Dänemark in großer Vielfalt

Wie gut der Sammlungs-Teil besetzt, zeigen weitere Kollektionen, die zum Verkauf stehen. "Die Geschichte der Ballonfahrt", das Lebenswerk Dr. A. Schuberts, enthält eine große Zahl seltener, nicht-philatelistischer Objekte wie alte, originale Bilder, Handschriften, Ballonutensilien und andere Pretiosen (500 000 Euro). Eine große Sammlung "Brustschilde" des Deutschen Reiches, die sowohl das gesamte Spektrum der Einzelmarken mit Farben, Entwertungsarten, nachverwendeten Altdeutschland-Stempeln, Plattenfehlern (diese allein drei Bände) als auch die Verwendungen der Marken auf Karten und Briefen ausführlich und breitgefächert bearbeitet, geht mit 350 000 Euro ins Rennen. Unter Pakistan findet sich eine enorm umfangreiche Kollektion in 270 Alben (175 000 Euro), eine bedeutende, postfrische Sammlung SBZ ist mit Raritäten gespickt (110 000 Euro), eine Münzkollektion als Teil der "Ballon"-Sammlung Dr. Schuberts beginnt mit 90 000 Euro, und eine feine Sammlung VR China (1949-89), sowohl postfrisch als auch gestempelt, ist mit 70 000 Euro taxiert. Mindestens 30 000 Euro soll die alte, nun wieder aufgetauchte Spezialsammlung "Der violette Merkur" Österreichs, die Ignaz Dörfler Ende des 19. Jahrhunderts zusammentrug, bringen. Versteigert wird auch eine große Kollektion eines Sammlers aus Kanada, deren Schwerpunkte vor allem bei Flugpost, Hotelpost (je mit seltenen frühen "Marken"), Soldatenmarken, Vignetten und Fiskalmarken liegen.
Kopfsteher Neufundlands
Das Topstück unter den Einzellosen ist der einzig bekannte postfrische Viererblock der neufundländischen DO-X-Ausgabe von 1932 mit kopfstehendem Aufdruck (MiNr. 184 K), der einen Ausruf von 75 000 Euro hat. Sehr selten ist auch ein ungebrauchter "Hawaii-Missionar", eine 5 C. von 1851 (MiNr. 2), von der nur zwölf Stück bekannt sind (30 000 Euro). Mit 50 000 Euro startet die indische Dienstmarke GANDHI-Service zu 3½ Anna (Paar) und 1½ Anna auf Originalbrief des Gouverneurs von Indien 1949 (mit Schreiben und Antwort).
Auch Europa kann Raritäten bieten, etwa das einzige registrierte gestempelte Exemplar von Italiens 15 C. "Augusto violetto" aus dem Jahr 1938 ohne Überdruck für die Ägäischen Inseln (35 000 Euro). Eine Schweiz-Halbierung der Rayon II im Paar mit ganzer Marke auf Brief kostet 5000 Euro.
Beim Deutschen Reich fällt die nicht verausgabte 1 Reichsmark "Burg Rheinstein" im ungebrauchten Viererblock ins Auge (35 000 Euro).
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Reichhaltiges SBZ-Angebot

Der zweite Sonderkatalog zeigt ein reichhaltiges Angebot SBZ-Handstempel mit über 800 Einzellosen, durchgehend kompetent geprüft. Vertreten sind seltene Bezirke, interessante Frankaturen und vieles mehr.
Der dritte Sonderkatalog beinhaltet Einzellose von Berlin aus der Sammlung "Rosengarten". Hier finden sich viele schöne Frankaturen, ideal gestempelte Briefmarken der Anfangsjahre sowie Zusammendrucke. Mit dabei sind beispielsweise die 1 DM Rotaufdruck auf bedarfsmäßig verwendetem Ersttagsbrief oder 10 Pfennig und 20 Pfennig Währungsgeschädigte auf portogerechten Ersttagskarten.
Der Einzelloskatalog alle Welt bringt ein besonders umfangreiches und gehaltvolles Angebot mit vielen Seltenheiten. Hervorzuheben sind ein schöner Teil Übersee und Europa mit einer sehr gut besetzten Liechtenstein-Spezial-Abteilung. Die Schweiz wartet mit starker Klassik inklusive Doppelgenf auf Brief auf, des weiteren Pax-Serie auf Ersttagsbriefen und andere Besonderheiten. Die deutschen Sammelgebiete sind ebenfalls hochkarätig bestückt. Altdeutschland lockt mit einer guten Baden-Sektion. Ungewöhnlich reichhaltig zeigt sich das Deutsche Reich mit vielen seltenen Marken, Abarten und Frankaturen, dabei ein großes Spezialangebot Germania- und Inflationsausgaben. Auch die Deutschen Kolonien sind sehr umfangreich mit vielen seltenen Briefmarken, gesuchten Frankaturen und Abstempelungen vertreten. Nachkriegsdeutschland kann etliche Besonderheiten aufweisen, etwa Saar mit Künstlerblocks, Französische Zone mit seltenen Abarten wie z.B. fehlenden Blockmarken, Bund und Berlin ebenfalls mit vielen seltenen Abarten sowie Viererblocks der Anfangsjahre inklusive Posthorn.
Der fünfte Katalog enthält mit insgesamt über 3900 Losen ein umfangreiches Angebot Sammlungen, Posten und Nachlässe. Der Interessent wird auf eine Vielzahl reizvoller Angebote zu Ausrufpreisen zwischen 50 und 25 000 Euro stoßen. Zahlreiche Kollektionen von Deutschland suchen ein neues Zuhause, Europa ist mit hervorragenden Sammlungen wie z.B. einem schönen Russland-Objekt (7000 Euro) ausgestattet. Ein umfangreicher Nachlass Weltraum-Philatelie wird geschlossen für 25 000 Euro ausgerufen. Sowohl für Sammler als auch für Händler ergeben sich hier viele interessante Gelegenheiten.
Internet: www.gert-mueller-auktion.de
Nur Post ab Grönland
Charles Lindbergh war 1933 bereits ein weltberühmter Mann. Am 20. und 21. Mai 1927 war ihm in seiner einmotorigen Maschine "Spirit of St. Louis" die erste Alleinüberquerung des Atlantiks von New York nach Paris ohne Zwischenlandung geglückt. Er blieb der in jener Zeit abenteuerlichen Luftfahrt weiterhin verbunden und startete zusammen mit seiner Frau Anne einen Erkundungsflug im Auftrag der PAN AM, um eine Route im nordatlantischen Flugverkehr von New York nach Kopenhagen zu erkunden. Die Forschungsreise der beiden wohl berühmtesten Flugpioniere über den nördlichem Atlantik führte von Long Island über Kanada und Grönland weiter nach Island und über die Färöer Inseln schließlich nach Dänemark.
Post wurde während dieses historischen Erkundungsfluges lediglich von Grönland nach Island befördert. 39 Karten und acht Briefe wurden in Holstenborg aufgenommen, weitere drei Karten am 8. August 1933 in Godthaab. Am 15. August 1933 startete die "Tingmissartoq" von Lindbergh, eine Lockheed Sirius, aus Ammassalik zum Flug nach Island. Von dort wurde die Post per Schiff nach Kopenhagen gebracht und am 23. August abgestempelt. Die nun bei Felzmann angebotene Karte ist eine der drei in Godthaab aufgenommenen Belege. Sie trägt links die Signaturen beider Piloten, nebengesetzt die grönländischen Dienstsiegel. Die bedeutende Flugpost-Rarität, die eine 15-Öre-Marke mit Stempel Kopenhagen K vom 23. August 1933 zeigt und in die dänische Hauptstadt adressiert ist, startet mit 10 000 Euro.
Ausgefallene Belege zur Chicago-Fahrt 1933

- Dampfer BREMEN 9. Oktober 1933, USA Post, Brief mit 15 C. und 50 C. Zeppelin von Bord des Schiffes mit USA Seepost-Sonderstempel 5. Oktober 1933, Vorausflug nach Southampton, weiter nach Friedrichshafen als Zuleitung zum LZ 127 Graf Zeppelin zur Chicago-Fahrt 1933, auf der Etappe bis Recife befördert mit Ankunft 17. Oktober 1933 und adressiert nach New York. Ein sehr seltener, attraktiver und gut erhaltener Kombinations-Beleg; bei Graue/Leder nicht gelistete Variante.
- Chicago-Fahrt 1933, Etappe bis Rio, Einschreiben-Brief ab Vatikan 13. Oktober mit rückseitigen italienischen Marken zu 2 L und 5 L in attraktiver Zweiländer-Mischfrankatur, adressiert nach Santos. Eine sehr seltene Zuleitung (Longhi 823).
Neben der Chicago-Fahrt hat der Sammler Gottfried Opfermann auch die Fahrten nach Südamerika von 1930 bis 1933 ausstellungsmäßig gesammelt. Diese Kollektion präsentiert Felzmann gleichermaßen detailliert.
Internet: www.felzmann.de
Im Übersee-Teil fallen zwei postfrische Blockausgaben der VR China ins Auge: MiNr. 7 für 700 und MiNr. 12 für 1200 Euro. Unter Europa lockt eine Frankreich MiNr. 17 b im gestempelten Paar für 1100 Euro.
Unter Altdeutschland finden sich u.a. eine Baden MiNr. 1 a im gestempelten Dreierstreifen (650 Euro), ein Preußen-Oktogon mit Zusatzfrankatur (750 Euro) und eine Württemberg MiNr. 42 b gestempelt (800 Euro).
Das Deutsche Reich enthält etliche Besonderheiten wie z.B. die MiNr. 80 Ab ungebraucht (1800 Euro), die MiNr. 86 Id gestempelt (1200 Euro), die MiNr. 89 Iy POR postfrisch (1000 Euro), die MiNr. 244 c gestempelt (800 Euro), vier Exemplare der MiNr. 307 auf Bedarfskarte (2200 Euro), die MiNr. 309 AWF als postfrisches UR-Stück (1200 Euro), die MiNr. 425 X postfrisch (1500 Euro) und die MiNr. 538 Y (1200 Euro).

Der letzte Auktionstag beginnt mit einem reichhaltigen Münz-Programm, das u.a. 19 100-Euro-Goldmünzen von Deutschland aufweist. Hinzu kommt eine enorme Fülle an Sammlungen, Posten, Ansichtskarten, Auflösungsbeständen und vielem mehr.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.com
Zu den interessanten Ergebnissen gehören 900 Euro für eine Bayern MiNr. 1 IaIII trotz kleiner Mängel. Seltene Ausgaben der norddeutschen Gebiete wie u. a. Bergedorfs MiNr. 5 oder Helgolands seltener Fehldruck MiNr. 8 F jeweils gestempelt erzielten 1100 bzw. 1400 Euro. Die MiNr. 8 b wurde für 900 Euro verkauft. Die seltene MiNr. 4 von Mecklenburg-Schwerin ging für 620 Euro. Einen Zuschlag von 4100 Euro brachte die rare MiNr. 2 von Schleswig-Holstein.
Auch die Ausgaben der Auslandspostämter und Kolonien konnten mit exorbitanten Zuschlägen glänzen. So erzielte Chinas MiNr. 7 IB in postfrischer Erhaltung 800 Euro. Die 20 Pf Halbierung von Kamerun zog mit 5500 Euro durchs Ziel. Ein Longji-Provisorium auf Brief spielte 3300 Euro ein. Das seltene Aufdruckprovisorium MiNr. 7 Pv von den Karolinen erlöste 1250 Euro. Mit 1400 Euro wurde die seltene MiNr. 1 Ia der Marshall-Inseln in ungebrauchter Erhaltung zugeschlagen.
Danzig glänzte mit guten Ergebnissen für seltene Typen, Farben und Plattenfehler. Sehr starke Nachfrage herrschte bei den postfrischen Ausgaben des Memelgebietes, hier wurden Zuschläge zwischen 40 und 70 Prozent der Michel-Notierung erreicht. Die bereits erwähnte Serbien-Ganzsachen-Sammlung brachte zahlreiche, schon lange nicht mehr angebotene Seltenheiten wieder auf den Markt. Dadurch ergaben sich teils deutliche Steigerungen u. a. Serbien-Ganzsachen. Die MiNr. P 3 mit Zusatzfrankatur MiNr. 66/67 als Reco-Karte nach München stieg von 350 auf 920 Euro. Die Ganzsache MiNr. P 5 plus Zusatzfrankatur MiNr. 80 auf Reco-Eil-Karte kletterte von 450 auf 620 Euro.

Das starke Sammlungsangebot wurde ebenso gut aufgenommen. Hohe Zuschläge verbuchten ganze Nachlässe, beispielsweise eine Regalwand mit 8300 (6500) Euro oder eine Generalsammlung Deutsches Reich mit 4700 (2500) Euro. Beim Dritten Reich kostete eine postfrische/ungebrauchte Sammlung 2200 Euro, eine gestempelte, nach Hauptnummern komplette Berlin-Sammlung erzielte 1800 (1600) Euro.
Insgesamt hatte die Auktion einen Umsatz von 1,05 Millionen (inkl. Aufgeld).
Internet: www.reinhardfischerauktionen.de
Dokumente aus diesem Krieg gelangen in der 334. Schwanke-Auktion am 10. und 11. Februar 2012 zur Versteigerung. Augenzeugenberichte von Schlachten um Inkerman oder Alma finden sich ebenso wie gute Frankaturen und Stempel. Erwähnenswert ein Brief an Sir Charles Russell mit einem Glückwunschschreiben für seine Verdienste. Der Brief ist mit einer 6d.-Marke (MiNr. 5) frankiert - einer seltenen Frankatur aus dem Krimkrieg, von der nur ein halbes Dutzend bekannt geworden sind (450 Euro). Die "Illustrated London News" berichtet in ihrer Ausgabe vom 18. November 1854 vom Todesritt der Leichten Brigade in der Schlacht von Balaklawa; die bei Schwanke angebotene Titelseite trägt eine österreichische Zeitungsstempelmarke mit Ankunftsstempel von Linz (180 Euro). Berührend ist eine Korrespondenz von insgesamt zehn Briefen einer englischen Mutter an ihren Sohn, dabei ein Brief in das Lazarett von Balaklawa, dem als Glücksbringer und Schutzengel ein getrocknetes (Klee-)Blatt beiliegt (500 Euro). Zum Ende des Krieges 1856 erschienen in England Propaganda-Umschläge von Valentine unter dem Motto "The Past - The Future", die eine friedvolle, "blühende" Landschaft nach dem Kriegsende zeigen. Ein Ensemble von sechs Probedrucken und sechs Umschlägen in endgültiger Ausführungen soll 750 Euro einspielen.
Zur gleichen Zeit, als England und Frankreich von See aus auf die Krim vorrücken, besetzte die K.u.K.-Monarchie die Donaufürstentümer Moldau und Walachei. Bald übernahm man auch Postdienste für Zivilpersonen. Die Postanstalten blieben teilweise auch nach Beendigung des Krimkrieges bestehen und versahen ihren Dienst als österreichische Konsulatspostämter in der Levante. Einige dieser Stempel sind größte Raritäten, so z.B. von TEKUTSCH, einem kleinen Ort im Süden der Moldau, in dem nur gut 1200 Soldaten stationiert waren. Ein glasklarer Abschlag des Stempels auf einer Österreich-Marke 3 Kr Ausgabe 1850 soll 2000 Euro erzielen. Der seltenste Stempel der österreichischen Levantepostämter ist jedoch PIATRA. Nur ein einziger Abschlag aus der Konsulatspostperiode ist bekannt geworden. Er wurde erstmalig im Jahre 1938 erwähnt. Aus der Sammlung "Bailev" kommt das Stück nun bei Schwanke für 2500 Euro zum Ausruf.
Österreich ist wie immer im Katalog gut repräsentiert, von der Markenklassik bis zur Moderne. Ein "Gelber Merkur" (MiNr. 7) soll 3000 Euro, sein Bruder, ein "Rosa Merkur" (MiNr. 8), 4000 Euro einspielen.
Schweiz mit insbesondere den Strubel-Ausgaben sollte ein weiteres Highlight der Auktion sein. Allein über 220 Lose entfallen auf diese Ausgaben, von den frühesten bis zu den späten Drucken. Traumhafte Exemplare mit breiten Rändern (dabei ein riesenrandiges Paar der MiNr. 14 II A yo b aus der Bogenecke, 500 Euro), schöne Briefe nach Übersee (z.B. ein Brief in die USA mit MiNr. 13+14+18, 1000 Euro) oder Halbierungen. Spektakulär sind ein "Italien-Provisorium" aus dem Jahre 1862, eine Zeitung mit 1 ½ Exemplaren der 2 Rappen-Marke (MiNr. 19) von Lugano nach Cremona (1000 Euro) oder eine Diagonalhalbierung der MiNr. 14 zusammen mit ganzer Marke MiNr. 14 auf Briefstück. Es handelt sich um ein literaturbekanntes Stück, das schon die Sammlung von Maurice Burrus zierte (1000 Euro).
Im Deutschland-Teil fallen drei Altdeutschland-Angebote auf, die mit Fug und Recht das Attribut "Weltseltenheit" verdienen:
1. "Baden Landpost 12 Kreuzer" war schon vor 100 Jahren der Inbegriff des Wertvollen, wenn von altdeutschen Spitzenstücken die Rede war. Eine Wertbrief-Vorderseite von Baden nach Sinsheim mit einem in der Zähnung leicht fehlerhaften Exemplar des 12-Kreuzer-Wertes attestierte bereits im Jahre 1915 der große Baden-Kenner Carl Willadt als echt. Im Jahre 1928 wurde dieser Beleg auf der 54. Auktion von Heinrich Köhler zum Preis von 1150 Reichsmark verkauft; dieser Zuschlagspreis entsprach mit Sicherheit einer höheren Kaufkraft als der jetzige moderate Startpreis von 9000 Euro.
2. Völlig einwandfrei ist eine Halbierung des 12-Kreuzer-Wertes auf einem Nachnahmebrief von Säckingen. Dieses - wohl perfekteste - Stück einer 6-Kreuzer-Frankatur hat ebenfalls einen langen Stammbaum, den Schwanke bis zur Corinphila-Auktion aus dem Jahre 1927 zurückverfolgen kann (8000 Euro).

Aus einem großen Nachlass, den Schwanke bereits jetzt für das Jahr 2012 ankündigen kann, stammt ein Bogensatz der 1926er-Ausgabe "Berühmte Deutsche" (MiNr. 385-97) in völlig intakter postfrischer Luxusqualität. Der im MICHEL-Katalog notierte Wert von 110 000 Euro berücksichtigt überhaupt nicht die teils erheblichen Aufschläge für Platten-/Walzendrucke, Hausauftragsnummern etc., die von Spezialisten bewilligt werden. Deshalb dürfte der Startpreis von 24 000 Euro auch Steigerungspotential haben.
Insgesamt gelangen über 2400 Einzellose aus allen Bereichen der Philatelie (und Numismatik) zum Angebot. Erwähnung verdienen auch ca. 1600 Sammlungen, Posten oder ganze Nachlässe. Hier reicht die Bandbreite von vorzüglich ausgebauten Sammlungen deutscher Sammelgebiete bis hin zu über 260 Übersee-Sammlungen, dabei z.B. 15 Sammlungen China, aber auch viele ungewöhnliche und selten angebotene Objekte wie z.B. eine zweibändige Spezialsammlung von Nicaragua mit u.a. 200 Belegen (1800 Euro), eine Partie der "HPN-Aufdrucke" der Philippinen aus den Jahren 1868-74 (500 Euro) oder eine Sammlung Venezuela nur "Specimen"-Aufdrucke der American Bank Note-Ausgaben aus 1882-1955 (1000 Euro).
Das gesamte Auktionsangebot umfasst 4085 Positionen mit einem Schätzpreis von 1,1 Millionen Euro.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Den fast schon monumentalen Umfang solcher Gärtner-Auktionen verdeutlichen Zahlen aus den Jahren 2009 (Mai) bis November 2011. Bei einem Umsatz von fast 60 Millionen Euro wurden dabei knapp 200 000 Lose angeboten. Davon entfielen beinah 70% auf Übersee-Lose! Diese Zahl ist insofern interessant, weil sich darin auch der hohe Anteil ausländischer Kunden widerspiegelt, denn rund 54% der 33 102 Bieter stammen aus dem Ausland, wohin auch ca. 44% der Kataloge verschickt werden. Gerade bei den angebotenen Sammlungen erstrecken sich ca. 69 % auf Sammelgebiete von Europa und Übersee, so dass man durchaus sagen kann, dass das Auktionshaus hier eine Lücke mit vorhandener Nachfrage ausfüllt. Der dafür betriebene Aufwand, nahezu 300 000 Kataloge insgesamt zu den Auktionen des hier genannten Zeitraums versandt zu haben, dürfte auch eine logistische Leistung sein, sich aber auch in nennenswerten Produktions- uind besonders Versandkosten niederschlagen.
Dieses Mal sind es über 22.000 Lose mit außergewöhnlichen Einzellosen aus der ganzen Welt bis hin zu exquisiten Sammlungen und Nachlässen sowie einen besonderen Liquiditationsteil. Folgende Kataloge werden aufgelegt und sind bereits jetzt im Internet einzusehen:
Perlen der Hamburger Postgeschichte

