereit. Beispielsweise suchen zwei originale bayerische Posthörner aus den Jahren 1856 und 1866 neue Liebhaber (je 100 Euro). Erste Versuche von Mitarbeitern, auf diesen Instrumenten sinnvoll zu blasen, wurden dem Vernehmen nach von der Geschäftsleitung unterbunden.

Einige seltene Münzen finden sich ebenfalls im Angebot, darunter von Frankreich ein "Louisdor" aus dem Jahre 1790 (800 Euro) oder ein "Sun Yat Sen"-Silberdollar aus China aus dem Jahre 1932. Die Darstellung mit drei fliegenden Vögeln symbolisierte nach Meinung der chinesischen Regierung den japanischen Angriff auf China, und die Prägung wurde deshalb zurückgezogen (900 Euro). Etliche Lose werden zu Gunsten der Philatelistischen Bibliothek Hamburg versteigert. Hierbei handelt sich um Material, das von einigen engagieren Philatelisten im Laufe der letzten Monate zum Verkauf überstellt wurde. Andere Lose stammen aus Versicherungsschäden, z.B. vom Starkregen im Juni 2011 in Hamburg beeinträchtigte Ware, die nun um jeden Preis veräußert werden soll.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

345./346. Köhler-Auktion:
180 000 Euro für Ersttagsbrief des "Sachsen Dreiers"!

Ungeachtet der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wurden bei der Heinrich-Köhler-Auktion Ende September in Wiesbaden Spitzenpreise für seltene Briefmarken und Briefmarkensammlungen verzeichnet. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass sich Briefmarken und postgeschichtliche Philatelie weiterhin starker Nachfrage auch in Zeiten der Weltfinanzkrise erfreuen. Der höchste Zuschlag der Auktion ging mit 180 000 Euro an einen Brief vom Erstausgabetag 1. Juli 1850 des "Sachsen Dreiers"!

Sächsische Destinationen stark nachgefragt

Bei dem Stück handelt es sich um einen der bedeutendsten Briefe Altdeutschlands. Nach der Gründung des Deutsch-Österreichischen-Post-Vereines (DÖPV) hatten die Deutschen Staaten und Österreich für das gemeinsame Postgebiet die Ausgabe von Briefmarken in den Mitgliedsländern beschlossen. Sachsen war das einzige Land, das am Gründungstag des Postvereines am 1. Juli 1850 Briefmarken verausgabte. Der versteigerte Brief ist der einzige bekannte Brief mit einem "Sachsen Dreier" vom Ersttag der sächsischen Briefmarken und des Postvereines am 1. Juli 1850.

Weitere herausragende Ergebnisse wurden auffällig häufig bei vollständig belassenen Sammlungen erzielt. So wurde eine Kollektion "Königreich Bayern" von 25 000 Euro Startpreis auf 125 000 Euro gesteigert; eine Sammlung "Königreich Sachsen" von 30 000 Euro auf 90 000 Euro. Eine Sammlung "Briefmarken und Briefe der Altdeutschen Staaten" kletterte von 100 000 auf 135 000 Euro.

Herausragende Ergebnisse verbuchten auch Briefe aus dem Königreich Sachsen adressiert in die ganze Welt. Zumeist Sammler aus Fernost und Amerika ersteigerten die seltenen Belege nach China, Java, Uruguay und Peru. Eine Fünf-Farben-Frankatur der Ausgabe Johann 1855 nach Canton in China gelaufen realisierte 42 840 Euro (inkl. Aufgeld). Eine Kombinationsfrankatur mit Wappenausgabe 1863 und englischer 1-Schilling-Marke über Alexandrien nach Shanghai gelaufen lag im Ergebnis über 38 000 Euro (inkl. Aufgeld). Von 3000 auf 21 000 Euro zog eine 17 Neugroschen-Johann-Frankatur nach Uruguay, einer der seltensten Auslandsbriefe dieser Ausgabe. Bemerkenswert auch etliche Lose aus dem Hauptkatalog, z.B. eine Marke des Deutschen Reiches von 1932 mit dem Werteindruck "Rdf" statt "Rpf" (Reichspfennig). Es handelt sich um eine der seltensten Abarten des Deutschen Reiches, von der kaum Einheiten bekannt sind. Dieses Stück war einem Liebhaber stolze 20 825 Euro (inkl. Aufgeld) wert.

Insgesamt wurde ein Ergebnis von fast 5 Millionen Euro (Auktionszuschlag plus Aufgeld, ohne Mehrwertsteuer) erzielt. Geschäftsführer Dieter Michelson erklärte das überaus erfreuliche Auktionsergebnis auch mit den Ereignissen an den Finanzmärkten der letzten Monate. Nachdem zahlreiche Anleger mit komplex strukturierten Kapitalanlagen erhebliche Verluste erlitten haben, wenden sie sich nun wieder Sachwerten mit zusätzlichen emotionalen Werten zu. Die Furcht vor zukünftiger Inflation im Euro-Raum verstärkt den Trend zur "Philatelie als konservatives Anlageobjekt mit Spaß-Faktor".

Internet: www.heinrich-koehler.de

Schönster Expressbrief mit der Bayern 9 Kreuzer Grün

Bamberg Bis am 5. November 2011 auf der 32. Sem-Auktion in Bamberg nach "zum ersten, zweiten, dritten" wieder der Hammer fällt, können Sammler bis dahin das wiederum reichhaltige Angebot an Sammlungen aus aller Welt und Einzellosen altdeutscher Marken vorbesichtigen. Und das dürfte sich diesmal noch mehr als sonst lohnen, offeriert das Auktionshaus doch ausgesuchte, hochkarätige Kollektionen, die aus Sammlerbesitz stammen und größtenteils unberührt ausgerufen werden.

Bayern MiNr. 5 auf Expressbrief von Fürth nach Frankfurt. Dafür hatte
der Absender insgesamt 24 Kreuzer zu zahlen: 9 Kreuzer als einfacher
Postvereinsbrief mit mehr als 20 Meilen Entfernung (9 Kreuzer Grün
geklebt), 6 Kreuzer Einschreibgebühr und 9 Kreuzer für die Express-
Zustellung bar. Wegen der hohen Kosten sind Eilbriefe aus dieser Zeit sel-
ten. Dieser ist vermutlich der schönste mit einer MiNr. 5 (Foto: Sem-
Auktion).

Los 1 ist jedoch zunächst einmal ein Münzbestand, der über 4 kg ECU-Silbermünzen- sowie einige Goldmünzen beinhaltet. Mit 1900 Euro scheint er durchaus steigerungsfähig angesetzt zu sein. Bei den folgenden Dubletten und Sammlungen sind mehrere komplette oder überkomplette Bayern-Kollektionen (mit "Schwarzen Einsern") am Start. Die Ausrufpreise beginnen bei 1200 Euro für ein postfrisches Los und enden bei 3800 Euro für eine dreibändige Sammlung mit einem Michel-Wert von ca. 40 000 Euro. Anschließend ist eine mehrfach mit Gold prämiierte Heimatsammlung "Miesbach" zu bestaunen, die als Markensammlung bzw. einem Ansichtskarten-Los (acht Bände mit teils hochkarätigen Lithos des Landkreises) für 9000 bzw. 1500 Euro ausgerufen wird. Es folgen mehrere Sammlungen "Deutsches Reich", darunter ein teils überkomplettes Objekt mit zahlreichen Farbvarianten und Besonderheiten (alle geprüft). Bemerkenswert sind mehrere Positionen Deutsche Kolonien, darunter eine mit vielen Vorläufern und besseren Stempeln. Bei einem Katalogwert von 35 000 Euro ist sie mit 4000 Euro angesetzt. Deutsche Besetzungen Erster und Zweiter Weltkrieg, Danzig, Memel, Saar und vieles andere schließt sich an. In einer eigenen Abteilung bietet Sem die "Ratisbona"-Kollektion an: Luxussammlungen Deutschland ab 1945 in einer kaum zu überbietenden Materialfülle. Vertreten sind die SBZ mit allen Spitzen (alle geprüft), Sächsische Schwärzungen, Bizone gestempelt mit 52 Werten, Berlin überkomplett oder ein phantastisches Los "Bundesrepublik" in 15 (!) Bänden mit einer selten gesehenen Dichte (900 Euro). Auch Frankreich oder französische Automatenmarken (MICHEL ca. 11 000 Euro, Ausruf 700 Euro) suchen Käufer. Schließlich finden Türkei-Liebhaber in vier Bänden fast alle Topstücke des Gebietes.

Der Einzellosteil ist, wie in Bamberg üblich, vor allem mit Bayern und Thurn und Taxis gut bestückt. Rund 650 Lose warten auf Neubesitzer. Zahlreiche "Schwarze Einser" können in Spitzenerhaltung erworben werden, der vielleicht schönste Expressbrief mit MiNr. 5 (siehe Abbildung Vorseite) wartet auf Liebhaber, ein Ersttagsbrief der Sem-Nr. 9 startet mit 900 Euro und eine bildschöne Mischfrankatur der Sem-Nr. 13 b und 15 beginnt mit 2500 Euro. Nur selten werden gleich mehrere tadellose Exemplare der Sem-Nr. 26 Y gestempelt angeboten (ab 2200 Euro). Zahlreiche frankierte Wertbriefe der Kreuzerzeit warten auf Neubesitzer. Auch der Stempelteil (dabei Mühlradstempel "920") ist gut besetzt. Sachsen enthält einen "Roten Dreier" in Luxuserhaltung, Taxis ein Paar der MiNr. 4 mit Vierring-Versuchsstempel Schleiz, einen Eilbrief, seltene Frankaturen und bessere Stempel, darunter einen Dreierstreifen der MiNr. 36 mit Nummer "412". Schließlich beenden Lose des Deutschen Reiches die Versteigerung, darunter das seltene Markenheftchen 28.3 (MICHEL 7000 Euro), das mit 1000 Euro taxiert ist.

Internet: www.peter-sem.de

Jubiläumsauktion mit tollen Ergebnissen!

Ettlingen Die 68. Gert-Müller-Auktion, die 60 Jahre nach Gründung des Auktionshauses stattfand, wurde überaus erfolgreich abgeschlossen. Es wurde ein Gesamtumsatz von 2,4 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) erzielt. Zahlreiche Sammler, Händler und Investoren lieferten sich oft aufregende Bietgefechte. Viele Philatelisten und Numismatiker waren aus fast allen Teilen Deutschlands sowie aus Russland, Großbritannien, Polen, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Lettland, Belgien, den Niederlanden und anderen Ländern persönlich angereist. Die Spezialauktion SBZ-Handstempel, mittlerweile eine Domäne der Traditionsfirma, erzielte noch nie dagewesene Rekordpreise, die sich teils auf ein Mehrfaches der Schätzpreise beliefen.

Am Samstag Nachmittag gelangte ein besonders umfangreiches Angebot Sammlungen, Partien und Nachlässe zur Versteigerung. Der große Auktionssaal war wiederum bis zum letzten Platz gefüllt, was ein Indiz für die Nachfrage war. Es wurden nach zahlreichen Bieterschlachten oft unglaubliche Preise erzielt.

Einige wenige beispielhafte Zuschlagpreise seien genannt: Sammlung Frankreich 13 000 Euro (Los 1, Ausruf 6000 Euro), Aboware Deutschland 1950er Jahre 6400 Euro (Los 2, Ausruf 3000 Euro), Sammlungen aus Dannstadt 12 000 Euro (Lose 3-3E, Ausruf 6500 Euro), Briefmarken aus Berlin 14 000 Euro (Lose 4-4H, Ausruf 6200 Euro), Motivsammlung Fische 4500 Euro (Los 77U, Ausruf 1500 Euro), Briefsammlungen Österreich 24 000 Euro (Lose 79-79A, Ausruf 20 000 Euro), Nachlass Europa in 87 Alben 19 500 Euro (Los 78M, Ausruf 18000 Euro) und Sammlungen SBZ Handstempel 20 500 Euro (Lose 88-88E, Ausruf 12 800 Euro). Insgesamt waren 471 Zuschläge im vier- und fünfstelligen Bereich zu verbuchen.

Das umfangreiche Angebot Münzen und Geldscheine wurde nahezu restlos verkauft und brachte einen Umsatz von über 650 000 Euro ohne Mehrwertsteuer (Schätzpreis 332 000 Euro). Dieses Ergebnis übertraf die Erwartungen bei weitem. Eine Vielzahl von Sammlern und Anlegern begutachteten oft tagelang das Angebot, mussten aber aufgrund der erzielten Spitzenpreise teilweise ohne Erfolg wieder abreisen. Neben Kollektionen alter Münzen waren insbesondere die Partien Gold- und Silbermünzen der modernen Ausgaben aus der DM- und Eurozeit besonders begehrt. So erzielte z.B. eine Einlieferung aus Bayern 15 700 Euro (Lose 5-5A, Ausruf 7000 Euro), Münzen aus Eggenstein 6600 Euro (Los 6, Ausruf 3000 Euro), Einlieferung aus Baden 41 000 Euro (Lose 10-10K, Ausruf 22 100 Euro), Sammlung Kaiserreich 17 500 (Los 11, Ausruf 10 000 Euro), Einlieferung aus Baden 17 400 Euro (Lose 14-14H, Ausruf 6600 Euro), Sammlung aus Karlsruhe 11 000 Euro (Los 16, Ausruf 7500 Euro) Goldmünzen Frankreich 39 500 Euro (Lose 19-19C, Ausruf 25 000 Euro), Münzen Deutschland und Österreich 15 800 Euro (Lose 50E-50F, Ausruf 7500 Euro), Münzen aus Walzbachtal 14 800 Euro (Lose 69-69B, Ausruf 9000 Euro), Münzen aus Neresheim 10 000 Euro (Los 70, Ausruf 5000 Euro), Münzen aus Karlsruhe 15 600 Euro (Lose 71A-71E, Ausruf 7000 Euro), Münzen aus Malsch 11 500 Euro (Los 73, Ausruf 5000 Euro), Münzen aus Württemberg 11 000 Euro (Ausruf 7000 Euro) und Sammlung Deutsch-Ostafrika 6000 Euro (Los 99A, Ausruf 3000 Euro).

Internet: www.gert-mueller-auktion.de

Saar-Fehldruck nach 90 Jahren aufgetaucht!

Lindhöft Auf der 419. internationalen Nordphila-Fern- und Onlineauktion am 10. Oktober 2011 steht eine Saargebiet MiNr. 1FA I in einwandfreier postfrischer Erhaltung mit Fotoattest Axel Braun BPP im Blickpunkt: 1920, 2 Pf Blaugrau (auf Deutsches Reich MiNr. 83 I) mit Aufdruck in Type I. Diese Marke ist seit 1920 in der Literatur bekannt, sie wurde jedoch in den letzten 90 Jahren nirgendwo angeboten. Ab dem nächsten MICHEL-Katalog wird sie unter der MiNr. 1 FA I katalogisiert werden.

Der Aufdruck "Sarre" wurde auf der 2 Pf Gelbgrau (Deutsches Reich MiNr. 102 Germania, Hintergrund nicht schraffiert) gedruckt. Versehentlich wurde ein Bogen der 2 Pf Blaugrau (MiNr. 83 I, Hintergrund schraffiert) mit überdruckt und am Postschalter unerkannt verkauft. Dieser Fehldruck ist seit 1920 in der Literatur bekannt, wurde aber bisher nirgendwo angeboten. Diese Rarität wird von Nordphila mit 3500 Euro sehr moderat ausgerufen. Eine starke Nachfrage wird erwartet, da jeder Sammler, der eine nach MICHEL-Nummern komplette Sammlung Saargebiet besitzen möchte, diese Marke benötigt.

Zum Vergleich: Die MiNr. A 17 in ungebrauchter Erhaltung erzielte 2010 auf einer deutschen Auktion einen Zuschlag von 23 000 Euro. Bei dieser Marke handelt es sich nur um einen Probedruck, sie wurde nie am Postschalter ausgegeben!

Internet: www.nordphila.de

Seltene China-Münzen

Frankfurt am Main Im Rahmen der 675. Weiser-Auktion am 10. Dezember kommt eine umfangreiche und hochwertige China-Münzsammlung mit 300 Losen unter den Hammer. Von der Antike bis zur Moderne - der gesamte Bereich der China-Numismatik ist vertreten.

Darunter sind seltene Stücke wie z.B. die abgebildete 10-Käsch-Münze (Durchmesser 46 mm, Gewicht 23,1 Gramm) des ersten Kaisers der Ming-Dynastie (Ming-Dynastie 1368-1644, Kaiser T'ai Tsu 1368-1398), ehemals Sammlung Dr. Wittenberg. Die Käschmünzen der Ming-Zeit bestanden aus stark bleihaltiger Bronze und konnten so leicht halbiert und geviertelt werden. Eine vollständig erhaltene 10-Käsch-Münze des 1. Ming-Kaisers ist rar. Der Ausruf beträgt 300 Euro.

Das Vorlagestück des Kaisers Wu Tsung (1506-1521, vs. das kaiserliche Zeichen, rs. "Drache & Phönix", Durchmesser 51 mm, Gewicht 27,8 Gramm) aus der Sammlung R. Schlösser ist ein weiteres bemerkenswertes Stück. Es hat in der kurzen Regentschaft des Kaisers Wu Tsung keine offizielle Münz-Ausgabe gegeben, daher ist dieses Vorlagestück extrem selten. Schlösser, aus dessen Sammlung das Stück stammt, war ein bedeutender China-Numismatiker, der sich mit der Katalogisierung der Sammlung im Missions-Museum des Franziskaner-Klosters Dorste einen Namen gemacht hat. Der Ausruf beträgt ebenfalls 300 Euro.

Auch die moderne chinesische Numismatik ist vertreten, u.a. mit dem seltenen ersten Silber-Kilo-Panda von 1998 (Durchmesser 100 mm) im Original-Kästchen mit Umkarton und Zertifikat, der mit 2000 Euro startet.

Die Ausrufpreise sind eher symbolisch, so dass man auf die Ergebnisse gespannt sein darf.

Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de

Spezialangebote Sudetenland und Propagandafälschungen

Berlin Die 46. Hadersbeck-Auktion findet vom 28. bis 30. September 2011 statt und enthält über 6600 Lose, die ein breites Spektrum der Philatelie und anderer Gebiete abdecken.

Übersee zeigt eine mexikanische Eisenbahnmarke MiNr. 212 A gestempelt, mit einem Katalogwert von 14 000 Euro die seltenste dieses Gebietes. Der Startpreis beträgt 3500 Euro. Schweden bringt eine MiNr. 3 b gestempelt für 500 Euro, Griechenland die MiNr. 6, 7(2), 11 und 13 als Vierfarbenfrankatur für ebenfalls 500 Euro Ausruf.

Altdeutschland weist etliche Spitzen auf, z.B. Baden MiNr. 1 a im gestempelten Dreierstreifen (800 Euro), Bayern MiNr. 1 gestempelt (1000 bzw. 900 Euro) und Oldenburg MiNr. GAA 2, doppelt verwendet (Postkrieg), für 1000 Euro. Aus der Berliner Postgeschichte stammt ein Ra3 "BERLIN-OSTBAHNHOF" auf 1-Sgr-Ganzsache. Das Unikat ist mit 900 Euro angesetzt.

Herrliche Mischfrankatur aus den Brustschilde-Marken MiNr. 11(2),15,25 und 27 b (3). Startet bei Hadersbeck mit 1100 Euro.

Das Deutsche Reich wartet mit schönen Stücken auf: Wertbrief mit herrlicher Mischfrankatur aus den MiNr. 11(2), 15, 25 und 27 b (3) für 1100 Euro, MiNr. 27 b ungebraucht für 1000 Euro, MiNr. 66 I postfrisch für 1300 Euro, MiNr. 309 AWF postfrisch für 1350 Euro, Lokalausgabe Sömmerda (Paar) auf R-Brief für 550 Euro und Rohrpostkarte RP 26 gebraucht (1943) für 1000 Euro. Von Sudetenland/Karlsbad sind diverse Raritäten zu haben, darunter die MiNr. 1,1K - senkrechtes Paar auf Paketkartenausschnitt, je mit Handstempelaufdruck in dunkelrosa, untere Marke Aufdruck kopfstehend - für 1000 Euro und die MiNr. 15 b - Aufdruck rot, kleines Briefstück, ideal gestempelt für 500 Euro. Darüber hinaus wird eine Fälschungs-Sammlung Propaganda Zweiter Weltkrieg aufgelöst. Unter den ca. 20 Losen finden sich u.a. Sowjetische Fälschung für Deutschland, Propagandakarte "Von Brauchitsch ...", aufgesetzter Feldpoststempel in guter Erhaltung (MiNr. 21 BII, 440 Euro) und Britische Fälschung für Deutschland, 12 Pf Hindenburg, postfrisch und laut Attest Schlegel (1998) "... echt und einwandfrei" (MiNr. 22, 550 Euro).