Schwanke konnte noch ein weiteres Glanzstück der Hamburger Philatelie anbieten: die früheste bekannte Verwendung der geschnittenen 9-Schilling-Marke vom 19. Januar 1859! Der wundervolle Brief aus der berühmten "Berkefeld"-Korrespondenz, der sich u.a. in der Boker-Sammlung befand, erreichte seinen Zielort London am 21. Januar. Der Hammer fiel bei 11 000 (10 000) Euro.
Leider nicht ganz so leidenschaftlich zeigten die Interessenten manchmal bei Lübeck, obwohl die Stücke durchweg seit über 70 Jahren nicht mehr auf dem Markt waren. Ein außergewöhnliches Exemplar der MiNr. 1 mit Strichstempel sprang von 1500 auf 2700 Euro. Eine MiNr. 5 a mit Plattenfehler als Einzelfrankatur auf Brief, ein eindrucksvolles Unikat, wechselte für 3600 (2000) Euro den Besitzer. Von 1800 auf 3100 Euro stieg eine Einzelfrankatur der MiNr. 4. Mit einem Briefstück mit einem waagerechten Paar der MiNr. 6 und einer MiNr. 7 und der Verwendung zweier preußischer Freimarken auf einem Brief aus dem Stadtpostamt Lübeck blieben aber auch zwei Topstücke fürs erste liegen. Stark umkämpft war hingegen ein Preußen-Brief nach London mit den MiNr. 7 und 8. Sechs Gebote waren schon am Tisch; der Zuschlag erfolgte bei 1600 (500) Euro.
Tolle belgische Klassiker
Eine "irre" Destination lag beim Deutschen Reich auf dem Tablett: von Königslutter auf die Oster-Insel. Der Brief war in den Jahren 1902/03 17 Monate unterwegs, ehe er wieder in Deutschland eintraf, weil der Empfänger nicht zu ermitteln war. 300 (100) Euro für das eindrucksvolle Schaustück sind sicher gut angelegt. Begehrt waren auch Probedrucke aus dem Dritten Reich, besonders zu den Hitler-Freimarkenausgaben. Ein schwarzbrauner Einzelabzug auf ungummiertem, gelblichem Papier kletterte von 350 auf 600 Euro, ein rötlichbrauner Probedruck (siehe oben) von 350 auf 620 Euro.
Ganz "harmlos" schienen vier belgische Bogenecken der "DIX CENTS Médaillon" jeweils mit Jahreszahl zwischen 1854 und 1862 auf dem Bogenrand zu sein. Das Emsemble, dass offenbar viele Jahrzehnte nicht auf dem Markt war, hatte es aber in sich. Es startete mit 500 Euro, und nach den ersten Steigerungsstufen dachten viele, dass bald Schluss ist. Stattdessen entwickelte sich ein munteres Treiben, dem der Auktionshammer erst bei sensationellen 11 000 Euro ein Ende setzte!
Das Glanzstück der "Schwanke Specials" war eine der seltensten Marken Europas, ein österreichischer "Zinnoberroter Merkur" in gestempelter Erhaltung. Eine wundervolle Farbfrische und eine klare Entwertung zeichneten das bei Schwanke angebotene Stück aus, das letztmalig 1951 in London verkauft wurde. Mit 40 000 Euro angesetzt, entwickelte sich ein engagierter Bieterstreit, der bei respektablen 68 000 Euro aufhörte. 14 000 (10 000) Euro, dies sei als letztes herausragendes Ergebnis genannt, erzielte eine gestempelte "Doppelgenf" mit sauberer roter Rosette.
Internet: www.schwanke-auktionen.de

Erfolgreich verlief ebenso die Briefmarkenauktion von Einzel- und Sammellosen. Ob Objekte aus dem Bereich SBZ/DDR, Altdeutschland, Deutsches Reich, Feld- und Inselpost, Berlin, Bi-Zone, Danzig, Italien oder China - die Auktion hat gezeigt, dass das Interesse ununterbrochen groß ist. 9600 (9000) Euro kostete ein Exemplar des sogenannten Charleroi-Fehldrucks auf Paketkartenabschnitt. Die MiNr. 27 c postfrisch der SBZ brachte 8600 (8000) Euro. Für einen "Großen Innendienst" von Danzig auf leicht überfrankiertem Eilboten-Wertbrief wurden 8200 (8000) Euro bezahlt. Eine große Steigerung verbuchte ein Brief mit NDP-Frankatur und handschriftlichem Vermerk "pr str Nordsee" nach Helgoland mit nachträglicher Entwertung durch am Zielort ideal zentrisch und klar aufgebrachtem Ortsstempel HELIGOLAND SP 17 1869, der von 500 auf 2300 Euro sprang. Erwartungsgemäß füllte sich der Auktionssaal besonders gut am Tag der Sammlungsauktion.
Ulrich Felzmann schaut zufrieden auf das 35. Geschäftsjahr. "Wir haben drei Auktionen in diesem Jahr durchgeführt. Unsere Jubiläumsauktion im Februar, auf der wir die Münzkollektion 'Excelsior' und Objekte aus Russland erfolgreich versteigerten. Im Sommer dann die Auktion der französischen Marke 1 Fr lebhaft-vermillon, die zu einem Spitzenzuschlag den Besitzer wechselte. Und jetzt unsere Herbst-Auktion mit den Spezial-Auktionen. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Einlieferern, Bietern und Interessenten weltweit. Mein Dank gilt natürlich auch meinen Mitarbeitern."
Internet: www.felzmann.de
Rund 130 Lose aus den Bereichen Schiffspost und Feldpost/Kriegsgefangenenpost sowie 290 Positionen mit Motiven, Heimatphilatelie und Postgeschichte und ca. 200 Lose mit meist alten Ansichtskarten deutscher Gebiete schließen sich an. Material zur Zeitgeschichte, Fachliteratur und Autographen (u.a. Napoleon Bonaparte und Sven Hedin) ergänzen das philatelistische Angebot.
Mit einem ausführlichen Teil Brustschilde, Pfennig/Pfennige bis Krone/Adler, der auch Besonderheiten wie Farbvarianten und Plattenfehler enthält, präsentiert sich das Deutsche Reich.

Ein großes Spektrum bieten Europa und Übersee. Den Abschluss bilden 840 Lots und Engrosposten aller Sammelgebiete, ergänzt durch gehaltvolle Sammlungen.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

Einen vollen Auktionssaal erlebte der zweite Versteigerungstag, als beinahe 2000 Sammlungen und Partien unter den Hammer kamen und auch zum größten Teil bei teils beachtlichen Steigerungen zugeschlagen wurden. Eine Sammlung Kolonien verdoppelte den Schätzpreis von 2500 Euro, eine Kollektion Danzig stieg von 10 000 auf 14 000 Euro, ein Objekt Deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg von 3000 auf 6600 Euro und eine Frankreich-Sammlung von 3000 auf 5400 Euro.
Natürlich wurden auch kleinere Posten heiß umkämpft. So erzielten alte Ganzsachen aus Übersee 450 Euro nach 50 Euro Schätzpreis, und die 30 Euro für eine Briefpartie Japan hatten ebenfalls nicht lange Bestand: Hier fiel der Hammer erst bei 730 Euro.
Eine Mischung von kapitalkräftigen Anlegern, Sammlern und vor allem eine auffallend große internationale Beteiligung sorgte für ein hervorragendes Gesamtergebnis und zufriedene Gesichter bei Teilnehmern, Einlieferern und natürlich auch beim Veranstalter.
Internet: www.aixphila.de
Danzig - Stolp/Pom.-, Bahnpost Zug __, Danzig __, sehr seltener, für Gummistempel relativ klarer dreizeiliger Rahmenstempel auf Feldpostbrief mit kompletten Inhalt aus Neustadt, 11.11.1943, nach Braunschweig, vorderseitig Truppenstempel Waffen-SS, SS Unterführerschule Lauenburg/Pom., allererste Seltenheit der Danzig-Bahnpoststempel, im Handbuch nicht gelistet, in den letzten Jahren kaum angeboten;
1901, 14.10., SWAKOPMUND - WINDHOEK, ZUG 2, klarer Ovalstempel auf Bedarfs-Ganzsachenkarte aus Swakopmund-Ombnjohakane (?) nach Berlin, vorderseitig farbige Vignette (unten abgeschnitten) und Nummern-Zettel aufgeklebt;
Meissen Tr/Leutewitz, seltener Paketnummernzettel mit handschriftlichem Aufgabevermerk, 1917 auf Paketkarte mit 8 x 7 1/2 Pf Germania, teils Mängel, da überrandig geklebt, entwertet fünfmal mit MEISSEN-TR-LOMMATZSCH nach Hammerbrücke, sehr seltener Beleg für die Paketannahme der Schaffner-Bahnpost auf Nebenbahnen, Spurweite der Bahn nur 75 cm.
Des Weiteren kann Pumpenmeier ca. 100 Flug-, Ballon- und Zeppelin-Ansichtskarten offerieren. Daraus seien erwähnt:
1909, Internationale Luftschiffahrt Ausstellung Juli-Oktober in Frankfurt a. M., farbige AK Zeppeline über Frankfurt, Festhalle, vier Rundbilder und Ovalbild Graf Zeppelin und von Parseval, ungebraucht;
1908, Oktober, Berlin-Schmargendorf, Internationales Ballon-Wettfliegen, ungebrauchte AK mit neun Ballonen, u. a. COGNAC, NORTE etc.

Internet: www.pumpenmeier.de
Dieter Germann, der im Bereich der Olympia-Philatelie als ehemaliger Vorsitzender der IMOS international bekannt ist, hat diesen Grand Prix für seine Olympia-Sammlung 1996 anlässlich der Olympischen Spiele in Atlanta erhalten. Als besondere Ehrung hatte damals der IOC-Vorsitzende S.E. Juan Antonio Samaranch ihn zusammen mit seiner Gattin zu einem festlichen Essen eingeladen. "Das Essen war eine große Ehrung für uns und der Höhepunkt meiner philatelistischen Ausstellerkarriere überhaupt", äußerte Germann noch vor kurzem.
Der Ausruf der Olympia-Sammlung beträgt 45 000 Euro. Sie umfasst insgesamt 179 Blätter sowie die dazugehörigen Original-Ausstellerurkunden des Grand Prix, der Goldmedaille zur IBRA 1999, der Goldmedaille zur Olympia-Phila 1995 in Budapest, der Phila-Korea 1994 anlässlich der Olympischen Spiele und der Goldmedaille zur Olymphilex 1992 in Barcelona.
Internet: www.felzmann.de
Interessante Ergebnisse der Auktion sind u. a. Bayern Mi.-Nr. 1IaIII mit kl. Mängeln zu 900.- Euro. Seltene Ausgaben der norddeutschen Gebiete wie u. a. Bergedorfs Mi.-Nr. 5 in gestempelt erzielte 1.100, Helgolands seltener Fehldruck Mi.-Nr. 8F erzielte in gestempelter Erhaltung 1.400.- Euro. Mi.-Nr. 8b wurde für 900 Euro versteigert. Die seltene Mi.-Nr. 4 von Mecklenburg-Schwerin wurde für 620 verkauft. Einen Zuschlag von 4.100 Euro brachte die seltene Mi.-Nr. 2 von Schleswig-Holstein.
Auch die Ausgaben der Kolonien und Auslandspostämter konnten mit exorbitanten Zuschlägen glänzen, so erzielte Chinas Mi.-Nr. 7IB in postfrisch 800.- Euro. Die 20 Pfg Halbierung von Kamerun zog mit 5.500 Euro durchs Ziel. Ein Longji-Provisorium auf Brief erzielte 3.300.- Euro. Das seltene Aufdruckprovisorium Mi.-Nr. 7Pv von den Karolinen erzielte 1250 Euro. Die seltene Mi.-Nr. 1Ia der Marshall-Inseln erzielte in ungebrauchter Erhaltung 1.400 Euro. Danzig glänzte mit Zuschlägen für seltene Typen, Farben und Plattenfehler. Sehr starke Nachfrage herrschte bei den postfrischen Ausgaben des Memelgebietes, hier wurden Zuschläge zwischen 40-70 % vom Michelkatalog erzielt. Die bereits erwähnte Serbien-Ganzsachen-Sammlung brachte zahlreiche, schon lange nicht mehr angebotene Seltenheiten wieder auf den Markt, so ergaben sich teils deutliche Steigerungen u. a. Serbien Ganzsachen P3 mit Zusatzfrankatur Mi.-Nr. 66/67 als Reco-Karte nach München erzielte nach Ruf 350.- einen Zuschlag bei 920.- Euro. Die Ganzsache P5 + Zusatzfrankatur Mi.-Nr. 80 auf Reco-Eil-Karte erzielte nach Ruf. 450.- einen Zuschlag von 620.- Euro. Die Auflösung der Spezialsammlung "One Penny Black" war ein großer Erfolg 95 % aller Lose wurden mit teils erheblichen Steigerungen verkauft. Das Prunkstück der Sammlung die Mi.-Nr. 1 von Platte 11 auf Brief erzielte nach Ausruf von 3.000 Euro einen Zuschlag bei 4.500.- Euro.
Die Ausgaben der Volksrepublik China waren sehr gefragt, so brachte ein postfrisches Exemplar der Ausgabe "Jahr des Affen" 1.000 Euro ein 5er-Streifen derselben Ausgabe erzielte sogar 5.300.- obwohl eine Marke nicht einwandfrei war. Das starke Sammlungsangebot war ebenso gefragt, so erzielten ganze Nachlässe wie u. a. eine Regalwand hohe Zuschläge (Ausruf 6.500 Zuschlag 8.300), eine Deutsches Reich Generalsammlung erzielte nach Ausruf 2.500 einen Zuschlag bei 4.700 Euro. Beim III. Reich erzielte eine postfrische/ungebrauchte Sammlung 2.200.- Euro, eine gestempelte nach Hauptnummern kpl. Berlin-Sammlung erzielte nach Ausruf 1.600 einen Zuschlag bei 1.800.-. Insgesamt hatte die Auktion inkl. Aufgeld einen Umsatz von 1,05 Millionen. Alle genannten Zuschlagpreise sind Zuschlagspreise ohne Aufgeld und Mehrwertsteuer.
Internet: www.reinhardfischerauktionen.de

Breites Kaufinteresse
Das absolute Highlight der Auktion war zweifelsohne die einzigartige Paketkarte aus der Brustschildzeit, die, nebst einer 7 Kreuzer, mit 22 Exemplaren der 18 Kreuzer (großer Schild) frankiert und für ein 2 kg schweres Paket 1874 von Ettlingen nach St. Louis/USA verschickt wurde. Von den insgesamt verklebten 403 Kreuzern (oder 6 Gulden, 43 Kreuzer), darunter mit einem waagerechten Zwölferblock die größte bekannte Einheit der 18 Kreuzer, entfielen nur 18 Kreuzer für den inländischen Portoanteil! Diese Paketadresse, die zudem noch durch ihre frische, gute Erhaltung, die glasklaren Entwertungen und somit durch ihren hohen Grad an Attraktivität besticht, stammt aus der berühmten Boker-Sammlung und kann mit Fug und Recht als eines der bedeutendsten Stücke der Deutschland-Philatelie nach 1872 überhaupt bezeichnet werden. Sie war mit 150.000 Euro angesetzt. Zwei Bieter lieferten sich einen beherzten Kampf, der bei 200 000 Euro (238 000 Euro inkl. Aufgelder) endete.
Ebenso grandios ist die wohl weltweit bedeutungsvollste Sammlung der Flugpost Neufundlands, die "Peter Motson"-Kollektion, gespickt mit Raritäten und Unikaten, die zum letzten Mal in London 2010 zu sehen war und mit Großgold ausgezeichnet wurde. Sie konnte für 400.000 Euro zugeschlagen werden. Abbildungen der kompletten Sammlung können übrigens immer noch im Internet unter www.stampauctions.de bewundert werden.
Darüber hinaus gab es weitere bemerkenswerte Resultate.
Volksrepublik China: Ein gestempeltes Exemplar der 1968 nach wenigen Stunden zurückgezogenen Marke "Das ganze Land ist Rot" (Start 20.000 Euro, Ergebnis 58 310 Euro inkl. Aufgelder) oder eine umfangreiche, meist postfrische Sammlung 1949-1999, die von 30 000 auf 72 000 Euro gesteigert wurde, belegten das ungebrochene Interesse an diesem Gebiet.
Flugpost: Ein "De Pinedo"-Brief von Neufundland 1927 (nicht aus der Goldsammlung "Motson") steigerte von 5000 auf 7200 Euro, ein Zeppelinbrief aus 1932 mit einer Mischfrankatur Russland/Deutsches Reich 2 RM "Polarfahrt" von 300 auf 7400 Euro.
Thematik: Eine große, umfassende Ausstellungssammlung "Geschichte des Weinbaus" startete mit 25.000 Euro und brachte schließlich rund 33 440 Euro (inkl. Aufgeld). Eine große Kollektion "Weltraum" in 86 Alben kletterte von 8000 auf 17 000 Euro.
Island: Eine Ausstellungssammlung aus dem Zeitraum 1839 bis 1930 stieg von 15 000 auf 24 000 Euro.
Münzen: Eine 500-$-Silbermünze der Britischen Virgin Islands (Zuschlag 5000 Euro) oder die 12 Unzen-Goldmünze "Panda" der Volksrepublik Chinas von 1984 (Start 10 000 Euro, Ergebnis ca. 34 000 Euro inkl. Aufgelder) sorgten hier für Glanzlichter.
Starker Deutschland-Teil
Im starken Deutschland-Teil fanden u.a. eine Baden 1860 3 Kreuzer violettblau im ungebrauchten Viererblock (Zu schlag 20 000 Euro), eine Bayern 1849 6 Kreuzer (Typ I) ungebraucht (Ausruf und Zuschlag 25 000 Euro) und eine Württemberg 1921 40 Pf karminrot ungezähnt im gestempelten Paar und in Mischfrankatur auf Brief (Zuschlag 35 000 Euro) einen neuen Besitzer. Dazu gesellten sich viele weitere Besonderheiten bis hin zu einem ganz besonderen Markenheftchen der Bizone. Es handelte sich um ein Vorlagestück von 1945 (AM-Post) mit Aufdruck "Specimen", das für 16 000 (15 000) Euro zugeschlagen wurde.
Zum Abschluss stießen auch die kompletten Nachlässe auf großes Interesse. Ein großer Europa-Nachlass in 140 Alben sprang von 45 000 auf 69 000 Euro. Ebenso begehrt war eine Kollektion von rund 1000 Belegen aus der Sowjetischen Zone, die von 7000 auf 15 500 Euro davon zog. Ein Posten Münzen aus aller Welt - von kleinen indischen Goldmünzen bis hin zur Moderne - erreichte immerhin 32.000 (20.000) Euro.
Internet: www.auktionen-gaertner.de

Auflösung einer großartigen Altdeutschland-Sammlung
Im Jahr 1859 ist in Lübeck etwas passiert, was vielen Philatelisten Freude bereitet. Ein Fehldruck entstand durch die fehlerhafte Zusammenstellung des Drucksteins zur Freimarke 2 S. - versehentlich wurde auf zwei Feldern das Klischee der Marke zu 2 ½ S. (Feld 96/97) eingesetzt. Vor Druckbeginn wurde dies jedoch bemerkt, und in der Annahme, dass nur die vier Eckziffern die entscheidenden Merkmale zur Unterscheidung sind, diese herausradiert und von Hand nachgemalt. Der Text "zwei ein halb" im linken Schrift band blieb also bestehen. Da nur die Eckziffern berichtigt wurden, weist der Fehldruck ansonsten die Stecherzeichen und Echtheitsmerkmale der MiNr. 4 auf. Durch das freihändige Zeichnen der Wertziffern unterscheiden sich diese selbstverständlich voneinander und ebenso von denen der MiNr. 3. In gestempelter Erhaltung schon eine Kostbarkeit der Altdeutschland-Philate lie, ist diese Marke auf Brief eine ausgesprochene Rarität. Es sind nur sehr wenige Briefe mit diesem Fehldruck bekannt. Während der kommenden Fischer-Auktion kommt der oben abgebildete Brief - es ist der mit der frühesten bekannten Verwendung des Fehldrucks MiNr. 3 F - zum Aufruf. Es sind nur acht Briefe mit dem Fehldruck bekannt, einer gilt jedoch als fraglich. Bei diesem Brief des Fehldruckes handelt es sich um den einzigen mit Entwertung durch Tinte! Auf den legendären Boker-Auktionen wurden zwei Briefe für 150 000 DM bzw. 200 000 DM verkauft. Bei Dr. Fischer sucht der Fehlruck-Brief für 14 000 Euro einem neuen Lieb haber.
Er stammt aus einer großartigen Altdeutschland-Sammlung mit zahlreichen Seltenheiten, die nun aufgelöst wird. Nahezu alle Gebiete sind in den Hauptnummern komplett vorhanden. Bayern lockt alleine mit vier "Schwarzen Einsern". Eine der seltensten Marken der Altdeutschen Staaten, nämlich Bremens MiNr. 6 y gestempelt, wird ebenfalls angeboten (600 Euro). Hamburg begeistert mit zahlreichen Briefseltenheiten, so u. a. einer portorichtigen Mehrfachfrankatur der MiNr. 5 b (6000 Euro). Unter den Ausgaben von Hannover findet sich ein Postbetrugs brief (600 Euro). Helgoland umfasst zahlreiche Belege, darunter den seltenen Probedruck der MiNr. 19 (600 Euro). Oldenburg bietet ein gestempeltes Luxusstück der MiNr. 5 (1500 Euro). Preußen wartet mit der MiNr. 8 P im waagerechten Paar auf, einem seltenen Probedruck, der früher als MiNr. 7 b bekannt war und gehandelt wurde. Nach neuen Erkenntnissen handelt es sich jedoch um einen Probedruck aus der Sammlung von König Carol von Rumänien. Unter den Ausgaben der nord deutschen Staaten werden bei Schleswig-Holstein die MiNr. 1 und 2 je als Einzelfrankatur auf Brief ausgerufen (1800 bzw. 8000 Euro). Württemberg bietet beide Farben der 70 Kreuzer (500 bis 1500 Euro).
Ein weiterer Schwerpunkt sind die Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, die über 1500 Lose umfassen. Nahezu alle Werte sind postfrisch vertreten (bis hin zu kompletten Bogen), dazu gesellen sich Vorläuferausgaben und Stempellose. Bei China fallen u.a. beide Typen des Futschau-Provisoriums in postfrischer Erhaltung, PetschiliAusgaben sowie eine gestempelte 80 Pf "Handstempel" auf. Marokko enthält die unverausgabten MiNr. I/VI in postfrischer Erhaltung (900 Euro). Unter den Ausgaben der Deutschen Post in der Türkei stößt man u. a. auf die MiNr. I/V postfrisch (1100 Euro). Kiautschou bietet seltene Aufdrucktypen der MiNr. 1. Von Danzig kommen zahlreiche postfrische Ausgaben und Besonderheiten zum Ausruf, u. a. MiNr. A 124 Y in postfrischer Erhaltung (1900 Euro). Das Memelgebiet ist mit fast allen Ausgaben in der gefragten und seltenen postfrischen Erhaltung vertreten. Unter den Ausgaben des Saargebietes finden sich zahlreiche Aufdrucktypen, postfrische Ausgaben und einige Besonderheiten wie z. B. Druckdaten. Ein besonderer Schwerpunkt der 121. Auktion sind die Ausgaben "Deutsche Besetzung im Zweiten Weltkrieg". Über 50 Lose des beliebten Gebietes Sudetenland sowie zahlreiche Lose Mährisch-Ostrau warten auf neue Besitzer. Weiterhin wird eine Spezialsammlung Serbien-Ganzsachen mit fast 300 Positionen aufgelöst, wobei sich alle Ganzsachen in Frankatur bzw. Stempeln unterscheiden. Das stark differenzierte An gebot der Ausgaben "Deutschland nach 1945" zeigt Seltenheiten der Lokalausgaben, breit gefächerte Kontrollratsausgaben und so manche Abart und Besonderheit von DDR und Bund.
Im Europateil liegt das Hauptaugenmerk auf der Detaillierung einer Spezialsammlung "One Penny Black und One Penny Red". Dabei sind praktisch alle Platten (1a, 1b, 2-11) mit zahlreichen Kabinett- und Luxusstücken vertreten, so u.a. Platte 11 auf Brief - einer der schönsten bekannten Briefe dieser seltensten Platte (3000 Euro). Der Überseeteil glänzt mit einem exzellenten China-Angebot: Hier sind u. a. MiNr. 1594 "Jahr des Affen" für 700 Euro und ein postfrischer Jugendblock 1979 für 1400 Euro zu haben.
Die Auktion beginnt allerdings traditionell mit der Numismatik, die etwas mehr als 1600 Lose mit einem Gesamtausruf von 430 000 Euro umfasst und einige sehr interessante Exemplare aufweist. Dazu zählen unter anderem die 20-Mark-Prägung Preußen (J. 253) des Jahres 1915 (2000 Euro) und ein seltenes 100-Franken-Stück der Schweiz (4500 Euro).
Internet: www.reinhardfischerauktionen.de
Internet: www.arbeiterbriefmarken.de

Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de

Im Altdeutschland-Teil zog eine gestempelte Bayern MiNr. 1 IIa von 1000 auf 1250 Euro, ein oldenburgischer Ganzsachenausschnitt auf doppelt verwendetem Brief von 1000 auf 1200 Euro. Die im Vorbericht in der DBR 10/11 (Seite 59) gezeigte Brustschild-Mischfrankatur auf Wertpaketbegleitbrief spielte 1220 (1100) Euro ein. Von 1100 auf 1500 Euro kletterte ein postfrischer Satz "Chicagofahrt". 560 (350) Euro wurden für eine gestempelte MiNr. 513 Y geboten. Nicht minder begehrt waren eine MiNr. 553 auf Rentenkarte, die mit 540 Euro ihren Ansatz verdreifachen konnte, und der Zusammendruck MiNr. RL 13/14, der 1000 (600) Euro erlöste. Begehrt waren auch Besetzungsausgaben und Propagandafälschungen. Die MiNr. 6 K und 15 b von Sudetenland/Karlsbad jeweils auf Briefstück stiegen von 400 auf 830 bzw. 500 auf 830 Euro, eine Sammlung mit deutschen Fälschungen für Großbritannien von 1500 auf 2800 Euro.
Nachkriegsdeutschland verbuchte ebenfalls teils kräftige Steigerungen, etwa für die Lokalausgaben Niesky MiNr. 3 und 4 (3) auf Brief mit 500 (150) Euro. Bei der SBZ Thüringen fanden Zusammendrucke und Blocks Gefallen. Von 1400 auf 2850 Euro sprang die MiNr. 95 AXav SKZU (2) auf Brief. Auch DDR-Besonderheiten wurden mitgenommen. Die MiNr. 252 bI gestempelt kostete 620 (500) Euro, die MiNr. 329 zYI postfrisch 980 (800) Euro und die MiNr. 442 mXI gestempelt 580 (500) Euro. Sammlungen und Posten wurden oft bis zum Mehrfachen des Ausrufpreises gesteigert.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

Daneben werden zwei weitere interessante Objekte aufgelöst:
Horst Lüddicke "Frankaturen der Milliarden-Provisorien nach Oberpostdirektionen" - Die knapp 80 Lose zeigen zahlreiche bemerkenswerte Frankaturen, beispielsweise ein "Hitler-Provisorium" zusammen mit 27 weiteren Marken auf einem Fernbrief aus Dezember 1923. Der sogenannte Dezember-Brief ist mit 1500 Euro taxiert. Für eine Einzelfrankatur der MiNr. 336 AWb der OPD Erfurt auf Fernkarte werden 2000 Euro verlangt. Zu den herausragenden Inflamarken zählen eine gestempelte MiNr. 154 IIb/III für 5000 Euro und die MiNr. 319 Wb im gestempelten Viererblock für 1500 Euro.
John Leathes "Die Tauchbootpost 1916-1917" - Gut 90 Positionen dokumentieren eine bemerkenswerte Spanne dieser Postbeförderung mit dem Handels-U-Boot "Deutschland" während des Ersten Weltkrieges, die auch Destinationen einschließt. Spitzenstück ist eine Zuleitung aus Ungarn für 1200 Euro.
Daneben enthält die Versteigerung das übliche Spektrum von der Vorphilatelie bis zur Moderne, beginnend mit Transiten und grenzüberschreitender Post, der deutschen Klassik, bei der Belege mit Ovalstempel der Stader Stadtboten herausragen (je 2500 Euro), dem Deutschen Reich und Gebieten sowie den modernen deutschen Sammelgebieten ab der Lokalpost 1945. Beachtung verdient vor allem auch das starke SBZ-Angebot.
Internet: www.potsdamer-phila-buero.de

Gärtner ist auch die Luxus-Festschrift zum 125jährigen Jubiläum des Briefmarken-Club Hannovers (BCH) zu verdanken, denn diese wurde komplett vom Auktionshaus Gärtner in mindestens 800 Exemplaren gestaltet und produziert. Gärtner stellte die Festschrift dem Club zum freien Verkauf zur Verfügung. Ein wunderschönes 300-Seiten-Buch im Großformat, natürlich in Farbe und in ansprechender Hardcoverausführung. Ein nennenswertes Sponsoring, über das sich sicherlich nicht nur der BCH freut, sondern auch die Leser des Werkes, das sie dadurch preiswert für 35 Euro erwerben können.
Damit noch nicht genug: Auch eine Sonderausgabe eines Forschungsberichtes zum Clubjubiläum der ArGe Hannover und Braunschweig (120 Seiten, A4-Format) wurde vom Auktionshaus gleich mit produziert. Kontakt: Friedrich Nölke, Werner-von-Siemens-Str. 4, 30974 Wennigsen, Telefon: 0 51 03/81 05 Foto: Anatoli Karpow (links) im Gespräch mit Christoph Gärtner (rechts) und Chefredakteur Wolfgang Maassen. Foto: Dieter Germann
Neben Material aus Italien, das in solch einer Fülle und Qualität erstmals angeboten wurde und daher für das Unternehmen eine besondere Herausforderung darstellte, bot Auktionator und Geschäftsführer Ulrich Felzmann mit der "Forschungssammlung John und Michael Duggan" wieder eine Spezial-Auktion Zeppelin- und Flugpost an. Ulrich Felzmann kommentierte die gute Resonanz nach der Auktion mit den Worten: "Ich bin froh, dass ich die äußerst interessante und spezialisierte Sammlung von John Duggan, einem der großen Pioniere der Zeppelin-Forschung, in meinem Auktionshaus anbieten konnte. Die positive Entwicklung der Auktion hat mich sehr gefreut. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für diese tolle Spezial-Auktion". In besonderer Erinnerung geblieben ist sicherlich allen Auktionsteilnehmern die Versteigerung des Loses 426 (Island- und Polarfahrt 1931), das bei einem Ausruf von 3.000 Euro für 18.000 Euro zugeschlagen wurde. Es wurde unruhig im Saal, als sich die Bieter am Telefon immer mehr überboten. Bei 18.000 Euro musste sich ein Bieter jedoch geschlagen geben. Das Leid des einen ist die Freude des anderen - so könnte man die Situation gut beschrieben.
Die Aerophilatelisten hatten bei mehr als 1.700 Losen viele Gelegenheiten, Objekte aus der Sammlung von John Duggan und seinem Sohn Michael, der nach dem Tod seines Vaters die Sammlung weiterführte und komplettierte, zu ersteigern. Die Konkurrenz war jedoch hoch, immerhin kamen die Bieter der 134. Internationalen Auktion aus 16 verschiedenen Ländern, u.a. aus den USA, der Schweiz, Russland, Ukraine, China und den Niederlanden.
Erfolgreich verlief ebenso die Briefmarkenauktion von Einzel- und Sammellosen. Erwartungsgemäß füllte sich der Auktionssaal besonders gut am Tag der Sammlungsauktion. Ob Objekte aus dem Bereich SBZ/DDR, Altdeutschland, Deutsches Reich, Feld- und Inselpost, Berlin, Bi-Zone, Danzig, Italien oder China - die Auktion hat gezeigt, dass das Interesse ununterbrochen groß ist.
Ulrich Felzmann schaut zufrieden auf das 35. Geschäftsjahr zurück. "Wir haben drei Auktionen in diesem Jahr durchgeführt. Unsere Jubiläumsauktion im Februar, auf der wir die Münzkollektion "Excelsior" und Objekte aus Russland erfolgreich versteigerten. Im Sommer dann die Auktion der französischen Marke "1 Fr lebhaft-vermillon", die zu einem Spitzenzuschlag den Besitzer wechselte. Und jetzt unsere Herbst-Auktion mit den Spezial-Auktionen. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Einlieferern, Bietern und Interessenten weltweit. Mein Dank gilt natürlich auch meinen Mitarbeitern", so Ulrich Felzmann.

Die Briefmarkenauktion startet am Samstag, den 3. Dezember, gegen 13.00 Uhr im "Hotel Kanzler" mit der Auflösung einer großartigen Altdeutschlandsammlung mit zahlreichen Seltenheiten. Nahezu alle Gebiete sind in den Hauptnummern komplett vorhanden. So u. a. seltene Ausgaben von Baden, Bayern, Bremen, Hamburg, Lübeck, Mecklenburg, Oldenburg, Preußen, Sachsen und alle anderen Staaten.
Bayern lockt mit 4 "Schwarzen Einsern" - auch in ungebrauchter Erhaltung!. Im Angebot sind auch die Mi. 3F von Lübeck auf Brief (14.000), Sachsens Mi. 1 auf Streifband (4.500) ebenso wie zahlreiche andere seltene Stücke und einige hundert Brieflose der mittleren gesuchten Ausgaben. Eine der seltensten Marken der Altdeutschen Staaten, nämlich Bremens Mi. Nr. 6y gestempelt wird ebenfalls angeboten (600). Hamburg lockt mit zahlreichen Briefseltenheit so u. a. eine portorichtige MeF der Min.-Nr. 5b (6.000). Unter den Ausgaben des Staates Hannover findet sich ein Postbetrugsbrief (600), hierbei wurde eine bereits verwendete Marke erneut frankiert. Das entsprechende Entgelt strich der Postbeamte, der die Marke geschickt überstempelte, selbst ein. Ebenfalls im Angebot das so genannte "Leer-Provisorium" eine Mi. 13 mit überschriebener Wertziffer 3 welche durch 6 ersetzt wurde. Helgoland umfasst diesmal zahlreiche Belege und auch den seltenen Probedruck der Mi. 19 (600). Oldenburg bietet ein gestempeltes Luxusstück der Mi. 5 (1.500). Preußen beinhaltet mit der Mi. 8P im waagerechten Paar einen seltenen Probedruck, der früher als Mi. 7b bekannt war und gehandelt wurde. Nach neuen Erkenntnissen handelt es sich jedoch um einen Probedruck aus der Sammlung von König Carol von Rumänien. Das waagerechte Paar wurde damals für 25.000 DM angeboten. Unter den Ausgaben der Norddeutschen Staaten werden bei Schleswig-Holstein Mi. 1 und 2 je als EF auf Brief angeboten. (1.800 bzw. 8.000). Württemberg bietet beide Farben der 70 Kreuzer (500 - 1.500).
Unter den Ausgaben des Deutschen Reiches befinden sich Seltenheiten wie etwa 2 Kr. großer Schild gestempelt (1.000 bzw. 2.000), 18 Kr. großer Schild im waagerechten gestempelten Paar (2.600), sowie weitere Ausgaben und Farben wie etwa Mi. 118c gestempelt (500), aber auch seltene Marken wie Mi. 151 Y postfrisch (450). Eine seit Jahren nicht mehr angebotene Seltenheit der Weimarer Republik ist ebenso im Angebot. Dabei handelt es sich um Mi. 261 L in gestempelter Erhaltung (800). Ebenso sind zahlreiche Dienstmarken, Zusammendrucke und Markenheftchen mit einigen Raritäten dabei.
Unter den etwa 200 Losen "Flug- und Zeppelinpost" befinden sich zahlreiche selten angebotene Briefe mit etlichen Besonderheiten. Über 1.500 Lose umfasst das umfangreiche Angebot "Deutsche Kolonien und Auslandspostämter". Dabei wird eine fast komplette postfrische Sammlung aufgelöst. Außerdem sind zahlreiche Vorläuferausgaben und Stempellose sowie komplette Bögen im Angebot. So bietet China unter anderem beide Typen des Futschau-Provisorium in postfrischer Erhaltung. Petschili-Ausgaben, sowie eine gestempelte 80 Pf. "Handstempel" kommen ebenfalls zum Aufruf. Marokko bietet die unverausgabten Mi. I/VI in postfrischer Erhaltung (900). Unter den Ausgaben der Dt. Post Türkei findet sich u. a. I/V postfrisch (1.100). Kiautschou bietet seltene Aufdrucktypen der Mi. 1. Weiterhin sind zahlreiche Belege im Angebot.
Von Danzig kommen zahlreiche postfrische Ausgaben und Besonderheiten zum Aufruf, u. a. Mi. A124Y in postfrischer Erhaltung (1.900). Das Memelgebiet ist u.a. vertreten mit fast allen Ausgaben in der gefragten und seltenen postfrischen Erhaltung. Unter den Ausgaben des Saargebietes finden sich zahlreiche Aufdrucktypen, postfrische Ausgaben und einige Besonderheiten wie z. B. Druckdaten.
Ein besonderer Schwerpunkt der 121. Auktion sind die Ausgaben "Deutsche Besetzung im 2. Weltkrieg". So finden Interessenten dort zum Beispiel wieder über 50 Lose des beliebten Gebietes Sudetenland sowie zahlreiche Lose Mährisch-Ostrau. Auch alle anderen Gebiete sind selbstverständlich stark vertreten. Dabei auch einige seltene Ganzsachen wie Elwa P2 ungebraucht oder Alexanderstadt P1 und P2. Weiterhin wird eine Spezialsammlung Serbien Ganzsachen mit fast 300 Losen aufgelöst. Alle Ganzsachen unterscheiden sich in Frankatur bzw. Stempeln. Außerdem beinhaltet das Angebot seltene Typen, wie die Spitzenwerte der Portomarken Zara in Type III, die nur in einer Auflage von 40 Stück bekannt sind. Unter den Feldpostmarken stechen zahlreiche Raritäten wie Mi. 6 K postfrisch (850) hervor. Aber auch die Mi. 8A ist postfrisch (4000) und gestempelt als waagerechtes Paar (2.300) ist im Angebot, genauso wie die U-Boot-Hela-Marke in allen Farben. Auch eine postfrische Kuban-Päckchenmarke sucht einen neuen Interessenten (1.300). Zahlreiche Briefseltenheiten wie Mi. 3, 5a und 8A warten auf einen Käufer.
Das stark differenzierte Angebot der Ausgaben "Deutschland nach 1945" bietet Seltenheiten der Lokalausgaben wie Finsterwalde Block 2 F I gestempelt (650), Glauchau 30/42 postfrisch (1.800), Hamm 4/6 postfrisch (650), Herrnhut I/VI postfrisch (1.200), Meißen Block 1 gestempelt (600), und vieles mehr. Auch das breit gefächerte Angebot "Kontrollratsausgaben" dürfte auf viele Interessenten treffen. Zahlreiche Seltenheiten der SBZ werden versteigert, darunter 32yb postfrisch (700), 39yb postfrisch (1.500), 42/50E gestempelt (400), 43Ac gestempelt (1.100), 54b postfrisch (750) und gestempelt (3.500), 66Y postfrisch (1.400), 70Y gestempelt (4.800), 79Yb gestempelt (1.000) sowie alle Blockausgaben mit vielen Typen. Ebenfalls sind zahlreiche Varianten der Ausgabe "Maschinenaufdrucke" mit Seltenheiten im Angebot.
Unter den Ausgaben der DDR finden sich zahlreiche Wasserzeichen-Varianten und Abarten - ein Dorado für jeden Spezialsammler. Im Bereich Berlin besteht die Möglichkeit, gestempelte Luxussätze Schwarzaufdruck (630 bzw. 650) zu erwerben. Ebenso sind zahlreiche seltene Markenheftchen im Angebot dabei MH Nr. 1, Nr. 2 und 3b, um nur einige zu erwähnen. Wiederum sehr reichhaltig ist das Angebot Bizone. Auch der seltenere Block 1c ist in postfrischer Erhaltung im Angebot (200). Unter den angebotenen Ausgaben der Bundesrepublik finden sich zahlreiche seltene Abarten wie u. a. 80 Pfg Posthorn mit Wz. Y in postfrischer Erhaltung (1.100), 30 Pfg Ottomotor mit Wz. Z in postfrisch (750) und ebenso ein gestempelter Heuss Lumogen Satz (150). Ergänzt wird dieses interessante Angebot durch zahlreiche günstig angesetzte Standardausgaben und Markenheftchen sowie Zusammendrucke, auch Ganzsachen warten auf neue Liebhaber.
Im Europateil liegt der Schwerpunkt bei der Auflösung einer Spezialsammlung "One Penny Black und One Penny Red". Dabei sind die Platten 1a, 1b, 2 - 11 vertreten mit zahlreichen Kabinett- und Luxusstücken, so unter anderem Platte 11 auf Brief (3.000) - einer der schönsten bekannten Briefe dieser seltensten Platte.
Auch andere europäische Staaten kommen nicht zu kurz, so werden u. a. Jugoslawien mit Spezialitäten und auch Kroatien mit Seltenheiten angeboten. Des weiteren findet man auch Ausgaben von Frankreich, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz im aktuellen Katalog.
Der Überseeteil glänzt mit einem exzellenten China-Angebot; so werden u. a. Mi. 1594 "Jahr des Affen" (700) und ein postfrischer Jugendblock 1979 (1.400) versteigert. Auch ein umfangreicher Teil USA mit einem Spezialangebot der Rollenmarken kommt zum Aufruf.
Das Sammlungsangebot startet mit einem "Gebots"-Teil. Insgesamt 217 Lose werden auf diese Weise zum Startpreis von 10 Euro angeboten. Hintergrund ist, dass der Einlieferer keine Rücklose wünscht und dem Auktionshaus freie Hand bei der Gestaltung der Ausrufpreise gegeben wurde. Der Bestand enthält zahlreiche hochwertige Kollektionen. Weitere hochwertige Sammlungen und ganze Nachlässe sind ebenso im Angebot. Darunter Deutsche Besetzung II. Weltkrieg (4.500), Dt. Kolonien (4.500), Automaten-Marken-Spezialsammlung "ALLE WELT" (7.500), Deutschland-Nachlass (6.500), Deutschland-Nachlass (5.000), Europa-Nachlass (4.000), Altdeutschland (1.500), Schweiz (4.000), Rumänien (2.000). Zu guter Letzt warten etwa 250 Liquidations-Lose auf Käufer. Diese können, sofern kein anderer Bieter Interesse zeigt, bis zu 30 % unter dem Ausrufpreis zugeschlagen werden. Unter www.reinhardfischerauktionen.de kann das gesamte Angebot im Online-Katalog begutachtet werden. Dort sind alle Einzellose und Atteste abgebildet, ebenso wie Auszüge aus 233 interessanten Sammellosen.
Durch das freihändige Zeichnen der Wertziffern unterscheiden sich diese selbstverständlich voneinander und ebenso von denen der Mi. 3. In gestempelter Erhaltung schon eine Kostbarkeit der Altdeutschland-Philatelie, ist diese Marke auf Brief eine ausgesprochene Rarität. Es sind nur wenige Briefe mit diesem Fehldruck bekannt. Während der 121. Dr. Reinhard Fischer Auktion in Bonn, kommt ein solcher Brief, es ist der mit der frühesten bekannten Verwendung der Marke, zum Aufruf.
Bis heute sind nur acht Briefe mit diesem Fehldruck bekannt, einer gilt jedoch als fraglich. Bei diesem Brief des Fehldruckes handelt es sich um den einzigen mit Entwertung durch Tinte! Auf den legendären Boker-Auktionen wurden zwei Briefe zu 150 000 DM bzw. 200 000 DM verkauft. Dieses Stück startet mit 14 000 Euro die Suche nach einem neuen Liebhaber. Auf lange Sicht gesehen ist dies vermutlich eine einmalige Gelegenheit zum Erwerb dieses Schlüsselstückes der Lübeck-Philatelie!
Das BDB-Journal kann bei der Geschäftsstelle, Max-Plack-Str. 10, 31135 Hildesheim, angefordert werden.
Unter dem Motto "mit coolen Marken - voll auf Zack" startete das Auktionshaus Christoph Gärtner in Bietigheim-Bissingen am 30.03.2011 sein Projekt "Lust auf Briefmarken" und stiftete dafür über 16 Millionen Briefmarken mit einem Gewicht von über 18 T (aus der ganzen Welt) und einem Katalogwert von ca. 10 Millionen Euro.
Zielgruppe sind vor allem Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen und Vereine, die sich über die Projektwebsite www.lustaufbriefmarken.de für das Projekt anmelden können.
Sie erhalten daraufhin kostenlos ihr Starterpaket, das alles enthält, was zum Katalogisieren, Beschreiben und Sammeln nützlich ist. Auf Wunsch werden sie philatelistisch sowie pädagogisch-didaktisch von weiteren Projektpaten wie dem Deutschen Bund der Philatelisten (BdPh), der Deutschen Philatelisten-Jugend (DPHJ) und dem Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammler (LV Südwest) begleitet.
Über 2.000 Starterboxen mit durchschnittlich je 8.000 Briefmarken aus aller Welt zu Themen wie Tiere, Olympia, Fußball, Weltraumphilatelie mit Katalogen, Einsteckbüchern, Lupen und Pinzetten werden nach und nach gepackt und verschickt. Besonderer Dank gilt auch Anatoli Karpow, 18facher Schachweltmeister und selbst begeisterter Briefmarkensammler, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, sowie den Partnern, die das Projekt mit Sachspenden unterstützt haben. Vom Schwaneberger Verlag kamen 2.000 MICHEL-Kataloge, der Leuchtturm Verlag spendete Lupen, Pinzetten und Einsteckbücher, die deutsche Postphilatelie stiftete weiteres Zubehör und die DHL stellte die Packsets zur Verfügung.
Christoph Gärtner, der es sich nicht nehmen ließ, etliche Starterpakete persönlich an Schulen vorbeizubringen, ist begeistert, wie groß das Interesse der Schüler ist, die zuerst skeptisch gegenüber dem unbekannten Medium "Briefmarke" waren, wenn Sie sich ein wenig damit beschäftigen und gebannt zuhören, wenn er Ihnen davon erzählt, wie er als Schüler in den Pausen mit Briefmarken "gedealt" hat. Einige Schulklassen nahmen auch bereits die Einladung zum Gegenbesuch im Auktionshaus Gärtner an, besuchten die Fußball Briefmarken-Ausstellung im Kontext der diesjährigen Frauen-WM oder schauten hinter die Kulissen einer Auktion. Zahlreiche liebevoll gestaltete Dankesschreiben und Bilder von Projektgruppen gingen bereits als Feedback im Auktionshaus ein und belegen anschaulich, dass die Briefmarke ein lebendiges Kulturgut ist, das für reichlich Gesprächsstoff sorgt und als Nebeneffekt auch eine Fülle von Wissen vermittelt.
Christoph Gärtner und sein Team freuen sich sehr, dass sie auf der Messe in Sindelfingen das 1.000ste Starterpaket an die Erzieherin Martina Köhler für den Kindergarten St. Martin in Hambrücken überreichen durften. Das Projekt ist zeitlich nicht befristet und nach wie vor können Starter-pakete über die Projekt-Website angefordert werden.
Internet: www.heinrich-koehler.de