Der 2. Auktionstag ist den deutschen Sammelgebieten nach 1945 gewidmet (ca. 1700 Einzellose), dabei Sowjetische Zone Ostsachsen MiNr. 43 Ac auf Brief und auf Briefstück (je 900 Euro), Thüringen mit etlichen Weihnachts-Blocks in allen Erhaltungen bis hin zum Kleinbogen sowie Provinz Sachsen mit sehr seltenen Kehrdruck-Zusammendrucken je auf Brief (1100 bzw. 1400 Euro). DDR ist wieder sehr reichhaltig vertreten (800 Lose)!

Es folgen am 3. Auktionstag 200 Lose Münzen, Medaillen, Orden usw., dabei Münz-Sammlungen Weimarer Republik für 1100 Euro, Bund ab Germanisches Museum für 1200 Euro und DDR komplett für 1900 Euro. Im Anschluss werden tonnenweise Sammlungen, Lots, Briefbestände, Auflösungsposten etc. zur Versteigerung kommen.

Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

19. Gärtner-Auktion: Preislicher Aufschwung für Deutschland-Belege!

Für 25 000 Euro zugeschlagen: frühester frankierter Brief der Alt  deutschen Staaten ins Ausland.

21 200 Lose präsentierte Christoph Gärtner in seiner Spätsommer-Auktion vom 29. August bis 2. September. Auch bestes Wetter und die Ferienzeit hielten prominente Besucher aus Australien, Amerika, Asien, Skandinavien, Österreich (trotz des bevorstehenden Fußball-Länderspieles), den Niederlanden und anderen europäischen Länder sowie, anlässlich der Spezialauktion "Duloz"-Ausgaben, die Spitze der türkischen Philatelisten nicht von einem Besuch ab. Gärtner und sein Team hatten auf das umfassende Angebot mit sehr ausführlichen Beschreibungen, auch für vermeintlich "kleine" Lose, Appetit gemacht. So sorgten am Ende über 3100 Bieter (schriftlich, telefonisch, via Auktionsagenten oder persönlich) für einen Gesamtumsatz von ca. 6,1 Millionen Euro (vor Steuern) und damit für ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis.

Viel Potential noch nicht ausgeschöpft!

Als kurze Einschätzung der Marktsituation lässt sich beobachten, dass die Trendgebiete Mittlerer Osten, Asien, auch Australien und das gesamte British Commonwealth sich nach wie vor großem Interesse erfreuen, mag auch im Moment einmal eine kurze Phase der Konsolidierung zu beobachten sein, was durchaus aber auch der Sommerzeit geschuldet sein kann. Die nächsten Monate werden hier Klarheit bringen. Dafür kann man durchaus positive Trends für andere Gebiete wie etwa Mittel- und Südamerika konstatieren. Besonders augenfällig war der überraschend starke (auch preisliche) Aufschwung für Deutschland-Belege. Mancher Altdeutschland-Brief erfuhr im Vergleich zu den Vorjahren erhebliche Steigerungen. Sie spiegeln auch das allgemein wachsende Interesse für postgeschichtliche und posthistorische Belege aus aller Welt wider. Philatelistische Belege (gefälligkeitsgestempelt oder von Philatelisten "gemacht") hingegen folgen dem Trend der "moderneren" Marken (abwärts oder stagnierend), während das Potential für Bedarfsbriefe aus aller Welt bis hinein in die Neuzeit größtenteils noch nicht ausgeschöpft ist. Hier ist ein gewaltiger Aufschwung nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich!

Der Umfang und die Vielfalt des Angebotes der 19. Gärtner-Auktion konnten diese Trends deutlich aufzeigen. Als besonders herausragendes Ergebnis muss man die wohl wertvollste Marke Indiens nennen. Es handelte sich zweifelsohne um das schönste und am besten erhaltene Exemplar der 4 Anna von 1854 mit kopfstehendem Mittelstück, der sogenannten "Inverted Head". Sie war mit 150 000 Euro angesetzt und wurde von zwei Bietern auf 185 000 Euro gesteigert. Dies bedeutet, dass der neue Besitzer bereit war, inklusive Aufgeld ca. 220 000 Euro anzulegen. Damit ist diese Marke nicht nur die "Nummer 1" Indiens, sondern auch deren weitaus wertvollste Marke und rangiert damit zweifellos im Spitzenfeld der Weltraritäten.

Asien ist immer für eine Überraschung gut wie ein Unfall-Brief aus der Volksrepublik China von 1954 nach Deutschland bewies, der auf der Flugroute Manila-Rom-London am 14. Januar in einen Flugzeugabsturz "verwickelt" war und von 60 auf 1600 Euro sprang. Das einzig bekannte Markenheftchen mit den 10-C.-Marken Annam von Franz. Indochina aus dem Jahr 1922 brachte einen Zuschlag von 10 500 Euro. Ein 1856 im Heiligen Land aufgegebener Brief nach Marseille mit blauem Einzeiler "Jerusalem" und Datumsstempel von Jaffa/Syrien spielte 2800 (2000) Euro ein. Von 500 auf 7200 Euro schoss ein R-Brief aus 1882 von Canton nach Deutschland mit Hongkong-Frankatur. Eine rote Scinde Dawk von Indien 1852 auf Briefteil kostete 19 000 (10 000) Euro. 5000 (1500) Euro erlöste ein Brief aus Indien 1856 nach Genua via Triest, frankiert mit einem Paar der 4 Anna von 1854. "The Missing Monarch" desselben Gebietes aus 1922, die 1 Rupee König Georg V ohne Mittelstück im senkrechten, ungebrauchten Dreierstreifen mit Zierfeld und Bogenrand, kletterte von 30 000 auf 38 000 Euro. Bei 2400 (500) Euro fiel der Hammer für einen GANDHI-Satz von 1948 auf FDC. Begehrt war auch eine moderne indische Rarität aus dem Jahr 1978: Die 1 Rupie "Schubert" mit Abart "Farbe Schwarz fehlend" (SG 907a) auf Brief wechselte für 6500 (1500) Euro den Besitzer. Die japanische Tsugitaka-Taroko 10 S. von 1941 mit Stempel Keizyo auf Brief nach Deutschland schoss von 100 auf 8800 Euro. Thailands unverausgabte 2 A. grün/rot von 1899 auf R-Brief von Korat nach Deutschland erlöste 9200 (1000) Euro.

Auch andere überseeische Gebiete konnten mithalten. Ein seltener R-Erstflugbrief Australien-England von Perth nach Basel aus 1934 wurde für 4600 (3000) Euro mitgenommen. Ein Bedarfsflugbrief von Qubari 1943 nach Neukaledonien und weiter nach Sydney ging für 1350 (500) Euro. Ein ungebrauchtes Exemplar der 1 C. von Hawaii 1859 (Scott Nr. 12) wurde für 4300 Euro zugeschlagen. Mit 5200 Euro leicht über dem Ansatz von 5000 Euro landete eine neu entdeckte, gestempelte Dienstmarke zu 5 P. der 2. Lokalausgabe Neuseelands 1903. Schließlich verbuchte die 2 C. mit diagonalem Aufdruck "TAHITI" aus 1893 in ungebrauchter Erhaltung (Tahiti MiNr. 7) ein Resultat von 4000 (1600) Euro.

Sonderteil Türkei mit guten Ergebnissen

Im Europa-Teil stieg eine ungebrauchte 10 Kr. Steindruck gez. L 9 ¼ von Bosnien & Herzegowina 1890 von 500 auf 1300 Euro, eine Großbritannien 1891 QV 1 Pfund grün postfrisch von 1200 auf 2100 Euro. Ein britischer "Mulready"-Faltbrief in Ersttagsverwendung am 6. Mai 1840 war einem Bieter 5400 (4000) Euro wert. Eine seltene österreichische Mischfrankatur von 1858 aus 6 Kr. fahlbraun (zweimal), Maschinenpapier in Type III, mit 5 Kr. Type I auf R-Brief von Catschau nach Temesvar steigerte von 1500 auf 3800 Euro. 8000 Euro erbrachte ein gestempeltes Exemplar der 27 Parale von Rumänien 1858. Ein Blatt mit den sechs prämierten Entwürfen für Schweizer Freimarken 1901 inklusive Signaturen lief für 2700 (700) Euro.

Eine besondere Hervorhebung verdient der Sonderteil Türkei. Gärtner legte einen Spezialband auf, der durch die große Kenntnis des Experten Necip Tokoglu zu einem prächtigen und philatelistisch fundierten Nachschlagewerk gedieh. Über 350 Lose erbrachten einen Gesamterlös von über einer viertel Million Euro. Sehr beachtlich war z.B. der Zuschlag von 15 000 (5000) Euro für die 1867 nicht verausgabte 25 Pia. im Viererblock.

Auch die deutsche Philatelie konnte mit guten Ergebnissen aufwarten. Der früheste, mit zweimal 6 Kreuzern von Bayern 1849 frankierte Brief der Altdeutschen Staaten ins Ausland (nach Österreich) erzielte 25 000 Euro. Drei Exemplare des "Schwarzen Einsers" von Bayern in lackschwarzer Nuance auf Brief kosteten 20 000 Euro. Ein postfrischer, teils ungebrauchter Zehnerblock der 12 Kreuzer, der einen Viererblock mit breitem Wasserzeichen enthält (MiNr. 26 Y), fand für 25 000 Euro ein neues Zuhause. Ebenfalls diesen Zuschlag erreichte ein einzigartiger Telegrammumschlag, frankiert mit der bayerischen Portomarke zu 3 Kreuer schwarz. Zum Schätzpreis von 80 000 Euro wurde eine Rarität des Deutschen Reiches, ein SYKE-Provisorium mit 1 Kreuzer kleiner Schild, an den Mann gebracht. Ein postfrisches Luxusstück der 2 ½ Groschen großer Schild kam auf 12 000 Euro. Mit 2000 (1200) Euro wurden die Marken 5 M. bis 100 M. (II. Ausgabe) der Ozeanreederei 1916 je auf Briefstücken verkauft.

Viel Luft nach oben versprachen etliche Objekte im Sammlungs-Teil, zum Beispiel eine nahezu komplette postfrische China-Sammlung 1949-2009, die dann auch von 30 000 auf 68 000 Euro davon zog. Eine ähnliche Kollektion, bis auf MiNr. 1 bis 4 komplett, aber gestempelt, wurde für 31 000 (10 000) Euro verkauft. Ein Posten mit China 1949-1964 auf ca. 135 Steckkarten stieg von 1000 auf 27 500 Euro. 18 500 Euro kostete eine Spezialsammlung der lithographischen Ausgaben Indiens 1854/55. Von 8000 auf 14 500 Euro sprang eine Spezialsammlung "dragons" and "cherryblossoms" Japan 1871-1876. Ein großer Sammlungs- und Dublettenbestand Schweiz 1843-2000 wurde auf 12 500 (5000) Euro gesteigert. 58 250 (30 000) Euro brachte ein Sammlung von ca. 230 Goldmünzen aus aller Welt. Abschließend zwei bemerkenswerte Ergebnisse von Württemberg: Sammlung von 20 Währungsmischfrankaturen Kreuzer/Mark 70 000 Euro und Stempelsammlung 1851-1875 15 000 Euro.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Rare Wz.-Typen der DDR

Leipzig Den Auftakt der 155. Briefmarkenauktion der Firma Fortagne & Lipfert am 16. und 17. September bilden 200 Zeppelinlose, gefolgt u.a. von Flugpost, Schiffspost, Heimatphilatelie, Postgeschichte und philatelistischer Literatur. Altdeutschland und das Deutsche Reich umfassen rund 920 Positionen. Zu den Spitzenstücken gehören die Lübeck MiNr. 2, Originalgummi mit Falzresten, für 1000 Euro und die Kamerun MiNr. 25 IA mit Stempel JAUNDE für 1350 Euro. Aus Deutsch-Südwestafrika der Jahre 1900 bis 1905 kommt eine Familienkorrespondenz mit Ansichtskarten und Feldpost für 1500 Euro zum Ausruf. 300 Lose Deutschland nach 1945 beginnen mit den Lokalausgaben. Viele bessere Ausgaben, Abarten und andere Besonderheiten zeigt auch die DDR. Dazu gehört die abgebildete seltene Wasserzeichentype MiNr. 330 z YI in gestempelter Erhaltung, die mit 400 Euro startet. Im Europa-Teil sind u.a. interessante postgeschichtliche Belege zu finden, beispielsweise zwei Ballonpostbriefe aus der belagerten Festung Metz von 1870 (je 950 Euro) und eine "Pfadfinderpost" aus der Zeit des Aufstandes im Warschauer Ghetto 1944 (750 Euro). Den Abschluss markieren 900 Lots, Engrosposten und Sammlungen.

Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de/

Gesuchte Marken und Postgeschichte

Hamburg Unter den rund 2500 Einzellosen der 332. Schwanke-Auktion am 2. und 3. September finden sich viele seltene Marken. Beispielhaft seien Italiens Paketmarke Pa 81 postfrisch - die seltenste Nachkriegsmarke von Italien überhaupt - für 1200 Euro und ein Briefstück von Oldenburg mit der Kombination aus MiNr. 13 und 14 für 2800 Euro genannt. Postgeschichtliche Leckerbissen gibt es von drei Gebieten:

Levante - Seltene Poststücke von Ägäische Inseln über Albanien (z.B. der seltene rote L-Stempel LEVANTE auf einem Brief von 1825 aus Scutari, 750 Euro), Griechenland (z.B. PAQUEBOT-Stempel von Konstantinopel auf Briefstücken der Hermesköpfe), Ägypten (mit Poststempeln der Französischen, Italienischen und Britischen Post) oder Syrien (dabei ein Brief aus dem Jahre 1855 mit dem arabischen Stempel "Halep/Lloyd Austriaco", 1800 Euro) dokumentieren die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen im 19. Jahrhundert. Besonders umfangreich ist die Abteilung der österreichischen Levantepost. Enorm selten ist der Höchstwert der ersten Markenausgabe der österreichischen Levantepost (MiNr. 7) auf Briefen. In einer Kombinationsfrankatur mit zwei 10-Soldi-Marken startet ein solcher Brief nach Paris (Abbildung unten) mit einem Schätzwert von 3500 Euro.

Ein zweiter Bereich ist der Postgeschichte und den frühen Markenausgaben Rumäniens gewidmet. Neben Post ab dem Jahre 1833, die von der K.u.k. Monarchie bedient wurde, gibt es attraktive Belege der Kopfausgaben, dabei frankierte Recepissen, Reco- und Auslandspost u.a. mit einem Brief nach Italien, der den Höchstwert "50 Bani" (MiNr. 25 a) trägt (600 Euro).

Im Übersee-Teil fällt ein Angebot von fast 100 Losen "Bolivien" ins Auge. Vom grünen Condor-Zierstempel von POTOSI ist ebenso nur ein (!) Abschlag bekannt geworden wie vom Ovalstempel ALTERNA DE TUPIZA. Dennoch ist dieses Material heute noch vergleichsweise preiswert zu haben: Die beiden genannten Briefe starten mit 250 bzw. 300 Euro. Etwas teurer ist frankierte Post aus Bolivien. Die ersten Markenausgaben dienten sowohl postalischen als auch fiskalischen Zwecken, und so sind von den "Condor"-Marken auch nur die Wertstufen zu 5 und 10 C. auf Poststücken bekannt. An dieser Stelle genannt sei ein Brief mit der 10 C.-Marke von CORO CORO nach Cochabamba für 1500 Euro.

Von Baden bis zur Bundesrepublik spannt sich der Bogen der Deutschland-Philatelie, der insgesamt 1300 Positionen umfasst. Hier steht oftmals die Postgeschichte im Vordergrund. Starke Sektionen dabei sind Bayern (mit über 30 Brieflosen der Quadratausgaben), Hamburg (60 Lose der verschiedenen Postämter) und die Deutschen Kolonien, hier insbesondere DP China mit Poststücken aus dem Boxeraufstand und DP Türkei mit Belegen der Post-Nebenstempel wie "Ramleh", "Jerusalem" oder "Tempel-Kolonie Hamidije-Wilhelma".

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Philatelistische Literatur. Ein ganz besonderes Werk dabei ist ein "Album de Fac-Similés", die berühmte Ausgabe aus dem Jahre 1928, das die Fälschungen Fourniers vortrefflich dokumentiert. Die vorliegende Ausgabe enthält noch zusätzliche Extras und war eine Spezialausgabe für Prüfer und Berufsphilatelisten ("Pages réservées aux experts"). Der Startpreis für diesen Klassiker ist 3500 Euro.

Sammlungen und Posten am zweiten Auktionstag lassen keine Wünsche offen. Von der berüchtigten "Kartonphilatelie" weitgehend befreit und daher bei einer Besichtigung leichter zu kalkulieren, präsentieren sich gut 60 Nachlassposten, die als geschlossene Objekte versteigert werden. Ergänzt werden sie von qualitativ hochwertigen Sammlungen vieler Gebiete. Münzen und Banknoten vervollständigen das Angebot, das gut 3500 Lose mit einem Gesamtausruf von 900.000 Euro umfasst.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

Seltene Kolonial-Stempel

Bonn Die 120. Auktion der Firma Dr. Reinhard Fischer am 2. und 3. September startet mit 1800 Losen Münzen, Orden und Medaillen sowie Münzsammlungen und -nachlässen mit zahlreichen seltenen Stücken. Der zweite Veranstaltungstag gehört den fast 9000 Briefmarkenlosen, darunter Altdeutschland mit zahlreiche Nachverwendungen Hannover, außerdem interessanten Helgoland-Ausgaben mit seltenen kompletten Bogen der Neudrucke oder aber MiNr. 19 und 20 als Probedruck. Dazu gibt es ein reichhaltiges Angebot Preußen mit u. a. Cholera-Briefen und einem seltenen PD-Auslands-Brief, frankiert mit 2 x 3 Pf Lila auf Ganzsachenumschlag MiNr. 28 A nach London aus der Bönninger-Korrespondenz (1200 Euro). Thurn & Taxis ist spezialisiert mit zahlreichen seltenen Belegen und vielen Nummernstempeln (über 150 Lose). Das Deutsches Reich glänzt mit zahlreichen Spezialitäten der Brustschild-Ausgaben, so zum Beispiel einer 2 Kr. Großer Schild auf Luxus-Briefstück (2000 Euro). Die Ausgaben des Kaiserreichs, der Weimarer Republik sowie des Dritten Reiches (600 Lose) enthalten etliche Farben, Typen und Plattenfehler sowie Markenheftchen und Zusammendrucke.

Traditionell stark ist das Angebot "Deutsche Kolonien und Auslandspostämter" mit der Auflösung einer postgeschichtlich sehr interessanten Sammlung Deutsch-Südwest-Afrika, einem umfangreichen Stempel-Angebot Deutsch-Ost-Afrika (meist ex Sammlung Siebentritt). Dabei sind u. a. MASINDE auf loser 5 Pesa (650 Euro), NGERENGERE auf loser 20 Heller Kaiserjacht (350 Euro), SALALE auf 7 ½ Heller Kaiseryacht auf Briefstück (300 Euro), URUNDI auf loser 7 ½ Heller Kaiserjacht (750 Euro) und zahlreiche weitere gesuchte Stempel. Hervorzuheben ist außerdem die Auflösung einer hochkarätigen Kamerun-Stempel-Sammlung mit u. a. MiNr. V37c im waagerechtem Paar mit extrem seltenem Stempel "KAMERUN 4 1 89" (Abbildung links), von dem laut Verbandsprüfer Steuer nur zwei waagerechte Paare bekannt sind (5000 Euro). Eine weitere Rarität ist bei Togo der seltene Stempel SANSANE-MANGU auf 5 Pf Kaiserjacht auf Briefstück (650 Euro) - die Postagentur in diesem Ort existierte nur gut fünf Monate! Türkei zeigt zahlreiche Raritäten aus der Prüfsammlung von Dr. Hollmann.

Außerdem wird eine große Danzig-Spezialsammlung mit zahlreichen Probedrucken, Stempeln, Ganzsachen, Abarten und Besonderheiten in über 300 Losen aufgelöst. Enthalten sind u.a. die 1 Mark Staatswappen mit seltenem Doppeldruck des Rahmens (nur dieses Stück derzeit bekannt - 1500 Euro) und die seltene Dienstmarke MiNr. 5Y postfrisch (400 Euro). Die über 100 Lose Sudetenland unter den gut bestückten Besetzungsausgaben Zweiter Weltkrieg lassen eine spannende Auktion erwarten.

Umfangreich vertreten sind auch Nachkriegsdeutschland sowie Europa und Übersee. 750, teils hochwertige Kollektionen und 200 Liquidationslose warten abschließend auf neue Besitzer.

Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

19. Gärtner-Auktion:
Kleine und groe Kostbarkeiten aus aller Welt!

In einem atemberaubenden Tempo schreitet Christoph Gärtner von einer Großauktion zur nächsten! Kaum ist die Juni-Versteigerung mit über 18 000 Losen abgewickelt, folgt schon der nächste Kraftakt: In sei- ner 19. Auktion vom 29. August bis 2. September 2011 offeriert er, unterstützt von einem starken Team, wieder einmal ein faszinierendes Angebot erlesener, kleiner und großer Kostbarkeiten aus aller Welt mit den Schwerpunkten Asien, Amerika und Deutschland.

Herausragendes Deutschland-Angebot

Klassischer Kopfsteher: Indiens 4 Annas mit

Das Highlight des Angebotes ist die wohl wertvollste Marke Indiens, gleichzeitig eine Weltrarität. Es handelt sich dabei um das schönste aller bekannten Exemplare der 4 Annas von 1854 mit "kopfstehendem Mittelstück", einem sogenannten "Inverted Head". Der Ansatz von 150.000 Euro erscheint eher moderat. Begleitet wird die Top-Abart von vielen weiteren, teils einzigartigen Marken und Belegen von Indien und ganz Asien sowie von großen Sammlungen und Partien, etwa einem Großbestand China mit ca. 300.000 Euro Katalogwert. Damit unterstreicht Gärtner seinen Rang als Asienspezialist.

Beeindruckende Kombination: US-Ganzsache zu 3 Cent mit hinzufrankierter Lokalmarke zu 10 Cents von Wells/Fargo, aufgegeben in Virginia
und mit Pony Express an die Westküste nach San Francisco befördert. Das seltene Stück mit Zertifikat der Philatelic Foundation geht mit 
20.000 Euro ins Rennen.

Andere Überseegebiete brauchen sich aber nicht zu verstecken. Auch hier stehen viele besondere Stücke und großartige Sammlungen zum Verkauf, wie etwa ein früher Pony-Express-Beleg von Wells/Fargo oder frühe Postmaster-Provisorien aus den USA. Dazu gibt es beeindruckende Sammlungen südamerikanischer Länder.

Die thematische Philatelie wird in Bietigheim-Bissingen traditionell groß geschrieben. Ein spezielles Angebot diesmal: die weltgrößte Sammlung zum Thema "Rotarier - Rotary"!

Europa ist mit einer breiten Offerte, vor allem aus Frankreich, der Schweiz und Österreich, Polen, Russland und der Türkei, vertreten. Neben ganz außergewöhnlichen Einzelstücken sind es die herrlichen Sammlungen und ganze Nachlässe, die beeindrucken. Dazu gehört die postgeschichtlich bedeutende Ausstellungssammlung der "Stadtpostämter im besetzten Polen 1915-18" oder die Auflösungen der Sammlungen "Polen - Krakauer Aufdrucke" sowie des weltweit führenden Objektes der türkischen "Duloz"-Ausgaben 1865-1884.

Zehnerblock der Bayern MiNr. 26 mit unterschiedlichen Wasserzeichen-Typen.

Der Bereich Deutschland ragt mit seiner Fülle an seltenen und erlesenen Marken, Briefen und Sammlungen in dieser Auktion besonders heraus. Schon die Detaillierung der großen Altdeutschland-Sammlung "Auslands- und Postvereinsbelege der Markenzeit" begeistert mit einzigartigen Frankaturen, Verwendungen und Destinationen. Bayern glänzt mit zahlreichen Raritäten wie etwa der ersten Portomarke auf Telegramm oder einem ungebrauchten Zehnerblock der 12 Kr. von 1870 (MiNr. 26 X+Y), der einen Viererblock mit Wasserzeichen "weite Rauten" enthält und mit 25.000 Euro taxiert ist. Aber auch andere seltenste Marken und Einheiten, etwa aus der Auflösung einer großen Kollektion "Deutsche Kolonien", werden jedem Philatelisten das Herz etwas höher schlagen lassen.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Jubiläum in Baden:
Gert-Müller-Auktion setzt auf Internationalität!

Die Firma Gert Müller hat in der Philatelie eine lange Tradition. 1948 wurde ein Versandhandel eröffnet, 1951 die erste Auktion durchgeführt. Waren sie in der Anfangszeit noch punktuell, finden die Versteigerungen seit 1970 regelmäßig statt. Das Auktionshaus Gert Müller hat im Laufe der Jahrzehnte einen guten Namen erworben. Seit dem Beginn vor nunmehr 60 Jahren wurden 67 Auktionen abgewickelt. Die 68. Versteigerung findet vom 18. bis 20. August 2011 statt.

Wieder Spezialangebot SBZ-Handstempel

Katalogtitel der 1. Gert-Müller-Auktion am 29.April 1951 in der Stadthalle von Karlsruhe.Inhalt

Nach der Übernahme des Auktionshauses durch Holger Thull im Jahr 2009 ist der Umsatz des Auktionshauses stark angestiegen. So wurden im Jahr 2010 insgesamt 5,5 Millionen Euro (ohne Mehrwertsteuer) umgesetzt. Für das laufende Jahr rechnet Thull mit einer weiteren Steigerung. Durch die internationale Ausrichtung nahm auch die Anzahl der Käufer und Einlieferer stark zu. Heute wirbt das Auktionshaus nicht nur in Deutschland, sondern auch in verschiedenen europäischen und amerikanischen Zeitschriften. Somit ist es nicht verwunderlich, dass mit der Versteigerung im August wiederum ein neuer persönlicher Angebotsrekord gesetzt wird. Briefmarken und Münzen mit einem Ausrufwert von über 4,6 Millionen Euro warten auf neue Besitzer. Ein Fixpunkt ist dabei die dritte Spezialauktion "SBZ-Handstempel" mit einem Sonderkatalog, der den letzen Teil der berühmten Sammlung von Lutz Maigatter (ehemaliger Verbandsprüfer) beinhaltet. Außerdem kommt der erste Teil einer weiteren großen "Handstempel-Spezialsammlung unter dem Pseudonym "Kurpfalz" zum Ausruf. Auch zahlreiche weitere außergewöhnliche Einzellose von der Klassik bis in die Moderne werden angeboten.

Besonders umfangreich ist wiederum die Abteilung mit Sammlungen, Partien und Nachlässen, die für Sammler und Händler eine besonders vielseitige Ankaufsmöglichkeit darstellt. Insgesamt warten allein in diesem Bereich über 4000 Positionen auf Interessenten. Aufgrund der meist überdurchschnittlich hohen Resultate und dem nahezu vollständigen Absatz in der Vergangenheit wurden diesmal wieder zahlreiche wertvolle Sammlungen und Partien mit Münzen eingeliefert. Resultate wie beispielsweise auf der 66. Auktion, wo eine Partie Münzen von geschätzten 15.000 Euro nach heftigsten Bieterkämpfen erst mit 74.000 Euro zugeschlagen wurde, haben beeindruckt. Dieses Ergebnis hatten selbst führende Numismatik-Experten bei weitem nicht erwartet. Um dem wachsenden Segment Rechnung zu tragen, wurde in diesem Jahr mit Torsten Rosskopf ein weiterer Numismatik-Fachmann eingestellt.

Mittlerweile beschäftigt die Firma Gert Müller acht feste Mitarbeiter sowie zusätzlich mehrere Aushilfen, die meist regelmäßig für die Auktionshaus tätig sind. Nach wie vor liegt das Hauptaugenmerk auf der Philatelie, und so soll es nach dem Willen von Holger Thull auch in Zukunft bleiben.

Für einen Besuch der großen August-Auktion in Ettlingen bei Karlsruhe ist alles gerichtet: Die freundlichen und hellen Auktionsräume auf fast 900 qm bieten eine angenehme Atmosphäre. Für das leibliche Wohl der Gäste wird gesorgt, und schließlich gibt es eine Fülle interessanter Sammlungen und Einzelstücke für Ausrufpreise zwischen 50 und 35.000 Euro zu entdecken, so dass für jeden etwas dabei sein sollte.

Internet: www.gert-mueller-auktion.de

Infla-Lebenswerk gut verkauft!

Düsseldorf Viele interessierte Kunden aus dem In- und Ausland bescherten dem Auktionshaus Felzmann auf seiner 133. Versteigerung vom 28. Juni bis 2. Juli ein gutes Gesamtergebnis von rund 3,3 Millionen Euro (inkl. Aufgelder/ohne MwSt.).

Stieg bei Felzmann von 200 auf 2600 Euro: NDP MiNr. 3 und 16 an die seltene Destination Helgoland, dort nachträglich entwertet.

Unter den Hammer kam unter anderem das philatelistische Lebenswerk des großen Sammlers und Forschers Reimer Hadenfeldt. Die umfassende Bogensammlung von über 4650 Infla-Bogen zeichnete sich durch eine enorme Vielfalt und insbesondere durch eine ausgezeichnete Qualität aus. Reimer Hadenfeldt hat seine Forschungsarbeit der letzten 30 Jahre zusammen mit Jürgen Böhme in dem bekannten Handbuch der Inflationsbogen dargestellt. Die Sammlung bestand sowohl aus Einzel- als auch Sammellosen - insgesamt rund 60 Positionen, strukturiert nach den verschiedenen Ausgaben der Inflation. Die Sammlung erzielte bei einem Gesamtausruf von 57.000 Euro ein herausragendes Gesamtergebnis von rund 130.000 Euro.

"Vive la France" mag man wohl gedacht haben, als die französische "1 Franc vermillon vif" für 14.000 Euro verkauft wurde. Sie ist eines der schönsten Stücke der legendären klassischen Frankreich-Rarität in der besten und seltensten Nuance - eben ein pièce superbe.

Nicht nur historisch gesehen ist Memel interessant, auch die Briefmarken aus jener Zeit stachen auf der 133. Auktion hervor. Vorhanden waren z.B. Marken aus dem Deutschen Reich, die mit dem Stempelaufdruck "Memelgebiet" versehen wurden. Dazu gehörte auch Los 2605, das für 3200 (2500) Euro den Besitzer wechselte. Bei den Sammellosen erzielte Los 5772 mit 2200 (200) Euro ein gutes Ergebnis.

Gute Resultate gab es auch beim Deutschen Reich. Die Burg Rheinstein in Rheinland-Pfalz, heute Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, ziert eine Marke aus der Zeit der Weimarer Republik. Die grüne 1 RM "Burg Rheinstein" überzeugte die Bieter nicht nur mit ihrer prachtvollen Optik. Die Marke, auf ungummiertem Papier hergestellt, weist eine stärkere Papierunebenheit auf, ist aber darüber hinaus ein einwandfreies Exemplar. So wundert es nicht, dass sie 5700 (5000) Euro brachte.

Traditionell gut lief auch die SBZ. Ein Theaterblock MiNr. 3 AY mit seltenem Wasserzeichen wechselte zum Ausruf von 16.000 Euro den Besitzer.

Neben hochwertigen Objekten aus Deutschland lockte ebenso das reichhaltige Angebot an Marken aus Übersee und Europa. Erwartungsgemäß wurden Einzel- und Sammellose aus China besonders gut abgesetzt. Begehrt waren auch Briefmarken aus den Niederlanden, die bei Felzmann konzentriert wie selten sonst angeboten wurden. Das Sammellos 5141 erlöste mit 20.000 (4000) Euro einen herausragenden Betrag. Aber auch andere Sammlungen erzielten Spitzen-Zuschläge wie etwa Los 4906, eine Partie klassischer Thailand-Briefe, die von 500 auf 11.000 Euro sprang. Ein über zwei Generationen aufgebauter Nachlass von 40 Alben mit Deutschland und Europa startete mit 5000 Euro und wurde am Ende für 12 000 Euro zugeschlagen.

Internet: www.felzmann.de

Reizvolle Ortsbriefe

Mülheim a. d. Ruhr Eingeschriebene Ortsbriefe, erst recht Orts-Wert- oder Orts-Paketbegleitbriefe, sind selten. Von kleinen Orten kommen sie kaum vor, weil eine persönliche Übergabe oft einfacher und preiswerter war. Gelegentlich findet man eingeschriebene Ortsbriefe von größeren Orten. Den Reiz dieser Orts-Einschreibebriefe machen zudem ungewöhnliche Portoraten aus, die sonst nie belegbar sind.

Harald Rauhut kann auf seiner 136. Versteigerung am 26. und 27. August 43 Lose mit Ortsbriefen bis in die Zeit des Deutschen Reiches anbieten, die aus einer be - deutenden Sammlung stammen. Der Großteil des Angebotes entfällt auf altdeutsche Staaten, wobei Bayern besonders stark vertreten ist. Die "Granaten" finden sich aber vor allem beim Norddeutschen Postbezirk. Den mit 3800 Euro höchsten Ansatz der ganzen Abteilung hat ein eingeschriebener Ortsbrief aus Hamburg mit einer Mischfrankatur der MiNr. 5 (2) und 12. Dass der Brief zusätzlich mit 2 Groschen für die Retour-Recepisse frankiert wurde, macht ihn zu einem Unikat! Mit jeweils 2000 Euro sind weitere eingeschriebene Ortsbriefe mit NDP-Frankaturen aus Hamburg und Darmstadt angesetzt. Viele interessante Ortsbriefe weist auch das Deutsche Reich auf, beispielsweise einen eingeschriebenen Ortsbrief aus Chrzelitz in den eigenen Landbezirk nach Brzesnitz mit einer Einzelfrankatur der MiNr. 29 (600 Euro).

Internet: www.rauhut-auktion.de

Asien wächst weiter rasant!

Bietigheim-Bissingen 3000 Bieter sorgten auf der 18. Auktion von Christoph Gärtner für einem Gesamtumsatz von 6,3 Millionen Euro (vor Steuern).

Gleich zu Beginn stieß das Asien-Angebot auf reges Interesse, was sich auch in zahlreichen Bieterduellen (ob im Saal oder am Telefon) widerspiegelte. Und so waren bemerkenswerte Ergebnisse keine Seltenheit. Ein früher Brief 1858 nach Hongkong, der mit 1/10 Taler Hannover frankiert aus Melle gesendet wurde (siehe Abbildung auf Seite 61), erzielte einen Zuschlag von 50.000 Euro, und das moderne China zeigte sich auf dem erreichten hohen Niveau der letzten Monate. So kostete ein postfrischer Satz der Mao-Thesen von 1967 (MiNr. 966-76) 2800 Euro. Das zweite, stark aufstrebende Gebiet Asiens ist nach wie vor Indien - von früher Vorphilatelie bis zu modernen Besonderheiten. So wurde ein Brief aus Indien nach Köln, der 1839 streckenweise durch Waghorn befördert wurde und seine Unterschrift trägt, von 15.000 auf 18.500 Euro gesteigert, und auch die Erstflüge aus einer guten Flugpostsammlung erzielten Trend setzende Ergebnisse, wie etwa eine Ganz sache mit Erstflug Chahbar (Persien) nach Karachi 1919 mit 5400 (4000) Euro. Ein Highlight war sicher die Versteigerung des seltenen, zentrisch gestempelten Viererblocks der Gandhi-Dienstmarke zu 3½ Anas, der (bei einem Katalogwert für Einzelmarken von 3800 Pfund) mit 1000 Euro angesetzt war und für den der Hammer erst bei 33.000 Euro fiel.

Aber auch die übrigen Gebiete Asiens fanden Gefallen. Dies zeigten ein Brief aus Manila 1869 nach Deutschland, der erst in Hongkong gestempelt und über Holland lief, für 4000 (300) Euro, eine frühe Auslandsverwendung einer japanischen 1-Sen-Ganzsachenkarte 1876 nach Deutschland für 4500 (1000) Euro oder ein Brief aus Syrien mit dem Aleppo-Provisorium von 1918 für 16.500 (10.000) Euro.

Bei der Thematik waren vor allem historische, außergewöhnliche und besonders dekorative Stücke gefragt, etwa ein früher Arktis-Beleg, der 1852 an H.M.S. "Enterprise" auf der "Artic Expedition" nach den Sandwish-Inseln ging und 6200 (5000) Euro erzielte.

Übersee (ohne Asien) glänzte mit einem guten Angebot, wobei die Klassik ganz besonders gesucht war. So wurde ein vorzügliches Probedruck-Exemplar der 1 S. orange von 1860 aus Neufundland für 18.000 Euro zugeschlagen.

Das Interesse an frühen und seltenen Ausgaben Europas war teilweise ebenfalls recht stark. Eine ungebrauchte 1-K.-Marke Estlands als Lokalausgabe Reval von 1919 steigerte von 3000 auf 8600 Euro.

Beispielhafte Ergebnisse für Altdeutschland waren eine telegraphische Depesche aus Baden 1860, die für 12 000 Euro einen neuen Liebhaber fand, ein herrlicher Bischofsbrief aus Bayern 1850 mit einer halbierten 6-Kr.-Marke für 35 000 Euro, seltene Destinationen wie etwa eine Paketkarte 1870 von Bayern nach Belize für 15 000 Euro, der sagenhafte Holy-Land-Brief (nach Jerusalem) aus Württemberg 1859 für 20.000 Euro oder ein Brief und zwei Briefstücke mit dem "Lippoldsweiler"-Provisorium von 1891 aus Württemberg, der von 35.000 auf 39.000 Euro kletterte.

Aus der Zeit nach 1945 waren die Ministerblocks, Vorlagekartons und andere Spezialitäten besonders gefragt. Die vier Werte der SBZ von 1945 mit Wasserzeichen "steigende Stufen" als postfrische Oberrandstücke gingen für 12.000 (8000) Euro.

Im umfangreichen Sammlungs-Teil konnte eine große Sammlung ungebrauchter/postfrischer Marken des British Commonwealth, die länderweise angeboten wurde, fast restlos für 200.000 (140.000) Euro verkauft werden. Ein großer postfrischer Bestand China- Volksrepublik, der ebenfalls aufgeteilt wurde, sprang von 102.000 auf über 300.000 Euro.

Natürlich war auch das Interesse an dem bei Gärtner zunehmenden Angebot an Münzen offensichtlich. Ein Sammlung Euro-Goldmünzen beispielsweise zog von 28.000 auf 39.500 Euro davon.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Unterm Stempel und unterm Hammer

Der Staffelsteiner Herbert Geier ist vereidigter Auktionator. Zweimal im Jahr organisiert er Auktionen, die in Hirschaid stattfinden. Bis zu 12.000 Lose - Briefmarken, Ansichtskarten, Ganzsachen - stellt er dafür in Katalogen zusammen.

Ein Bericht von Matthias Einwag
Bad Staffelstein/Hirschaid - Herbert Geier lacht: "Nein, der Zuschlag erfolgt heute nur noch in Ausnahmefällen mit dem Hammer - wenn zum Beispiel eine Blaue Mauritius medienwirksam verkauft wird." In der Regel reiche der Kugelschreiber aus, mit dem der Auktionator auf den Tisch klopft. Doch was wäre ein Auktionator ohne Hammer? In den unendlichen Tiefen seines Fundus sucht und findet Herbert Geier das Utensil, das so typisch ist für seinen Beruf.

Herbert Geiers Reich der Bananenkartons, Kisten und Schatullen befindet sich in der Staffelsteiner Bärengasse. Hier herrscht der 52-Jährige über Hunderttausende von Briefmarken, über Ganzsachen und Ersttagsbriefe, Billetts und Ansichtskarten. Wenn er wollte, könnte der öffentlich bestellte und vereidigte Auktionator aber auch Immobilien und Autos unter den Hammer bringen.

Geiers Leidenschaft gilt seit seiner Kindheit den kleinen, bunten Bildchen auf -meist - gezähntem Papier . Die Vielfalt der Briefmarken faszinierte ihn seit dem Augenblick, als sein Großvater ihm einst das erste Album schenkte.

Die berufliche Laufbahn war also vorgezeichnet. Der gebürtige Münchner lernte zunächst Einzelhandelskaufmann, Fachrichtung Philatelie. 1980 kam er erstmals nach Staffelstein, wo er die Zivildienstschule besuchte. Als er sich 1985 selbstständig machte, kam er in die Stadt zurück.

Herbert Geier ist begeistert von Briefmarken und von allen Aspekten der Postgeschichte. Als Auktionator bringt er Briefmarken sowie philatelistische Besonderheiten unter den Hammer. Darunter ist auch dieser Unnersdorfer Brückenzollschein von 1825. Fotos: Matthias Einwag

Ähnlich wie Kinder , die querbeet alles sammeln, die sich dann aber auf bestimmte Motive oder Sachgebiete konzentrieren, sei die Philateliegeschichte verlaufen: "Die ersten Sammler trugen alles zusammen, was sie fanden; sie sammelten weltweit", sagt HerbertGeier. Viel später erst sei die Postgeschichte als Sammelgebiet hinzugekommen: Wie waren die Postwege, wie lang waren die Laufzeiten? Dies sei vor allem für Sammler mit lokalgeschichtlichem Hintergrund ein sehr interessantes Gebiet. Während die Briefmarke früher als "Aktie des kleinenMannes" galt , verfiel der Handelswert der Marken durch die Wirtschaftskrise jüngst zusehends. "Die Katalogredaktionen kommen kaum noch nach, die Preise nach unten zu korrigieren", sagt Herbert Geier.