Vor den Briefmarken werden Münzen mit einer großen Menge an Gold und Silber versteigert.
Den traditionellen Höhepunkt der Auktion bilden mehr als 2000 Sammlungen, Posten und ganze Nachlässe mit Schätzpreisen, die bei 10 Euro beginnen und so auch manchem Sammler mit kleinem Geldbeutel große Chancen eröffnen. Zahlreiche Ländersammlungen starten allerdings erst im vierstelligen Bereich, eine Spezialsammlung Danzig gar erst bei 10 000 Euro. Das bemerkenswerteste Objekt, eine sechsbändige, mit etlichen Besonderheiten und Briefen gespickte Kollektion "Deutsche Lokalausgaben", startet mit 20 000 Euro. Eine Fülle Motivsammlungen - u.a. "Sport" in 80 Steckbüchern für 10 000 Euro - beschließt diese an unberührten Objekten dieses Mal besonders reich ausgestattete Auktion.
Internet: www.aixphila.de
Herausragende Sammlungen

Sehr bemerkenswert in dieser 20. Auktion ist der Anteil an herausragenden Sammlungen, die bei Christoph Gärtner unter den Hammer kommen werden. Ganz außergewöhnlich sind dabei mehrere Kollektionen von Belegen und Entwertungen aus Aden (Ausruf 600 000 Euro), Britisch Somaliland (80 000 Euro), Brunei (70 000 Euro), Irak (80 000 Euro), Transjordanien (50 000 Euro) und Palästina (100 000 Euro), die allesamt sehr umfangreich sind und mit frühen, sehr seltenen Briefen aufwarten.
Hervorzuheben sind außerdem herrliche Ausstellungssammlungen. So kann man eine prämierte Kollektion "Kap-Dreiecke" (natürlich mit "Holzschnitten" - Mindestgebot 50 000 Euro), eine Island-Sammlung (vor ca. 1930, 15 000 Euro) oder auch eine spezielle Studie der zweiten Ausgabe Neuseelands, der sogenannten "First Sidefaces", entdecken (12 000 Euro). Dazu gesellen sich große Kollektionen wie eine Thailand-Sammlung oder eine Sammlung Brustschilde (je 125 000 Euro). Sensationell ist der Archivfund mit Markenheftchen des Deutschen Reiches 1925-1936 je im Originalbündel zu zehn Heftchen (MICHEL über 420 000 Euro, Ausruf 130 000 Euro).
Frühester argentinischer Auslandsbrief

Hinzu kommen bedeutende postgeschichtliche Belege, etwa der früheste, frankierte Überseebrief aus Argentinien 1858 in die Schweiz (35 000 Euro), ein Quartett von Briefen 1840 aus Indien nach Großbritannien, die dort jeweils mit einer "Penny Black" frankiert weitergeleitet wurden (nur sehr wenige weitere Briefe bekannt, 35 000 Euro), ein einzigartiger Brief aus Latakia 1867 mit Mischfrankatur der geschnittenen Ausgabe der Russischen Levante mit Frankreich (Unikat, 50 000 Euro) sowie ein sensationeller, einzigartiger Brustschildbrief nach St. Louis/USA mit 22 Exemplaren der 18 Kr. großer Schild inklusive eines Zwölferblocks, der größten bekannten Einheit dieser Marke, der in Ettlingen 1874 aufgegeben wurde (ex Boker, 150 000 Euro).
Für Besucher der 29. Internationalen Briefmarken-Börse in Sindelfingen vom 27. bis 29. Oktober bietet die Firma Gärtner einen kostenlosen Shuttle Service an allen Messetagen zur Besichtigung der Lose in Bietigheim-Bissingen an.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Schwerpunkt auf Zeppelinpost 1930 bis 1933

Die hohe Bedeutung kannte auch John Duggan, der ein begeisterter Sammler war und nicht nur den Wert sah, sondern auch mit viel Liebe und großer Fachkenntnis seiner Leidenschaft nachging. Er gründete die Zeppelin Study Group und leitete diese bis zu seinem Tod. Er widmete sich der Zeppelin-Forschung, verfasste umfangreiche Schriften und galt international als einer der wichtigsten Zeppelin-Experten. Seine Sammlung an Zeppelinpost wuchs über die Jahre immer mehr, und die Sammlerwelt kann froh darüber sein, dass John Duggan seine Begeisterung zur Philatelie an seinen Sohn Michael weitergab. Michael Duggan führte die Forschungssammlung weiter und komplettierte sie. Die Schwerpunkte der Sammlung liegen bei der Polarfahrt 1931, aber auch die Nordlandfahrt spiegelt sich in ansprechenden Objekten wider. Außerdem waren John und Michael Duggan sehr interessiert an Zuleitungen von Afghanistan bis Vatikan. Die Anzahl der philatelistischen Besonderheiten war derart groß, dass sich das Auktionshaus Felzmann schnell entschloss, eine Spezial-Auktion zu veranstalten und einen Sonderkatalog aufzulegen.
Doch nicht nur die "Forschungssammlung John und Michael Duggan" wird auf der 134. Felzmann-Auktion aufgelöst. Auch Positionen aus vier weiteren Ausstellungssammlungen zählen zu den Schwerpunkten des Zeppelin-Spezial-Angebotes, das mehr als 1700 Positionen umfasst. Es sind vor allem Zeppelinbelege aus den Jahren 1930 bis 1933. Außerordentlich groß ist die Auswahl an Briefen, die zur Südamerika-, Polar- und Chicagofahrt befördert wurden.
Neuland mit Italien

Internet: www.felzmann.de
Für Sammler und Anleger

Natürlich steht eine Weltrarität wie der "Zinnoberrote Merkur" im Rampenlicht einer Auktion - aber viele andere Angebote der diesjährigen "Schwanke-Specials" verdienen ebenso Erwähnung.
Dazu gehört ein Investment-Bestand Deutsches Reich Flugpost- und Zeppelin-Ausgaben 1924-1934 in postfrischen Bogenteilen. Stets sind es doch die gesuchten Sätze Südamerika-, Polar- und Chicago-Fahrt, die in vielen Deutschland-Sammlungen fehlen, und in tadelloser postfrischer Qualität sind auch die Flugpostausgaben 1924, 1927 und 1934 gesucht. In dem von Schwanke offerierten Posten sind alle Flugpostausgaben je 80 mal und die Zeppelin-Ausgaben jeweils 30 mal vorhanden - alles in schalterfrischen Bogenteilen wie vor 80-90 Jahren auf der Post gekauft. In Zeiten von Schulden- und Währungskrisen ist diese Partie zugleich ein Investment in werthaltige deutsche Vorkriegsausgaben. Bei einem Katalogwert von 665 000 Euro ist dieser Bestand mit 190 000 Euro geschätzt.
Außerdem ist auch dieses Jahr wieder eine ganze Reihe deutscher und internationaler Raritäten zu haben. So beinhaltet z.B. Bayern einen vorzüglichen Dreierstreifen des Schwarzen Einsers (4000 Euro), Hannover eine Bogenecke der seltenen 3 Pf (MiNr. 20, 1200 Euro), und unter Lübeck finden sich etliche rare Stücke, darunter eine MiNr. 1 mit Rekordrändern (1500 Euro) oder eine MiNr. 2 mit zentrischem Stempel von "Travemünde" (siehe Abbildung oben, 2000 Euro). Diese erwähnten Stücke stammen übrigens aus dem Besitz des Baron von Scharfenberg, wurden sämtlich vor 1933 erworben und waren seitdem nicht mehr auf dem Markt erhältlich!

Internationale Philatelie ist neben dem eingangs erwähnten Österreich-Angebot mit vielen weiteren Stücken am Start: So soll eine einwandfreie "Doppelgenf" der Schweiz 10 000 Euro bringen, eines der schönsten Stücke der 15c. "Rivadavia" von Argentinien startet mit 3500 Euro, einige Raritäten der Condor-Ausgaben von Bolivien folgen, und ein Farbfehldruck von Kolumbien (MiNr. 21 F, siehe Abbildung) in Ausnahmequalität ist mit 2000 Euro angesetzt. Weitere schöne Angebote aus der chancenreichen Klassik Südamerikas, so von Brasilien, Peru oder Venezuela, hält der Katalog ebenfalls bereit. Hohe Werte des Britischen Empires bereichern den Übersee-Teil. Eine der Legenden der Philatelie ist die "Lady McLeod" von Trinidad, eine Marke, die noch vor den "Mauritius Post Office" erschien und von der nur knapp 40 Belege registriert sind. Die Marken wurden durch Federkreuze oder das Abreisen der oberen Markenecken entwertet. Ein solches Stück mit langem "Stammbaum" aus berühmten Sammlungen ziert die "Schwanke-Specials" - verlangt werden dafür mindestens 4000 Euro.
"Perlen" der Hamburger Postgeschichte
Ein von der Traditionsfirma Schwanke besonders gepflegtes Gebiet ist stets die Hamburger Post- und Stadtgeschichte. Erst kürzlich aufgetaucht ist der erste, mit einem Postwertzeichen frankierte Brief aus Hamburg. Er stammt aus dem Juni des Jahres 1840 und trägt eine "Penny black", also die erste Briefmarke der Welt. Ein Hamburger Kaufmann, der an seine Frau in England schrieb, übergab diesen Brief einem Kapitän, der ihn in England mit einem dieser neuartigen Postwertzeichen "freimachte". Die englische Post beförderte dann den Beleg an seine Destination. Fast 20 Jahre, bevor in Hamburg eigene Briefmarken erschienen, gibt es hier also einen frankierten Beleg, der den wahrlich fulminanten Beginn einer "Hamburg"-Sammlung darstellen könnte (10 000 Euro). Passend dazu wäre ein Brief vom 19. Januar 1859, das erste mit einer Hamburger Briefmarke frankierte Poststück! Er trägt eine 9 Schilling gelb und ist nach London adressiert, wo er ausweislich des Ankunftsstempels zwei Tage später ankam. Schwanke ist kein Beleg bekannt, der ein früheres Stempeldatum aufweist (10 000 Euro).
Der große Hamburger Brand des Jahres 1842 war von geradezu apokalyptischen Ausmaßen für die Stadt. Ein sehr großer Teil der Kontorhäuser und Speicher brannte damals ab. Das Unglück wurde zeitgenössisch dokumentiert in den Neuruppiner Bilderbögen, die ersten Photographien entstanden (ein paar Photoplatten existieren noch heute im Hamburger Staatsarchiv), und Hamburg bekam Hilfe aus ganz Europa und sogar aus den Vereinigten Staaten. Elias Warburg und Salamon Heine waren zu der Zeit zwei Hamburger Kaufleute und Bankiers, die große Vermögen spendeten und viel für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt taten. Beide Namen sind auch noch heute über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.
Zwei Poststücke zeugen von der damaligen Katastrophe: Elias Warburg schrieb an seine Geschäftspartner, die Gebrüder Rothschild in Paris, am 6. Mai 1842: "... dass unsere Stadt durch eine unerhörte Feuersbrunst heimgesucht worden ist" und im Postskriptum: "Die Post hat heute keine Briefe verteilt." Der von uns angebotene Brief wurde mangels anderer Möglichkeiten privat über die Elbe befördert und vom anderen Elbufer aus über das Taxis`sche Postsystem nach Paris befördert (500 Euro).
Ein weiterer Beleg aus dieser schwierigen Zeit ist eine Quittung der Unterstützungsbehörde über den Betrag von 50 000 Mark Banco, ausgestellt an Salamon Heine, dem Onkel des Dichters Heinrich Heine. Diese Summe war zu der Zeit ein unvorstellbar großes Vermögen (300 Euro).
Neben all diesen erwähnten Raritäten und postgeschichtlichen Leckerbissen halten die diesjährigen "Schwanke-Specials" aber auch wieder kleine Lots und Posten sowie Kuriosa bereit. Beispielsweise suchen zwei originale bayerische Posthörner aus den Jahren 1856 und 1866 neue Liebhaber (je 100 Euro). Erste Versuche von Mitarbeitern, auf diesen Instrumenten sinnvoll zu blasen, wurden dem Vernehmen nach von der Geschäftsleitung unterbunden.
Einige seltene Münzen finden sich ebenfalls im Angebot, darunter von Frankreich ein "Louisdor" aus dem Jahre 1790 (800 Euro) oder ein "Sun Yat Sen"-Silberdollar aus China aus dem Jahre 1932. Die Darstellung mit drei fliegenden Vögeln symbolisierte nach Meinung der chinesischen Regierung den japanischen Angriff auf China, und die Prägung wurde deshalb zurückgezogen (900 Euro). Etliche Lose werden zu Gunsten der Philatelistischen Bibliothek Hamburg versteigert. Hierbei handelt sich um Material, das von einigen engagieren Philatelisten im Laufe der letzten Monate zum Verkauf überstellt wurde. Andere Lose stammen aus Versicherungsschäden, z.B. vom Starkregen im Juni 2011 in Hamburg beeinträchtigte Ware, die nun um jeden Preis veräußert werden soll.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Sächsische Destinationen stark nachgefragt

Weitere herausragende Ergebnisse wurden auffällig häufig bei vollständig belassenen Sammlungen erzielt. So wurde eine Kollektion "Königreich Bayern" von 25 000 Euro Startpreis auf 125 000 Euro gesteigert; eine Sammlung "Königreich Sachsen" von 30 000 Euro auf 90 000 Euro. Eine Sammlung "Briefmarken und Briefe der Altdeutschen Staaten" kletterte von 100 000 auf 135 000 Euro.
Herausragende Ergebnisse verbuchten auch Briefe aus dem Königreich Sachsen adressiert in die ganze Welt. Zumeist Sammler aus Fernost und Amerika ersteigerten die seltenen Belege nach China, Java, Uruguay und Peru. Eine Fünf-Farben-Frankatur der Ausgabe Johann 1855 nach Canton in China gelaufen realisierte 42 840 Euro (inkl. Aufgeld). Eine Kombinationsfrankatur mit Wappenausgabe 1863 und englischer 1-Schilling-Marke über Alexandrien nach Shanghai gelaufen lag im Ergebnis über 38 000 Euro (inkl. Aufgeld). Von 3000 auf 21 000 Euro zog eine 17 Neugroschen-Johann-Frankatur nach Uruguay, einer der seltensten Auslandsbriefe dieser Ausgabe. Bemerkenswert auch etliche Lose aus dem Hauptkatalog, z.B. eine Marke des Deutschen Reiches von 1932 mit dem Werteindruck "Rdf" statt "Rpf" (Reichspfennig). Es handelt sich um eine der seltensten Abarten des Deutschen Reiches, von der kaum Einheiten bekannt sind. Dieses Stück war einem Liebhaber stolze 20 825 Euro (inkl. Aufgeld) wert.
Insgesamt wurde ein Ergebnis von fast 5 Millionen Euro (Auktionszuschlag plus Aufgeld, ohne Mehrwertsteuer) erzielt. Geschäftsführer Dieter Michelson erklärte das überaus erfreuliche Auktionsergebnis auch mit den Ereignissen an den Finanzmärkten der letzten Monate. Nachdem zahlreiche Anleger mit komplex strukturierten Kapitalanlagen erhebliche Verluste erlitten haben, wenden sie sich nun wieder Sachwerten mit zusätzlichen emotionalen Werten zu. Die Furcht vor zukünftiger Inflation im Euro-Raum verstärkt den Trend zur "Philatelie als konservatives Anlageobjekt mit Spaß-Faktor".
Internet: www.heinrich-koehler.de