Zwei Belege aus Herbert Geiers Fundus: Der Brief oben trägt den Stempel der ehemaligen Posthilfsstelle im Forsthaus Banz, die Karte unten bezeugt das Ende einer Ära, denn zum 31.März 1900mussten die Privatpostdienste in etlichen deutschen Städten den Dienst einstellen.

Als Auktionator , der zweimal jährlich in Hirschaid jeweils bis zu 12.000 Lose versteigert, wendet er sich den Sammelgewohnheiten der jüngeren Generationen zu. Das Sammeln von Belegen der Postgeschichte liege im Trend. Echt gelaufene Stücke aus einer bestimmten Region lassen sich also besser verkaufen als ein Sammelsurium aus aller Herren Länder: "Eine gestempelte Sammlung war noch nie der Brüller", kommentiert Herbert Geier lakonisch. Seine Arbeit als Auktionator besteht größtenteils darin, die eingekauften oder angelieferten Stücke auf Loskarten zu registrieren, sie zu beschreiben und daraus einen Katalog zu erstellen. Inmitten der zahllosen Kartons sitzt Herbert Geier am Schreibtisch, in Griffweite hat er Lupe, Fachliteratur und den Michel-Farbenführer . All die Hilfsmittel ersetzen aber nicht seine profunde Sachkenntnis -wenn er etwas nicht selbst weiß, dann weiß er , wo er nachschlagen muss.

Herbert Geier sammelt übrigens Stücke aus den Niederlanden und Bayern. Außerdem haben es ihm deutsche Stadtpostausgaben angetan, "ein Nebengebiet", denn bis zum Jahr 1900 gab es neben der Reichspost ganz legal eine ganze Reihe privater , städtisch geführter Postverwaltungen.

Internet: www.geier-auktionen.de

"Bernstein"-Sammlung mit vielen Top-Zuschlägen!

Hamburg Es war die Altdeutschland-Auktion des Jahres - so die Meinung vieler Berufsphilatelisten, die extra zur 330. Schwanke-Auktion am 14. Mai nach Hamburg angereist waren. Die Auktion, die in der philatelistischen Fachpresse bereits im Vorfeld sehr beachtet worden war, zeigte, dass die augenblickliche Aufnahmefähigkeit des Marktes für klassisches Material in erlesener Qualität ganz hervorragend ist, auch wenn in der "Bernstein"-Sammlung nur drei altdeutsche Staaten vertreten waren. Die erstklassige Präsentation der Auktionslose in einem Luxuskatalog und eine "Wohlfühlstimmung" bei einer klassischen Saal-Auktion machten allen Auktionsteilnehmern schnell bewusst, dass hier etwas Besonderes versteigert wurde.

Hamburg war mit 91 Positionen das kleinste Angebot, aber brachte doch gute Resultate bei der geschnittenen Ausgabe, wenn auch die beiden 9-Schilling-Frankaturen mit 10 000 bzw. 8500 Euro etwas hinter den Schätzpreisen blieben. Ein Paar der MiNr. 1 (Zuschlag 1400 Euro) und ein Brief mit MiNr. 2, 4 im Paar und 6 nach New York, bei dem eine Marke fehlte (2000 Euro), überraschten ebenso wie eine Ganzsache MiNr. U3 mit Zusatzfrankatur für 3200 Euro oder ein Brief mit zwei Exemplaren der MiNr. 12 I für 1100 Euro. Der Maracaibo-Brief mit zweimal der MiNr. 18 und MiNr. 11 blieb mit 13 500 Euro etwas unter der Taxe.

Steigerte bei Schwanke von 10.000 auf 22.000 Euro: Brief mit Viererstreifen der Lübeck MiNr. 9 B.

Lübeck, mit 181 Positionen vertreten, wurde schon ab den Angeboten der Vorphilatelie im Saal umkämpft und folglich fast komplett verkauft, wobei folgende Resultate besonders auffielen: MiNr. 3 F auf Briefstück (5400 Euro), Brief mit Paar der MiNr. 4 (5200 Euro), Einzelfrankatur MiNr. 7 (2600 Euro), Buntfrankatur der letzten Ausgabe auf Inseratenrechnung (4700 Euro), Letzttagsbrief mit Dreierstreifen der MiNr. 9 (8400 Euro), Viererstreifen der MiNr. 9 B auf Brief (22 000 Euro), Buntfrankatur Wappenausgaben auf Ganzsache (4000 Euro) und Postanweisung mit zweimal der MiNr. 14 (8000 Euro).

Steigerte von 1500 auf 3600 Euro: Dreifarbenfrankatur aus dem oldenburgischen Brake nach San Francisco.

Oldenburg begann mit der MiNr. 1 im waagerechten Dreierstreifen auf Brief (9000 Euro). Bemerkenswerte Ergebnisse erzielten außerdem eine Mischfrankatur aus MiNr. 3 und 4 auf Brief nach England (4400 Euro), eine Mischfrankatur zwischen der 2. und 3. Ausgabe (4100 Euro), ein Recobrief mit einem waagerechten Paar der MiNr. 7 (10 000 Euro) sowie ein Unterrandpaar der MiNr. 8 auf Brief (20 000 Euro). Die dritte Markenausgabe brachte die höchsten Zuschläge mit 20 000 Euro für einen Dreierstreifen der MiNr. 10 a auf Brief und mit 9400 Euro für einen Recobrief mit zweimal der MiNr. 13. Auslandspost von Oldenburg ist selten, ganz besonders Post nach überseeischen Ländern. Herausragend in dieser Abteilung war ein Recobrief in die USA, der 16 000 Euro erlöste. Auch die Ganzsachen wurden fast sämtlich verkauft. Zum Highlight wurde das Titelstück des Kataloges, eine Ganzsache MiNr. U1 mit Zusatzfrankatur der MiNr. 11 b und 12, die für 22 000 Euro den Besitzer wechselte. Zum Abschluss der Abteilung kamen die Abstempelungen von Oldenburg, die bemerkenswerte Seltenheiten aufwiesen. Besonders umkämpft der Stempel "Rothenkirchen" auf Brief mit der MiNr. 6, für den der Hammer bei 5800 Euro fiel.

Insgesamt war es ein Auktionsevent, das sowohl die anwesenden Sammler als auch Berufsphilatelisten in Zeiten von Internet-Auktionen und "online-live-bidding" mit Vergnügen genießen konnten, zumal der fast siebenstündige Auktionsmarathon durch ein "maritimes" Büfett und Hamburger Butterkuchen aufgelockert wurde. Allen Auktionsteilnehmern wurde ein Sonderdruck des Auktionshauses "Die Steindruckfehler von Oldenburg" überreicht.

Am Ende übertraf das Gesamtergebnis den Schätzwert bei weitem. Sämtliche Ergebnisse sind auf der Webseite des Auktionshauses einzusehen.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

Geld saß locker wie lange nicht

Aachen War es die pure Kauflust oder die Furcht vor der Geldentwertung? So locker wie auf der 48. AIX-PHILA-Briefmarken- und Münzauktion am 20. und 21. Mai saß das Portemonnaie der aus nah und fern angereisten 270 Saalbieter selten.

Deutsche Taler aus der Kaiserzeit verdoppelten bzw. verdreifachten ihre Schätzpreise. Ein württembergisches 20-Markstück von 1904 kletterte von 600 auf 1300 Euro, ein Doppeltaler Reuss 1853 schoss von 200 auf 1000 Euro, eine Kollektion chinesischer Kursmünzensätze von 500 auf 3300 Euro. Nach harten Bieterkämpfen endete eine Partie Goldmünzen erst bei 10 000 Euro.

Nicht anders sah es bei den Briefmarken aus: Ein gestempelter Block "Deutsche Nothilfe 1933" (Abbildung) stieg von 2500 auf 4000 Euro, die "Pfingstrosen" aus China verelffachten ihren Ansatz von 200 auf 2200 Euro. Aber auch kleinere Positionen waren heiß umkämpft: Die eigentlich nicht übermäßig seltene MiNr. 2 von Luxemburg - hier allerdings in exzellenter Erhaltung - erzielte bei einem Ansatz von 25 Euro unglaubliche 480 Euro.

Den Höhepunkt bildete auch dieses Mal wieder die Versteigerung von ganzen Sammlungen und Partien. Ein Sammlernachlass erzielte bei einem Ausruf von 4000 Euro schließlich 8600 Euro, ein altes Album mit Ansichtskarten 1700 (300) Euro. Bei einer Spezialsammlung "Berlin" fiel der Hammer bei 5600 (2500) Euro, bei einer Kollektion "Deutsche Zusammendrucke" erst bei 7600 (3000) Euro. Eine kleine Sammlung "Russische Levante" kletterte von 50 auf 1400 Euro, eine historische Dokumentation "Kriegsgefangenenlager in Japan" von 500 auf 3400 Euro. Den Vogel schossen Sammlungen der Volksrepublik China ab, welche unglaubliche 18 000 bzw. 8000 (3000 bzw. 1500) Euro erzielten.

Natürlich kamen auch wieder die mit einem kleineren Budget ausgestatteten Sammler auf ihre Kosten, gab es doch so manche Partie, die mit 10 Euro ins Rennen geschickt wurde. Doch auch hier wurde um bald jede Position hart gerungen, so dass die Startpreise überwiegend Makulatur blieben. Fast jeder hatte schließlich seine Erfolgserlebnisse, so dass es rundum nur zufriedene Gesichter gab. Von den 4082 angebotenen Losen wechselten 3440 (84,27%) den Besitzer. Der Gesamt-Schätzpreis von 450 945 Euro konnte mit 779 121 Euro deutlich übertroffen werden.

Internet: www.aixphila.de

Erstklassige Sammlungen vieler Gebiete

Hamburg Fast 1600 Sammellose sind der Kern der 331. Schwanke-Auktion am 2. Juli. Gut 100 Nachlassposten werden gefolgt von Briefposten aus aller Welt (25) und einem Run von 60 Losen, länderweise in Auswahlheften, die jeweils mit dezenten 100 Euro starten und sicherlich alle im Auktionssaal "entschieden" werden.

120 Lose der beliebten Kategorie "Liquidation" (alte, bisher unverkaufte Auktionslose, nunmehr zum halben Preis gerufen) dürften ebenso für Stimmung sorgen.

Mit gut 550 Losen stellt das Sammelgebiet Deutschland das größte Kontingent dar. Bemerkenswert ist dabei eine Generalsammlung ab 1872 in meist postfrischer Qualität zum Startpreis von 15 000 Euro. Das schöne Objekt in 18 Vordruckalben beinhaltet fast sämtliche deutschen Nachkriegsgebiete komplett, dazu die Ausgaben des Deutschen Reiches und der Besetzungsausgaben des Zweiten Weltkrieges.

Herausragend ist eine Sammlung Altdeutschland mit vielen kompletten Gebieten (z.B. Bayern, Hamburg, Hannover und Oldenburg) in meist überdurchschnittlich guter Qualität (7500 Euro).

Erstklassige Sammlungen vom Deutschen Reich [darunter auch zwei Flugpostsammlungen der Pionierflugpost 1909-14 mit 80 (!) Belegen zu 1500 Euro und eine Sammlung der Jahrgänge 1912-40 mit 170 Belegen zum Startpreis von 2500 Euro], der Deutschen Kolonien (dabei eine fast komplette Sammlung "Kiautschou" mit den guten Werten MiNr. 26 A und 27 A gestempelt zum Startpreis von 2500 Euro) und den Deutschen Gebieten finden sich ebenso wie vielfach komplette Sammlungen der Gebiete ab 1945. Dabei erwähnenswert ist eine komplette Sammlung Bundesrepublik einschließlich der Westzonen postfrisch (1200 Euro) oder eine Sammlung der Zusammendrucke von West-Berlin 1949-52 komplett postfrisch (2000 Euro) sowie etliche komplette Sammlungen der DDR (je 500 Euro). Eine ganz außergewöhnlich reichhaltige Sammlung der Rollenmarken Bundesrepublik postfrisch mit einem Katalogwert von über 50 000 Euro soll wenigstens 2500 Euro einbringen.

Ländersammlungen in der Abteilung "Europa" (400 Lose) enthalten u.a. gepflegte Objekte von Finnland (inkl. MiNr. 1, 2 und zweimal der 10 Markka MiNr. 10, 3500 Euro), Frankreich (mit fast allen frühen Spitzenwerten, 2000 Euro), Großbritannien (inkl. der 5-Pfund-Marke und der 2 Sh. "siena", 4000 Euro), diverse Objekte von Italien, Österreich und Schweden (mit der 1. Ausgabe in tadelloser Qualität, 1500 Euro) oder der SCHWEIZ. Eine Ausstellungssammlung von Lettland in vier Bänden (5000 Euro) oder eine Spezialsammlung CSSR nur der "Präsident Masaryk"-Ausgaben 1920- 37 (3500 Euro) sind dann eher Objekte, die etwas aus dem Rahmen des Üblichen fallen.

Die Übersee-Abteilung ist mit ca. 300 Auktionslosen vertreten. Wieder einmal fällt ein starkes USA-Angebot ins Auge, dabei ein Bestand nur besserer Werte (5000 Euro) oder eine Sammlung der "Fancy Cancellations" (2500 Euro). Aber auch das China-Angebot (13 Sammlungen) kann sich sehen lassen, ebenso wie eine Sammlung Japan (2500 Euro), eine Spezialsammlung Mongolei (1000 Euro) oder eine Klassik-Partie Peru (2000 Euro).

Es folgen 100 Lose verschiedener Motivgebiete, dabei eine in neun Positionen aufgeteilte Sammlung "Olympiade und Sport" zum Startpreis von insgesamt 4000 Euro und 50 Lose Ansichtskarten sowie über 30 Posten Münzen einschließlich diverser Gold- und Silberschätze. Wie gewohnt, beschließt auch in diesem Jahr anlässlich der Schwanke-Sommer-Auktion eine größere Abteilung "Philatelistische Literatur" die Versteigerung.

Unter den 170 Positionen findet sich u.a. ein Run der "Mitteldeutschen Philatelistenzeitung" aus den Jahren 1898-1911 (200 Euro) und eine Originalausgabe von Mirabaud/de Reuterskjöld "The Postage Stamps of Switzerland" aus dem Jahre 1899. Das Stück (Nr. 137 von 150 gedruckten Exemplaren) geht aufgrund einiger kleiner Stockfleckchen mit einem geringen Schätzpreis von nur 400 Euro auf den Laufsteg.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

Preissprünge für China

Leipzig Die 154. Leipziger Briefmarkenauktion Fortagne & Lipfert am 13. und 14. Mai wurde mit reger Beteiligung von Saal- und Fernbietern erfolgreich abgeschlossen. Über 4000 Lose standen zum Verkauf, darunter ein Viertel Lots und Sammlungen, die mit einer guten Verkaufsquote und teils erheblichen Steigerungen abgesetzt wurden.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte ein Zeppelin-Werbeplakat von 1932, das für die Herbstfahrten des LZ 127 von Europa nach Brasilien warb und von 150 auf 390 Euro gesteigert wurde. Ein Ringträger-Abschnitt aus Duralumin für den LZ 130 stieg von 250 auf 420 Euro.

Eine Dokumentation zur Entwicklung der Postkarte auf Blättern aus dem Zeitraum 1870 bis 1974 war einem Bieter 430 (150) Euro wert.

Sehr engagiert wurden Marken der Oppelner Notausgabe aufgenommen. Die beste Steigerung erzielten die MiNr. 19, 20 und 22 a jeweils auf Briefstück, die von 1000 auf 1950 Euro kletterten.

Zu den beachtlichen Resultaten aus der Nachkriegszeit gehörten 500 (300) Euro für eine gestempelte SBZ MiNr. 118 EX und 480 (300) Euro für die MiNr. 119 B/D X auf Brief. Von 180 auf 890 Euro sprang eine Sammlung mit Schmuckblatt-Telegrammen der DDR. Aufhorchen ließen auch 800 (500) Euro für eine Sammlung Numisblätter von Bund von Nr. 1/1997 bis 3/2010.

Einen gewaltigen Sprung machte der Block "Schauspielkunst" der VR China, der zweimal mit Sonderstempel vorhanden war und von jeweils 1500 auf 7000 bzw. 7200 Euro schoss.

Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

Run auf Hitler-Frankaturen!

Kirchlengern

Dieser Wertbrief mit der Innendienstmarke DR MiNr. 21 (2) und den NDP MiNr. 4 und 5 als Zusatzfrankatur stieg bei Pumpenmeier von 600 auf 950 Euro.

Postgeschichtlich interessante Stücke stießen auf der 147. Pumpenmeier-Auktion am 21. Mai wieder auf großes Interesse. Etwa die Litauen MiNr. 58 als Einzelfrankatur auf Einschreibebrief nach Leipzig mit handschriftlichem R-Vermerk. Der Brief eines deutschen Soldaten, vermutlich aus dem Freikorps, verdreifachte mit 120 Euro seinen Ansatz. Von 40 auf 170 Euro steigerte der österreichische Einzeiler "Spital" aus 1831 auf Brief aus Murau. Zweimal 290 (180) Euro brachten türkische Schiffspostmarken auf Brief-Vorderseiten.

In der Deutschland-Philatelie wurden 620 (300) Euro für ein Formular aus 1899 bezahlt, das mit einem senkrechten Paar der Deutsches Reich MiNr. 48 frankiert und mit Postamts-Wappenstempel entwertet wurde. Gefragt waren wieder Frankaturen mit Hitler-Dauermarken. Von 40 auf 220 Euro sprang ein portogerechter Orts-Wertbrief mit den MiNr. 786 und 793 (2). 270 (50) Euro kostete ein Adress-Träger für Bahnhofszeitungen mit Hitlermarken in Mischfrankatur. 250 (100) Euro bot ein Interessent für eine Wertpaketkarte mit den MiNr. 793, 801 A und 802 A (waagerechtes Paar).

Bemerkenswerte Zuschläge verbuchten Berliner Ganzsachen, beispielsweise eine gelaufene MiNr. P 23 II für 700 (500) Euro. Die MiNr. P 33 im Ortsverkehr gebraucht kletterte von 80 auf 170 Euro, die P 43 von 25 auf 110 Euro. 550 (400) Euro brachte eine Zeppelin-Abwurfpost über Magdeburg von der Deutschland-Fahrt des LZ 127 im Jahre 1929.

Internet: www.pumpenmeier.de

33. Felzmann-Auktion:
Außergewöhnliche Einzelstücke und Sammlungen

Ein Beitrag von Jan Billion Das Auktionshaus Felzmann versteigert in seiner 133. Internationalen Auktion (28. Juni bis 2. Juli 2011) neben einer breiten Palette an Münzen von der Antike bis zur Neuzeit auch wie gewohnt hochwertige Philatelie. Dazu gehören deutsche und internationale Raritäten, aber auch hochwertige Kollektionen. Hervorheben ist das philatelistische Lebenswerk des großen Sammlers und Forschers Reimer Hadenfeldt. Die umfassende Bogensammlung von über 4650 Bogen zeichnet sich durch eine enorme Vielfalt und insbesondere durch eine ausgezeichnete Qualität aus.

Deutsches Reich spezial

Reimer Hadenfeldt hat seine Forschungsarbeit im Laufe der letzten 30 Jahre zusammen mit Jürgen Böhme in dem bekannten Handbuch der Inflationsbogen dargestellt. Die gesamte Sammlung wird gegliedert angeboten in 27 herausragende Einzel- und 32 Sammellose, die nach den verschiedenen Ausgaben der Inflation strukturiert sind. Als Einzellose sind vorhanden: MiNr. 318 B-330 B; OPD Breslau MiNr. 333 W; OPD Frankfurt MiNr. 292, 293, 294, 335 A; OPD Leipzig MiNr. 294, 333 W; OPD Münster MiNr. 293 (kompletter postfrischer Bogen, einmal horizontal mittig gefaltet, 4000 Euro), 303, 334 A, Platte C (kompletter postfrischer Bogen, einmal horizontal mittig gefaltet mit HAN 5887.23, 5000 Euro), 334 B Platte C.

Seltene Einzelfrankatur der Deutsches Reich MiNr. 24 auf aktenfrischem Brief ab Friedberg aus der Hadenfeldt-Sammlung (2400 Euro).