Der Einzellosteil ist, wie in Bamberg üblich, vor allem mit Bayern und Thurn und Taxis gut bestückt. Rund 650 Lose warten auf Neubesitzer. Zahlreiche "Schwarze Einser" können in Spitzenerhaltung erworben werden, der vielleicht schönste Expressbrief mit MiNr. 5 (siehe Abbildung Vorseite) wartet auf Liebhaber, ein Ersttagsbrief der Sem-Nr. 9 startet mit 900 Euro und eine bildschöne Mischfrankatur der Sem-Nr. 13 b und 15 beginnt mit 2500 Euro. Nur selten werden gleich mehrere tadellose Exemplare der Sem-Nr. 26 Y gestempelt angeboten (ab 2200 Euro). Zahlreiche frankierte Wertbriefe der Kreuzerzeit warten auf Neubesitzer. Auch der Stempelteil (dabei Mühlradstempel "920") ist gut besetzt. Sachsen enthält einen "Roten Dreier" in Luxuserhaltung, Taxis ein Paar der MiNr. 4 mit Vierring-Versuchsstempel Schleiz, einen Eilbrief, seltene Frankaturen und bessere Stempel, darunter einen Dreierstreifen der MiNr. 36 mit Nummer "412". Schließlich beenden Lose des Deutschen Reiches die Versteigerung, darunter das seltene Markenheftchen 28.3 (MICHEL 7000 Euro), das mit 1000 Euro taxiert ist.
Internet: www.peter-sem.de
Am Samstag Nachmittag gelangte ein besonders umfangreiches Angebot Sammlungen, Partien und Nachlässe zur Versteigerung. Der große Auktionssaal war wiederum bis zum letzten Platz gefüllt, was ein Indiz für die Nachfrage war. Es wurden nach zahlreichen Bieterschlachten oft unglaubliche Preise erzielt.
Einige wenige beispielhafte Zuschlagpreise seien genannt: Sammlung Frankreich 13 000 Euro (Los 1, Ausruf 6000 Euro), Aboware Deutschland 1950er Jahre 6400 Euro (Los 2, Ausruf 3000 Euro), Sammlungen aus Dannstadt 12 000 Euro (Lose 3-3E, Ausruf 6500 Euro), Briefmarken aus Berlin 14 000 Euro (Lose 4-4H, Ausruf 6200 Euro), Motivsammlung Fische 4500 Euro (Los 77U, Ausruf 1500 Euro), Briefsammlungen Österreich 24 000 Euro (Lose 79-79A, Ausruf 20 000 Euro), Nachlass Europa in 87 Alben 19 500 Euro (Los 78M, Ausruf 18000 Euro) und Sammlungen SBZ Handstempel 20 500 Euro (Lose 88-88E, Ausruf 12 800 Euro). Insgesamt waren 471 Zuschläge im vier- und fünfstelligen Bereich zu verbuchen.
Das umfangreiche Angebot Münzen und Geldscheine wurde nahezu restlos verkauft und brachte einen Umsatz von über 650 000 Euro ohne Mehrwertsteuer (Schätzpreis 332 000 Euro). Dieses Ergebnis übertraf die Erwartungen bei weitem. Eine Vielzahl von Sammlern und Anlegern begutachteten oft tagelang das Angebot, mussten aber aufgrund der erzielten Spitzenpreise teilweise ohne Erfolg wieder abreisen. Neben Kollektionen alter Münzen waren insbesondere die Partien Gold- und Silbermünzen der modernen Ausgaben aus der DM- und Eurozeit besonders begehrt. So erzielte z.B. eine Einlieferung aus Bayern 15 700 Euro (Lose 5-5A, Ausruf 7000 Euro), Münzen aus Eggenstein 6600 Euro (Los 6, Ausruf 3000 Euro), Einlieferung aus Baden 41 000 Euro (Lose 10-10K, Ausruf 22 100 Euro), Sammlung Kaiserreich 17 500 (Los 11, Ausruf 10 000 Euro), Einlieferung aus Baden 17 400 Euro (Lose 14-14H, Ausruf 6600 Euro), Sammlung aus Karlsruhe 11 000 Euro (Los 16, Ausruf 7500 Euro) Goldmünzen Frankreich 39 500 Euro (Lose 19-19C, Ausruf 25 000 Euro), Münzen Deutschland und Österreich 15 800 Euro (Lose 50E-50F, Ausruf 7500 Euro), Münzen aus Walzbachtal 14 800 Euro (Lose 69-69B, Ausruf 9000 Euro), Münzen aus Neresheim 10 000 Euro (Los 70, Ausruf 5000 Euro), Münzen aus Karlsruhe 15 600 Euro (Lose 71A-71E, Ausruf 7000 Euro), Münzen aus Malsch 11 500 Euro (Los 73, Ausruf 5000 Euro), Münzen aus Württemberg 11 000 Euro (Ausruf 7000 Euro) und Sammlung Deutsch-Ostafrika 6000 Euro (Los 99A, Ausruf 3000 Euro).
Internet: www.gert-mueller-auktion.de

Zum Vergleich: Die MiNr. A 17 in ungebrauchter Erhaltung erzielte 2010 auf einer deutschen Auktion einen Zuschlag von 23 000 Euro. Bei dieser Marke handelt es sich nur um einen Probedruck, sie wurde nie am Postschalter ausgegeben!
Internet: www.nordphila.de

Das Vorlagestück des Kaisers Wu Tsung (1506-1521, vs. das kaiserliche Zeichen, rs. "Drache & Phönix", Durchmesser 51 mm, Gewicht 27,8 Gramm) aus der Sammlung R. Schlösser ist ein weiteres bemerkenswertes Stück. Es hat in der kurzen Regentschaft des Kaisers Wu Tsung keine offizielle Münz-Ausgabe gegeben, daher ist dieses Vorlagestück extrem selten. Schlösser, aus dessen Sammlung das Stück stammt, war ein bedeutender China-Numismatiker, der sich mit der Katalogisierung der Sammlung im Missions-Museum des Franziskaner-Klosters Dorste einen Namen gemacht hat. Der Ausruf beträgt ebenfalls 300 Euro.
Auch die moderne chinesische Numismatik ist vertreten, u.a. mit dem seltenen ersten Silber-Kilo-Panda von 1998 (Durchmesser 100 mm) im Original-Kästchen mit Umkarton und Zertifikat, der mit 2000 Euro startet.
Die Ausrufpreise sind eher symbolisch, so dass man auf die Ergebnisse gespannt sein darf.
Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de
Übersee zeigt eine mexikanische Eisenbahnmarke MiNr. 212 A gestempelt, mit einem Katalogwert von 14 000 Euro die seltenste dieses Gebietes. Der Startpreis beträgt 3500 Euro. Schweden bringt eine MiNr. 3 b gestempelt für 500 Euro, Griechenland die MiNr. 6, 7(2), 11 und 13 als Vierfarbenfrankatur für ebenfalls 500 Euro Ausruf.
Altdeutschland weist etliche Spitzen auf, z.B. Baden MiNr. 1 a im gestempelten Dreierstreifen (800 Euro), Bayern MiNr. 1 gestempelt (1000 bzw. 900 Euro) und Oldenburg MiNr. GAA 2, doppelt verwendet (Postkrieg), für 1000 Euro. Aus der Berliner Postgeschichte stammt ein Ra3 "BERLIN-OSTBAHNHOF" auf 1-Sgr-Ganzsache. Das Unikat ist mit 900 Euro angesetzt.

Der 2. Auktionstag ist den deutschen Sammelgebieten nach 1945 gewidmet (ca. 1700 Einzellose), dabei Sowjetische Zone Ostsachsen MiNr. 43 Ac auf Brief und auf Briefstück (je 900 Euro), Thüringen mit etlichen Weihnachts-Blocks in allen Erhaltungen bis hin zum Kleinbogen sowie Provinz Sachsen mit sehr seltenen Kehrdruck-Zusammendrucken je auf Brief (1100 bzw. 1400 Euro). DDR ist wieder sehr reichhaltig vertreten (800 Lose)!
Es folgen am 3. Auktionstag 200 Lose Münzen, Medaillen, Orden usw., dabei Münz-Sammlungen Weimarer Republik für 1100 Euro, Bund ab Germanisches Museum für 1200 Euro und DDR komplett für 1900 Euro. Im Anschluss werden tonnenweise Sammlungen, Lots, Briefbestände, Auflösungsposten etc. zur Versteigerung kommen.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.com

Viel Potential noch nicht ausgeschöpft!
Als kurze Einschätzung der Marktsituation lässt sich beobachten, dass die Trendgebiete Mittlerer Osten, Asien, auch Australien und das gesamte British Commonwealth sich nach wie vor großem Interesse erfreuen, mag auch im Moment einmal eine kurze Phase der Konsolidierung zu beobachten sein, was durchaus aber auch der Sommerzeit geschuldet sein kann. Die nächsten Monate werden hier Klarheit bringen. Dafür kann man durchaus positive Trends für andere Gebiete wie etwa Mittel- und Südamerika konstatieren. Besonders augenfällig war der überraschend starke (auch preisliche) Aufschwung für Deutschland-Belege. Mancher Altdeutschland-Brief erfuhr im Vergleich zu den Vorjahren erhebliche Steigerungen. Sie spiegeln auch das allgemein wachsende Interesse für postgeschichtliche und posthistorische Belege aus aller Welt wider. Philatelistische Belege (gefälligkeitsgestempelt oder von Philatelisten "gemacht") hingegen folgen dem Trend der "moderneren" Marken (abwärts oder stagnierend), während das Potential für Bedarfsbriefe aus aller Welt bis hinein in die Neuzeit größtenteils noch nicht ausgeschöpft ist. Hier ist ein gewaltiger Aufschwung nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich!
Der Umfang und die Vielfalt des Angebotes der 19. Gärtner-Auktion konnten diese Trends deutlich aufzeigen. Als besonders herausragendes Ergebnis muss man die wohl wertvollste Marke Indiens nennen. Es handelte sich zweifelsohne um das schönste und am besten erhaltene Exemplar der 4 Anna von 1854 mit kopfstehendem Mittelstück, der sogenannten "Inverted Head". Sie war mit 150 000 Euro angesetzt und wurde von zwei Bietern auf 185 000 Euro gesteigert. Dies bedeutet, dass der neue Besitzer bereit war, inklusive Aufgeld ca. 220 000 Euro anzulegen. Damit ist diese Marke nicht nur die "Nummer 1" Indiens, sondern auch deren weitaus wertvollste Marke und rangiert damit zweifellos im Spitzenfeld der Weltraritäten.
Asien ist immer für eine Überraschung gut wie ein Unfall-Brief aus der Volksrepublik China von 1954 nach Deutschland bewies, der auf der Flugroute Manila-Rom-London am 14. Januar in einen Flugzeugabsturz "verwickelt" war und von 60 auf 1600 Euro sprang. Das einzig bekannte Markenheftchen mit den 10-C.-Marken Annam von Franz. Indochina aus dem Jahr 1922 brachte einen Zuschlag von 10 500 Euro. Ein 1856 im Heiligen Land aufgegebener Brief nach Marseille mit blauem Einzeiler "Jerusalem" und Datumsstempel von Jaffa/Syrien spielte 2800 (2000) Euro ein. Von 500 auf 7200 Euro schoss ein R-Brief aus 1882 von Canton nach Deutschland mit Hongkong-Frankatur. Eine rote Scinde Dawk von Indien 1852 auf Briefteil kostete 19 000 (10 000) Euro. 5000 (1500) Euro erlöste ein Brief aus Indien 1856 nach Genua via Triest, frankiert mit einem Paar der 4 Anna von 1854. "The Missing Monarch" desselben Gebietes aus 1922, die 1 Rupee König Georg V ohne Mittelstück im senkrechten, ungebrauchten Dreierstreifen mit Zierfeld und Bogenrand, kletterte von 30 000 auf 38 000 Euro. Bei 2400 (500) Euro fiel der Hammer für einen GANDHI-Satz von 1948 auf FDC. Begehrt war auch eine moderne indische Rarität aus dem Jahr 1978: Die 1 Rupie "Schubert" mit Abart "Farbe Schwarz fehlend" (SG 907a) auf Brief wechselte für 6500 (1500) Euro den Besitzer. Die japanische Tsugitaka-Taroko 10 S. von 1941 mit Stempel Keizyo auf Brief nach Deutschland schoss von 100 auf 8800 Euro. Thailands unverausgabte 2 A. grün/rot von 1899 auf R-Brief von Korat nach Deutschland erlöste 9200 (1000) Euro.
Auch andere überseeische Gebiete konnten mithalten. Ein seltener R-Erstflugbrief Australien-England von Perth nach Basel aus 1934 wurde für 4600 (3000) Euro mitgenommen. Ein Bedarfsflugbrief von Qubari 1943 nach Neukaledonien und weiter nach Sydney ging für 1350 (500) Euro. Ein ungebrauchtes Exemplar der 1 C. von Hawaii 1859 (Scott Nr. 12) wurde für 4300 Euro zugeschlagen. Mit 5200 Euro leicht über dem Ansatz von 5000 Euro landete eine neu entdeckte, gestempelte Dienstmarke zu 5 P. der 2. Lokalausgabe Neuseelands 1903. Schließlich verbuchte die 2 C. mit diagonalem Aufdruck "TAHITI" aus 1893 in ungebrauchter Erhaltung (Tahiti MiNr. 7) ein Resultat von 4000 (1600) Euro.
Sonderteil Türkei mit guten Ergebnissen
Im Europa-Teil stieg eine ungebrauchte 10 Kr. Steindruck gez. L 9 ¼ von Bosnien & Herzegowina 1890 von 500 auf 1300 Euro, eine Großbritannien 1891 QV 1 Pfund grün postfrisch von 1200 auf 2100 Euro. Ein britischer "Mulready"-Faltbrief in Ersttagsverwendung am 6. Mai 1840 war einem Bieter 5400 (4000) Euro wert. Eine seltene österreichische Mischfrankatur von 1858 aus 6 Kr. fahlbraun (zweimal), Maschinenpapier in Type III, mit 5 Kr. Type I auf R-Brief von Catschau nach Temesvar steigerte von 1500 auf 3800 Euro. 8000 Euro erbrachte ein gestempeltes Exemplar der 27 Parale von Rumänien 1858. Ein Blatt mit den sechs prämierten Entwürfen für Schweizer Freimarken 1901 inklusive Signaturen lief für 2700 (700) Euro.

Auch die deutsche Philatelie konnte mit guten Ergebnissen aufwarten. Der früheste, mit zweimal 6 Kreuzern von Bayern 1849 frankierte Brief der Altdeutschen Staaten ins Ausland (nach Österreich) erzielte 25 000 Euro. Drei Exemplare des "Schwarzen Einsers" von Bayern in lackschwarzer Nuance auf Brief kosteten 20 000 Euro. Ein postfrischer, teils ungebrauchter Zehnerblock der 12 Kreuzer, der einen Viererblock mit breitem Wasserzeichen enthält (MiNr. 26 Y), fand für 25 000 Euro ein neues Zuhause. Ebenfalls diesen Zuschlag erreichte ein einzigartiger Telegrammumschlag, frankiert mit der bayerischen Portomarke zu 3 Kreuer schwarz. Zum Schätzpreis von 80 000 Euro wurde eine Rarität des Deutschen Reiches, ein SYKE-Provisorium mit 1 Kreuzer kleiner Schild, an den Mann gebracht. Ein postfrisches Luxusstück der 2 ½ Groschen großer Schild kam auf 12 000 Euro. Mit 2000 (1200) Euro wurden die Marken 5 M. bis 100 M. (II. Ausgabe) der Ozeanreederei 1916 je auf Briefstücken verkauft.
Viel Luft nach oben versprachen etliche Objekte im Sammlungs-Teil, zum Beispiel eine nahezu komplette postfrische China-Sammlung 1949-2009, die dann auch von 30 000 auf 68 000 Euro davon zog. Eine ähnliche Kollektion, bis auf MiNr. 1 bis 4 komplett, aber gestempelt, wurde für 31 000 (10 000) Euro verkauft. Ein Posten mit China 1949-1964 auf ca. 135 Steckkarten stieg von 1000 auf 27 500 Euro. 18 500 Euro kostete eine Spezialsammlung der lithographischen Ausgaben Indiens 1854/55. Von 8000 auf 14 500 Euro sprang eine Spezialsammlung "dragons" and "cherryblossoms" Japan 1871-1876. Ein großer Sammlungs- und Dublettenbestand Schweiz 1843-2000 wurde auf 12 500 (5000) Euro gesteigert. 58 250 (30 000) Euro brachte ein Sammlung von ca. 230 Goldmünzen aus aller Welt. Abschließend zwei bemerkenswerte Ergebnisse von Württemberg: Sammlung von 20 Währungsmischfrankaturen Kreuzer/Mark 70 000 Euro und Stempelsammlung 1851-1875 15 000 Euro.
Internet: www.auktionen-gaertner.de

Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de/

Ein zweiter Bereich ist der Postgeschichte und den frühen Markenausgaben Rumäniens gewidmet. Neben Post ab dem Jahre 1833, die von der K.u.k. Monarchie bedient wurde, gibt es attraktive Belege der Kopfausgaben, dabei frankierte Recepissen, Reco- und Auslandspost u.a. mit einem Brief nach Italien, der den Höchstwert "50 Bani" (MiNr. 25 a) trägt (600 Euro).
Im Übersee-Teil fällt ein Angebot von fast 100 Losen "Bolivien" ins Auge. Vom grünen Condor-Zierstempel von POTOSI ist ebenso nur ein (!) Abschlag bekannt geworden wie vom Ovalstempel ALTERNA DE TUPIZA. Dennoch ist dieses Material heute noch vergleichsweise preiswert zu haben: Die beiden genannten Briefe starten mit 250 bzw. 300 Euro. Etwas teurer ist frankierte Post aus Bolivien. Die ersten Markenausgaben dienten sowohl postalischen als auch fiskalischen Zwecken, und so sind von den "Condor"-Marken auch nur die Wertstufen zu 5 und 10 C. auf Poststücken bekannt. An dieser Stelle genannt sei ein Brief mit der 10 C.-Marke von CORO CORO nach Cochabamba für 1500 Euro.
Von Baden bis zur Bundesrepublik spannt sich der Bogen der Deutschland-Philatelie, der insgesamt 1300 Positionen umfasst. Hier steht oftmals die Postgeschichte im Vordergrund. Starke Sektionen dabei sind Bayern (mit über 30 Brieflosen der Quadratausgaben), Hamburg (60 Lose der verschiedenen Postämter) und die Deutschen Kolonien, hier insbesondere DP China mit Poststücken aus dem Boxeraufstand und DP Türkei mit Belegen der Post-Nebenstempel wie "Ramleh", "Jerusalem" oder "Tempel-Kolonie Hamidije-Wilhelma".
Nicht unerwähnt bleiben sollte die Philatelistische Literatur. Ein ganz besonderes Werk dabei ist ein "Album de Fac-Similés", die berühmte Ausgabe aus dem Jahre 1928, das die Fälschungen Fourniers vortrefflich dokumentiert. Die vorliegende Ausgabe enthält noch zusätzliche Extras und war eine Spezialausgabe für Prüfer und Berufsphilatelisten ("Pages réservées aux experts"). Der Startpreis für diesen Klassiker ist 3500 Euro.
Sammlungen und Posten am zweiten Auktionstag lassen keine Wünsche offen. Von der berüchtigten "Kartonphilatelie" weitgehend befreit und daher bei einer Besichtigung leichter zu kalkulieren, präsentieren sich gut 60 Nachlassposten, die als geschlossene Objekte versteigert werden. Ergänzt werden sie von qualitativ hochwertigen Sammlungen vieler Gebiete. Münzen und Banknoten vervollständigen das Angebot, das gut 3500 Lose mit einem Gesamtausruf von 900.000 Euro umfasst.
Internet: www.schwanke-auktionen.de

Außerdem wird eine große Danzig-Spezialsammlung mit zahlreichen Probedrucken, Stempeln, Ganzsachen, Abarten und Besonderheiten in über 300 Losen aufgelöst. Enthalten sind u.a. die 1 Mark Staatswappen mit seltenem Doppeldruck des Rahmens (nur dieses Stück derzeit bekannt - 1500 Euro) und die seltene Dienstmarke MiNr. 5Y postfrisch (400 Euro). Die über 100 Lose Sudetenland unter den gut bestückten Besetzungsausgaben Zweiter Weltkrieg lassen eine spannende Auktion erwarten.
Umfangreich vertreten sind auch Nachkriegsdeutschland sowie Europa und Übersee. 750, teils hochwertige Kollektionen und 200 Liquidationslose warten abschließend auf neue Besitzer.
Internet: www.reinhardfischerauktionen.de
In einem atemberaubenden Tempo schreitet Christoph Gärtner von einer Großauktion zur nächsten! Kaum ist die Juni-Versteigerung mit über 18 000 Losen abgewickelt, folgt schon der nächste Kraftakt: In sei- ner 19. Auktion vom 29. August bis 2. September 2011 offeriert er, unterstützt von einem starken Team, wieder einmal ein faszinierendes Angebot erlesener, kleiner und großer Kostbarkeiten aus aller Welt mit den Schwerpunkten Asien, Amerika und Deutschland.
Herausragendes Deutschland-Angebot


Die thematische Philatelie wird in Bietigheim-Bissingen traditionell groß geschrieben. Ein spezielles Angebot diesmal: die weltgrößte Sammlung zum Thema "Rotarier - Rotary"!
Europa ist mit einer breiten Offerte, vor allem aus Frankreich, der Schweiz und Österreich, Polen, Russland und der Türkei, vertreten. Neben ganz außergewöhnlichen Einzelstücken sind es die herrlichen Sammlungen und ganze Nachlässe, die beeindrucken. Dazu gehört die postgeschichtlich bedeutende Ausstellungssammlung der "Stadtpostämter im besetzten Polen 1915-18" oder die Auflösungen der Sammlungen "Polen - Krakauer Aufdrucke" sowie des weltweit führenden Objektes der türkischen "Duloz"-Ausgaben 1865-1884.

Internet: www.auktionen-gaertner.de
Die Firma Gert Müller hat in der Philatelie eine lange Tradition. 1948 wurde ein Versandhandel eröffnet, 1951 die erste Auktion durchgeführt. Waren sie in der Anfangszeit noch punktuell, finden die Versteigerungen seit 1970 regelmäßig statt. Das Auktionshaus Gert Müller hat im Laufe der Jahrzehnte einen guten Namen erworben. Seit dem Beginn vor nunmehr 60 Jahren wurden 67 Auktionen abgewickelt. Die 68. Versteigerung findet vom 18. bis 20. August 2011 statt.
Wieder Spezialangebot SBZ-Handstempel

Besonders umfangreich ist wiederum die Abteilung mit Sammlungen, Partien und Nachlässen, die für Sammler und Händler eine besonders vielseitige Ankaufsmöglichkeit darstellt. Insgesamt warten allein in diesem Bereich über 4000 Positionen auf Interessenten. Aufgrund der meist überdurchschnittlich hohen Resultate und dem nahezu vollständigen Absatz in der Vergangenheit wurden diesmal wieder zahlreiche wertvolle Sammlungen und Partien mit Münzen eingeliefert. Resultate wie beispielsweise auf der 66. Auktion, wo eine Partie Münzen von geschätzten 15.000 Euro nach heftigsten Bieterkämpfen erst mit 74.000 Euro zugeschlagen wurde, haben beeindruckt. Dieses Ergebnis hatten selbst führende Numismatik-Experten bei weitem nicht erwartet. Um dem wachsenden Segment Rechnung zu tragen, wurde in diesem Jahr mit Torsten Rosskopf ein weiterer Numismatik-Fachmann eingestellt.
Mittlerweile beschäftigt die Firma Gert Müller acht feste Mitarbeiter sowie zusätzlich mehrere Aushilfen, die meist regelmäßig für die Auktionshaus tätig sind. Nach wie vor liegt das Hauptaugenmerk auf der Philatelie, und so soll es nach dem Willen von Holger Thull auch in Zukunft bleiben.
Für einen Besuch der großen August-Auktion in Ettlingen bei Karlsruhe ist alles gerichtet: Die freundlichen und hellen Auktionsräume auf fast 900 qm bieten eine angenehme Atmosphäre. Für das leibliche Wohl der Gäste wird gesorgt, und schließlich gibt es eine Fülle interessanter Sammlungen und Einzelstücke für Ausrufpreise zwischen 50 und 35.000 Euro zu entdecken, so dass für jeden etwas dabei sein sollte.
Internet: www.gert-mueller-auktion.de

"Vive la France" mag man wohl gedacht haben, als die französische "1 Franc vermillon vif" für 14.000 Euro verkauft wurde. Sie ist eines der schönsten Stücke der legendären klassischen Frankreich-Rarität in der besten und seltensten Nuance - eben ein pièce superbe.
Nicht nur historisch gesehen ist Memel interessant, auch die Briefmarken aus jener Zeit stachen auf der 133. Auktion hervor. Vorhanden waren z.B. Marken aus dem Deutschen Reich, die mit dem Stempelaufdruck "Memelgebiet" versehen wurden. Dazu gehörte auch Los 2605, das für 3200 (2500) Euro den Besitzer wechselte. Bei den Sammellosen erzielte Los 5772 mit 2200 (200) Euro ein gutes Ergebnis.
Gute Resultate gab es auch beim Deutschen Reich. Die Burg Rheinstein in Rheinland-Pfalz, heute Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, ziert eine Marke aus der Zeit der Weimarer Republik. Die grüne 1 RM "Burg Rheinstein" überzeugte die Bieter nicht nur mit ihrer prachtvollen Optik. Die Marke, auf ungummiertem Papier hergestellt, weist eine stärkere Papierunebenheit auf, ist aber darüber hinaus ein einwandfreies Exemplar. So wundert es nicht, dass sie 5700 (5000) Euro brachte.
Traditionell gut lief auch die SBZ. Ein Theaterblock MiNr. 3 AY mit seltenem Wasserzeichen wechselte zum Ausruf von 16.000 Euro den Besitzer.
Neben hochwertigen Objekten aus Deutschland lockte ebenso das reichhaltige Angebot an Marken aus Übersee und Europa. Erwartungsgemäß wurden Einzel- und Sammellose aus China besonders gut abgesetzt. Begehrt waren auch Briefmarken aus den Niederlanden, die bei Felzmann konzentriert wie selten sonst angeboten wurden. Das Sammellos 5141 erlöste mit 20.000 (4000) Euro einen herausragenden Betrag. Aber auch andere Sammlungen erzielten Spitzen-Zuschläge wie etwa Los 4906, eine Partie klassischer Thailand-Briefe, die von 500 auf 11.000 Euro sprang. Ein über zwei Generationen aufgebauter Nachlass von 40 Alben mit Deutschland und Europa startete mit 5000 Euro und wurde am Ende für 12 000 Euro zugeschlagen.
Internet: www.felzmann.de
Harald Rauhut kann auf seiner 136. Versteigerung am 26. und 27. August 43 Lose mit Ortsbriefen bis in die Zeit des Deutschen Reiches anbieten, die aus einer be - deutenden Sammlung stammen. Der Großteil des Angebotes entfällt auf altdeutsche Staaten, wobei Bayern besonders stark vertreten ist. Die "Granaten" finden sich aber vor allem beim Norddeutschen Postbezirk. Den mit 3800 Euro höchsten Ansatz der ganzen Abteilung hat ein eingeschriebener Ortsbrief aus Hamburg mit einer Mischfrankatur der MiNr. 5 (2) und 12. Dass der Brief zusätzlich mit 2 Groschen für die Retour-Recepisse frankiert wurde, macht ihn zu einem Unikat! Mit jeweils 2000 Euro sind weitere eingeschriebene Ortsbriefe mit NDP-Frankaturen aus Hamburg und Darmstadt angesetzt. Viele interessante Ortsbriefe weist auch das Deutsche Reich auf, beispielsweise einen eingeschriebenen Ortsbrief aus Chrzelitz in den eigenen Landbezirk nach Brzesnitz mit einer Einzelfrankatur der MiNr. 29 (600 Euro).
Internet: www.rauhut-auktion.de

Aber auch die übrigen Gebiete Asiens fanden Gefallen. Dies zeigten ein Brief aus Manila 1869 nach Deutschland, der erst in Hongkong gestempelt und über Holland lief, für 4000 (300) Euro, eine frühe Auslandsverwendung einer japanischen 1-Sen-Ganzsachenkarte 1876 nach Deutschland für 4500 (1000) Euro oder ein Brief aus Syrien mit dem Aleppo-Provisorium von 1918 für 16.500 (10.000) Euro.
Bei der Thematik waren vor allem historische, außergewöhnliche und besonders dekorative Stücke gefragt, etwa ein früher Arktis-Beleg, der 1852 an H.M.S. "Enterprise" auf der "Artic Expedition" nach den Sandwish-Inseln ging und 6200 (5000) Euro erzielte.
Übersee (ohne Asien) glänzte mit einem guten Angebot, wobei die Klassik ganz besonders gesucht war. So wurde ein vorzügliches Probedruck-Exemplar der 1 S. orange von 1860 aus Neufundland für 18.000 Euro zugeschlagen.
Das Interesse an frühen und seltenen Ausgaben Europas war teilweise ebenfalls recht stark. Eine ungebrauchte 1-K.-Marke Estlands als Lokalausgabe Reval von 1919 steigerte von 3000 auf 8600 Euro.
Beispielhafte Ergebnisse für Altdeutschland waren eine telegraphische Depesche aus Baden 1860, die für 12 000 Euro einen neuen Liebhaber fand, ein herrlicher Bischofsbrief aus Bayern 1850 mit einer halbierten 6-Kr.-Marke für 35 000 Euro, seltene Destinationen wie etwa eine Paketkarte 1870 von Bayern nach Belize für 15 000 Euro, der sagenhafte Holy-Land-Brief (nach Jerusalem) aus Württemberg 1859 für 20.000 Euro oder ein Brief und zwei Briefstücke mit dem "Lippoldsweiler"-Provisorium von 1891 aus Württemberg, der von 35.000 auf 39.000 Euro kletterte.
Aus der Zeit nach 1945 waren die Ministerblocks, Vorlagekartons und andere Spezialitäten besonders gefragt. Die vier Werte der SBZ von 1945 mit Wasserzeichen "steigende Stufen" als postfrische Oberrandstücke gingen für 12.000 (8000) Euro.
Im umfangreichen Sammlungs-Teil konnte eine große Sammlung ungebrauchter/postfrischer Marken des British Commonwealth, die länderweise angeboten wurde, fast restlos für 200.000 (140.000) Euro verkauft werden. Ein großer postfrischer Bestand China- Volksrepublik, der ebenfalls aufgeteilt wurde, sprang von 102.000 auf über 300.000 Euro.
Natürlich war auch das Interesse an dem bei Gärtner zunehmenden Angebot an Münzen offensichtlich. Ein Sammlung Euro-Goldmünzen beispielsweise zog von 28.000 auf 39.500 Euro davon.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Der Staffelsteiner Herbert Geier ist vereidigter Auktionator. Zweimal im Jahr organisiert er Auktionen, die in Hirschaid stattfinden. Bis zu 12.000 Lose - Briefmarken, Ansichtskarten, Ganzsachen - stellt er dafür in Katalogen zusammen.

Herbert Geiers Reich der Bananenkartons, Kisten und Schatullen befindet sich in der Staffelsteiner Bärengasse. Hier herrscht der 52-Jährige über Hunderttausende von Briefmarken, über Ganzsachen und Ersttagsbriefe, Billetts und Ansichtskarten. Wenn er wollte, könnte der öffentlich bestellte und vereidigte Auktionator aber auch Immobilien und Autos unter den Hammer bringen.
Geiers Leidenschaft gilt seit seiner Kindheit den kleinen, bunten Bildchen auf -meist - gezähntem Papier . Die Vielfalt der Briefmarken faszinierte ihn seit dem Augenblick, als sein Großvater ihm einst das erste Album schenkte.
Die berufliche Laufbahn war also vorgezeichnet. Der gebürtige Münchner lernte zunächst Einzelhandelskaufmann, Fachrichtung Philatelie. 1980 kam er erstmals nach Staffelstein, wo er die Zivildienstschule besuchte. Als er sich 1985 selbstständig machte, kam er in die Stadt zurück.


Herbert Geier sammelt übrigens Stücke aus den Niederlanden und Bayern. Außerdem haben es ihm deutsche Stadtpostausgaben angetan, "ein Nebengebiet", denn bis zum Jahr 1900 gab es neben der Reichspost ganz legal eine ganze Reihe privater , städtisch geführter Postverwaltungen.
Internet: www.geier-auktionen.de
Hamburg war mit 91 Positionen das kleinste Angebot, aber brachte doch gute Resultate bei der geschnittenen Ausgabe, wenn auch die beiden 9-Schilling-Frankaturen mit 10 000 bzw. 8500 Euro etwas hinter den Schätzpreisen blieben. Ein Paar der MiNr. 1 (Zuschlag 1400 Euro) und ein Brief mit MiNr. 2, 4 im Paar und 6 nach New York, bei dem eine Marke fehlte (2000 Euro), überraschten ebenso wie eine Ganzsache MiNr. U3 mit Zusatzfrankatur für 3200 Euro oder ein Brief mit zwei Exemplaren der MiNr. 12 I für 1100 Euro. Der Maracaibo-Brief mit zweimal der MiNr. 18 und MiNr. 11 blieb mit 13 500 Euro etwas unter der Taxe.


Insgesamt war es ein Auktionsevent, das sowohl die anwesenden Sammler als auch Berufsphilatelisten in Zeiten von Internet-Auktionen und "online-live-bidding" mit Vergnügen genießen konnten, zumal der fast siebenstündige Auktionsmarathon durch ein "maritimes" Büfett und Hamburger Butterkuchen aufgelockert wurde. Allen Auktionsteilnehmern wurde ein Sonderdruck des Auktionshauses "Die Steindruckfehler von Oldenburg" überreicht.
Am Ende übertraf das Gesamtergebnis den Schätzwert bei weitem. Sämtliche Ergebnisse sind auf der Webseite des Auktionshauses einzusehen.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Deutsche Taler aus der Kaiserzeit verdoppelten bzw. verdreifachten ihre Schätzpreise. Ein württembergisches 20-Markstück von 1904 kletterte von 600 auf 1300 Euro, ein Doppeltaler Reuss 1853 schoss von 200 auf 1000 Euro, eine Kollektion chinesischer Kursmünzensätze von 500 auf 3300 Euro. Nach harten Bieterkämpfen endete eine Partie Goldmünzen erst bei 10 000 Euro.

Den Höhepunkt bildete auch dieses Mal wieder die Versteigerung von ganzen Sammlungen und Partien. Ein Sammlernachlass erzielte bei einem Ausruf von 4000 Euro schließlich 8600 Euro, ein altes Album mit Ansichtskarten 1700 (300) Euro. Bei einer Spezialsammlung "Berlin" fiel der Hammer bei 5600 (2500) Euro, bei einer Kollektion "Deutsche Zusammendrucke" erst bei 7600 (3000) Euro. Eine kleine Sammlung "Russische Levante" kletterte von 50 auf 1400 Euro, eine historische Dokumentation "Kriegsgefangenenlager in Japan" von 500 auf 3400 Euro. Den Vogel schossen Sammlungen der Volksrepublik China ab, welche unglaubliche 18 000 bzw. 8000 (3000 bzw. 1500) Euro erzielten.
Natürlich kamen auch wieder die mit einem kleineren Budget ausgestatteten Sammler auf ihre Kosten, gab es doch so manche Partie, die mit 10 Euro ins Rennen geschickt wurde. Doch auch hier wurde um bald jede Position hart gerungen, so dass die Startpreise überwiegend Makulatur blieben. Fast jeder hatte schließlich seine Erfolgserlebnisse, so dass es rundum nur zufriedene Gesichter gab. Von den 4082 angebotenen Losen wechselten 3440 (84,27%) den Besitzer. Der Gesamt-Schätzpreis von 450 945 Euro konnte mit 779 121 Euro deutlich übertroffen werden.
Internet: www.aixphila.de
120 Lose der beliebten Kategorie "Liquidation" (alte, bisher unverkaufte Auktionslose, nunmehr zum halben Preis gerufen) dürften ebenso für Stimmung sorgen.
Mit gut 550 Losen stellt das Sammelgebiet Deutschland das größte Kontingent dar. Bemerkenswert ist dabei eine Generalsammlung ab 1872 in meist postfrischer Qualität zum Startpreis von 15 000 Euro. Das schöne Objekt in 18 Vordruckalben beinhaltet fast sämtliche deutschen Nachkriegsgebiete komplett, dazu die Ausgaben des Deutschen Reiches und der Besetzungsausgaben des Zweiten Weltkrieges.
Herausragend ist eine Sammlung Altdeutschland mit vielen kompletten Gebieten (z.B. Bayern, Hamburg, Hannover und Oldenburg) in meist überdurchschnittlich guter Qualität (7500 Euro).
Erstklassige Sammlungen vom Deutschen Reich [darunter auch zwei Flugpostsammlungen der Pionierflugpost 1909-14 mit 80 (!) Belegen zu 1500 Euro und eine Sammlung der Jahrgänge 1912-40 mit 170 Belegen zum Startpreis von 2500 Euro], der Deutschen Kolonien (dabei eine fast komplette Sammlung "Kiautschou" mit den guten Werten MiNr. 26 A und 27 A gestempelt zum Startpreis von 2500 Euro) und den Deutschen Gebieten finden sich ebenso wie vielfach komplette Sammlungen der Gebiete ab 1945. Dabei erwähnenswert ist eine komplette Sammlung Bundesrepublik einschließlich der Westzonen postfrisch (1200 Euro) oder eine Sammlung der Zusammendrucke von West-Berlin 1949-52 komplett postfrisch (2000 Euro) sowie etliche komplette Sammlungen der DDR (je 500 Euro). Eine ganz außergewöhnlich reichhaltige Sammlung der Rollenmarken Bundesrepublik postfrisch mit einem Katalogwert von über 50 000 Euro soll wenigstens 2500 Euro einbringen.
Ländersammlungen in der Abteilung "Europa" (400 Lose) enthalten u.a. gepflegte Objekte von Finnland (inkl. MiNr. 1, 2 und zweimal der 10 Markka MiNr. 10, 3500 Euro), Frankreich (mit fast allen frühen Spitzenwerten, 2000 Euro), Großbritannien (inkl. der 5-Pfund-Marke und der 2 Sh. "siena", 4000 Euro), diverse Objekte von Italien, Österreich und Schweden (mit der 1. Ausgabe in tadelloser Qualität, 1500 Euro) oder der SCHWEIZ. Eine Ausstellungssammlung von Lettland in vier Bänden (5000 Euro) oder eine Spezialsammlung CSSR nur der "Präsident Masaryk"-Ausgaben 1920- 37 (3500 Euro) sind dann eher Objekte, die etwas aus dem Rahmen des Üblichen fallen.
Die Übersee-Abteilung ist mit ca. 300 Auktionslosen vertreten. Wieder einmal fällt ein starkes USA-Angebot ins Auge, dabei ein Bestand nur besserer Werte (5000 Euro) oder eine Sammlung der "Fancy Cancellations" (2500 Euro). Aber auch das China-Angebot (13 Sammlungen) kann sich sehen lassen, ebenso wie eine Sammlung Japan (2500 Euro), eine Spezialsammlung Mongolei (1000 Euro) oder eine Klassik-Partie Peru (2000 Euro).
Es folgen 100 Lose verschiedener Motivgebiete, dabei eine in neun Positionen aufgeteilte Sammlung "Olympiade und Sport" zum Startpreis von insgesamt 4000 Euro und 50 Lose Ansichtskarten sowie über 30 Posten Münzen einschließlich diverser Gold- und Silberschätze. Wie gewohnt, beschließt auch in diesem Jahr anlässlich der Schwanke-Sommer-Auktion eine größere Abteilung "Philatelistische Literatur" die Versteigerung.
Unter den 170 Positionen findet sich u.a. ein Run der "Mitteldeutschen Philatelistenzeitung" aus den Jahren 1898-1911 (200 Euro) und eine Originalausgabe von Mirabaud/de Reuterskjöld "The Postage Stamps of Switzerland" aus dem Jahre 1899. Das Stück (Nr. 137 von 150 gedruckten Exemplaren) geht aufgrund einiger kleiner Stockfleckchen mit einem geringen Schätzpreis von nur 400 Euro auf den Laufsteg.
Internet: www.schwanke-auktionen.de
Ein erstes Ausrufezeichen setzte ein Zeppelin-Werbeplakat von 1932, das für die Herbstfahrten des LZ 127 von Europa nach Brasilien warb und von 150 auf 390 Euro gesteigert wurde. Ein Ringträger-Abschnitt aus Duralumin für den LZ 130 stieg von 250 auf 420 Euro.
Eine Dokumentation zur Entwicklung der Postkarte auf Blättern aus dem Zeitraum 1870 bis 1974 war einem Bieter 430 (150) Euro wert.
Sehr engagiert wurden Marken der Oppelner Notausgabe aufgenommen. Die beste Steigerung erzielten die MiNr. 19, 20 und 22 a jeweils auf Briefstück, die von 1000 auf 1950 Euro kletterten.
Zu den beachtlichen Resultaten aus der Nachkriegszeit gehörten 500 (300) Euro für eine gestempelte SBZ MiNr. 118 EX und 480 (300) Euro für die MiNr. 119 B/D X auf Brief. Von 180 auf 890 Euro sprang eine Sammlung mit Schmuckblatt-Telegrammen der DDR. Aufhorchen ließen auch 800 (500) Euro für eine Sammlung Numisblätter von Bund von Nr. 1/1997 bis 3/2010.
Einen gewaltigen Sprung machte der Block "Schauspielkunst" der VR China, der zweimal mit Sonderstempel vorhanden war und von jeweils 1500 auf 7000 bzw. 7200 Euro schoss.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

In der Deutschland-Philatelie wurden 620 (300) Euro für ein Formular aus 1899 bezahlt, das mit einem senkrechten Paar der Deutsches Reich MiNr. 48 frankiert und mit Postamts-Wappenstempel entwertet wurde. Gefragt waren wieder Frankaturen mit Hitler-Dauermarken. Von 40 auf 220 Euro sprang ein portogerechter Orts-Wertbrief mit den MiNr. 786 und 793 (2). 270 (50) Euro kostete ein Adress-Träger für Bahnhofszeitungen mit Hitlermarken in Mischfrankatur. 250 (100) Euro bot ein Interessent für eine Wertpaketkarte mit den MiNr. 793, 801 A und 802 A (waagerechtes Paar).
Bemerkenswerte Zuschläge verbuchten Berliner Ganzsachen, beispielsweise eine gelaufene MiNr. P 23 II für 700 (500) Euro. Die MiNr. P 33 im Ortsverkehr gebraucht kletterte von 80 auf 170 Euro, die P 43 von 25 auf 110 Euro. 550 (400) Euro brachte eine Zeppelin-Abwurfpost über Magdeburg von der Deutschland-Fahrt des LZ 127 im Jahre 1929.
Internet: www.pumpenmeier.de
Deutsches Reich spezial
Reimer Hadenfeldt hat seine Forschungsarbeit im Laufe der letzten 30 Jahre zusammen mit Jürgen Böhme in dem bekannten Handbuch der Inflationsbogen dargestellt. Die gesamte Sammlung wird gegliedert angeboten in 27 herausragende Einzel- und 32 Sammellose, die nach den verschiedenen Ausgaben der Inflation strukturiert sind. Als Einzellose sind vorhanden: MiNr. 318 B-330 B; OPD Breslau MiNr. 333 W; OPD Frankfurt MiNr. 292, 293, 294, 335 A; OPD Leipzig MiNr. 294, 333 W; OPD Münster MiNr. 293 (kompletter postfrischer Bogen, einmal horizontal mittig gefaltet, 4000 Euro), 303, 334 A, Platte C (kompletter postfrischer Bogen, einmal horizontal mittig gefaltet mit HAN 5887.23, 5000 Euro), 334 B Platte C.