Hadenfeldts Sammlungen sind gegliedert nach Germania, Bayern Abschied, Queroffset, Überdruck I und II, OPD I und II und Deutsche Nebengebiete. Dazu gehört eine in ihrer Reichhaltigkeit überragende gestempelte Inflations-Sammlung 1919-1923 nach Hauptnummern mit allen Spitzenwerten, ergänzt mit einer selten so üppig gesehenen Fülle an Farben, Typen, Abarten, Besonderheiten und immer wieder interessanten Belegen. Exemplarisch genannt seien die MiNr. 118 in allen drei Farben, kleine Ziffern Wz. 2 komplett, beide OPD-Ausgaben komplett, MiNr. 307, Korbdeckel nach P- und W-Werten spezialisiert und augenscheinlich komplett inklusive aller durchstochenen Werte. Dazu gesellen sich diverse Abarten und Typen wie die MiNr. 110 I, 117 F, 151 Y, 185 I, 209 Y, 278 I, IV, V und VI, 303 I und III sowie 312 A und B IV lose oder auf Belegen. Hinzu kommen Belege und Frankaturen wie beispielsweise MiNr. 118 a und 118 b jeweils in Mischfrankatur auf zwei portogerechten Bedarfs-Wertbriefen, MiNr. 119, 216, 319 B, mehrfach 305 und 330 als Einzelfrankaturen sowie die MiNr. 336 als Einzel- und Mehrfachfrankatur. Außerdem finden sich zwei Dezember-Verwendungen von Infla-Marken. Der Startpreis des Objektes, bei dem alle besseren Werte geprüft sind, beträgt 10 000 Euro.

In jeder Beziehung außergewöhnlich - sowohl was Vollständigkeit als auch Erhaltung anbelangt - ist auch eine gestempelte Kollektion des Deutschen Reiches 1872-1919. Erwähnung verdienen die MiNr. 8, 11, beide Innendienst-Marken, 24, 28, Pfennig/e und Krone/ Adler mit Farben wie MiNr. 33 aa, 35 b und c, 36 b, 37 a-f, 38 b, 49 aa, 50 aa und ab, Germania mit 5 Mark Reichspost in allen vier Varianten, Friedensdruck mit MiNr. 86 I d orangerot mit FA Jäschke, MiNr. 97 M "Ministerdruck" mit FA Oechsner und viele andere Besonderheiten wie breite/kleine Marken, MiNr. 46 II, 48 I, 50 I und II, Germania Reichspost reichhaltig oder Zähnungsvarianten. An Belegen stechen hervor: MiNr. 1 als Einzel- und Mehrfachfrankatur, MiNr. 2 im Dreierstreifen als Mehrfachfrankatur, MiNr. 8 als Einzelfrankatur, MiNr. 8 und 10 als Mischfrankatur, Innendienst MiNr. 12 in Dreifarben-Mischfrankatur auf Paketbegleitbrief, MiNr. 15 als Einzelfrankatur in den eigenen Landzustellbezirk, Mischfrankaturen der MiNr. 27 c und 23, 29 und 18 sowie 29 und 32 oder MiNr. 37 im Zwischensteg-Streifen auf kompletter Paketkarte. Das Objekt ist ebenfalls mit 10 000 Euro angesetzt.

Weltrarität aus Frankreich

Unter Danzig kommt der "Krantor-Bestand" zur Auflösung, aus dem der Großen Innendienst auf fast portogerechtem Einschreiben-/Eilboten-Ortsbrief und ein postfrischer Viererblock der MiNr. 47 stammen (8500 bzw. 6200 Euro). Ergänzt wird das Angebot mit einer hochinteressanten Briefe-Sammlung mit durchweg besseren Frankaturen (6000 Euro). Von der SBZ sind wieder Seltenheiten zu haben: Block MiNr. 3 A Y postfrisch und Block MiNr. 4 V (16 000 bzw. 7000 Euro). Von beiden Blockvarianten sind nur jeweils fünf Stück registriert. Zwei römische Nummern von Bund - MiNr. X und XIV jeweils postfrisch - beginnen mit 5500 bzw. 5800 Euro.

Die klassische Philatelie glänzt mit der französischen 1 Fr. Vermillon in ihrer seltensten "lebhaften" Farbnuance in Luxus-Qualität. Diese Weltrarität ist mit 12 000 Euro taxiert. Gar mit 12 500 Euro startet ein ungebrauchter Zehnerblock der Niederlande MiNr. 2. Auf einem außergewöhnlich schönen Luxus-Briefstück zeigt sich die "Waadt" 4 C. mit sauberer roter Rosette von Genf (9500 Euro).

Im Sammlungs-Teil begeistern eine umfassende, vorwiegend postfrische bzw. ungebrauchte, über lange Jahre zusammengetragene Top-Sammlung San Marino mit zahlreichen Spitzenstücken, Abarten und Varianten für 50 000 Euro und ein Schweiz-Objekt 1849-2000, eine umfassende Darstellung in sieben Bänden der eidgenössischen Briefmarken einschließlich Dienst-, Porto- und Portofreiheitsmarken, Telegrafenmarken, Franco-Zettel, Pionierflugmarken sowie Internationalen Organisationen (26 000 Euro).

Internet: www.felzmann.de

Klasse Masse:
Wenn der Hund auf dem Kopf steht!

Christoph Gärtner ist es mit seiner Leidenschaft für die Philatelie wieder einmal gelungen, ein beeindruckendes Angebot auf die Beine zu stellen. Dank den mehr als 650 Einlieferern und seiner starken Crew präsentiert er auf seiner 18. Versteigerung vom 6. bis 10. Juni weit über 18 000 interessante Lose aus aller Welt. Den Schwerpunkten Rechnung tragend, legt er insgesamt sieben Kataloge vor, wobei fünf Bände den Einzellosen gewidmet sind, während der 6. Band die Sammlungen beinhaltet. Als 7. Band erscheint auch dieses Mal wieder ein Raritäten-Katalog.

Seltene Schweiz-Mischfrankatur

Band 1 "ASIEN" enthält mit mehr als 2300 Einzellosen vom Nahen bis zum Fernen Osten ein sehr vielfältiges Angebot, besonders im Bereich der Posthistorie und seltener Belege. Die Schwerpunkte bilden China mit ca. 360 Losen - vom seltenen Vorphilabrief, Großen und Kleinen Drachen bis zu den "modernen" Blocks der Volksrepublik - sowie Indien (rund 870 Lose) mit einem starken Teil Vorphilatelie (auch mit einem signierten "Waghorn"-Brief von 1839) und einer Spezialsammlung Erstflüge ab 1911 (u.a. mit den legen- dären "Houston-Mt. Everest Flügen" 1933).

Reichlich 400 Lose Thematik im Band 2 zeigen viele ungewöhnliche und seltene Stücke von frühen Arktis-Belegen (z.B. Britische Expedition 1852) bis zu Spitzenstücken aus den Bereichen Pfadfinder, Sport, Tiere etc. Der große Teil Übersee mit rund 1260 Positionen bringt schwerpunktmäßig Australien und Nordamerika, ist insgesamt aber wie üblich mit vielen kleinen und größeren Raritäten gut besetzt. Bei spielhaft seien ein seltener Brasilienbrief von 1845 mit 120-Reis-Marke, ein Chile-Brief 1854 mit einer 5-Cent-Marke, die eine sehr deutliche Abart aufweist, der Fehldruck MiNr. 6 FII vom Kap der Guten Hoffnung, der seltene 1-S.-Probedruck (1860) von Neufundland oder der einzigartige Brief mit den Postmeister-Provisorien von New Orleans 1851 erwähnt.

Fast 3000 Lose bringt Band 3 "EUROPA". Einen Schwerpunkt bildet das umfangreiche Kontingent Schweiz mit phantastischen Kantonals (inklusive Basler Tauben, auch auf "Forwarded"- Brief) sowie dem grandiosen Brief mit "Poste Locale" ohne Kreuzeinfassung in Mischfrankatur mit Rayon II und Entwertung mit dem Petschaftsstempel "ML" von Maria Lanz. Auch die übri- gen Länder sind wieder stark vertreten. So finden sich Spitzenstücke wie etwa eine ungebrauchte 1 Fr. "Vermillion" aus Frankreich, eine feine, ungebrauchte 5 Pfund aus Großbritannien von 1867, die wohl seltenste Dienstmarke Großbritanniens "10 S. KEVII." von 1902/04 oder ein "Rosa Merkur" aus Österreich.

Band 4 "DEUTSCHLAND vor 1945" startet mit Altdeutschland, das mit herr lichen Marken und Belegen besonders aus den Gebieten Baden, Bayern und Württemberg wieder besonders gut aufgestellt ist. Darunter befinden sich zahlreiche Spitzenstücke wie etwa (als Neuentdeckung) ein frankierte telegraphische Depesche 1860 aus Baden, ein bayrischer Bischofsbrief von 1850 mit halbierter 6-Kr.-Marke, ein Brief mit Thurn & Taxis 30 Kr. orange 1859 nach Shanghai oder, aus demselben Jahr, ein Brief aus Württemberg nach Jerusalem.

Aus der Zeit des Deutschen Reiches ist das Angebot ebenso reichhaltig wie interessant. Offeriert werden unter anderem eine ungezähnte 1-Gr.-Marke (kleiner Schild) auf Briefstück oder eine postfrische 2 ½ Gr. (großer Schild -MiNr. 21 a) sowie zahlreiche seltene Briefe, Marken und Besonderheiten wie Abarten oder Wasserzeichenvarianten. Besonders erwähnenswert ist ein Los aus dem während des Zweiten Weltkrieges besetzten Zara: Zwei Briefe wurden mit sämtlichen damals ausgegebenen Marken (einschließlich MiNr. 20I-IV) frankiert - eine besondere Rarität! Insgesamt sind in diesem ersten Deutschlandband rund 2750 Lose vereinigt. Die Auflösung mehrerer Spezialsammlungen Saar, Sowjetischer und Französischer Zone machte die Teilung des Angebotes Deutschland sinnvoll. Dadurch gibt es den Band 5 "DEUTSCH- LAND nach 1945". Dieser zweite Band umfasst knapp 1800 Lose mit zahlreichen modernen Raritäten und Unikaten. Bemerkenswert sind z.B. der einzig bekannte komplette Satz (vier Werte) "Provinzwappen" Sachsens von 1945 mit Wasserzeichen "Stufen steigend" vom Oberrand und eine große Anzahl seltener Probedrucke, Ministerblocks und Vorlagekartons der Saar.

7000 Sammlungen, Posten & Nachlässe aus aller Welt enthält der Band 6. Von ganz besonderem Interesse sind dabei mit Sicherheit zwei herausragende Kollektionen Afghanistan mit vielen Einheiten aus der Ferrari-Sammlung, eine phantastische Ausstellungssammlung China 1878/1910 oder ein großer Händlerbestand China-Volksrepublik, der in ca. 180 Positionen aufgeteilt wurde. Hervorzuheben sind auch die vielen Sammlungen und Partien von Indien, eine spezielle Sammlung Japan 1871/76, eine grandiose Kollektion Saudi-Arabien und ganz besonders eine enorm umfangreiche Sammlungspartie British Commonwealth ungebraucht/postfrisch, die überwiegend klassische Marken beinhaltet und länderweise angeboten wird (MICHEL über 1,2 Millionen Euro!).

Aus dem europäischen Raum sind vor allem die "Adolf Passer"-Sammlung der Osmanischen Post in Bosnien 1860-75, großartige Kollektionen Frankreich, Monaco, Italien und Schweiz sowie die unvergleichlichen Großgold-Sammlungen der "Duloz"-Ausgaben der Türkei sowie der Türkischen Post in Asien von Max Plantinga zu nennen. Der Bereich Deutschland glänzt u.a. mit einem Teil einer Goldmedaillensammlung der Altdeutschen Staaten, großen und umfassenden Kollektionen Baden und Bayern oder auch der beeindruckenden "Lintz"-Spezialsammlung der Kriegs- und Propagandafälschungen.

Das aufstrebende Münz-Angebot umfasst rund 150 Lose von der antiken Einzelmünze über Gold- und Silberstücken bis hin zu ganzen Sammlungen und Posten aus aller Welt.

Der 7. Band fasst schließlich noch einmal ausgesuchte Spitzenstücke in einem Raritätenkatalog zusammen.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Gute Steigerungen auch für modernes Material

Berlin Gute schriftliche Vorgebote und ein voller Auktionssaal machten die 45. Hadersbeck-Auktion vom 6. bis 8. April zu einem großen Erfolg. Im Übersee-Teil schoss ein Pfingstrosen-Block der VR China von 1800 auf 2500 Euro, eine Doppelfrankatur auf Ansichtskarte ab Hongkong von 500 auf 1500 Euro. Bayerns MiNr. 1 gestempelt zog von 800 auf 1300 Euro, Sachsens MiNr. 1 b ungebraucht von 1200 auf 2800 Euro. Beim Deutschen Reich erzielten die Mi.Nr. 154 IIb gestempelt 720 (500) Euro und die MiNr. 407/09 je als portogerechte Einzelfrankatur 520 (280) Euro. Die Flugpostmarke Bork-Brück MiNr. 3 auf Brief stieg von 550 auf 960 Euro. Der Saar-Urdruck postfrisch brachte 1150 (750) bzw. 1250 (500) Euro. Das gute Angebot Besetzungen Zweiter Welt krieg wurde fast restlos mit großen Steigerungen verkauft.

Stieg bei Hadersbeck von 150 auf 960 Euro: Postlagerkarte mit Gemeinschaftsausgaben.

Sehr begehrt war die oben abgebildete Postlagerkarte mit Nachkriegs-Gemeinschaftsaus gaben, die von 150 auf 960 Euro davon zog. Bei Bund überraschte ein gestempelter, bis auf die 70 Pf kompletter Posthorn-Satz mit Charlottenburg-Stempel, der von 40 auf 640 Euro kletterte. Alle Posthorn-Zusammendrucke in postfrischer Erhaltung wechselten für 920 (650) Euro den Besitzer. Ähnlich begehrt waren auch die postfrischen Zusammendrucke aus den beiden Markenheftchenbogen der Berliner Bauten-Serie, die 1400 (1000) bzw. 1300 (900) Euro erlösten. Gut verkauft wurde eine Sammlung Sächsische Schwärzungen. Bei der SBZ fiel u.a. eine 16 Pf Ziffern mit Handstempel Bezirk 36 Dahme gestempelt auf, die von 250 auf 660 Euro kletterte. Für einen portogerecht auf Paketrückseite verklebten Viererblock der DDR MiNr. 298 wurden 620 (140) Euro geboten. Die MiNr. 323 vaYI postfrisch kostete 700 (450) Euro, die MiNr. 341 vbXII gestempelt 620 (280) Euro. Einen gewaltigen Sprung von 500 auf 1550 Euro machte ein Kleinbogen der 10 Pf Fische oben ungezähnt (MiNr. 3096 IvUo).

Münzen, Sammlungen und Posten wurden oft auf ein Vielfaches des Ausrufes hochgesteigert.

Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

Felzmann jetzt bei Facebook

Düsseldorf Es ist so weit: Das Auktionshaus Felzmann hat jetzt eine eigene Seite auf der sozialen Plattform Facebook. Mit nur einem Klick erhalten alle Fans automatisch Neuigkeiten und Informationen rund um die Briefmarken- und Münzauktionen. Wann ist der Einlieferungsschluss, welche Highlights sind auf der kommenden Auktion zu ersteigern, auf welchen Messen ist das Auktionshaus anzutreffen? Diese und andere Fragen werden auf dem Facebook-Profil beantwortet.

Geschäftsführer und Auktionator Ulrich Felzmann hat bereits seit langem die Entwicklung der sozialen Netzwerke beobachtet und sieht für sein Unternehmen klare Vorteile. "Mit unserem Profil auf Facebook können wir unseren Fans mehr Service bieten. Sie erhalten die Neuigkeiten automatisch auf ihrer Pinnwand; wir können sie somit direkt informieren, ansprechen und in direkten Dialog mit ihnen treten."

Ulrich Felzmann sieht die Facebook-Seite als eine sinnvolle Ergänzung der bereits bestehenden Informationsangebote des Auktionshauses Felzmann. "Mit unserer mehrsprachigen Homepage und unserem Newsletter informieren wir unsere Kunden, Einlieferer, Händler und alle Interessierten natürlich auch weiterhin." Facebook zählt zu den erfolgreichsten und am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerken der Welt. Um das Profil des Auktionshauses Felzmann auf Facebook zu sehen, ist keine Anmeldung bei Facebook erforderlich. Um jedoch automatisch informiert zu werden, ist eine Verlinkung mit der Seite und somit ein eigenes Profil notwendig.

Zum Facebook-Profil des Auktionshauses Felzmann: http://de-de.facebook.com/pages/Auktionshaus-Felzmann/203058549717740

Spezialsammlungen bereichern

Berlin Die 45. Hadersbeck-Auktion vom 6. bis 8. April ist mit über 6400 Losen und einem Gesamtausruf von 800 000 Euro die umfangreichste und werthaltigste Versteigerung der letzten zehn Jahre. Hervorzuheben ist die Auflösung einiger Spezialsammlungen.

Im Übersee-Teil sind VR China MiNr. Block 9 postfrisch für 1800 Euro und eine seltene Doppelfrankatur von Hongkong für 500 Euro hervorzuheben. Bei Europa locken Ionische Inseln komplett in Viererblocks und Vatikan MiNr. 39-44 postfrisch (1300 bzw. 1000 Euro).

Hadersbeck löst eine Spezialsammlung mit schönen Frankaturen aus der Weimarer Republik und dem Dritten Reich auf!

Altdeutschland zeigt u.a. die Sachsen MiNr. 1b ungebraucht ohne Gummi (1200 Euro) und eine Einzelfrankatur der Württemberg MiNr. 15 (4500 Euro). Das Deutsches Reich enthält eine ganze Reihe von Spitzenwerten, beispielsweise MiNr. 44 I postfrisch (750 Euro), MiNr. 86 Id gestempelt (1800 Euro), MiNr. IV F postfrisch (1250 Euro), MiNr. 335AP DDD postfrisch (600 Euro), die begehrten Zeppelinsätze, MiNr. 309 APc auf Brief (600 Euro) und MiNr. 538 y postfrisch (800 Euro). Angereichert wird die Offerte mit vielen Einzel-, Mehrfach- und Mischfrankaturen Weimarer Republik/Drittes Reich, die aus der Auflösung einer Spezialsammlung stammen. Die Deutschen Auslandspostämter und Kolonien bringen Marokko MiNr. 7/15 II postfrisch (1100 Euro), Kamerun MiNr. 4 H auf Karte (8000 Euro) und Kiautschou MiNr. 18-27 auf Briefstücken (2000 Euro). Rund 100 Lose mit vielen seltenen Ausgaben finden sich unter den Besetzungen Zweiter Weltkrieg.

Der zweite Auktionstag steht im Zeichen der modernen deutschen Sammelgebiete (ca. 1700 Einzellose). Auf neue Besitzer warten die Lokalausgabe Etzdorf MiNr. 1-4 postfrisch (750 Euro) oder die Berlin-Zusammendrucke MiNr. W 1/SKZ 2B und W 17/SKZ 4 jeweils postfrisch (1000 bzw. 900 Euro). Die SBZ umfasst 500 Lose. Dabei wird eine Spezialsammlung Sächsische Schwärzungen meist der Stadt Chemnitz detailliert. Unter den 70 Positionen sind viele geschwärzte Bildpostkarten Hindenburg/ Hitler. Von der Auflösung einer Spezialsammlung FDC/DV/Wasserzeichen, besonders der Freimarkenausgaben, profitiert auch das DDR-Angebot, das aus 700 Losen besteht. Beispielhaft genannt seien die MiNr. 253 bb DZ4 postfrisch (500 Euro), MiNr. 255 auf FDC (650 Euro), MiNr. 256- 59 DV auf FDC (500 Euro), MiNr. 329 zYI gestempelt (600 Euro), MiNr. 330 zYI gestempelt (1100 Euro) und MiNr. 439 aIIgXI zweimal auf Brief (900 bzw. 800 Euro).

Der dritten Versteigerungstag beginnt mit ca. 200 Positionen Münzen/Medaillen. Mit dabei sind Anhalt-Dessau, Doppeltaler Leopold Friedrich, 1846 (500 Euro), die ersten fünf Gedenkmünzen der Bundesrepublik für 1000 Euro und Sowjetunion, 150 Rubel, Platin, dreimal zu je 500 Euro. Anschließend kommen fast 2000 Samm lungen, Posten und Auflösungsbestände unter den Hammer.

Internet: www.hadersbeck-auktionen.de

Preußische Nummernstempel zogen davon

Kirchlengern Ende Februar löste das Auktionshaus Pumpenmeier eine außergewöhnliche Sammlung mit preußischen Nummernstempeln auf Brief auf. Der Sonderkatalog umfasste gut 1000 Lose, die alle in Farbe abgebildet wurden. Während die Nummer 83 von Beek auf Brief mit der MiNr. 8 b mit 2200 (2400) Euro etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, zog die Nummer 175 von Brandenburg auf kleinformatigem Faltbrief mit der MiNr. 2 a von 1100 auf 1250 Euro davon. 550 (500) Euro kostete die Nummer 234 "Westercappeln" auf Paketbegleitbrief mit der MiNr. 3. Bei den kleinen und mittleren Losen gab es etliche nennenswerte Steigerungen, etwa von 300 auf 800 Euro für die sehr seltene Nummer 382 von Enger auf Faltbrief mit der MiNr. 2 a. Ein klarer Abschlag der Nummer 644 "Hörde" auf Briefvorderseite kletterte von 90 auf 155 Euro. 1400 (900) Euro bezahlte ein Bieter für eine Ganzsache mit Zusatzfrankatur als Auslagenbrief, dessen Markenfrankatur mit der Nummer 749 von Köpenick entwertet wurde. Heiß umkämpft war eine Faltbriefhülle mit einem Paar der MiNr. 1 und sauberem Nummernstempel 1066 "Nordkirchen", der schließlich für 2800 (900) Euro den Besitzer wechselte. Von 300 auf 1150 Euro sprang die Nummer 1278 "Russ" auf Brief. Ein Brief mit der Num mer 1845 "Hoerstel" war einem Liebhaber 1600 (1200) Euro wert.

Internet: www.pumpenmeier.de

Sowjetunion-Block bringt 105 000 Euro!

Düsseldorf

Von 2500 auf 14 000 Euro steigerte eine prachtvolle Garnitur mit 27 verschiedenen, ungezähnten Einzelabzügen der Romanow-Probedrucke bei Felzmann.

Die 132. Internationale Felzmann-Auktion (22. bis 26. Februar 2011) hatte neben hochwertiger Numismatik für alle Philate listen ganz Besonderes zu bieten: unter anderem ein großes Raritäten-Angebot aus Russland/Sowjetunion. Bei internationaler Beteiligung verbuchten die Lose herausragende Ergebnisse, vor allem der in der DBR 2/11 auf Seite 47 abgebildete Block, der bei einem Ausruf von 80 000 Euro einen Zuschlag in Höhe von 105 000 Euro erzielte. Der Käufer kann sich glücklich schätzen, denn es gibt weltweit wahrscheinlich nur drei Exemplare. Eine hohe Steigerung er reichte auch das Los 4257, Lewanewskij-Transpolarflug mit kopfstehendem Aufdruck, Feld 23 des einzig bekannten, kopfstehend überdruckten 25er-Bogens, das bei einem Ausruf in Höhe von 15 000 Euro für 42 000 Euro an den Meistbietenden ging.

Die gute Stimmung bei den Philatelisten war von Beginn an deutlich zu spüren. Das vielfältige Angebot sorgte an den drei Briefmarken-Auktionstagen für ein volles Haus. Nicht nur am Samstag, an dem traditionell die Sammlungen versteigert wurden, herrschte großer Andrang im eigenen Auktionssaal. Es waren für alle Beteiligten ereignisreiche Tage mit erfreulich hohem Kaufinteresse, wahren Bieterschlachten, äußerst hohen Zuschlagsergebnissen und internationalen Käufern.

Ein besonders gutes Ergebnis erzielte ebenfalls ein sehr seltenes Prachtstück der deutschen Philatelie. Für 23 000 (10 000) Euro ging die MiNr. 57 IIAb der Deutschen Post in Marokko in postfrischer Erhaltung in neue Hände. Diese Briefmarke war vermutlich noch nie zuvor auf einer Auktion angeboten worden; entsprechend hoch war das Interesse.

Auf großes Interesse stieß auch die Versteigerung der Lose aus der Volksrepublik China. Der Trend war bereits bei der letzten Auktion im Oktober 2010 deutlich zu spüren, wurde jetzt abermals übertroffen. Bei den Sammlungen stieg beispielsweise das Los 7793, eine vorwiegend postfrische Kollektion von 1949 bis 1999, von 5000 auf 20 000 Euro.

Die Interessenten nutzten die Angebote, die ihnen das Auktionshaus Felzmann seit vielen Jahren bietet: Sie reichten Gebote schriftlich ein oder boten als Telefonbieter. Gut aufgenommen wurde auch das erweiterte Angebot an Online-Abbildungen der Sammlungen und der Bereitstellung sämtlicher Fotoatteste, was die Informationsmöglichkeiten im Vorfeld verbesserte.

Das internationale Flair machte die 132. Felzmann-Auktion zu einem ganz besonderen Erlebnis. Am Tag der Sammlungsauktion mit über 1800 Positionen war der Auktionssaal voll besetzt. Anwesende Käufer, Kommissionäre und Telefonbieter waren ständig im Einsatz, unter den Nachlass posten wurde nahezu jedes Los beboten und gesteigert. Die starke Nachfrage nach gepflegten Sammlungen und Nachlässen war ungebrochen. Inhaltsreiche Briefposten erbrachten zudem Ergebnisse auf hohem Preisniveau.

Internet: www.felzmann.de

Altdeutsche Spitzenstücke

Hamburg

Startet bei Schwanke mit 5000 Euro: Einmalige 60-Kreuzer-Frankatur von Bayern.

Mit vielen Spitzenbelegen von Altdeutschland wartet die 329. Schwanke-Auktion am 15. und 16. April auf. Gleich mit einem einmaligen Stück beginnen die "bajuwarischen" Quadratausgaben: Ein Brief mit einem Sechserblock der MiNr. 5 und zusätzlich einer MiNr. 4 (mithin also einer Frankatur zu 60 Kreuzern = 1 Gulden!) von München nach Straßburg aus dem Jahre 1852 startet mit einem moderaten Ausruf von 5000 Euro und ziert zugleich den Titel des Auktionskataloges. Gleich 40 schöne Brief-Einzellose von Braunschweig sind außerdem hervorzuheben. Dazu gehören die MiNr. 14 A im waagerechten Dreierstreifen auf Brief von "Oker" nach Iserlohn (1000 Euro) und die MiNr. 17 im waagerechten Dreierstreifen auf Brief von Blankenburg (2500 Euro) - die ist die größte bekannte Streifeneinheit dieser Marke auf Brief und zierte bereits berühmte Vorgängersammlungen! Neben ca. 100 Losen von Hamburg und 80 Losen von Hannover ist ein wertvolles Angebot von Schleswig-Holstein zu nennen, u.a. mit MiNr. 1 (zweimal gestempelt, dabei ein tadelloses Exemplar mit einem Schätzpreis von 2000 Euro) und ein Zehnerblock vom Unterrand (teils postfrisch) mit einem Startpreis von 4000 Euro. Eine kleine postgeschichtliche Rarität ist ein Brief von Thurn & Taxis mit einer MiNr. 3 von "Stadthagen" nach Ha genburg vom 1. Januar 1857; das Porto von 1/2 Silbergroschen war ein Sonderporto für einen Brief bis 3 Meilen und nur kurze Zeit möglich (1000 Euro).

Allerfeinste Seltenheiten beinhaltet das Angebot Deutsches Reich, hier insbesondere die Brustschild-Abteilung. Zu er wähnen wären ein postfrischer Sechserblock der MiNr. 2 a vom rechten Bogenrand (10 000 Euro) und ein Viererblock der MiNr. 14 (dabei drei Werte postfrisch!) mit einem Startpreis von 7500 Euro. Daneben finden sich einige seltene Belege, so z.B. MiNr. 11 auf Auslandsbrief nach Frankreich und als Einzelfrankatur auf Paketkarte (je 500 Euro). Bei den großen Brustschilden sind zu nennen eine Einzelfrankatur der MiNr. 24 (2000 Euro) und ein Brief mit gleich drei Exemplaren der seltenen Farbnuance MiNr. 27 c (1000 Euro). Über 500 Positionen umfasst das "Deutsches Reich"-Angebot und lässt keine Wünsche offen, von guter Standard ware bis zu Flug- und Zeppelinpost sowie Zusammendrucken. Die nachfolgenden 200 Lose Deutsche Auslandspostämter und Kolonien bieten u.a. eine bemerkenswerte Abteilung Postgeschichte von Deutsch-Ostafrika und hier insbesondere die Weltkriegszeit und die nachfolgende Periode der Britischen Besetzung. Dabei soll die Ausgabe MiNr. 21-25 der Britischen Besetzung der Insel "Mafia" in ungebrauchter Erhaltung mindestens 2000 Euro einspielen. Die Deutschen Gebiete sind mit guten Werten "Danzig", "Abstimmungsgebiete" sowie "Saar" bestückt, auch die Ausgaben der Besetzungen des Zweiten Weltkrieges bieten Spitzenstücke. Ein ganz besonderes Los sind Propagandamarken für England "Liquidation of Empire" (MiNr. 9-14), die in Sechserstreifen angeboten werden und in dieser Form praktisch kaum einmal auf dem Auktionsparkett zu sehen sind (3000 Euro). Nachkriegsdeutschland umfasst 400 Positionen.

Nicht alltäglich ist sicherlich die Offerte von 25 Losen "Island-Ganzsachen" im Europa-Teil, hier nur ausgefallene Stücke von Probedrucken in verschiedenen Farben über verschiedene Drucktypen bis hin zu guten Auslandsdestinationen, z.B. in die USA und zurück (350 Euro). Italien, Österreich und die Schweiz mit einem "Rundum"-Angebot sowie einige gesuchte Abarten der Sowjetunion (dabei z.B. MiNr. 564 B postfrisch, 400 Euro) verdienen ebenso Erwähnung wie ein ungewöhnlich reichhaltiges Angebot der Türkei, das in diesem Fall zwar wenig Postgeschichte, dafür aber fast alles an seltenen Marken bringt, was das osmanische Reich bis 1940 zu bieten hat.

Ungewöhnlich ist eine Sammlung der Postgeschichte Vietnams im Übersee-Teil. Aufgeteilt in 21 Lose, bietet Schwanke insgesamt 1200 (!) Belege an, von der frühen französischen Militärpost ab 1883 über die Ausgaben Französisch-Indochinas, die Ausgaben Nord- und Südvietnams bis hin zur Wiedervereinigung. Besonders selten ist eine Positionen von 74 Stücken Auslandspost aus Nord-Vietnam nach Europa aus den Jahren 1955-61 (Schätzpreis 5000 Euro). Nur wenige Europäer waren zu der Zeit in Vietnam (meist Ingenieure aus Osteuropa, z.B. Ungarn, CSSR oder der DDR), und entsprechend gering war das Postaufkommen ins Ausland! Hochwertige Stücke finden sich weiterhin bei südamerikanischen Gebieten (namentlich Argentinien, Bolivien), bei China (u.a. eine Ganzsachenkarte aus dem Jahre 1898 mit Hongkong-Zusatzfrankatur und seltenem Stempel von "Swatow" für 1500 Euro), bei den Britischen Kolonien (z.B. die seltene Marke Ceylon MiNr. 4y gestempelt, 1500 Euro), bei Thailand mit guten frühen Aufdruckwerten sowie USA mit postgeschichtlich reizvollen Stücken u.a. der amerikanischen Militär- und Auslandspost.

250 Lose Philatelistische Literatur bieten mit einem Exemplar des berühmten "Sperati"-Werkes sicherlich ein Highlight (1000 Euro). Ein sehr rares Angebot zur "Olympia"-Philatelie stellt ein offizielles Gedenkblatt aus dem Jahre 1896 dar, das den kompletten ersten Olympiade-Satz Griechenlands, Mi-Nr. 96 bis 107 trägt und mit dem offiziellen französischen Komitee-Stempel entwertet wurde (5000 Euro). Ein reichhaltiger Sammlungs-Teil bildet den Abschluss.

Internet: www.schwanke-auktionen.de

Frühjahrs-Großauktion mit bemerkenswerten Resultaten

Bietigheim-Bissingen Gut und erfolgreich war die letzte Großauktion von Christoph Gärtner mit einem Gesamtumsatz von 7,35 Millionen Euro (vor Steuern, ohne Nachverkauf). Der gute internationale Ruf des Firmeninhabers bewog mehr als 700 Einlieferer, ihm ihre Ware anzuvertrauen. Der Umfang war so gewaltig, dass rund 25 000 Lose in sieben Katalogen präsentiert wurden. Neben zwei Spezialkatalogen Indien und Asien waren es die vier bekannten Standardkataloge und ein weiterer Band "Raritäten", der großen Anklang fand und für einen Umsatz von 2,5 Millionen Euro (vor Steuern) sorgte.

Steigerte von 7000 auf 12 000 Euro:  ungebrauchtes Prachtstück ohne Gummi der Deutschen Post in China MiNr. 13.

Die Marktlage insgesamt kann man als stabil bezeichnen, sofern man eben ein breit gefächertes Angebot aus aller Welt offeriert. Zwar zeigte sich einerseits der leichte, aber stetige Preisverfall von Standardware, vor allem für Marken aus Westeuropa, dem gegenüber steht aber der anhaltende Aufschwung in Asien (auch wenn Japan momentan ganz andere Sorgen hat). China gibt dabei nach wie vor den Ton an. Das Interesse an Marken und Philatelie aus Indien wächst aber fast noch schneller. Hier ist aber das Preisniveau noch relativ niedrig, wird sich in den nächsten Jahren aber mit Sicherheit nach oben hin entwickeln. Diesen Trend hatte Christoph Gärtner schon vor Jahren erwartet und sich als Asien- und Überseespezialist positioniert. Und so konnte er auch in dieser Auktion herrliche Sammlungen, Spitzenstücke und Weltraritäten aus aller Welt offerieren und diese zu teils phänomenalen Preisen versteigern. Die folgenden Beispiele zeigen einige wenige, aber bemerkenswerte Resultate.

Indiens 4 Anna von 1854 mit kopfstehendem Mittelstück ("Inverted Head") zählt sicher zu den Weltraritäten, und gleich zwei gebrauchte Exemplare wurden erstmals in einer Auktion versteigert. Die neuen Besitzer zahlten inklusive Aufgeld für das eine Exemplar ca. 166 000 Euro und für das zweite mehr als 140 000 Euro. Aber auch das "moderne", unabhängige Indien hielt Überraschungen parat. So löste eine "Rotes Kreuz"-Marke von 1963, bei der eben die Farbe Rot selbst fehlt und von der so nur ganz wenige Exemplare bekannt sind, ein wahres Bieterfeuerwerk aus, was zu einer Steigerung von 1500 auf 30 000 Euro führte (Katalogwert bei Stanley Gibbons: 5000 Pfund!). Als Beispiel für das hohe Preisniveau bei China sei nur ein kompletter Bogen der Mao-Marke zu 8 F. von 1968 genannt, der bei einem MICHEL-Wert von 2750 Euro mit 1500 Euro angesetzt und bis auf 18 000 Euro hochgesteigert wurde.

Allgemein werden international immer stärker Besonderheiten, Raritäten und philatelistisch-historisch aussagekräftige Belege gesucht. Ob es der früheste "Wells Fargo"- Brief, befördert mit Virginia City Pony Express, vom 17.VIII.1862 war (Zuschlag 11 000 Euro), der früheste frankierte Brief aus Belgien, der 1840 mit einer "Black Penny" teilbezahlt nach Guernsey lief (Zuschlag 12 000 Euro), oder ein Luxusbrief mit "Basler Taube" war, für den ein Bieter letztlich über 16 000 Euro inklusive Aufgeld zahlte.

Aus dem Bereich Deutschland sind einige besondere Stücke hervorzuheben. Dazu gehört einer der schönsten Briefe mit Bayerns "Schwarzem Einser" überhaupt, einem Bischofsbrief von 1849, der einem Sammler über 83 000 Euro inklusive Aufgeld wert war. Ein Briefpaar aus dem Postgebiet Thurn & Taxis, das 1866/67 nach Japan geschickt wurde, brachte 20 000 Euro. Für stolze 39000 Euro wurde ein Wertbegleitbrief von 1872 aus dem Deutschen Reich nach Chicago versteigert, der u.a. mit 72 Exemplaren der 5 Gr. (darunter ein 48er-Block) frankiert wurde. Für das "Vineta"-Provisorium auf FDC wurden 9200 (6000) Euro geboten.

Schließlich sei von den Einzellosen noch ein ganz besonderer autographischer Brief aufgeführt. Johann Wolfgang von Goethe schrieb ihn 1810 aus Carlsbad an die Baronesse von Eybenberg. Er kehrt nun für ca. 6000 in seine Heimatstadt Frankfurt zurück.

Die Sammlungen, Partien und ganze Nach lässe waren für die zahlreichen in- und ausländischen Händler, Sammler und Investoren von besonderem Interesse. Eine Vielzahl von Bieterduellen ließ sich beobachten. Im Besonderen galt dies z.B. für eine Sammlung China (1949-88), die bei einem Katalogwert von ca. 26000 Euro von 15000 bis auf 45 000 Euro kletterte. Auch der Bereich Thematik stieß immer wieder auf Interesse. Ganz ungewöhnlich war eine Ausstellungssammlung der "Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl", die einen Zuschlag 11000 Euro erlöste. Im besonderen Fokus stan den natürlich die Deutschland-Kollektionen. So war einem Bieter ein komplett belassener Deutschlandnachlass (MICHEL ca. 600000 Euro) mehr als 164000 Euro inklusive Aufgeld wert, und eine große Badensammlung wechselte für ca. 107000 Euro den Besitzer.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Auflösung einer Sammlung Volksrepublik China

Frankfurt am Main

Ein Schwerpunkt der 669. Weiser-Auktion am 16. April 2011 ist die Auflösung einer VR-China-Sammlung. Eines der interessantesten Stücke der Sammlung ist der auf Seite 57 abgebildete Brief mit dem Kunsthandwerk-Block (Block MiNr. 13). Als Aufgabe-Stempel trägt der Brief den roten deutsch-chinesischen Sonderstempel von der 2. Internationalen Briefmarken - Messe in Essen 1978. Der Brief ist vom chinesischen Postamt auf der Messe nach Bad Homburg gelaufen und wurde dort mit deutscher Frankatur versehen und als Nachsende-Beleg nach Bochum weitergeleitet. Ein postgeschichtlich interessanter, seltener und zugleich schöner Beleg der Volksrepublik China, der mit 500 Euro startet.

Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de

Schwerpunkt deutschsprachige Sammelgebiete

Singen Am 29. und 30. April 2011 findet die 86. Lenz-Auktion statt. Ganz im Süden Deutschlands mit der geographischen Nähe zu Schweiz und Österreich gelegen, spiegeln sich die deutschsprachigen Gebiete auch als Schwerpunkte im Auktionsangebot wider. Insgesamt kommen über 9700 Lose unter den Hammer, darunter 7200 Einzellose (Übersee 340, Europa 2960, davon Liechtenstein 170 Lose, Österreich 650 Lose und Schweiz 1250 Lose, und Deutschland 3900). Zu den Stärken zählen neben dem Markenteil auch das breite Angebot an Briefen mit Verwendungen, Frankaturen und Postgeschichte. Sammlungen, Posten, Nachlässe und Lots umfassen über 2100 Positionen. Der Münzenbereich enthält Einzelstücke und Lots mit Silber und Gold in über 300 Losen.

Im Übersee-Teil locken China Block MiNr. 10 postfrisch (700 Euro), China Block MiNr. 19 postfrisch (1000 Euro) und Mauritius MiNr. 3 III im vollbreitrandigen waagrechten Paar für 4000 Euro. Frankreich zeigt die MiNr. 3 im gestempelten Viererstreifen (850 Euro), Großbritannien die MiNr. 1 b, 1 Penny black, im vollrandigen waagerechten Paar (250 Euro). Liechtenstein wartet mit einem breiten Angebot mit u.a. Block MiNr. 1 postfrisch und gestempelt (je 800 Euro) auf. Österreich umfasst 650 Lose ab Vorphila mit Ortsstempel, Markenteil mit WIPA-Blocks postfrisch und gestempelt (ab 800 Euro) sowie viele Briefe mit Frankaturen. Die Schweiz beginnt ebenfalls ab der Vorphilatelie und enthält Stempel sowie einen Markenteil ab Altschweiz bis in die Moderne mit Frankaturen und vielem mehr. Hervorzuheben ist die MiNr. 110 mit Zusatzfrankatur auf portogerechtem Wertbrief nach Weingarten. Nur zwei Exemplare dieser Marke sind bisher auf Brief bekannt (1300 Euro). Neben den Blockausgaben in allen Erhaltungen wartet die MiNr. 213 yF für 1500 Euro auf einen neuen Liebhaber.