In jeder Beziehung außergewöhnlich - sowohl was Vollständigkeit als auch Erhaltung anbelangt - ist auch eine gestempelte Kollektion des Deutschen Reiches 1872-1919. Erwähnung verdienen die MiNr. 8, 11, beide Innendienst-Marken, 24, 28, Pfennig/e und Krone/ Adler mit Farben wie MiNr. 33 aa, 35 b und c, 36 b, 37 a-f, 38 b, 49 aa, 50 aa und ab, Germania mit 5 Mark Reichspost in allen vier Varianten, Friedensdruck mit MiNr. 86 I d orangerot mit FA Jäschke, MiNr. 97 M "Ministerdruck" mit FA Oechsner und viele andere Besonderheiten wie breite/kleine Marken, MiNr. 46 II, 48 I, 50 I und II, Germania Reichspost reichhaltig oder Zähnungsvarianten. An Belegen stechen hervor: MiNr. 1 als Einzel- und Mehrfachfrankatur, MiNr. 2 im Dreierstreifen als Mehrfachfrankatur, MiNr. 8 als Einzelfrankatur, MiNr. 8 und 10 als Mischfrankatur, Innendienst MiNr. 12 in Dreifarben-Mischfrankatur auf Paketbegleitbrief, MiNr. 15 als Einzelfrankatur in den eigenen Landzustellbezirk, Mischfrankaturen der MiNr. 27 c und 23, 29 und 18 sowie 29 und 32 oder MiNr. 37 im Zwischensteg-Streifen auf kompletter Paketkarte. Das Objekt ist ebenfalls mit 10 000 Euro angesetzt.
Weltrarität aus Frankreich
Unter Danzig kommt der "Krantor-Bestand" zur Auflösung, aus dem der Großen Innendienst auf fast portogerechtem Einschreiben-/Eilboten-Ortsbrief und ein postfrischer Viererblock der MiNr. 47 stammen (8500 bzw. 6200 Euro). Ergänzt wird das Angebot mit einer hochinteressanten Briefe-Sammlung mit durchweg besseren Frankaturen (6000 Euro). Von der SBZ sind wieder Seltenheiten zu haben: Block MiNr. 3 A Y postfrisch und Block MiNr. 4 V (16 000 bzw. 7000 Euro). Von beiden Blockvarianten sind nur jeweils fünf Stück registriert. Zwei römische Nummern von Bund - MiNr. X und XIV jeweils postfrisch - beginnen mit 5500 bzw. 5800 Euro.
Die klassische Philatelie glänzt mit der französischen 1 Fr. Vermillon in ihrer seltensten "lebhaften" Farbnuance in Luxus-Qualität. Diese Weltrarität ist mit 12 000 Euro taxiert. Gar mit 12 500 Euro startet ein ungebrauchter Zehnerblock der Niederlande MiNr. 2. Auf einem außergewöhnlich schönen Luxus-Briefstück zeigt sich die "Waadt" 4 C. mit sauberer roter Rosette von Genf (9500 Euro).
Im Sammlungs-Teil begeistern eine umfassende, vorwiegend postfrische bzw. ungebrauchte, über lange Jahre zusammengetragene Top-Sammlung San Marino mit zahlreichen Spitzenstücken, Abarten und Varianten für 50 000 Euro und ein Schweiz-Objekt 1849-2000, eine umfassende Darstellung in sieben Bänden der eidgenössischen Briefmarken einschließlich Dienst-, Porto- und Portofreiheitsmarken, Telegrafenmarken, Franco-Zettel, Pionierflugmarken sowie Internationalen Organisationen (26 000 Euro).
Internet: www.felzmann.de
Seltene Schweiz-Mischfrankatur
Band 1 "ASIEN" enthält mit mehr als 2300 Einzellosen vom Nahen bis zum Fernen Osten ein sehr vielfältiges Angebot, besonders im Bereich der Posthistorie und seltener Belege. Die Schwerpunkte bilden China mit ca. 360 Losen - vom seltenen Vorphilabrief, Großen und Kleinen Drachen bis zu den "modernen" Blocks der Volksrepublik - sowie Indien (rund 870 Lose) mit einem starken Teil Vorphilatelie (auch mit einem signierten "Waghorn"-Brief von 1839) und einer Spezialsammlung Erstflüge ab 1911 (u.a. mit den legen- dären "Houston-Mt. Everest Flügen" 1933).

Fast 3000 Lose bringt Band 3 "EUROPA". Einen Schwerpunkt bildet das umfangreiche Kontingent Schweiz mit phantastischen Kantonals (inklusive Basler Tauben, auch auf "Forwarded"- Brief) sowie dem grandiosen Brief mit "Poste Locale" ohne Kreuzeinfassung in Mischfrankatur mit Rayon II und Entwertung mit dem Petschaftsstempel "ML" von Maria Lanz. Auch die übri- gen Länder sind wieder stark vertreten. So finden sich Spitzenstücke wie etwa eine ungebrauchte 1 Fr. "Vermillion" aus Frankreich, eine feine, ungebrauchte 5 Pfund aus Großbritannien von 1867, die wohl seltenste Dienstmarke Großbritanniens "10 S. KEVII." von 1902/04 oder ein "Rosa Merkur" aus Österreich.
Band 4 "DEUTSCHLAND vor 1945" startet mit Altdeutschland, das mit herr lichen Marken und Belegen besonders aus den Gebieten Baden, Bayern und Württemberg wieder besonders gut aufgestellt ist. Darunter befinden sich zahlreiche Spitzenstücke wie etwa (als Neuentdeckung) ein frankierte telegraphische Depesche 1860 aus Baden, ein bayrischer Bischofsbrief von 1850 mit halbierter 6-Kr.-Marke, ein Brief mit Thurn & Taxis 30 Kr. orange 1859 nach Shanghai oder, aus demselben Jahr, ein Brief aus Württemberg nach Jerusalem.

7000 Sammlungen, Posten & Nachlässe aus aller Welt enthält der Band 6. Von ganz besonderem Interesse sind dabei mit Sicherheit zwei herausragende Kollektionen Afghanistan mit vielen Einheiten aus der Ferrari-Sammlung, eine phantastische Ausstellungssammlung China 1878/1910 oder ein großer Händlerbestand China-Volksrepublik, der in ca. 180 Positionen aufgeteilt wurde. Hervorzuheben sind auch die vielen Sammlungen und Partien von Indien, eine spezielle Sammlung Japan 1871/76, eine grandiose Kollektion Saudi-Arabien und ganz besonders eine enorm umfangreiche Sammlungspartie British Commonwealth ungebraucht/postfrisch, die überwiegend klassische Marken beinhaltet und länderweise angeboten wird (MICHEL über 1,2 Millionen Euro!).
Aus dem europäischen Raum sind vor allem die "Adolf Passer"-Sammlung der Osmanischen Post in Bosnien 1860-75, großartige Kollektionen Frankreich, Monaco, Italien und Schweiz sowie die unvergleichlichen Großgold-Sammlungen der "Duloz"-Ausgaben der Türkei sowie der Türkischen Post in Asien von Max Plantinga zu nennen. Der Bereich Deutschland glänzt u.a. mit einem Teil einer Goldmedaillensammlung der Altdeutschen Staaten, großen und umfassenden Kollektionen Baden und Bayern oder auch der beeindruckenden "Lintz"-Spezialsammlung der Kriegs- und Propagandafälschungen.
Das aufstrebende Münz-Angebot umfasst rund 150 Lose von der antiken Einzelmünze über Gold- und Silberstücken bis hin zu ganzen Sammlungen und Posten aus aller Welt.
Der 7. Band fasst schließlich noch einmal ausgesuchte Spitzenstücke in einem Raritätenkatalog zusammen.
Internet: www.auktionen-gaertner.de

Münzen, Sammlungen und Posten wurden oft auf ein Vielfaches des Ausrufes hochgesteigert.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.com
Geschäftsführer und Auktionator Ulrich Felzmann hat bereits seit langem die Entwicklung der sozialen Netzwerke beobachtet und sieht für sein Unternehmen klare Vorteile. "Mit unserem Profil auf Facebook können wir unseren Fans mehr Service bieten. Sie erhalten die Neuigkeiten automatisch auf ihrer Pinnwand; wir können sie somit direkt informieren, ansprechen und in direkten Dialog mit ihnen treten."
Ulrich Felzmann sieht die Facebook-Seite als eine sinnvolle Ergänzung der bereits bestehenden Informationsangebote des Auktionshauses Felzmann. "Mit unserer mehrsprachigen Homepage und unserem Newsletter informieren wir unsere Kunden, Einlieferer, Händler und alle Interessierten natürlich auch weiterhin." Facebook zählt zu den erfolgreichsten und am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerken der Welt. Um das Profil des Auktionshauses Felzmann auf Facebook zu sehen, ist keine Anmeldung bei Facebook erforderlich. Um jedoch automatisch informiert zu werden, ist eine Verlinkung mit der Seite und somit ein eigenes Profil notwendig.
Zum Facebook-Profil des Auktionshauses Felzmann: http://de-de.facebook.com/pages/Auktionshaus-Felzmann/203058549717740
Im Übersee-Teil sind VR China MiNr. Block 9 postfrisch für 1800 Euro und eine seltene Doppelfrankatur von Hongkong für 500 Euro hervorzuheben. Bei Europa locken Ionische Inseln komplett in Viererblocks und Vatikan MiNr. 39-44 postfrisch (1300 bzw. 1000 Euro).

Der zweite Auktionstag steht im Zeichen der modernen deutschen Sammelgebiete (ca. 1700 Einzellose). Auf neue Besitzer warten die Lokalausgabe Etzdorf MiNr. 1-4 postfrisch (750 Euro) oder die Berlin-Zusammendrucke MiNr. W 1/SKZ 2B und W 17/SKZ 4 jeweils postfrisch (1000 bzw. 900 Euro). Die SBZ umfasst 500 Lose. Dabei wird eine Spezialsammlung Sächsische Schwärzungen meist der Stadt Chemnitz detailliert. Unter den 70 Positionen sind viele geschwärzte Bildpostkarten Hindenburg/ Hitler. Von der Auflösung einer Spezialsammlung FDC/DV/Wasserzeichen, besonders der Freimarkenausgaben, profitiert auch das DDR-Angebot, das aus 700 Losen besteht. Beispielhaft genannt seien die MiNr. 253 bb DZ4 postfrisch (500 Euro), MiNr. 255 auf FDC (650 Euro), MiNr. 256- 59 DV auf FDC (500 Euro), MiNr. 329 zYI gestempelt (600 Euro), MiNr. 330 zYI gestempelt (1100 Euro) und MiNr. 439 aIIgXI zweimal auf Brief (900 bzw. 800 Euro).
Der dritten Versteigerungstag beginnt mit ca. 200 Positionen Münzen/Medaillen. Mit dabei sind Anhalt-Dessau, Doppeltaler Leopold Friedrich, 1846 (500 Euro), die ersten fünf Gedenkmünzen der Bundesrepublik für 1000 Euro und Sowjetunion, 150 Rubel, Platin, dreimal zu je 500 Euro. Anschließend kommen fast 2000 Samm lungen, Posten und Auflösungsbestände unter den Hammer.
Internet: www.hadersbeck-auktionen.de
Internet: www.pumpenmeier.de

Die gute Stimmung bei den Philatelisten war von Beginn an deutlich zu spüren. Das vielfältige Angebot sorgte an den drei Briefmarken-Auktionstagen für ein volles Haus. Nicht nur am Samstag, an dem traditionell die Sammlungen versteigert wurden, herrschte großer Andrang im eigenen Auktionssaal. Es waren für alle Beteiligten ereignisreiche Tage mit erfreulich hohem Kaufinteresse, wahren Bieterschlachten, äußerst hohen Zuschlagsergebnissen und internationalen Käufern.
Ein besonders gutes Ergebnis erzielte ebenfalls ein sehr seltenes Prachtstück der deutschen Philatelie. Für 23 000 (10 000) Euro ging die MiNr. 57 IIAb der Deutschen Post in Marokko in postfrischer Erhaltung in neue Hände. Diese Briefmarke war vermutlich noch nie zuvor auf einer Auktion angeboten worden; entsprechend hoch war das Interesse.
Auf großes Interesse stieß auch die Versteigerung der Lose aus der Volksrepublik China. Der Trend war bereits bei der letzten Auktion im Oktober 2010 deutlich zu spüren, wurde jetzt abermals übertroffen. Bei den Sammlungen stieg beispielsweise das Los 7793, eine vorwiegend postfrische Kollektion von 1949 bis 1999, von 5000 auf 20 000 Euro.
Die Interessenten nutzten die Angebote, die ihnen das Auktionshaus Felzmann seit vielen Jahren bietet: Sie reichten Gebote schriftlich ein oder boten als Telefonbieter. Gut aufgenommen wurde auch das erweiterte Angebot an Online-Abbildungen der Sammlungen und der Bereitstellung sämtlicher Fotoatteste, was die Informationsmöglichkeiten im Vorfeld verbesserte.
Das internationale Flair machte die 132. Felzmann-Auktion zu einem ganz besonderen Erlebnis. Am Tag der Sammlungsauktion mit über 1800 Positionen war der Auktionssaal voll besetzt. Anwesende Käufer, Kommissionäre und Telefonbieter waren ständig im Einsatz, unter den Nachlass posten wurde nahezu jedes Los beboten und gesteigert. Die starke Nachfrage nach gepflegten Sammlungen und Nachlässen war ungebrochen. Inhaltsreiche Briefposten erbrachten zudem Ergebnisse auf hohem Preisniveau.
Internet: www.felzmann.de

Allerfeinste Seltenheiten beinhaltet das Angebot Deutsches Reich, hier insbesondere die Brustschild-Abteilung. Zu er wähnen wären ein postfrischer Sechserblock der MiNr. 2 a vom rechten Bogenrand (10 000 Euro) und ein Viererblock der MiNr. 14 (dabei drei Werte postfrisch!) mit einem Startpreis von 7500 Euro. Daneben finden sich einige seltene Belege, so z.B. MiNr. 11 auf Auslandsbrief nach Frankreich und als Einzelfrankatur auf Paketkarte (je 500 Euro). Bei den großen Brustschilden sind zu nennen eine Einzelfrankatur der MiNr. 24 (2000 Euro) und ein Brief mit gleich drei Exemplaren der seltenen Farbnuance MiNr. 27 c (1000 Euro). Über 500 Positionen umfasst das "Deutsches Reich"-Angebot und lässt keine Wünsche offen, von guter Standard ware bis zu Flug- und Zeppelinpost sowie Zusammendrucken. Die nachfolgenden 200 Lose Deutsche Auslandspostämter und Kolonien bieten u.a. eine bemerkenswerte Abteilung Postgeschichte von Deutsch-Ostafrika und hier insbesondere die Weltkriegszeit und die nachfolgende Periode der Britischen Besetzung. Dabei soll die Ausgabe MiNr. 21-25 der Britischen Besetzung der Insel "Mafia" in ungebrauchter Erhaltung mindestens 2000 Euro einspielen. Die Deutschen Gebiete sind mit guten Werten "Danzig", "Abstimmungsgebiete" sowie "Saar" bestückt, auch die Ausgaben der Besetzungen des Zweiten Weltkrieges bieten Spitzenstücke. Ein ganz besonderes Los sind Propagandamarken für England "Liquidation of Empire" (MiNr. 9-14), die in Sechserstreifen angeboten werden und in dieser Form praktisch kaum einmal auf dem Auktionsparkett zu sehen sind (3000 Euro). Nachkriegsdeutschland umfasst 400 Positionen.
Nicht alltäglich ist sicherlich die Offerte von 25 Losen "Island-Ganzsachen" im Europa-Teil, hier nur ausgefallene Stücke von Probedrucken in verschiedenen Farben über verschiedene Drucktypen bis hin zu guten Auslandsdestinationen, z.B. in die USA und zurück (350 Euro). Italien, Österreich und die Schweiz mit einem "Rundum"-Angebot sowie einige gesuchte Abarten der Sowjetunion (dabei z.B. MiNr. 564 B postfrisch, 400 Euro) verdienen ebenso Erwähnung wie ein ungewöhnlich reichhaltiges Angebot der Türkei, das in diesem Fall zwar wenig Postgeschichte, dafür aber fast alles an seltenen Marken bringt, was das osmanische Reich bis 1940 zu bieten hat.
Ungewöhnlich ist eine Sammlung der Postgeschichte Vietnams im Übersee-Teil. Aufgeteilt in 21 Lose, bietet Schwanke insgesamt 1200 (!) Belege an, von der frühen französischen Militärpost ab 1883 über die Ausgaben Französisch-Indochinas, die Ausgaben Nord- und Südvietnams bis hin zur Wiedervereinigung. Besonders selten ist eine Positionen von 74 Stücken Auslandspost aus Nord-Vietnam nach Europa aus den Jahren 1955-61 (Schätzpreis 5000 Euro). Nur wenige Europäer waren zu der Zeit in Vietnam (meist Ingenieure aus Osteuropa, z.B. Ungarn, CSSR oder der DDR), und entsprechend gering war das Postaufkommen ins Ausland! Hochwertige Stücke finden sich weiterhin bei südamerikanischen Gebieten (namentlich Argentinien, Bolivien), bei China (u.a. eine Ganzsachenkarte aus dem Jahre 1898 mit Hongkong-Zusatzfrankatur und seltenem Stempel von "Swatow" für 1500 Euro), bei den Britischen Kolonien (z.B. die seltene Marke Ceylon MiNr. 4y gestempelt, 1500 Euro), bei Thailand mit guten frühen Aufdruckwerten sowie USA mit postgeschichtlich reizvollen Stücken u.a. der amerikanischen Militär- und Auslandspost.
250 Lose Philatelistische Literatur bieten mit einem Exemplar des berühmten "Sperati"-Werkes sicherlich ein Highlight (1000 Euro). Ein sehr rares Angebot zur "Olympia"-Philatelie stellt ein offizielles Gedenkblatt aus dem Jahre 1896 dar, das den kompletten ersten Olympiade-Satz Griechenlands, Mi-Nr. 96 bis 107 trägt und mit dem offiziellen französischen Komitee-Stempel entwertet wurde (5000 Euro). Ein reichhaltiger Sammlungs-Teil bildet den Abschluss.
Internet: www.schwanke-auktionen.de

Indiens 4 Anna von 1854 mit kopfstehendem Mittelstück ("Inverted Head") zählt sicher zu den Weltraritäten, und gleich zwei gebrauchte Exemplare wurden erstmals in einer Auktion versteigert. Die neuen Besitzer zahlten inklusive Aufgeld für das eine Exemplar ca. 166 000 Euro und für das zweite mehr als 140 000 Euro. Aber auch das "moderne", unabhängige Indien hielt Überraschungen parat. So löste eine "Rotes Kreuz"-Marke von 1963, bei der eben die Farbe Rot selbst fehlt und von der so nur ganz wenige Exemplare bekannt sind, ein wahres Bieterfeuerwerk aus, was zu einer Steigerung von 1500 auf 30 000 Euro führte (Katalogwert bei Stanley Gibbons: 5000 Pfund!). Als Beispiel für das hohe Preisniveau bei China sei nur ein kompletter Bogen der Mao-Marke zu 8 F. von 1968 genannt, der bei einem MICHEL-Wert von 2750 Euro mit 1500 Euro angesetzt und bis auf 18 000 Euro hochgesteigert wurde.
Allgemein werden international immer stärker Besonderheiten, Raritäten und philatelistisch-historisch aussagekräftige Belege gesucht. Ob es der früheste "Wells Fargo"- Brief, befördert mit Virginia City Pony Express, vom 17.VIII.1862 war (Zuschlag 11 000 Euro), der früheste frankierte Brief aus Belgien, der 1840 mit einer "Black Penny" teilbezahlt nach Guernsey lief (Zuschlag 12 000 Euro), oder ein Luxusbrief mit "Basler Taube" war, für den ein Bieter letztlich über 16 000 Euro inklusive Aufgeld zahlte.
Aus dem Bereich Deutschland sind einige besondere Stücke hervorzuheben. Dazu gehört einer der schönsten Briefe mit Bayerns "Schwarzem Einser" überhaupt, einem Bischofsbrief von 1849, der einem Sammler über 83 000 Euro inklusive Aufgeld wert war. Ein Briefpaar aus dem Postgebiet Thurn & Taxis, das 1866/67 nach Japan geschickt wurde, brachte 20 000 Euro. Für stolze 39000 Euro wurde ein Wertbegleitbrief von 1872 aus dem Deutschen Reich nach Chicago versteigert, der u.a. mit 72 Exemplaren der 5 Gr. (darunter ein 48er-Block) frankiert wurde. Für das "Vineta"-Provisorium auf FDC wurden 9200 (6000) Euro geboten.
Schließlich sei von den Einzellosen noch ein ganz besonderer autographischer Brief aufgeführt. Johann Wolfgang von Goethe schrieb ihn 1810 aus Carlsbad an die Baronesse von Eybenberg. Er kehrt nun für ca. 6000 in seine Heimatstadt Frankfurt zurück.
Die Sammlungen, Partien und ganze Nach lässe waren für die zahlreichen in- und ausländischen Händler, Sammler und Investoren von besonderem Interesse. Eine Vielzahl von Bieterduellen ließ sich beobachten. Im Besonderen galt dies z.B. für eine Sammlung China (1949-88), die bei einem Katalogwert von ca. 26000 Euro von 15000 bis auf 45 000 Euro kletterte. Auch der Bereich Thematik stieß immer wieder auf Interesse. Ganz ungewöhnlich war eine Ausstellungssammlung der "Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl", die einen Zuschlag 11000 Euro erlöste. Im besonderen Fokus stan den natürlich die Deutschland-Kollektionen. So war einem Bieter ein komplett belassener Deutschlandnachlass (MICHEL ca. 600000 Euro) mehr als 164000 Euro inklusive Aufgeld wert, und eine große Badensammlung wechselte für ca. 107000 Euro den Besitzer.
Internet: www.auktionen-gaertner.de

Internet: www.Auktionshaus-Weiser.de
Im Übersee-Teil locken China Block MiNr. 10 postfrisch (700 Euro), China Block MiNr. 19 postfrisch (1000 Euro) und Mauritius MiNr. 3 III im vollbreitrandigen waagrechten Paar für 4000 Euro. Frankreich zeigt die MiNr. 3 im gestempelten Viererstreifen (850 Euro), Großbritannien die MiNr. 1 b, 1 Penny black, im vollrandigen waagerechten Paar (250 Euro). Liechtenstein wartet mit einem breiten Angebot mit u.a. Block MiNr. 1 postfrisch und gestempelt (je 800 Euro) auf. Österreich umfasst 650 Lose ab Vorphila mit Ortsstempel, Markenteil mit WIPA-Blocks postfrisch und gestempelt (ab 800 Euro) sowie viele Briefe mit Frankaturen. Die Schweiz beginnt ebenfalls ab der Vorphilatelie und enthält Stempel sowie einen Markenteil ab Altschweiz bis in die Moderne mit Frankaturen und vielem mehr. Hervorzuheben ist die MiNr. 110 mit Zusatzfrankatur auf portogerechtem Wertbrief nach Weingarten. Nur zwei Exemplare dieser Marke sind bisher auf Brief bekannt (1300 Euro). Neben den Blockausgaben in allen Erhaltungen wartet die MiNr. 213 yF für 1500 Euro auf einen neuen Liebhaber.