Zu den Spitzenstücken der deutschen Sammelgebiete gehört die unten abgebildete Baden MiNr. 3 a auf Brief, gestempelt "8" mit Nebenstempel "Baden 15 Mer (1852)". Laut Befund Stegmüller handelt es sich um die "früheste bekannte Verwen dung". Sie wird mit 1000 Euro ausgerufen. Bei Bayern fällt ein waagerechtes Paar der MiNr. 28 ZW X+Y mit 23 mm Zwischensteg, Marke links Wz. X und Marke rechts Wz. Y, auf. Die sehr seltene Kombination ist mit 950 Euro angesetzt. Das Deutsche Reich ist mit über 1000 Positionen sehr stark vertreten. Die MiNr. 24 auf Briefstück soll 1000 Euro bringen. Bei den Reichspostmarken ist eine MiNr. 66 Z gestempelt für 3200 Euro zu haben. Bei den Deutschen Kolonien finden sich einzelne Spitzenwerte, u.a. einer der "Anecho-Briefe" von Togo für 2000 Euro. Saarland weist das Hochwasserblockpaar auf echt gelaufenen Briefen mit Ersttagsstempel auf (2700 Euro). Es schließen sich ca. 130 gut sortierte Zeppelinpost-Lose an. Deutschland nach 1945 (über 1500 Lose) bringt viele Spitzenstücke aus Lokalausgaben, Alliierter Besetzung, SBZ, DDR, Berlin, Französischer Zone, Bizone und Bund.

Am Nachmittag des 2. Versteigerungstages kommen über 2100 Sammlungen und Posten sowie teils unberührte Nachlässe aller Gebiete in jeder Größenordnung zum Ausruf. Zum Ende der Auktion werden die Münzen (Einzelstücke sowie auch viel Goldund Silber-Münzen und auch Sammlungen und Posten) aus aller Welt und größtenteils aus Deutschland angeboten.

Internet: www.briefmarken.com

Unverhofft kommt oft:
Eine Brustschild-Rarität zum Geburtstag!

Ein Beitrag von Jan Billion Vor 20 Jahren veranstaltete Dr. Reinhard Fischer, zu dieser Zeit schon länger als Versandhändler im Geschäft, seine erste Briefmarkenauktion. Mit seiner 117. Versteigerung am 11. und 12. März feiert er nicht nur ein rundes Jubiläum, sondern kann mit einem Gesamtausruf von 1,85 Millionen Euro das mit Abstand größte Angebot der Firmengeschichte präsentieren. Unter den vielen Leckerbissen ragt eine neu entdeckte ungezähnte Brustschildmarke heraus.

Im MICHEL bisher unbekannt

Im Oktober 2009 bekam ein eifriger Philatelist von seinem Bruder zum Geburtstag eine urige Pelikan-Schreibbänder-Schachtel geschenkt, in der sich jedoch keine Schreibmaschinenbänder befanden, sondern alte Briefmarken. Der Kenner sah schnell, dass es sich um einen Bestand handelte, der offensichtlich seit Jahrzehnten vor sich hinschlummerte. Doch der Euphorie folgte zunächst die Ernüchterung. Die vielen hundert Briefmarken von Belgien bis Türkei, die sich sorgsam nach Gebieten getrennt in Kuverts befanden, waren durchweg kleine Wertstufen aus den gängigen Freimarkenserien um 1900 bis Anfang der 30er Jahre. Somit Briefmarken, die einem Philatelisten geläufig sind, und die man im Laufe der Jahre bis unter die Decke stapeln kann. Die ganze Hoffnung konzentrierte sich nun auf das Kuvert mit den Briefmarken des Deutschen Reiches. Als unser Sammler es ausschüttete, fielen neben einigen Germania-Marken auch Briefstücke mit Brustschilden zu 1 Groschen heraus, einer damals gewöhnlichen Frankatur. Die Brustschildmarken hatten ihn schon immer fasziniert, denn hier gibt es zahlreiche Plattenfehler, Zähnungsbesonderheiten wie ausgefallene Zähnungslöcher oder rauhe Zähnung, Prägefehler und Doppelprägungen, Schraubenkopfabdrücke, besondere Entwertungen einschließlich Ersttagsabstempelungen bis hin zu späten Verwendungsdaten aus 1875 zu entdecken.

Beim Studium der einzelnen Briefstücke blieb sein Auge an einer 1-Groschen-Marke hängen, die ganz offensichtlich ungezähnt geblieben war. Ein Blick durch die Standlupe zeigte einen allseits breiten, roten Markenrand, aber keine Zähnung. Der MICHEL-Deutschland-Spezial-Katalog wurde zu Rate gezogen, denn ungezähnte Brustschildmarken sind seit langem bekannt. Eine MiNr. 4 U fand sich allerdings in der Auflistung nicht. Dem Sammler kamen Zweifel, ob es sich nicht um einen aus ener Ganzsache ausgeschnittenen Wertstempel handelte, deren Verwendung als Frankatur damals erlaubt war. Ein Vergleich mit einem Ganzsachenumschlag 1 Groschen kleiner Brustschild zeigte aber, dass der Wertstempel nur winzig schmale rote Ränder hatte. Nun folgte eine genaue Untersuchung mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln (u.a. Schwarzlichtlampe), an deren Ende sich der Philatelist sicher war, dass keine Manipulation (abgeschnittene Zähnung) vorlag. Gewissheit brachte dann die Einschaltung von Verbandsprüfer Hansmichael Krug, der die Marke als echte MiNr. 4 U attestierte. "Die gekreuzte Federzug-Entwertung halte ich ebenfalls für echt", schrieb er in seinem Attest vom 29. Dezember 2009. "Die Marke klebt ursprünglich auf dem Briefstück, ist deutlich geprägt, allseits mit breiten Rändern und bis auf leichte Eckbüge in einwandfreier Erhaltung."

Hansmichael Krug waren von der 1 Groschen kleiner Brustschild bereits zwei weitere ungezähnte Exemplare bekannt. Eines auf Briefstück mit Rahmenstempel von Dresden stammt aus der Ferrari-Sammlung. Es wird im Kohl-Handbuch als anscheinend einwandfrei ungezähntes Stück beschrieben, dessen senkrechte Ränder geschnitten sind, während die waagerechten Reihen des Bogens zuerst gebrochen und dann gerissen wurden. Über den Verbleib dieses Exemplars ist nichts genaues bekannt. Eine weitere Ungezähnte vom unteren Bogenrand ist als Einzelfrankatur auf Faltbriefhülle von Coblenz nach Limburg/Lahn registriert. Sie ist ebenfalls im Kohl-Handbuch aufgeführt. Bei dieser Marke wurde der obere Bildrahmen abgeschnitten, und sie zeigt somit nur an drei Seiten breite rote Ränder. Der Brief wurde auf der 336. Köhler-Auktion im März 2009 in Wiesbaden bei einem Ausruf von 25 000 Euro mit 46 000 Euro zugeschlagen. Die Abart wird übrigens in den nächsten MICHEL-Spezial, der im Frühjahr erscheint, aufgenommen.

Aus dünnem Heft wurde stattlicher Katalog

Dr. Reinhard Fischer ruft das Briefstück mit dem 3. bekannten Exemplar der Brustschild-Rarität im Rahmen seiner Jubiläumsauktion mit vorsichtig geschätzten 10 000 Euro aus. Mit 20 Jahren, zu Beginn seines VWL-Studiums in Bonn, stieg der heutige 46-Jährige ins Briefmarkengeschäft ein. Leser der Fachzeitschriften lernten sein Unternehmen zunächst als Versandhaus mit einem sehr umfangreichen Angebot der anspruchsvollen Philatelie kennen. "20 Jahre ist es nun her, seit der erste Auktionskatalog fertig gestellt wurde. Es war damals eine aufregende Zeit", erinnert sich der Firmengründer, der immer noch in der Rechtsform des "eingetragenen Kaufmanns" (e.K.) firmiert und persönlich mit seinem ganzen Vermögen haftet. "Deutschland war gerade einmal ein paar Monate wiedervereinigt, Saddam Hussein hatte Kuwait besetzt, und der erste Golfkrieg stand unmittelbar bevor. Merkwürdigerweise machte uns damals aber am meisten Sorgen, dass die Deutsche Post - seinerzeit gerade erst mit der Deutschen Post der DDR vereinigt - erhebliche Probleme hatte und manche Kataloge erst wenige Tage vor der Auktion ankamen." Der erste Katalog - ein recht dünnes, aber farbiges "Heft" mit 2300 Losen - fand Anklang bei den Sammlern, und in den folgenden Jahren wurde das Auktionsgeschäft zum Wachstumsfaktor. 1998 begründete die Versteigerung der "Mannstaedt"-Sammlung den Ruf als eines der führenden Häuser für die Besetzungsausgaben des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 2000 folgte die Auflösung der Mayflower-I-Sammlung - der Sonderkatalog USA wurde zum Nachschlagewerk. Der Umzug in die ehemalige Berliner Landesvertretung in der Joachimstraße 7 im Jahr 2001 brachte nicht nur die dringend benötigten größeren Räumlichkeiten: Dr. Fischer "erbte" als Relikt des Kalten Krieges einen "fast atombombensicheren" Tresorraum im Keller, ideal für die Aufbewahrung der Auktionsware. 2007 war ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr. Sowohl die Mayflower-III-Sammlung (USA/Übersee) als auch die Generalsammlung Ernst Merk trugen zu einem Millionenumsatz bei. Mit wachsendem Erfolg wurde seitdem das Briefmarkenangebot mit Münzen ergänzt, die inzwischen zu einem Drittel des Umsatzes beitragen. 2010 war mit Abstand das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Mit der 112. Auktion im Mai 2010 konnte erstmals der Umsatz von 1 Million Euro in einer Auktion überschritten werden. 15 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von 3,8 Millionen Euro.

Schwerpunkte bei Kolonien und Besetzungsausgaben

Die Jubiläumsauktion im März umfasst über 10 300 Lose mit so manchem philatelistischen Leckerbissen. Im Bereich Altdeutschland wird eine nahezu komplette gestempelte Sammlung in überdurchschnittlicher Qualität aufgelöst. Dabei sind z.B. Baden MiNr. 17 b (1100 Euro), Bayern "Schwarzer Einser" MiNr. 1 IIa mit Plattenfehler auf Briefstück (1500 Euro) oder Sachsen MiNr. 1 a (3500 Euro). Deutsches Reich startet mit einer Brustschild-Spezialsammlung in 230 Losen. Neben der eingangs beschriebenen ungezähnten Brustschildmarke finden sich weitere Spitzenstücke wie die MiNr. 24 auf Briefstück mit teilweisem Prägeausfall (2000 Euro), MiNr. 23 b als Einzelfrankatur (1000 Euro) oder MiNr. 24 als Einzelfrankataur (2500 Euro). Die späteren Ausgaben einschließlich Farben und Typen dürften kaum Wünsche offen lassen. Hervorzuheben ist eine postfrische MiNr. 425 X für 2500 Euro. Beachtung verdienen auch zahlreiche Markenheftchen wie MH MiNr. 11.2 A (180 Euro) oder MH 18.1 (360 Euro).

Traditionell stark bei Dr. Fischer sind die Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, die mehr als 1400 Positionen umfassen. Durch die Auflösung einer postfrischen Sammlung kann diese bei den Kolonien begehrte Erhaltung reichlich geboten werden. Bessere Stempel, Briefe und Besonderheiten ergänzen die Offerte. Zu den Raritäten zählen die China MiNr. 3 Ia mit dem extrem seltenen, im Michel bisher nur gestempelt bewerteten Plattenfehler III (1000 Euro), Wanderstempel "AUS" violett auf "KUBUB" auf Feldpostkarte (nur insgesamt acht Belege bekannt, dies ist der einzige Feldpostbeleg - 3700 Euro), "Erste Flugpost/Deutsch-Südwestafrika" auf Flugpostkarte (3800 Euro), Kiautschou MiNr. 27 A postfrisch (1700 Euro) und Samoa MiNr. V48 d mit dem seltenen, als Entwerter verwendeten Rahmenstempel "BEZAHLT KAISERL: DEUTSCHE POSTAGENTUR APIA" (800 Euro). Beispielhaft seien aus den Nebengebieten genannt: Marienwerder MiNr. 21 IIb ungebraucht (1000 Euro), Danzig MiNr. 11 aDD postfrisch (700 Euro) und Portomarken MiNr. 18 Y und 20 X Infla-echt gestempelt (450 bzw. 400 Euro) sowie Saar "Sarre auf Bayern" MiNr. 18-31 postfrisch (1200 Euro), MiNr. 128-34 postfrisch (400 Euro) und MiNr. 134 "Braune Madonna" gestempelt (2000 Euro). Vom Sudetenland kann Dr. Fischer neben einem schönen Angebot Reichenberg-Maffersdorf eine überkomplette Sammlung Rumburg detaillieren. Ebenfalls hervorragend bestückt sind auch die Ausgaben der Deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg und die Feldpostausgaben: z. B. alle Legionärsmarken einschließlich Dänemark MiNr. I/III im Markenheftchen (1500 Euro), Schallburg MiNr. IV/V im Paar (1500 Euro), Litauen MiNr. 10-18 auf Briefstück (600 Euro), Montenegro MiNr. 19 ungebraucht (1100 Euro), Alexanderstadt MiNr. 9 postfrisch (5000 Euro), Zante Porto MiNr. 1-11 postfrisch (2000 Euro) Feldpost MiNr. 11 Aa postfrisch (1200 Euro) und MiNr. 14 I ungebraucht (Kuban-Päckchenmarke - 2000 Euro).

Die Ausgaben nach 1945 werden eröffnet mit einem exzellenten Angebot der Lokalausgaben, dabei Raritäten wie Löbau MiNr. 1 postfrisch (450 Euro) und Saulgau MiNr. XII/XXIV postfrisch (500 Euro). Von den Kontrollratsausgaben gibt es ein hervorragendes, nach Farben und Typen stark spezialisiertes Angebot, ebenso für die AM-Post-Ausgaben. Bund lockt mit Abarten wie MiNr. 137 Y postfrisch (1100 Euro) und 150 Z postfrisch (750 Euro). Highlights der SBZ und DDR sind die MiNr. 41 "Potschta" als Einzelfrankatur (1400 Euro) und die MiNr. 334 vbXI postfrisch (2000 Euro).

Europa - hier ist die Schweiz sehr umfangreich - und Übersee schließen sich an. Der Sammlungs-Teil umfasst 1776 Objekte, vom Nachlass bis zur Spezialsammlung, vieler Gebiete. 1419 Lose mit einem Gesamtausruf von knapp 350 000 Euro enthalten Münzen. Dabei gibt es ein hervorragendes Angebot Deutsches Reich und Staaten sowie Danzig und Kolonien. Spitzenstück ist ein 3-Mark-Stück, ausgegeben zur Goldhochzeit Ludwig des III von Bayern 1918. Wegen des Silbermangels im Ersten Weltkrieg wurden nur 130 Stück geprägt. Das bei Dr. Fischer angebotene Stück wurde von einer Urenkelin des Königs eingeliefert!

Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

Frühjahrsauktion bei Gärtner:
Aufstrebendes Indien und restliches Asien im Fokus!

Ein Beitrag von Jan Billion Gewaltige 24 000 Lose umfasst die 17. Gärtner-Auktion vom 7. bis 12. März 2011, die nicht nur durch Quantität, sondern auch durch Qualität und Vielfalt überzeugen. Mehr als 650 Einlieferern haben zu dem Mammut-Angebot beigetragen, das in sieben Katalogen präsentiert wird. Highlights sind die Auflösung einer einzigartigen Sammlung Indien und Indische Staaten (Spezialkatalog) und ein Sonderteil Asien (Spezialkatalog). Dazu gesellen sich ein spannendes Angebot an Einzelwerten und Sammlungen aus Übersee, Europa und Deutschland (vier Kataloge) sowie, nach der sehr guten Resonanz zum ersten Raritäten-Katalog (November 2010), ein zweiter Band mit erlesenen Seltenheiten aus aller Welt.

Gleich zwei Exemplare des indischen Kopfstehers

In ca. 1700 Losen wird am 7. März (auch als Live-Online-Auktion) die Vielfalt des aufstrebenden Sammelgebietes Indien & Indische Staaten präsentiert. Angefangen mit den drei Scinde Dawks von 1852 werden erstmals auch zwei Exemplare der wohl berühmtesten Indienmarke, der 4 Anna von 1854 mit kopfstehendem Mittelstück ("Inverted Head") angeboten. Ein kompletter Bogen der 2 Anna von 1854 fehlt ebenso wenig wie zwei Briefe mit "Singapur-Halbierungen" (4 Anna) von 1859 oder auch Essays, Proben, Einheiten und Belege aus späterer Zeit inklusive besonderen Stücken der Gandhi-Ausgabe von 1948.

Hervorzuheben ist außerdem die Sektion Indischer Feudalstaaten mit seltensten Marken und Belegen, Markenheftchen, Einheiten, Probedrucken und vielem mehr. Viele Stücke sind mit Attesten der BPA oder der exklusiven Spezialisten der ISAS (Indian States Expertizing Service) ausgestattet.

Am darauffolgenden Tag schließt sich eine Asien-Spezialauktion an, die die Bedeutung des Hauses Gärtner als Übersee- und insbesondere als Asienspezialist untermauert. Ob es frühe China-Belege mit "Drachen"-Ausgaben, ein Brief mit Hongkong-Frankatur lokal in Shanghai gebraucht oder ungebrauchte Spitzenwerte sowie Sammlungen aus dem Nahen und Fernen Osten sind, hier ist das Angebot, gerade auch von asiatischen Einlieferern, mit über 3000 Einzellosen besonders umfangreich.

Die Einzellose der Abteilungen "Übersee" und "Thematik" sollten in jedem Fall beachtet werden. Die 1800 Positionen Übersee zeigen die Vielfalt der internationalen Philatelie von Alt-Australien bis Amerika. USA lockt mit erlesenen Stücken wie der 15c von 1869 mit kopfstehendem Mittelstück, dem frühesten Wells-Fargo-Expressbrief mit Pony-Post Virginias (1862) oder Einheiten mit seltenen Plattennummern. Ebenso seltene Briefe finden sich mit Brasiliens Erstausgaben oder mit der Uruguay 60 C. von 1857.

Schon im Vorfeld gibt es großes Interesse an den etwa 700 Thematiklose, da etliche einzigartige Stücke zur Versteigerung kommen.

Der Europa-Teil umfasst ca. 2750 Lose. Vom kleinen, aber bezaubernden schweizerischen Hotelpostbrief bis zu Weltraritäten wie der unverausgabten Zeppelinmarke von San Marino 1933, von der momentan nur zwei Exemplare bekannt sind, oder der Dienstmarke zu 10 Shilling von Großbritannien (Stanley Gibbons O 25a), die in ungebrauchter Erhaltung angeboten wird. Aber auch viele philatelistisch bedeutende und äußerst attraktive Belege, wie etwa ein Brief aus Finnland mit Paar der 10 Kop. von 1856, wurden Christoph Gärtner für seine Auktion anvertraut.

Breite Palette zur deutschen Philatelie

Naturgemäß den umfangreichsten Teil der Versteigerungswoche bilden auch die fast 5000 Einzellose aus dem Bereich Deutschland, die ein wahres Feuerwerk aus allen Bereichen der Deutschland-Philatelie darstellen. Vom herrlichen Bischofsbrief aus Bayern mit dem "Schwarzen Einser", postfrischen Marken wie etwa der 2 ½ Gr. Brustschild (MiNr. 21 a) oder dem einzigartigen Infla-Beleg ("Hitler-Provisorium") mit 39 Exemplaren der 1 Mrd. auf 100 Mark violettpurpur (MiNr. 331 a) von 1923 nach Schweden bis hin zu modernen Seltenheiten wie dem "Verkehrsausstellungs-Block" von 1953 der Bundesrepublik reicht die Palette, die auch sehr spezialisierten Deutschlandsammler einiges bietet.

Die Numismatik aus aller Welt ist bei Christoph Gärtner nun fachkundiger und ausgedehnter zu finden. Und selbst besondere, autographische Briefe, wie etwa ein Brief Goethes 1810 aus Carlsbad, bereichern das vielfältige Angebot.

Rund 7000 Sammlungen, Posten, Lots und ganze Nachlässe aus der ganzen Welt stehen zur Besichtigung und zur Versteigerung bereit. Zum Verkauf stehen ganz großen Sammlungen wie die Kollektion autographischer Briefe französischer und europäischer Herrscher oder die wohl umfassendste Sammlung von UPU-Ministerbüchern ab Stockholm 1924 mit allen Raritäten von Taiwan, Transvaal oder Deutschland. Darüber hinaus suchen Spezialstudien zu einzelnen Ausgaben wie der polnischen Wodzy-Ausgabe 1944, kleine aber besondere Lots mit interessantem Material und auch das eine oder andere "Schatzkistchen" einen neuen Besitzer.

Das Angebot kann eingehend im Internet studiert oder in den großzügigen Büroräumlichkeiten in Bietigheim-Bissingen besichtigt werden. Auf der bevorstehenden Internationalen Briefmarken-Börse in München (3.-5. März) kann man außerdem persönlich Kontakt aufnehmen.

Internet: www.auktionen-gaertner.de

Bei China explodierten die Preise!

Leipzig Die 153. Leipziger Briefmarkenauktion Fortagne & Lipfert am 14. und 15. Januar wurde mit reger Beteiligung von Saal- und Fernbietern erfolgreich abgeschlossen. Über 3900 Lose standen zum Verkauf, davon ein Viertel Lots und Sammlungen. Die Leipziger erzielten eine gute Verkaufsquote mit teils erheblichen Steigerungen. So kletterte etwa ein Zeppelin-Doppelkatapultpostbrief zur Südamerikafahrt 1930 (Sieger 57M) von 380 auf 680 Euro. Eine seltene Ganzsachenkarte aus 1916 via Tauchboot in die USA erlöste 330 (120) Euro. Ein fürstlicher Wertbrief mit einer Mischfrankatur der MiNr. 13 und 19 (5) des Deutschen Reiches stieg von 500 auf 740 Euro. Die Einzelwerte aus dem Nothilfeblock, zentrisch in Bremen abgestempelt, kosteten 710 (350) Euro.

Für einen Paukenschlag bei Nachkriegsdeutschland sorgte eine geschwärzte 6-Pf-Hitlerganzsache, aufgegeben am 11. Juni 1945 in Dorfchemnitz über Freiberg, die von 20 auf 350 Euro davon zog. Eine ganze Reihe bemerkenswerter Zuschläge gab es für DDR, beispielsweise für ein ungefaltetes, ungebrauchtes Schmuckblatt-Telegramm für die Weltfestspiele (LX 5). Mit Gebot angesetzt, brachte es 301 Euro. 390 (150) Euro erzielte eine postfrische MiNr. 401 XII. Die MiNr. 517 YI, ebenfalls eine bessere Wasserzeichen-Type in postfrischer Erhaltung, kletterte von 180 auf 250 Euro. Die MiNr. 777 mit fehlender Farbe Dunkelorange konnte mit 620 Euro ihren Ansatz von 300 Euro mehr als verdoppeln. Auch modernes Material lief. Der Märchenkleinbogen XII von 1977 (MiNr. 2281-86), nicht durchgezähnt und postfrisch, ging für 500 (100) Euro in neue Hände. Bei 280 (70) Euro fiel der Hammer für das MH MiNr. 6 I/2 I, teils nicht durchgezähnt, in postfrischer Erhaltung.

Im Übersee-Teil explodierten die Preise für China. Der Satz MiNr. 100-105 gestempelt sprang von 200 auf 950 Euro. Block MiNr. 8 mit Sonderstempel schoss von 1000 auf 6100 Euro, Block MiNr. 9 mit Sonderstempel von 300 auf 1150 Euro. Ein Einschreibebrief aus 1880 von Singapur nach Leipzig steigerte von 100 auf 3700 Euro.

Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

Spitzenpreis für stummen Stempel von Tübingen

Potsdam

Wie das Potsdamer Philatelistische Büro meldete, war die letzte Versteigerung im Dezember 2010 die erfolgreichste der Firmengeschichte. Das belegen eine ganze Reihe eindrucksvoller Ergebnisse. Eine Steigerung von 2700 Prozent, von 100 auf 2700 Euro, erlebte ein Brief aus dem Jahre 1830, den ein Passagier auf der Überfahrt nach New York einem Lotsen vor Helgoland übergab, der ihn in Geestendorf zur Beförderung aufgab. Ein waagerechtes Paar der Lübeck MiNr. 4 auf einem Brief der 2. Gewichtsstufe stieg von 3000 auf 4100 Euro. Der extrem seltene blaue Zweikreisstempel von Ellenserdamm auf einem Brief mit der Oldenburg MiNr. 17 A wechselte für 2600 (500) Euro den Besitzer. 1900 (700)?Euro erzielte die Preußen MiNr. 7 bx in ungebrauchter Erhaltung. Mit 4000 (2000) Euro konnte ein ungebrauchter Viererblock der MiNr. 8 c seinen Ansatz verdoppeln. Herausragend im Altdeutschland-Teil war aber ein Württemberg-Brief mit dem stummen Vierringstempel von Tübingen als Entwerter auf der MiNr. 1 aI, der sensationelle 12 000 (1500) Euro einspielte.

In der deutschen Semi-Klassik begeisterten vor allem die Markenheftchen. So zog das MH MiNr. 18.4 postfrisch von 800 auf 1600 Euro, ein Pendantstück sogar von 800 auf 3100 Euro. Sehr gefragt waren postfrische Danziger Heftchen. 8800 (7000) Euro kostete die MiNr. 1 a. Das MH MiNr. 1 d sprang von 2000 auf 5600 Euro. Eine noch größere Steigerung wies das MH MiNr. 2 a auf, das von 700 auf 3400 Euro kletterte.

Bei Nachkriegsdeutschland fiel ein Nachnahmebrief vom 20. Juni 1945 von Dresden nach Pirna auf, der die Sächsischen Schwärzungen MiNr. AP 172 II und AP 174 II trägt und von 600 auf 1150 Euro kletterte. Auch bei Bund interessierten sich die Bieter für Markenheftchen, wie 2600 (1500) Euro für das MH MiNr. 5 baII postfrisch zeigten.

Eine gewaltige Steigerung von 50 auf 4900 Euro verbuchte eine Mischfrankatur China/ Französisch-China aus Shanghai nach Deutschland. Begehrt waren natürlich auch Marken der VR China. Beispielhaft genannt seien der postfrische Block MiNr. 8 für 11 000 (1500) Euro und der postfrische Fünferstreifen MiNr. 1020-1024 für 3800 (800) Euro.

Internet: www.potsdamer-phila-buero.de

35 Jahre Felzmann-Auktionen:
Neuentdeckungen und große Raritäten zum Jubiläum

Ein Beitrag von Jan Billion Die sowjetische Postverwaltung gab zur 1. Allunions-Briefmarkenausstellung am 5. Dezember 1932 zwei Sondermarken heraus, die zur dreifachen Nominale verkauft wurden, um die Veranstaltungskosten zu decken. Jeweils zwei Exemplare beider Werte wurden in einem ungezähnten Block ohne Gummi an geladene Gäste abgegeben. Aber es gibt noch eine Steigerung des ohnehin raren Blocks: ein Vorlagestück mit einem entsprechenden Randeindruck zum Bericht des Allrussischen-Zentral-Exekutiv-Komitees Nr. 16832 und daneben gesetzter Unterschrift!

Neuentdeckte Blockvarianten der SBZ

Diese Top-Rarität der russischen Philatelie kann Auktionator Ulrich Felzmann auf seiner Frühjahrsauktion vom 24. bis 26. Februar 2011 offerieren. Der Ausruf für dieses seltene Stück liegt bei 80 000 Euro. Der Block ist Bestandteil des ausgesprochen großen Raritäten-Angebotes von Russland/Sowjetunion, das zu den Schwerpunkten der 132. Felzmann-Auktion gehört. Mit 15 000 Euro ist eine der seltensten Luftpostmarken der Welt angesetzt, die Sowjetunion 1 P. auf 10 K Lewanewskij-Transpolarflug mit kopfstehendem Aufdruck, Feld 23 des einzig bekannten, kopfstehend überdruckten 25er-Bogens, ungebraucht in einwandfreier Pracht-Erhaltung. Eine ursprüngliche Gesamtauflage von nur 25 Exemplaren hat eine weitere sowjetische Luftpostmarke, die 5 R. Flugpost mit abweichender Schrifttype und breiter "5" in ungebrauchter Pracht-Erhaltung mit den charakteristischen Gummibügen, die alle Marken dieses extrem seltenen Wertes aufweisen 20 000 Euro. Dazu gesellen sich herausragende Stücke der Deutschland-Philatelie:

Im Bereich der Deutschen Kolonien ist eine Briefmarke zu haben, die noch nie auf einer Auktion zu sehen war. Es handelt sich um die Deutsche Post in Marokko MiNr. 57 II A b (Aufdruck in der extrem seltenen Farbe Dunkelzinnoberrot) in postfrischer Erhaltung. Dieses Stück stellt für den Postfrisch-Sammler der deutschen Kolonien ein Ausnahmestück dar und ist mit 10 000 Euro angesetzt.

Bei Deutschland nach 1945 wartet die SBZ mit außergewöhnlichen Block-Abarten auf. Felzmann ist es gelungen, zwei Block-Ausgaben in einer bisher nicht bekannten Ausführung präsentieren zu können. Einmal handelt es sich um den Block MiNr. 2 V III (auf grau gefasertem Papier) mit den deutlich verschobenen Klischees der Werte zu 4 und zu 20 Pfennig nach unten. Dieses tadellose postfrische Luxusstück ist das erste bekannt gewordene Exemplar dieser Art mit zwei verschobenen Marken. Eine Neuaufnahme in den Michel-Spezialkatalog ist vorgesehen. Der Ausruf beträgt 7500 Euro. Bei dem Block MiNr. 3 B wird eine bisher auch nicht bekannte Variante ungezähnt und ohne Blaudruck der 40-Pfennig-Wertstufe gezeigt. Dieses postfrische Prachtstück ist in dieser Form bisher nicht registriert (5300 Euro).

Beachtung verdienen im Deutschland-Teil außerdem die Auflösung einer Spezial-Sammlung Mecklenburg-Schwerin & -Strelitz und im Bereich Lokalausgaben 1945/46 die Forschungssammlung "Bad Nauheim" von Prof. Dr. Urban, die neben vielen seit Jahrzehnten nicht mehr angebotenen Seltenheiten sogar Unikate aufweist, die bis dato völlig unbekannt waren. Dazu gehört Bad Nauheim, Postverschlusszettel im waagerechten Dreierstreifen, mit leichten Antrennungen in der Zähnung aufgrund des sehr dünnen Papieres, wobei die beiden äußeren Zettel einen rotbraunen, der mittlere Zettel einen grauschwarzen Eindruck des Stadtwappens, Gebühr bezahlt sowie der Wertangabe zu 60 Pfennig zeigen. Das wahrscheinlich einmalige Stück (Abbildung unten) startet mit 1500 Euro.

Qualitätsabstempelungen aus Italien

Neben dem eingangs erwähnten großen Angebot von Russland und Sowjetunion sind auch die anderen europäischen Gebiete sowie Übersee umfassend vertreten. Auf Interesse werden auch die Briefmarken aus Italien stoßen. Die Stempelraritäten in exklusiver Qualität bieten beispielsweise die farbigen Abstempelungen "Loreo", "Piove" (je 4500 Euro), "S. Sofia", "Serracapriola" und "Sicilia" in praktisch nie gesehener Qualität. Die 132. Felzmann-Auktion bietet außerdem Briefmarken aus der Volksrepublik China mit zahlreichen aktuell besonders nachgefragten Ausgaben, u. a. Block MiNr. 9 "Pfingstrosen" gleich zweimal, Block MiNr. 10 sowie Kulturrevolution und dergleichen mehr in gut ausgebauten Sammlungen. Traditionell werden am Samstag (26. Februar 2011) im Rahmen der Sammlungsauktion Nachlässe und Posten versteigert, die aus über 300 Nachlässen und Privateinlieferungen stammen. Die Briefmarken-Auktion findet im eigenen Auktionssaal statt.

Internet: www.felzmann.de

Große Nachfrage nach Mühlradstempeln

Bamberg

Dieses literaturbekannte Orts-Einschreiben von München kletterte bei Peter Sem von 4000 auf 6600 Euro.

Die 31. Sem-Auktion am 18. Dezember 2010 begann zunächst mit erfreulichen Zuschlägen für den "Schwarzen Einser" von Bayern, dem Schwerpunkt der Versteigerung. Eine hübsche MiNr. 1 Ia brachte 1600 (1000) Euro, eine gute MiNr. 1 Ib 2250 (1500) Euro und eine ebenfalls ansprechende MiNr. 1 IIa 1350 (1200 Euro). Eine Mischfrankatur aus den MiNr. 2 Ib und 4II1 stieg von 2500 auf 2800 Euro. Zahlreiche Bieter kämpften um das Titellos, ein Orts-Einschreiben von München. Das literaturbekannte Stück war nach 25 Jahren wieder zu haben und fand schließlich für 6600 (4000) Euro einen neuen Liebhaber. Ein Luxusbrief mit der MiNr. 5 a nach Florenz (geteilte Franko-Abgeltung) sprang von 800 auf 2450 Euro. Eine außergewöhnliche Mehrfachfrankatur der MiNr. 12 - eine linke obere Bogenecke und zwei Seitenrandstücke - von Bamberg nach Marseille erzielte 1800 (1200) Euro. Eine bislang unbekannte Frankatur-Seltenheit, ein Nachnahme-Streifband mit den MiNr. 25 Ya und 28 Y, lief mit 1650 (1500) Euro ein. Zur Taxe von 2000 bzw. 4000 Euro wurden die beiden Dienstbriefe mit den MiNr. 60 bzw. 61 zugeschlagen.

Bei den Mühlradstempeln zeigte sich eine große Nachfrage nach besseren Briefen in guter Erhaltung. Die Nummer "67" Eglofsheim kletterte von 500 auf 780 Euro, die Nummer "461" von Schmalnau von 220 auf 490 Euro. Zum Spitzenreiter wurde ein aktenfrischer Kabinettbrief mit der Nummer "597" Illerzell, der von 900 auf beachtliche 5300 Euro davonzog!

Bei den wenigen Taxis-Losen brachten ein hübscher Paketbegleitbrief 1050 (700) Euro und eine Fremdverwendung auf Preußen 1250 (900) Euro. Farben und andere Varianten des Deutschen Reiches wurden hingegen kaum nachgefragt. Lediglich die postfrischen Zeppelinsätze verkauften sich gut.

Internet: www.peter-sem.de

Alte Braunschweig-Sammlung stand im Mittelpunkt

Braunschweig

Die 195. Pfankuch-Auktion begann mit der Auflösung einer alten Braunschweig-Sammlung, bei der großer Wert auf die Erhaltung der Marken und die Qualität der Abstempelungen gelegt wurde. Gleich das erste Los, eine seltene Kombination der MiNr. 1 und 2 zusammen auf Brief nach Berlin, stieg von 1500 auf 1880 Euro. Ein Paar der MiNr. 1 auf Briefstück mit Schnallenstempel "Holzminden" erlöste 800 (500) Euro. Eine Einzelfrankatur der MiNr. 5 auf Drucksache an die seltene Destination Oldenburg kostete 1180 (1100) Euro. Aus der Sammlung von Gaston Nehrlich stammte ein Kabinettbrief ab Wolfenbüttel mit den MiNr. 10 A, 11 A und 12 aA nach Paris, die von 4000 auf 5850 Euro kletterte (siehe Abbildung rechts). 2550 (2200) Euro brachte eine MiNr. 10 B auf Briefstück mit Stempel von Helmstedt. Eine seltene Verwendung der MiNr. 13 A als Ortsbriefporto wechselte für 3550 (3500) Euro den Besitzer. Mit 620 (300) Euro konnte eine Einzelfrankatur der MiNr. 20 von Helmstedt nach Altona ihren Ansatz mehr als verdoppeln.

Gefragt waren auch die gut 200 Zeppelinlose. Von 115 auf 290 Euro stieg eine Bildpostkarte "Kommando LZ 77" aus Namur vom 11. Februar 1916. Mit 2200 (2700) Euro lief ein Einschreiben zur 7. Südamerikafahrt 1934 ein, das mit dem Nothilfe-Block und weiteren Marken beklebt wurde.

Für gute Resultate sorgte Material der Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, insbesondere Feldpost von Deutsch-Südwestafrika. Hier kam eine Teilsammlung zur Auflösung, die u.a. Wanderstempel und auch die Stempel solcher Orte umfasste, die auf Feldpostsendungen kaum zu finden sind. 2250 (2500) Euro brachte die einzig bekannte Verwendung von "AUS" auf Stempel "Kubub 14/10.06" auf Feldpost. Von 400 auf 570 Euro sprang der Wanderstempel "Okowakuatjiwi" auf Feldpostkarte. 260 (120) Euro wurden für eine Feldpostkarte mit dem Stempel "Richthofen 13/12.07" geboten.

Sehr viel Potential hatten die über 300 Sammlungen und Partien aus zahlreichen in- und ausländischen Sammelgebieten.

Internet: www.karl-pfankuch.de

"Das hier ist so eine richtige Volksauktion"

Aachen Aix-Phila führte Ende November 2010 seine 47. Versteigerung durch - und alle kamen: Profis und Halbprofis, Anleger und Kommissionäre, Händler und auch Einlieferer, die miterleben wollten, was mit ihren Marken passierte. Dazu gesellten sich so viele "leibhaftige" Sammler, dass die große Aula des ehemaligen Einhard-Gymnasiums in Aachen aus allen Nähten platzte!

Schnappschuss im Auktionssaal von Aix-Phila in Aachen

"Sicher, das Angebot war nicht übel, aber eine blaue Mauritius kam nicht unter den Hammer, eine Lieschen-Müller-Spezialsammlung wurde nicht aufgelöst und auch das derzeit so populäre China war auch nicht übermäßig stark vertreten", berichtete Hinrich Osterloh. "Stattdessen gab es kleine und auch größere Raritäten aus allen Bereichen der Philatelie, saubere Standardware, viele Sammlungen und Posten, es gab Münzen und Medaillen, kurz alles, was das Sammlerherz begehrt. Und so wurde kräftig gestritten und gesteigert, z.B. auf Brustschilde des Deutschen Reiches: Eine zentrisch gestempelte 5 Groschen (MiNr. 6) landete bei 98 Euro (Ausruf 30 Euro, Michel 120 Euro), die MiNr. 17 b postfrisch kletterte von 140 auf 390 Euro, eine ebenfalls postfrische 7 Kreuzer von 30 auf 130 Euro - spektakuläre Steigerungen bei eher wenig spektakulären Marken! 250 Euro für einen Satz I.A.A. kann man nachvollziehen, handelte es sich immerhin um Bogenecken, aber auch hier waren es letztlich zwei Sammler, die sich bis zu dieser Summe empor kämpften."

Die Kauflust erfasste alle Bereiche. 1650 (1000) Euro für ein Bedarfsstück des "Hitlerprovisoriums" sind durchaus normal, 4400 Euro für einen gestempelten Nothilfeblock gibt der Markt im Moment her, Spitzenpreise für Zweiter Weltkrieg und Inselpost entsprechen dem Trend. Aber was die Macher von Aix-Phila überraschte, war ein fast vollständiger Verkauf der Standardware Bund/Berlin/DDR. "Das konnte bei der augenblicklichen Marktlage für diese Gebiete nicht unbedingt erwartet werden. Europa und Übersee - fast alles bei meist größeren Steigerungen zugeschlagen."

Turbulent ging es dann am zweiten Versteigerungstag zu. Obwohl der Auktionator auf's Tempo drückte und obwohl die aufwendige und kundenfreundliche Technik (Vernetzung aller Daten und zeitnahe Übermittlung aller Ergebnisse auf eine Großbildleinwand) reibungslos funktionierte, dauerte es gut zehn Stunden, ehe knapp 2000 Positionen ihre neuen Besitzer gefunden hatten. Nachlässe und Wunderkartons vervielfachten oft ihre Startpreise. Auch hier waren es wieder die Sammler, die um jede Positionen energisch kämpften und den Philatelie-Profis ein ums andere Mal das Nachsehen gaben. Eine Spezialsammlung Bosnien-Herzegowina schoss von 1500 auf 6400 Euro, eine Kollektion Türkei von 2000 auf 5600 Euro. Japan landete nach einem Startpreis von 1000 bei 4500 Euro, eine moderne Tiermotivsammlung bei 1950 (300) Euro. Eine Loseblattsammlung Altchina, die mit 250 Euro ins Rennen geschickt wurde, katapultierte sich auf unglaubliche 5000 Euro. Eher unbeliebte Philatelie-Produkte wie ETB´s wurden komplett zugeschlagen, Exoten wie Kiribati oder Togo teils spektakulär gesteigert, und eine kleine Sammlung Mandschukuo verzehnfachte den Preisansatz von 40 Euro.

Bei Aix-Phila passte alles zusammen: tolle Stimmung, Kauflaune, Emotionen und viele, viele Sammler. Ein niederländischer Teilnehmer brachte es zum Abschluss treffend auf den Punkt: "Das hier ist so eine richtige Volksauktion!"

Von den 4141 Losen wurden 3697 verkauft, was einer Quote von 89,3% entspricht. Der Gesamtzuschlag betrug 826 843 Euro (166% des Ausrufwertes).

Internet: www.aixphila.de