Am Nachmittag des 2. Versteigerungstages kommen über 2100 Sammlungen und Posten sowie teils unberührte Nachlässe aller Gebiete in jeder Größenordnung zum Ausruf. Zum Ende der Auktion werden die Münzen (Einzelstücke sowie auch viel Goldund Silber-Münzen und auch Sammlungen und Posten) aus aller Welt und größtenteils aus Deutschland angeboten.
Internet: www.briefmarken.com
Im MICHEL bisher unbekannt
Im Oktober 2009 bekam ein eifriger Philatelist von seinem Bruder zum Geburtstag eine urige Pelikan-Schreibbänder-Schachtel geschenkt, in der sich jedoch keine Schreibmaschinenbänder befanden, sondern alte Briefmarken. Der Kenner sah schnell, dass es sich um einen Bestand handelte, der offensichtlich seit Jahrzehnten vor sich hinschlummerte. Doch der Euphorie folgte zunächst die Ernüchterung. Die vielen hundert Briefmarken von Belgien bis Türkei, die sich sorgsam nach Gebieten getrennt in Kuverts befanden, waren durchweg kleine Wertstufen aus den gängigen Freimarkenserien um 1900 bis Anfang der 30er Jahre. Somit Briefmarken, die einem Philatelisten geläufig sind, und die man im Laufe der Jahre bis unter die Decke stapeln kann. Die ganze Hoffnung konzentrierte sich nun auf das Kuvert mit den Briefmarken des Deutschen Reiches. Als unser Sammler es ausschüttete, fielen neben einigen Germania-Marken auch Briefstücke mit Brustschilden zu 1 Groschen heraus, einer damals gewöhnlichen Frankatur. Die Brustschildmarken hatten ihn schon immer fasziniert, denn hier gibt es zahlreiche Plattenfehler, Zähnungsbesonderheiten wie ausgefallene Zähnungslöcher oder rauhe Zähnung, Prägefehler und Doppelprägungen, Schraubenkopfabdrücke, besondere Entwertungen einschließlich Ersttagsabstempelungen bis hin zu späten Verwendungsdaten aus 1875 zu entdecken.

Hansmichael Krug waren von der 1 Groschen kleiner Brustschild bereits zwei weitere ungezähnte Exemplare bekannt. Eines auf Briefstück mit Rahmenstempel von Dresden stammt aus der Ferrari-Sammlung. Es wird im Kohl-Handbuch als anscheinend einwandfrei ungezähntes Stück beschrieben, dessen senkrechte Ränder geschnitten sind, während die waagerechten Reihen des Bogens zuerst gebrochen und dann gerissen wurden. Über den Verbleib dieses Exemplars ist nichts genaues bekannt. Eine weitere Ungezähnte vom unteren Bogenrand ist als Einzelfrankatur auf Faltbriefhülle von Coblenz nach Limburg/Lahn registriert. Sie ist ebenfalls im Kohl-Handbuch aufgeführt. Bei dieser Marke wurde der obere Bildrahmen abgeschnitten, und sie zeigt somit nur an drei Seiten breite rote Ränder. Der Brief wurde auf der 336. Köhler-Auktion im März 2009 in Wiesbaden bei einem Ausruf von 25 000 Euro mit 46 000 Euro zugeschlagen. Die Abart wird übrigens in den nächsten MICHEL-Spezial, der im Frühjahr erscheint, aufgenommen.
Aus dünnem Heft wurde stattlicher Katalog

Schwerpunkte bei Kolonien und Besetzungsausgaben


Die Ausgaben nach 1945 werden eröffnet mit einem exzellenten Angebot der Lokalausgaben, dabei Raritäten wie Löbau MiNr. 1 postfrisch (450 Euro) und Saulgau MiNr. XII/XXIV postfrisch (500 Euro). Von den Kontrollratsausgaben gibt es ein hervorragendes, nach Farben und Typen stark spezialisiertes Angebot, ebenso für die AM-Post-Ausgaben. Bund lockt mit Abarten wie MiNr. 137 Y postfrisch (1100 Euro) und 150 Z postfrisch (750 Euro). Highlights der SBZ und DDR sind die MiNr. 41 "Potschta" als Einzelfrankatur (1400 Euro) und die MiNr. 334 vbXI postfrisch (2000 Euro).
Europa - hier ist die Schweiz sehr umfangreich - und Übersee schließen sich an. Der Sammlungs-Teil umfasst 1776 Objekte, vom Nachlass bis zur Spezialsammlung, vieler Gebiete. 1419 Lose mit einem Gesamtausruf von knapp 350 000 Euro enthalten Münzen. Dabei gibt es ein hervorragendes Angebot Deutsches Reich und Staaten sowie Danzig und Kolonien. Spitzenstück ist ein 3-Mark-Stück, ausgegeben zur Goldhochzeit Ludwig des III von Bayern 1918. Wegen des Silbermangels im Ersten Weltkrieg wurden nur 130 Stück geprägt. Das bei Dr. Fischer angebotene Stück wurde von einer Urenkelin des Königs eingeliefert!
Internet: www.reinhardfischerauktionen.de
Gleich zwei Exemplare des indischen Kopfstehers

Hervorzuheben ist außerdem die Sektion Indischer Feudalstaaten mit seltensten Marken und Belegen, Markenheftchen, Einheiten, Probedrucken und vielem mehr. Viele Stücke sind mit Attesten der BPA oder der exklusiven Spezialisten der ISAS (Indian States Expertizing Service) ausgestattet.
Am darauffolgenden Tag schließt sich eine Asien-Spezialauktion an, die die Bedeutung des Hauses Gärtner als Übersee- und insbesondere als Asienspezialist untermauert. Ob es frühe China-Belege mit "Drachen"-Ausgaben, ein Brief mit Hongkong-Frankatur lokal in Shanghai gebraucht oder ungebrauchte Spitzenwerte sowie Sammlungen aus dem Nahen und Fernen Osten sind, hier ist das Angebot, gerade auch von asiatischen Einlieferern, mit über 3000 Einzellosen besonders umfangreich.
Die Einzellose der Abteilungen "Übersee" und "Thematik" sollten in jedem Fall beachtet werden. Die 1800 Positionen Übersee zeigen die Vielfalt der internationalen Philatelie von Alt-Australien bis Amerika. USA lockt mit erlesenen Stücken wie der 15c von 1869 mit kopfstehendem Mittelstück, dem frühesten Wells-Fargo-Expressbrief mit Pony-Post Virginias (1862) oder Einheiten mit seltenen Plattennummern. Ebenso seltene Briefe finden sich mit Brasiliens Erstausgaben oder mit der Uruguay 60 C. von 1857.
Schon im Vorfeld gibt es großes Interesse an den etwa 700 Thematiklose, da etliche einzigartige Stücke zur Versteigerung kommen.

Breite Palette zur deutschen Philatelie

Die Numismatik aus aller Welt ist bei Christoph Gärtner nun fachkundiger und ausgedehnter zu finden. Und selbst besondere, autographische Briefe, wie etwa ein Brief Goethes 1810 aus Carlsbad, bereichern das vielfältige Angebot.
Rund 7000 Sammlungen, Posten, Lots und ganze Nachlässe aus der ganzen Welt stehen zur Besichtigung und zur Versteigerung bereit. Zum Verkauf stehen ganz großen Sammlungen wie die Kollektion autographischer Briefe französischer und europäischer Herrscher oder die wohl umfassendste Sammlung von UPU-Ministerbüchern ab Stockholm 1924 mit allen Raritäten von Taiwan, Transvaal oder Deutschland. Darüber hinaus suchen Spezialstudien zu einzelnen Ausgaben wie der polnischen Wodzy-Ausgabe 1944, kleine aber besondere Lots mit interessantem Material und auch das eine oder andere "Schatzkistchen" einen neuen Besitzer.
Das Angebot kann eingehend im Internet studiert oder in den großzügigen Büroräumlichkeiten in Bietigheim-Bissingen besichtigt werden. Auf der bevorstehenden Internationalen Briefmarken-Börse in München (3.-5. März) kann man außerdem persönlich Kontakt aufnehmen.
Internet: www.auktionen-gaertner.de
Für einen Paukenschlag bei Nachkriegsdeutschland sorgte eine geschwärzte 6-Pf-Hitlerganzsache, aufgegeben am 11. Juni 1945 in Dorfchemnitz über Freiberg, die von 20 auf 350 Euro davon zog. Eine ganze Reihe bemerkenswerter Zuschläge gab es für DDR, beispielsweise für ein ungefaltetes, ungebrauchtes Schmuckblatt-Telegramm für die Weltfestspiele (LX 5). Mit Gebot angesetzt, brachte es 301 Euro. 390 (150) Euro erzielte eine postfrische MiNr. 401 XII. Die MiNr. 517 YI, ebenfalls eine bessere Wasserzeichen-Type in postfrischer Erhaltung, kletterte von 180 auf 250 Euro. Die MiNr. 777 mit fehlender Farbe Dunkelorange konnte mit 620 Euro ihren Ansatz von 300 Euro mehr als verdoppeln. Auch modernes Material lief. Der Märchenkleinbogen XII von 1977 (MiNr. 2281-86), nicht durchgezähnt und postfrisch, ging für 500 (100) Euro in neue Hände. Bei 280 (70) Euro fiel der Hammer für das MH MiNr. 6 I/2 I, teils nicht durchgezähnt, in postfrischer Erhaltung.
Im Übersee-Teil explodierten die Preise für China. Der Satz MiNr. 100-105 gestempelt sprang von 200 auf 950 Euro. Block MiNr. 8 mit Sonderstempel schoss von 1000 auf 6100 Euro, Block MiNr. 9 mit Sonderstempel von 300 auf 1150 Euro. Ein Einschreibebrief aus 1880 von Singapur nach Leipzig steigerte von 100 auf 3700 Euro.
Internet: www.briefmarkenauktion-leipzig.de

In der deutschen Semi-Klassik begeisterten vor allem die Markenheftchen. So zog das MH MiNr. 18.4 postfrisch von 800 auf 1600 Euro, ein Pendantstück sogar von 800 auf 3100 Euro. Sehr gefragt waren postfrische Danziger Heftchen. 8800 (7000) Euro kostete die MiNr. 1 a. Das MH MiNr. 1 d sprang von 2000 auf 5600 Euro. Eine noch größere Steigerung wies das MH MiNr. 2 a auf, das von 700 auf 3400 Euro kletterte.
Bei Nachkriegsdeutschland fiel ein Nachnahmebrief vom 20. Juni 1945 von Dresden nach Pirna auf, der die Sächsischen Schwärzungen MiNr. AP 172 II und AP 174 II trägt und von 600 auf 1150 Euro kletterte. Auch bei Bund interessierten sich die Bieter für Markenheftchen, wie 2600 (1500) Euro für das MH MiNr. 5 baII postfrisch zeigten.
Eine gewaltige Steigerung von 50 auf 4900 Euro verbuchte eine Mischfrankatur China/ Französisch-China aus Shanghai nach Deutschland. Begehrt waren natürlich auch Marken der VR China. Beispielhaft genannt seien der postfrische Block MiNr. 8 für 11 000 (1500) Euro und der postfrische Fünferstreifen MiNr. 1020-1024 für 3800 (800) Euro.
Internet: www.potsdamer-phila-buero.de
Neuentdeckte Blockvarianten der SBZ

Im Bereich der Deutschen Kolonien ist eine Briefmarke zu haben, die noch nie auf einer Auktion zu sehen war. Es handelt sich um die Deutsche Post in Marokko MiNr. 57 II A b (Aufdruck in der extrem seltenen Farbe Dunkelzinnoberrot) in postfrischer Erhaltung. Dieses Stück stellt für den Postfrisch-Sammler der deutschen Kolonien ein Ausnahmestück dar und ist mit 10 000 Euro angesetzt.
Bei Deutschland nach 1945 wartet die SBZ mit außergewöhnlichen Block-Abarten auf. Felzmann ist es gelungen, zwei Block-Ausgaben in einer bisher nicht bekannten Ausführung präsentieren zu können. Einmal handelt es sich um den Block MiNr. 2 V III (auf grau gefasertem Papier) mit den deutlich verschobenen Klischees der Werte zu 4 und zu 20 Pfennig nach unten. Dieses tadellose postfrische Luxusstück ist das erste bekannt gewordene Exemplar dieser Art mit zwei verschobenen Marken. Eine Neuaufnahme in den Michel-Spezialkatalog ist vorgesehen. Der Ausruf beträgt 7500 Euro. Bei dem Block MiNr. 3 B wird eine bisher auch nicht bekannte Variante ungezähnt und ohne Blaudruck der 40-Pfennig-Wertstufe gezeigt. Dieses postfrische Prachtstück ist in dieser Form bisher nicht registriert (5300 Euro).
Beachtung verdienen im Deutschland-Teil außerdem die Auflösung einer Spezial-Sammlung Mecklenburg-Schwerin & -Strelitz und im Bereich Lokalausgaben 1945/46 die Forschungssammlung "Bad Nauheim" von Prof. Dr. Urban, die neben vielen seit Jahrzehnten nicht mehr angebotenen Seltenheiten sogar Unikate aufweist, die bis dato völlig unbekannt waren. Dazu gehört Bad Nauheim, Postverschlusszettel im waagerechten Dreierstreifen, mit leichten Antrennungen in der Zähnung aufgrund des sehr dünnen Papieres, wobei die beiden äußeren Zettel einen rotbraunen, der mittlere Zettel einen grauschwarzen Eindruck des Stadtwappens, Gebühr bezahlt sowie der Wertangabe zu 60 Pfennig zeigen. Das wahrscheinlich einmalige Stück (Abbildung unten) startet mit 1500 Euro.
Qualitätsabstempelungen aus Italien
Neben dem eingangs erwähnten großen Angebot von Russland und Sowjetunion sind auch die anderen europäischen Gebiete sowie Übersee umfassend vertreten. Auf Interesse werden auch die Briefmarken aus Italien stoßen. Die Stempelraritäten in exklusiver Qualität bieten beispielsweise die farbigen Abstempelungen "Loreo", "Piove" (je 4500 Euro), "S. Sofia", "Serracapriola" und "Sicilia" in praktisch nie gesehener Qualität. Die 132. Felzmann-Auktion bietet außerdem Briefmarken aus der Volksrepublik China mit zahlreichen aktuell besonders nachgefragten Ausgaben, u. a. Block MiNr. 9 "Pfingstrosen" gleich zweimal, Block MiNr. 10 sowie Kulturrevolution und dergleichen mehr in gut ausgebauten Sammlungen. Traditionell werden am Samstag (26. Februar 2011) im Rahmen der Sammlungsauktion Nachlässe und Posten versteigert, die aus über 300 Nachlässen und Privateinlieferungen stammen. Die Briefmarken-Auktion findet im eigenen Auktionssaal statt.
Internet: www.felzmann.de

Bei den Mühlradstempeln zeigte sich eine große Nachfrage nach besseren Briefen in guter Erhaltung. Die Nummer "67" Eglofsheim kletterte von 500 auf 780 Euro, die Nummer "461" von Schmalnau von 220 auf 490 Euro. Zum Spitzenreiter wurde ein aktenfrischer Kabinettbrief mit der Nummer "597" Illerzell, der von 900 auf beachtliche 5300 Euro davonzog!
Bei den wenigen Taxis-Losen brachten ein hübscher Paketbegleitbrief 1050 (700) Euro und eine Fremdverwendung auf Preußen 1250 (900) Euro. Farben und andere Varianten des Deutschen Reiches wurden hingegen kaum nachgefragt. Lediglich die postfrischen Zeppelinsätze verkauften sich gut.
Internet: www.peter-sem.de

Gefragt waren auch die gut 200 Zeppelinlose. Von 115 auf 290 Euro stieg eine Bildpostkarte "Kommando LZ 77" aus Namur vom 11. Februar 1916. Mit 2200 (2700) Euro lief ein Einschreiben zur 7. Südamerikafahrt 1934 ein, das mit dem Nothilfe-Block und weiteren Marken beklebt wurde.
Für gute Resultate sorgte Material der Deutschen Auslandspostämter und Kolonien, insbesondere Feldpost von Deutsch-Südwestafrika. Hier kam eine Teilsammlung zur Auflösung, die u.a. Wanderstempel und auch die Stempel solcher Orte umfasste, die auf Feldpostsendungen kaum zu finden sind. 2250 (2500) Euro brachte die einzig bekannte Verwendung von "AUS" auf Stempel "Kubub 14/10.06" auf Feldpost. Von 400 auf 570 Euro sprang der Wanderstempel "Okowakuatjiwi" auf Feldpostkarte. 260 (120) Euro wurden für eine Feldpostkarte mit dem Stempel "Richthofen 13/12.07" geboten.
Sehr viel Potential hatten die über 300 Sammlungen und Partien aus zahlreichen in- und ausländischen Sammelgebieten.
Internet: www.karl-pfankuch.de

Die Kauflust erfasste alle Bereiche. 1650 (1000) Euro für ein Bedarfsstück des "Hitlerprovisoriums" sind durchaus normal, 4400 Euro für einen gestempelten Nothilfeblock gibt der Markt im Moment her, Spitzenpreise für Zweiter Weltkrieg und Inselpost entsprechen dem Trend. Aber was die Macher von Aix-Phila überraschte, war ein fast vollständiger Verkauf der Standardware Bund/Berlin/DDR. "Das konnte bei der augenblicklichen Marktlage für diese Gebiete nicht unbedingt erwartet werden. Europa und Übersee - fast alles bei meist größeren Steigerungen zugeschlagen."
Turbulent ging es dann am zweiten Versteigerungstag zu. Obwohl der Auktionator auf's Tempo drückte und obwohl die aufwendige und kundenfreundliche Technik (Vernetzung aller Daten und zeitnahe Übermittlung aller Ergebnisse auf eine Großbildleinwand) reibungslos funktionierte, dauerte es gut zehn Stunden, ehe knapp 2000 Positionen ihre neuen Besitzer gefunden hatten. Nachlässe und Wunderkartons vervielfachten oft ihre Startpreise. Auch hier waren es wieder die Sammler, die um jede Positionen energisch kämpften und den Philatelie-Profis ein ums andere Mal das Nachsehen gaben. Eine Spezialsammlung Bosnien-Herzegowina schoss von 1500 auf 6400 Euro, eine Kollektion Türkei von 2000 auf 5600 Euro. Japan landete nach einem Startpreis von 1000 bei 4500 Euro, eine moderne Tiermotivsammlung bei 1950 (300) Euro. Eine Loseblattsammlung Altchina, die mit 250 Euro ins Rennen geschickt wurde, katapultierte sich auf unglaubliche 5000 Euro. Eher unbeliebte Philatelie-Produkte wie ETB´s wurden komplett zugeschlagen, Exoten wie Kiribati oder Togo teils spektakulär gesteigert, und eine kleine Sammlung Mandschukuo verzehnfachte den Preisansatz von 40 Euro.
Bei Aix-Phila passte alles zusammen: tolle Stimmung, Kauflaune, Emotionen und viele, viele Sammler. Ein niederländischer Teilnehmer brachte es zum Abschluss treffend auf den Punkt: "Das hier ist so eine richtige Volksauktion!"
Von den 4141 Losen wurden 3697 verkauft, was einer Quote von 89,3% entspricht. Der Gesamtzuschlag betrug 826 843 Euro (166% des Ausrufwertes).
Internet: www.aixphila.de